Oberes Foyer rechts
Dominik Busch Kunstblütentapete Berlin
Videoinstallation
präsententiert vom Martin-Gropius-Bau
BILDENDE KUNST
„Die Berliner Festspiele als Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH ist eine Aufmerksamkeitsagentur, die im knallharten Wettbewerb der globalisierten Aufmerksamkeitsökonomie mitmischt. Diesem Wettbewerb können sich auch die Kunstblüten der Kunstblütentapete nicht entziehen, sie versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen und gehen ein wie Primeln, wenn das Publikum sie nicht beachtet. Manchmal zerplatzt auch eine Aufmerksamkeitsblase, glücklicherweise ohne ahnungslose Kapitalanleger in den Ruin zu treiben.“ Dominik Busch
Dominik Busch, Jahrgang 1965, studierte Fotografie und Videokunst. Seine künstlerische Arbeit umfasst Installationen und Live-Performances mit Bewegtbildern, wobei er oftmals mit Künstlern anderer Kunstformen kooperiert.
Die meisten Arbeiten enthalten computergenerierte Bilder, die mithilfe selbst erstellter Programme erzeugt und gesteuert werden. Manche seiner Arbeiten kommen auch ohne den Einsatz elektronischer Medien aus, haben aber inhaltlich immer einen Technikbezug. Seit 2002 arbeitet er an dem Projekt „Mustermaschine“, einer Software zum Generieren und Animieren von Mustern und Symmetrien. Seine jüngsten Arbeiten sind: „Abglanz“, eine Live-Performance mit Kirsten Reese im Kleinen Wasserspeicher Berlin, „klima_vorher.sagen“, eine Live-Video-Projektion zu Musiktheater von Ralf Hoyer und Susanne Stelzenbach im Konzerthaus Berlin und „klima_gefilde.vermessen”, eine Live-Video-Projektion zu Musiktheater von Ralf Hoyer und Susanne Stelzenbach im Schloss Rheinsberg.
Dominik Busch gibt regelmäßig Workshops und Seminare zu Medienkunst, u.a. an der Universität der Künste Berlin, der Universität Bayreuth und der International School of New Media in Lübeck.
Story Maker Street-Dance
TANZ
Story Maker sind 8 Jugendliche aus Kreuzberg, Durchschnittsalter 16 Jahre, die erfolgreich an Meisterschaften teilnehmen.
Streetdance – das ist in erster Linie Spaß, Rhythmus, Dynamik! Im Streetdance mischen sich verschiedene Tanzstile aus Breakdance, Jazztanz, Funk, Soul mit individuellen Improvisationen. Es gibt keine festgelegten Schrittfolgen, so dass Streetdance sehr improvisationsfreudig und kommunikativ ist. Tänzer kommunizieren untereinander, beziehen aber auch das Publikum mit ein.
Im Gegensatz zu vielen anderen Formen des Tanzes ermutigt Streetdance die Entwicklung der eigenen Individualität und Originalität. Die Tänzer interpretieren bestehende Moves frei und entwickeln daraus ihren eigenen Stil bis hinzu eigenen Choreographien, die aber Improvisationen beinhalten.
Dzevad Karahasan
in deutscher Sprache
präsentiert vom internationalen literaturfestival berlin
LITERATUR
Dzevad Karahasan wurde 1953 in Duvno, Jugoslawien (heute Republik Bosnien-Herzegowina), geboren. Er studierte Theaterwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaften in Sarajevo und promovierte in Zagreb mit einer Arbeit über den kroatischen Schriftsteller Miroslav Krleza. Anschließend arbeitete Karahasan als Dramaturg am Volkstheater Zenica, dann als Redakteur der Literatur- und Kunstzeitschrift „Odjek” in Sarajevo und als Chefredakteur der Literaturzeitschrift „Izraz“. Ab 1986 lehrte er Dramaturgie und Dramengeschichte an der Akademie für szenische Künste der Universität Sarajevo. 1993 verließ er die umkämpfte Stadt und arbeitete als Gastdozent an der Universität Salzburg. Später war er als Lektor in Göttingen tätig.
Ein Stipendium des DAAD führte Karahasan 1995 nach Berlin, und zwei Jahre später wurde er Stadtschreiber von Graz. Von 1998 bis 2000 betreute er als Dramaturg und Übersetzer drei Inszenierungen der Dramen Georg Büchners am Nationaltheater in Sarajevo. Der bosnische Schriftsteller, der immer für die Beibehaltung des Vielvölkerstaates plädierte, schreibt regelmäßig Beiträge für europäischen Zeitschriften wie „Lettre International”, „Kursbuch“, „MicroMega“ und „Les Temps Modernes“. 1999 wurde er dafür mit dem Herder-Preis ausgezeichnet.
1980 veröffentlichte Karahasan seinen ersten Band mit Erzählungen, „Kraljevske legende“ (dt. „Königslegenden“, 1996). Neben Theaterstücken, Essays und Hörspielen erschienen 1989 zwei Romane: „Stidna zitija“ (Ü: Ein keusches Heiligenleben) und „Istocni diwan“ (dt. „Der östliche Diwan“, 1993), eine Kriminalgeschichte im Kontext mittelalterlicher islamischer Philosophie. Für „Dnevnik selidbe“ (1993; dt. „Tagebuch der Aussiedlung“, 1993), eine Beschreibung des Kriegsalltags in Sarajevo, erhielt Karahasan 1994 den europäischen Essaypreis „Charles Veillon.“
Auch die Haupthandlung der Romane „Šahrijarov prsten“ (1994; dt. „Schahrijârs Ring“, 1997) und „Sara i Serafina“ (1999; dt. „Sara und Serafina“, 2000) spielt in der belagerten Stadt Sarajevo. Mit seinem vielfach verschachtelten Erzählverfahren, elliptischen Erzählschleifen und essayistischen Einschüben erzeugt der Autor eine spezifische Spannung. „Schahrijârs Ring” enthält drei ineinander gefügte Erzählungen, die den Leser schrittweise in eine entfernte, orientalische Vergangenheit führen. Dieses Verfahren erlaubt dem Autor, aktuelle Geschichtserfahrung mit historischer Recherche, psychologische Erzählkunst mit Motiven aus Tausendundeiner Nacht und rationalistische Philosophie mit islamischer Mystik zu verknüpfen. Weniger romanesk liest sich „Sara und Serafina“, eigentlich eine Novelle, deren Geschehen in der erzählten Zeit nur etwa dreißig Minuten umfasst. Doch der Ich-Erzähler holt weit aus, um die Vergangenheit heraufzubeschwören, um Handlungen und Verhaltensweisen zu beschreiben und Gespräche wiederzugeben, die auf diese schicksalhafte halbe Stunde seines Lebens zugeführt haben.
Für den Essayband „Knjiga vrtova“ (2002; dt. „Das Buch der Gärten“, 2002) erhielt Karahasan 2004 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Zuletzt veröffentlichte der Autor den Erzählband „Berichte aus der dunklen Welt“ (2007) mit vier Prosastücken über die Geschichte und Bewohner Bosniens. Er lebt derzeit als Stipendiat des Wissenschaftskollegs in Berlin.
Antjie Krog
in englischer Sprache
präsentiert vom internationalen literaturfestival berlin
LITERATUR
Antjie Krog wurde 1952 auf einer Farm im Oranjefreistaat, Südafrika, geboren. Sie studierte Afrikaans, Philosophie und Englisch an der University of the Orange Freestate und schloss ihre Ausbildung mit einem Master-Titel an der University of Pretoria und einem Lehrerdiplom an der University of South Africa ab. Sie leitete Workshops in ländlichen Gegenden für den South African Congress of Writers und arbeitete eng mit der Poetry School in Bloemfontein und dem Poetry Laboratory an der University of Stellenbosch zusammen.
Mit ihrem ersten Lyrikband „Dogter van Jefta“ (1970) provozierte die auf Afrikaans schreibende Autorin durch ihre tabubrechende Schreibweise die literarische Öffentlichkeit. Neben Gedichtbänden, Kinderbüchern und einem Roman verfasste sie mit „Country of My Skull“ (1998) einen literarischen Bericht über die Anhörungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission – über deren Versuch die Vergangenheit des Landes nach dem Zusammenbruch des Apartheid-Regimes unter Verzicht auf juristische Verurteilung aufzuarbeiten, hatte sie zuvor zwei Jahre lang als Radiojournalistin berichtet. Die Reportage brachte der Autorin internationale Anerkennung. In semi-fiktiven und dokumentarischen Passagen berichtet sie auf einfühlsame Weise über diese historisch einmalige Auseinandersetzung von Opfern und Tätern. 2000 wurde das Buch – inzwischen mit Juliette Binoche und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen verfilmt – mit dem Preis der Hiroshima Foundation for Peace and Culture ausgezeichnet.
1999 nahm Antjie Krog an einer Karawane von sieben afrikanischen Dichtern teil, die entlang der früheren Sklavenroute von den Küsten Afrikas zur legendären Stadt Timbuktu am Niger reiste. „A Change of Tongue“ (2003) ist eine Bestandsaufnahme Südafrikas während der ersten zehn Jahre nach der Apartheid. Durch die Collage von heterogenem Material – neben Berichten und Interviews stehen Fragmente aus Gedichten, Kinderreimen, Briefen und Zeitungsartikeln – eröffnet sie eine Vielzahl ungewöhnlicher Perspektiven auf die Hoffnungen und Schmerzen einer radikalen Veränderung.
Antjie Krog wurde für ihre Lyrik und Prosa sowie für ihre dokumentarischen Texte mit den wichtigsten Literaturpreisen Südafrikas ausgezeichnet. Ihre Texte wurden in fünf europäische Sprachen übersetzt. Unter den Werken, die sie selbst ins Afrikaans übersetzte, befindet sich Nelson Mandelas Autobiographie „Long Walk to Freedom“. Die Autorin ist mit dem Architekten John Samuel verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Kapstadt. Sie ist derzeit Stipendiatin des Wissenschaftskollegs zu Berlin.
Yoko Tawada
in deutscher Sprache
präsentiert vom internationalen literaturfestival berlin
LITERATUR
Yoko Tawada wurde 1960 in Tokio geboren. Mit zwölf Jahren schrieb sie einen ersten Roman, den sie in Fotokopien verteilte. Sie studierte Literaturwissenschaft – Schwerpunkt Russische Literatur – um mit 19 Jahren dann dahin zu reisen, wo diese Sprache tatsächlich gesprochen wird. Mit der Transsibirischen Eisenbahn gelangte sie bis nach Hamburg. 1982 kehrte sie in die Hansestadt zurück, um dort zu leben und Neue Deutsche Literatur zu studieren. Sie promovierte über „Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur“ und begann, auch auf Deutsch zu schreiben. Ihre erste deutsche Buchveröffentlichung war jedoch noch eine Übersetzung aus dem Japanischen: „Nur da wo du bist, da ist nichts“ (1987) enthält Gedichte und Prosa. 1993 erhielt sie den Akutagawa-Sho, den renommiertesten japanischen Literaturpreis, für ihre Erzählung „Inumukoiri” (dt. „Hundebräutigam“, abgedruckt in „Tintenfisch auf Reisen“, 1994). 1996 wurde ihr der Adelbert-von-Chamisso-Preis verliehen.
Im Zentrum von Tawadas Schaffen steht Fremdheit. „Sprache ist fremd. Wie sonst könnte es geschehen, dass ein Satz völlig wahr und aufrichtig ist und doch kraftlos bleiben kann?“ Indem Tawada diesem Aspekt mit raffinierter Naivität nachgeht, verrätselt sie auch das unmittelbare Weltverständnis, das jeder Kultur innewohnt. Als poetische Ethnologin bringt sie die Exotik des Alltags zum Vorschein, etwa in „Talisman“ (1996), wo in der Titelgeschichte Ohrringe zu Glücksbringern werden. Eine weitere Erzählung aus diesem Band, „Rothenburg ob der Tauber: Ein deutsches Rätsel“, lässt eine magische Dimension der verschlungenen Brezelform entstehen: „Die Aufgabe eines Bäckers war es scheinbar, Rätsel herzustellen, die die Menschen nicht lösen, aber essen konnten.“
Der fremde und verfremdende Blick, mit dem Tawada schreibt, ist auch der Protagonistin von „Das nackte Auge“ (2004) zu eigen, einer Vietnamesin, die ungewollt nach Paris gerät, ohne Französisch zu verstehen. Alles beginnt nun unverständlich und geheimnisvoll zu ihr zu sprechen: Gesten, Gesichter, Dinge, Buchstaben – während sie selbst sprachlos bleibt. Indem die enigmatischen Zeichen unvermutete Verbindungen eingehen, verwandelt sich die Wirklichkeit in eine Traumwelt. Metamorphosen sind auch das Thema von „Opium für Ovid“ (2000), worin westliche Literaturtradition mit östlichem Blick erneuert wird. Es überrascht nicht, dass die Autorin (in dem Prosastück „Zürich“, 1997) auf den Dadaismus anspielt oder auf einer Vortragsreise über Ernst Jandl spricht.
1997 war Tawada Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles, 1998 Poetik-Dozentin in Tübingen, ein Jahr später Max Kade Distinguished Visitor at the Massachusetts Institute of Technology. 2005 wurde ihr die die Goethe-Medaille des Goethe-Instituts verliehen. Sie hält zahlreiche Lesungen und Vorträge in Literaturhäusern und verschiedenen Universitäten der Welt. Aus ihrer Zusammenarbeit mit der Jazzpianistin Aki Takase entstand bislang eine CD. Nach „Talisman“ (1996) und „Überseezungen“ (2002) erschien 2007 „Sprachpolizei und Spielpolyglotte“, Tawadas dritter Band mit literarischen Essays. 2008 war sie u.a. Writer in Residence an der Washington University in St. Louis, 2009 ist sie an die Stanford University eingeladen. Die Autorin lebt in Hamburg und Tokio.
Katharina Linder & Band
Carole King. Queen of the Beach
Ein Rock’n’Roll-Liederabend
präsentiert von spielzeit’europa
MUSIK
Katharina Linder und Michael Sideris · Konzeption, Gesang, Klavier
Christian von der Goltz · Musikalische Leitung, Klavier
Thomas Büchel · Gitarre
Leon Schurz · Bass
Kay Lübke · Schlagzeug
Die Schauspieler Katharina Linder und Michael Sideris laden ein zum Rock’n’Roll-Liederabend: eine Hommage an Carole King, amerikanische Sängerin und engagierte Friedensaktivistin – und eine der erfolgreichsten Hit-Schreiberinnen der Rock’n’Roll-Ära! Anfang der 70er Jahre feierte Carole King dann mit ihrem Album „Tapestry“ ihren ersten Riesenerfolg als Solokünstlerin und ist bis heute als Granddame der Singer-Songwriter-Generation Vorbild für zahlreiche Sängerinnen. Die Hommage an die Sängerin taucht tief in die Biographie von Carole King sowie ihres damaligen Ehemanns und Texters Gerry Goffin ein. Es rockt, rollt, swingt und shuffelt, dass es einfach Spaß macht. Pop, Rhythm and Blues, Jazz und Folk verschmelzen in federleichten Arrangements.
