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Cindy Sherman
Ausstellung
15. Juni bis 10. September 2007

Veranstalter
Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Jeu de Paume.
Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds

Kuratoren
Régis Durand (Paris)
Véronique Dabin (Paris)

Ausstellungsstationen
Paris: Jeu de Paume
Berlin: Martin-Gropius-Bau
Humlebaek: Louisiana Museum for Modern Art
Bregenz: Kunsthaus Bregenz

Die amerikanische Künstlerin Cindy Sherman zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen inszenierter Fotografie. In ihren Fotografien nutzt sie ihren Körper auch als Bildträger und setzt sich in unterschiedlichsten Maskeraden und Rollen in Szene. Indem sie zugleich als Regisseurin, Hauptdarstellerin und Fotografin agiert, löst sie strenge Trennungen zwischen Posieren und Betrachten auf. Sherman wurde 1954 in Glen Ridge, einem Vorort von New York, geboren. Sie studiert zunächst Malerei, dann Fotografie an der State University of New York in Buffalo. Damals lernt sie den Künstler Robert Longo kennen, mit dem sie gemeinsam mit Charles Clough die unabhängige Kunstgalerie Hallwalls gründet.

Nach dem Studienabschluss 1976 beschließt Cindy Sherman, sich in New York niederzulassen, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. In der Kunstgeschichte steht das Werk von Cindy Sherman für einen radikalen Wandel und die Neudefinition der Möglichkeiten der zeitgenössischen Fotografie. Parodistisch, grotesk, manchmal brutal inszenieren ihre Arbeiten in Anlehnung an kulturelle und soziale Stereotype ein Spektrum von Figuren und hinterfragen die unterschiedlichen visuellen Codes ihrer Darstellung in Werbung, Kino und klassischer Malerei. Im Fokus steht besonders das zeitgenössische Frauenbild und seine Ästhetik.

Es wurden über 200 Fotografien sowie der Film „Doll Clothes“ von 1975 gezeigt. Durch diese Vielfalt konnte der Besucher einen Einblick in die unterschiedlichen Schaffensphasen der Künstlerin bekommen. So waren die frühen Serienarbeiten wie „Untitled A-E“, „Bus Riders“ und „Murder Mysteries“ vertreten, die bereits spätere inhaltliche und thematische Elemente ankündigen. Darüber hinaus waren die Serien, die Cindy Sherman zu ihrem Durchbruch verhalfen, alle in der Ausstellung zu sehen: Die erfolgreiche Serie „Untitled Film Stills“, bei denen Sherman auf jedem Foto posiert wie in einer Filmszene, ist eines ihrer bekanntesten Werke.

Susan Sontag bezeichnete diese zwischen Inszenierung, Fantasie und Wiedererkennung changierende Bildern als „Kopien ohne Originale“. Die Serien „Rear Screen Projections“ und „Centerfolds/Horizontals“ markieren den Übergang zur Farbfotografie und zu deutlich größeren Formaten. In der Serie „History Portraits/Old Masters“ posiert Sherman in unterschiedlichen historischen Kostümen in der Rolle von Männern und von Frauen, wobei es ihr auf erstaunlicher Weise gelingt, die wesentlichsten ästhetischen Merkmale der jeweiligen kunsthistorischen Periode auf die Fotografie zu übertragen. Auch ihre neusten Werke, wie u.a. „Hollywood/Hampton Types“, „Horror and Surrealist Pictures“ sowie „Clowns“ waren in der Ausstellung zu sehen.

Sowohl in der nationalen wie auch in der internationalen Presse stieß die Ausstellung auf großes Interesse. In den Printmedien wurden über 85 Beiträge veröffentlicht. Auch im Rundfunk (6 Beiträge) und im Internet (130 Beiträge) wurde die Ausstellung ausführlich besprochen. Über 50.000 Besucher kamen, um die Retrospektive im Martin-Gropius-Bau zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung hielt Prof. Dr. Hanne Loreck einen Vortrag zum Thema „Cindy Shermans Maskeraden“.

Pressestimmen

Gabriele Walde in Berliner Morgenpost, 16.06.2007
„Die Masken einer Fotografin. Cindy Sherman schlüpft in die wildesten Rollen, jetzt ist sie im Gropius-Bau zu sehen.“
In ihren jüngsten Arbeiten widmet sie sich dem Clown, der Figur, die nur Rolle ist und Klischee, gefangen zwischen Lachen und Weinen, fremd und isoliert in einer Welt, zu der sie nie ganz gehört. [...] Moderne Apokalypse. Erinnerung an den 11. September, so sieht es Cindy Sherman.

Christiane Meixner in Der Tagesspiegel (Berlin), 16.06.2007
„Maske Mensch. Berlin ehrt die Fotografin Cindy Sherman mit einer großen Werkschau im Martin-Gropius-Bau.“
Es ist also nicht nur der viel zitierte männliche Blick auf den weiblichen Körper, den Sherman in ihrem Werk angeblich präzise seziert. Sondern ebenso der Blick der Frau auf sich selbst, sobald sie das Rollenspiel kultiviert und dafür sorgt, das Stereotype ihren Weg in die Wirklichkeit finden.

Markus Schneider in Welt am Sonntag (Berlin), 17.06.2007
„Cindy Sherman zeigt im Martin-Gropius-Bau in Berlin, wie biegsam der menschliche Körper sein kann.“
Zu thematisch, chronologischen Reihen geordnet, sind [die Arbeiten] gleichsam eine Sammlung von sozialen und kulturellen Blickcodierungen aus Kunst und Film, Mode und Alltag.

Kito Nedo in der taz (Berlin), 19.06.2007
„Maske, Make-up, Schutt und Stoff“
Cindy Sherman konfrontiert uns auf wunderbare Weise mit Klischees. Im Martin-Gropius-Bau ist nun eine Retrospektive der großen Künstlerin zu sehen, die sich auf die Suche nach einer anderen, weniger verlorenen Schönheit machte.

Willibald Sauerländer in Süddeutsche Zeitung (München), 06.07.2007
„Gefangen im Ich. So grandios wie erschreckend: Das Travestie-Theater von Cindy Sherman im Berliner Martin-Gropius-Bau“
Wenn die Welt verrückt geworden ist, bleibt nur noch das Gelächter der Narren. Eine wunderbare Ausstellung.

Martina Schürmann in NRZ (Essen), 14.07.2007
„Das Kunst-Chamäleon. Fotografie. Unzählige Male abgelichtet und doch eine Unbekannte: Cindy Sherman liebt die Maskerade.“
Im Berliner Gropius-Bau kann man nun der verwunderbaren Wandlung einer amerikanischen Ikone zeitgenössischer Kunst nachgehen, die sich selbst ihr liebstes Motiv geworden ist und trotzdem keine Selbstporträts zeigt.

B.Z. (Berlin), 18.06.2007
„Foto-Künstlerin Cindy Sherman zeigt ihre verstörenden Selbstporträts im Gropius-Bau“

Elke Vogel in Leipziger Volkszeitung, 19.06.2007
„Fotokunst 2, Cindy Sherman und ihre Verkleidungen“
Für das deutsche Publikum bietet sich die seltene Gelegenheit, ihr provokativ beunruhigendes Werk in seiner Vielfalt zu sehen.

Roland Mischke in General-Anzeiger (Bonn), 17.07.2007
„Die Fratze hinter der Schönheit“
Die Werkschau führt vor, dass Cindy Sherman in beeindruckender Kontinuität das Lebensgefühl in der westlichen Welt darstellt. Ein Wechselspiel zwischen greller Euphorie, schwelender Melancholie und abgrundtiefer Furcht.

Gerald Felber in Kölnische Rundschau, 08.08.2007
„Sie ist der Star ihrer Alpträume“
Berlin ehrt die US-Künstlerin Cindy Sherman mit einer großen Werkschau.


Besucherstimmen

Great! Very nice show.

The original is always better than the copy.

Der Wechsel zwischen tollen Porträts und schockierenden Darstellungen der Bilder bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis.

Eine Mischung aus Faszination, Angst und Eckel hat sich bei mir breit gemacht. Den Mut zur Hässlichkeit rechne ich Cindy Sherman hoch an.

Diese Ausstellung ist faszinierend und schockierend zugleich.

Die frühen Schwarz-Weiß-Fotos sind wunderschön, sie erzählen starke Geschichten.

Die Lebendigkeit ihrer Puppen ist einfach grandios. Schön, Cindy Sherman hier in Berlin zur haben […] und erleben zu dürfen.

Bildgewaltig, fast schon epische Bilder wurden uns hier geboten.

I think, it is one of the best exhibitions I have ever seen.

Jedes dieser Bilder ist so real. Man kann sie förmlich riechen.

Den Stoff der Kleidung, das Plastik der Puppen, die Schminke der Clowns, das Laub, die Kotze, die Steine. Jedes ist wie ein kleiner Film, eine kleine Szene. Unglaublich, was Fotografie ausdrücken kann.