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Im Zeichen des Goldenen Greifen
Königsgräber der Skythen
6. Juli bis 1. Oktober 2007

Veranstalter
Deutsches Archäologisches Institut und Museum für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz. In Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München. Gefördert durch das Auswärtige Amt.

Schirmherrschaft
Nambaryn Enkhbayar, Präsident der Mongolei
Viktor Juschtschenko, Präsident der Ukraine
Horst Köhler, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation

Gesamtleitung
Prof. Dr. Hermann Parzinger

Ausstellungsstationen
Berlin: Martin-Gropius-Bau
München: Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Hamburg: Museum für Kunst und Gewerbe

In der Ausstellung „Im Zeichen des Goldenen Greifen – Königsgräber der Skythen“ wurde weltweit erstmals in umfassender Weise die Geschichte und Kultur der Reitervölker von ihren Ursprungsgebieten entlang des Jenissei bis an die Tore Mitteleuropas präsentiert.

Die Skythen prägten vom 8. bis 3. vorchristlichen Jahrhundert die Geschichte des eurasischen Steppenraums. Mächtige Grabhügel der Könige und Fürsten prägen die eurasische Steppenlandschaft. In ihnen wurden die Herrscher mit einem beeindruckenden Zeremoniell und prunkvollen Gegenständen aus Gold bestattet. Bereits der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtete in seinen Historien über das im Süden Sibiriens liegende Land der „goldhütenden Greifen“.

In dieser Region führten das Deutsche Archäologische Institut Berlin und die Staatliche Eremitage St. Petersburg von 2000 bis 2003 Ausgrabungen durch. In den Fokus rückten so neben den archäologischen Hinterlassenschaften der Skythen auch die Ergebnisse die moderne Ausgrabungstechnik. Sie lieferte sensationelle Erkenntnisse über die faszinierende Grabarchitektur, die Umweltbedingungen in den Steppenregionen, die Ernährung, Verwandtschaftsbeziehungen oder Krankheiten der Skythen.

Im Mittelpunkt der Schau standen jedoch die bedeutendsten Fürstengräber der einzelnen Regionen mit ihren prachtvollen Ausstattungen sowie die großartigen Neuentdeckungen der letzten Jahre. Die wichtigsten Grabkomplexe konnten in der Ausstellung präsentiert werden, wie beispielsweise das des „Goldenen Mannes von Issyk“ in Kasachstan. Weitere archäologische Sensationen gab der Dauerfrostboden in den Höhen des Altaigebirges frei. Vor allem die tätowierten Mumien übten Faszination auf die Besucher aus. Die hervorragend erhaltene Kleidung, der prachtvoll verzierte Pferdeschmuck und andere Gegenstände aus Holz, Textil und Leder erregten weltweites Aufsehen. Noch nie zuvor war es möglich, diese Gegenstände aus vergänglichen Materialien so umfassend öffentlich zu zeigen.

Am Schluss der Ausstellung standen Gegenstände aus Mittel- und Südosteuropa. Sie ließen die Vielfalt der Verbindungen zwischen Europa und Asien deutlich werden, die bereits lange vor der Nutzung der Seidenstraße bestanden.

Von der regionalen und überregionalen Presse (145 Beiträge), im Internet (220 Beiträge), von Rundfunk und Fernsehen wurde die Ausstellung sehr gut aufgenommen. Das ZDF sendete einen umfassenden Beitrag über die Ausgrabungen von Professor Parzinger. Mit über 125.000 Besuchern fand sie sowohl vom nationalen als auch beim internationalen Publikum großen Zuspruch.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung fand im Juli 2007 „Der Skythenkongress: Reiternomadische Eliten der eurasischen Steppe“ statt. Namhafte Wissenschaftler aus elf Ländern, die zum Großteil selbst an den Grabungen beteiligt waren, stellten die Ergebnisse ihrer Forschung vor.

Das Zustandekommen dieser Ausstellung war einer Vielzahl von Partnern zu verdanken: Museen und Institutionen aus Deutschland, dem Iran, Kasachstan, Rumänien, verschiedenen Teilen Russlands, der Ukraine und Ungarn haben sich an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Unter ihnen waren auch Einrichtungen, deren einzigartige Objekte bisher noch nie in Deutschland zu sehen waren.

Pressestimmen

Günter Marks in Berliner Zeitung, 05.07.2007
„Das Gold der Steppe. Der Martin-Gropius-Bau zeigt Schätze aus der kriegerischen Kultur der Skythen“
Imposant in Erscheinung tritt die skythische Hinterlassenschaft in den aufwendig konstruierten Grabhügeln. Ein solcher Kurgan ist deshalb das erste, was man im Martin-Gropius-Bau zu sehen bekommt.

Michael Zajonz in Der Tagesspiegel (Berlin), 05.07.2007
„Die Steppenreiter. Rundgang durch sechs Jahrhunderte Schätze eines unbekannten Volkes“
Das die vom DAI und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen getragene Ausstellung diesen gewaltigen und geografischen Bogen spannt, ist die eigentliche Sensation im Martin-Gropius-Bau.

Harry Nutt in Frankfurter Rundschau, 06.07.2007
„So zärtlich war Eurasien“
Was nun jedoch in der Ausstellung „Im Zeichen des goldenen Greifen - Königsgräber der Skythen“ im Berliner Martin-Gropius-Bau zu entdecken ist, gleicht der wunderbaren Bergung einer untergegangenen Welt. […] Was im Martin-Gropius-Bau in durchdachter Ausstellungsarchitektur zu sehen ist, ist auch das Ergebnis einer bemerkenswerten internationalen Kooperation.

Dieter Bartetzko in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2007
„Kultur kommt nicht vom Gold allein. Das hat Herodot den Barbaren nicht zugetraut: Im Berliner Martin-Gropius-Bau betreten wir die Welt der kriegerischen Skythen“
Kultivierte Kriegernomaden: Dieser scheinbar unvereinbare Dualismus kennzeichnet alles, was man in Berlin sieht. Besonders faszinierend zeigt er sich in der Kleidung der Skythen […].

Neue Züricher Zeitung, 21./22.07.2008
„Alles Gold für ein Nomadenleben. Eine Berliner Ausstellung über die „Königsgräber der Skythen“
„Im Zeichen des goldenen Greifen“ steht eine große Ausstellung über die Skythen. Sie wirft nicht nur einen Blick auf deren – von Herodot bestaunte- Taktik der Kriegsführung, sondern auch auf die schönen Seiten des Nomadenlebens sowie eine frühe Grabarchitektur.