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Brassaï (1899–1984)
Die große Retrospektive
9. März bis 28. Mai 2007

Veranstalter
Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Centre Pompidou, Musée national d’art moderne

Kuratoren
Alain Sayag und Annick Lionel-Marie, Paris

Ausstellungsstationen
Paris: Centre Pompidou
Berlin: Martin-Gropius-Bau

Brassaï wurde als Gyula Halasz 1899 im damals ungarischen Brassó (heute Rumänien) geboren. Er zog im Dezember 1920 zunächst nach Berlin, wo er an der Kunstakademie in Charlottenburg studierte und mit Künstlern wie Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka und László Moholy-Nagy zusammentraf. 1924 ließ er sich in Paris nieder, begann seine Laufbahn jedoch nicht als Fotograf, sondern arbeitete als Journalist vor allem für deutschsprachige Zeitschriften. Die Fotos zu seinen Artikeln machte oft der ungarische Fotograf André Kertész. Durch seine journalistische Tätigkeit fand er dann zur Fotografie. Er interessierte sich in dieser Zeit aber ebenso für Literatur und Bildhauerei. In Paris nahm er 1932 den Künstlernamen „Brassaï“ an, den er aus dem Namen seiner Heimatstadt herleitete.

Im gleichen Jahr veröffentlichte Brassaï „Paris de nuit“ („Paris bei Nacht“), ein Buch, das ihn weltberühmt machte. Mit seiner Voigtländer-Kamera beherrschte er als einer der ersten seiner Zeit die Nachtfotografie. Das Museum of Modern Art in New York nahm seine Arbeiten in die Jahrhundertausstellung „Photography: 1839–1937“ auf. Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigte Fotografien aus der Zeit von 1932 bis 1960 und war in verschiedene Kapitel unterteilt. So wurden u.a. die Serie „Paris bei Nacht“ (1932), Brassaïs Arbeiten für die surrealistische Zeitschrift Minotaure (1933–89), die Transmutationen und die Serie Graffiti (1960) sowie Zeichnungen und Skulpturen gezeigt. Brassaï arbeitete zeitlebens weiter in anderen künstlerischen Disziplinen. Er schuf Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken, er schrieb literarische Werke und machte Filme. Sein künstlerisches Credo war, „etwas Neues und Packendes aus dem Banalen und Gewöhnlichen zu schaffen“, um den Alltag so abzubilden, als sähe man ihn zum ersten Mal.

Die Ausstellung wurde vom Centre Georges Pompidou in Paris konzipiert und zusammengestellt. Der Katalog von Alain Sayag und Annick Lionel-Marie enthält Beiträge von Jean-Jacques Aillagon, Brassaï, Gilberte Brassaï, Roger Grenier, Henry Miller, Jacques Prévert, Klaus Albrecht Schröder und Werner Spies.

Im Rahmen der Ausstellung „Brassaï (1899–1984). Die große Retrospektive“ fanden zwei sehr gut besuchte Vorträge im Kinosaal des Martin-Gropius-Baus statt. Am Freitag, 9. März 2007 gab Alain Sayag, Kurator der Ausstellung und Autor des Ausstellungskataloges, in seinem Vortrag einen umfassenden Überblick über das fotografische Werk Brassaïs. Am Montag, 14. Mai 2007, sprach Thomas Friedrich über „Der Poet mit der Kamera – Brassaï als Pionier der Fotografie bei Nacht“.

Pressestimmen

Frankfurter Rundschau, 09.03.2007
„Das Licht und die Dinge: Der Foto-Künstler Brassaï in Berlin“
In Zusammenarbeit mit dem Pariser Centre Pompidou wird im Berliner Martin-Gropius-Bau eine große Retrospektive gezeigt.

Uwe Sauerwein in Berliner Morgenpost, 09.03.2008
„Wenn es Nacht wird in Paris. Eine faszinierende Retrospektive des Fotografen Brassaï im Martin-Gropius-Bau“
Seiner Inszenierungen wegen müsse man Brassaï als speziell französischen Fotografen bezeichnen, so Alain Sayag, der 2000 im Pariser Centre Pompidou die Retrospektive kuratierte. Als Fortsetzung eine großen Reihe mit Meisterfotografen ist sie nun im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

B.Z. (Berlin), 09.03.2008
„Der Gipfelstürmer der Fotografie“
Einen Querschnitt der wunderbaren Bilder Brassaïs zeigt nun die große Retrospektive im Martin-Gropius-Bau.

Der Tagesspiegel (Berlin), 08.03.2007
„Der Fotograf von Paris Brassaï-Retrospektive, Geheimnisse im Abseits“
Später hat [Brassaï] sich von der Stadt abgewandt, hat Skulpturen von Picasso fotografiert und in surrealistischen Zeitungen publiziert. Auch diese weniger bekannte Seite Brassaïs zeigt die umfassende, von einem großartigen Katalog begleitete Retrospektive, wie auch die Reisebilder des 1984 verstorbenen Fotografen.

Ingeborg Ruthe in Berliner Zeitung, 09.03.2007
„Ein Gefährte der Nacht. Die Berliner Festspiele und das Pariser Centre Pompidou zeigen im Gropius-Bau das Lebenswerk des Fotografen Brassaï“
Die Berliner Festspiele holten die Retrospektive mit der Gunst des Centre Pompidou nach Berlin; beide Häuser machen damit eine Ära in der Fotografiegeschichte zugänglich, die davon erzählt, wie in Frankreich zu Ende der 1920er und in den 1930ern der Surrealismus Mode wird, wie er die Künstler und die intellektuelle Avantgarde erfasst.

Die Welt (Berlin), 10.3.2007
„Wenn es Nacht wird in Paris. Erst Journalist, dann Bilderfinder: Eine faszinierende Retrospektive des Fotografen Brassaï im Berliner Martin-Gropius-Bau“
So offenbart die Retrospektive zahlreiche Aspekte dieses vielschichtigen Künstlers, die selbst von Fachleuten lange unbeachtet blieben.


Besucherstimmen

Brassaï - Poesie der 1930er Jahre des Paris, wie es wohl nur noch im Zauber der Fotos zu entdecken ist! Wir haben uns köstlich amüsiert. Aber sind auch nachdenklich gewesen.

Sehr schöne Ausstellung, wunderbare Bilder, perfekt ausgestellt, toll beleuchtet!!!

Eine kurzweilige, aber trotzdem nachhaltige und beflügelnde Ausstellung. Fest steht: Wir wollen nach Paris!!!

Sehr schöne Bilder eines Fotografen, der die Sensibilität und Magie des Alltäglichen suchte und fand.

Ein Spiel mit Licht, mit Tag und Nacht. Durch die Titel werden die Bilder zu Poesie.

Sehr beeindruckend! Jede Fotografie erzählt eine eigene Geschichte!!!