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Olafur Eliasson: Innen Stadt Außen
28. April bis 9. August 2010

„Diese Kunst geht ins Auge“
Einige der hier im Geist Buckminster Fullers und Karl-Heinz Adlers entstandenen Skulpturen wirken wie zukunftsweisende Modelle aus Kristallen zusammengesetzte Häuser, in denen Innen und Außen sich auflösen. Eliassons beste Räume und Objekte werden aber meistens erst vom Auge des Betrachters fertig konstruiert.
Hier zerfallen Raumgrenzen und konstruktive Notwendigkeiten, es werden Räume begehbar, die nicht baubar wären; oft ist nicht klar, was tatsächlich da ist und was nur eine Illusion des Auges: In einem dunklen Raum scheint ein weißes Gummiding zu zucken – es ist aber nur ein Wasserstrahl, der von einen Stroboskop erhellt wird.
Niklas Maak in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2010

„Olafur hinter den Spiegeln“
Und wirklich, sobald man den Ausstellungsparcours betritt, erkennt man, dass Olafur Eliassons Kunst eine demokratische ist: antielitär für alle gedacht, unterhaltsam, vergnüglich, weil unkompliziert und dabei doch von komplexer Natur. Der kunsthistorisch bewanderte Betrachter mag bei der „Round Rainbow“-Installation (2005) die Geschichte des avantgardistischen Experiments im 20. Jahrhundert und den Licht-Raum-Modulator von László Moholy-Nagy aus dem Jahr 1930 erinnern.
Deswegen ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Mehrheit der Optiker unter den Besuchern den vielleicht noch größeren Spaß am Spiel der Lichtbrechungen hat als die Minderheit der Kunsthistoriker – und ziemlich sicher ist es, dass sämtliche Ausstellungsbesucher dem Moment entgegenfiebern, in dem die weißen, schwarzen und regenbogenbunten Lichtschleifen in drei perfekt ineinander stehenden Kreisen zur Ruhe kommen.
Brigitte Werneburg in Die Tageszeitung, 27. April 2010

„Eliasson’s ode to Berlin“
In an ode to the messy aesthetics of post-unification Berlin, Mr. Eliasson has taken the cold materials of the city’s surfaces – including granite, steel, glass, aluminium and water – and recast them as the building blocks of an urban identify. The exhibition shows off Mr. Elliasson’s technical virtuosity, in individual works that elegantly blur the line between art and engineering, but the artist’s larger accomplishment is to reveal how the outer trappings of city life can change residents’ inner, spiritual lives.
J.S. Marcus in Weekend Journal, April 30 – May 2, 2010

„Die Stadt als Spielraum und Experimentierfeld“
Olafur Eliasson hat uns in ein Spiegelkabinett geschickt. Es ist kein Außenraum, sondern eine wabernde Schutzhülle aus Spiegelfolie, die das einfallende Oberlicht, die Fenster und Menschen vervielfacht und die schiefen Wände aussehen lässt wie aus geraffter Seide genäht. Man gewöhnt sich daran. Streckt sich auf dem Boden aus, wedelt mit seinen dutzenden Armen, versucht, auch die hinteren Gesichter der eigenen Person zu erfassen, was natürlich nicht gelingt. Selbstreflexion ist eine mühselige Angelegenheit.
Kia Vahland in Süddeutsche Zeitung, 27.04.2010

„Volkstheater der Effekte“
Eliasson macht das Spiel der Elemente erfahrbar und erweitert seine Objekte und Installationen um die vier Dimensionen der Zeit. Im Gropius-Bau schickt er dafür die Besucher zur optischen Selbsterfahrung durch drei klaustrophobische Nebelsäle. Während man sich vorsichtig durchtastet, kaum die Hand vor den Augen erkennt, erlernt, wer es noch nicht wusste, dass auch Wasser die Farben bricht, die von Deckenleuchten herabfluten. Eliasson will Modelle zum Verständnis der Welt liefern und verortet selbstbewusst die Rolle seines Schaffens. Die Kunst ist für ihn nichts Genialisch-Abgehobenes, sondern Teil der Welt und ihrer sozialen Realität, auf die sie wirken kann und soll.
Sebastian Preuss in Berliner Zeitung, 27.04.2010

„Olafur Eliasson: Tanz im Licht“
Plötzlich dringt die äußere Wirklichkeit, Berliner Politik, Staatsverschuldung, Sonnenschein durch das Fenster in die Ausstellung ein, Alltag und Vergangenheit steigen vom steinernen Boden auf. Auch wenn jede Kunst in einem Ausstellungsraum aufs Neue für sich behauptet, die erste und einzige am Ort zu sein, den „White Cube“ gibt es nicht, die neutrale Leere bleibt ein Konstrukt, das Eliasson auseinandernimmt. Bei ihm steht massiv im Raum, was das Museum per definitionem sonst außen vor lässt: die Stadt, das Leben.
Nicola Kuhn, Der Tagesspiegel, 27. April 2010

„In dieser Ausstellung werden Sie total irre“
Die Ausstellung „Innen Stadt Außen“ ist sensationell und bietet jede Menge Überraschungen. Optische Spielereien und technische Wunderwerke sind Olafur Eliassons Spezialität. Der Däne mit den isländischen Wurzeln, scheint alles zu können. Er ist Künstler, Bastler, Erfinder, Konstrukteur. „Kunst soll wieder etwas für alle werden“, so Eliasson. „Sie muss mit unserem Leben zu tun haben.“ Hier ist es ihm gelungen.
Anja Lösel auf stern.de, 30.04.2010

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