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Berlin Mondiale: Programm 2015/2016

Workshop „home sweet home“ © Hironobu Hosokawa
Workshop „home sweet home“

Eine Zusammenarbeit von jungen Geflüchteten aus dem AWO Refugium am Kaiserdamm mit den Berliner Festspielen und der Universität der Künste Berlin

Berlin Mondiale initiiert und begleitet Partnerschaften zwischen Kultureinrichtungen und Geflüchteten-Unterkünften in Berlin. Das 2014 ins Leben gerufene Projekt des Rats für die Künste Berlin mit besonderer Unterstützung des Flüchtlingsrats Berlin e.V. wird gefördert durch den Projektfonds Kulturelle Bildung Berlin und steht in der Trägerschaft des Kulturnetzwerks Neukölln e.V. Seit Herbst 2015 sind die Berliner Festspiele gemeinsam mit der Universität der Künste Partner der Berlin Mondiale. Das Projekt wird auch im Jahr 2016/2017 fortgesetzt.

Workshops „home sweet home“

In einem von Februar bis September 2016 dauernden Prozess fanden vorbereitende Workshops zum interaktiven Kunstprojekt „home sweet home“ (2.–4. September 2016) statt, bei dem die beiden britischen Künstlerinnen Abigail Conway und Lucy Hayhoe gemeinsam mit Geflüchteten, Anwohner*innen, Ehrenamtlichen und anderen Interessierten in einer Rauminstallation ein neues Miteinander entwarfen. Bei den Workshops unter Leitung der beiden Künstlerinnen wurde gemeinsam mit den Bewohner*innen des AWO Refugiums daran gearbeitet werden, welche Vorstellungen wir für ein Zusammenleben entwickelt und welche Erfahrungen die Bewohner*innen in ihrer neuen Heimat gemacht haben.

home sweet home

Haus der Berliner Festspiele
FR 02. bis SO 04.09.2016, 12:00 - 20:00

Kulturausflüge

Seit die Berliner Festspiele gemeinsam mit der Universität der Künste Berlin Partner der Berlin Mondiale sind, gab es im Herbst 2015 zunächst verschiedene Brainstorming-Treffen sowohl im AWO Refugium am Kaiserdamm als auch in der UdK. Dabei entstand die Idee, gemeinsam mit Bewohner*innen „Kulturausflüge“ zu Veranstaltungen der Berliner Festspiele zu unternehmen und damit einen Zugang zu hiesigen Kulturereignissen zu eröffnen. Der Wunsch, mit Kulturangeboten die Bewohner*innen zu Ausflügen in die Stadt zu ermutigen, war auch von der Leiterin der Unterkunft, Frau Besmil, deutlich artikuliert worden. Bei einem Vorab-Termin in der Unterkunft geben jeweils Künstler*innen, Festivalleiter*innen oder Mitarbeiter*innen einen Einblick in das Programm.

  • Nahaufnahme, ein Konzert junger Musiker*innen des Bundeswettbewerbs Treffens junge Musik-Szene, erschien im Januar als Auftakt besonders geeignet, da unter den Bewohner*innen am Kaiserdamm viele Jugendliche und junge Männer sind, so dass es eine Begegnung unter Gleichaltrigen war. Zwei Tage vor dem Konzert hatte der Musiker Simon Benjamin mit Gitarre und einigen seiner Songs im Aufenthaltsraum der Unterkunft ein Teaser-Konzert gegeben, das begeisterten Anklang fand und direkte Anfragen nach Gitarrenunterricht zur Folge hatte.
  • MaerzMusik: Anfang März stellten Teammitglieder von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen im AWO Refugium das Festival vor. Das Eröffnungskonzert, Marino Formentis „time to gather“, eine Art partizipativem Klavierabend ohne die auf Konzerten übliche Wand zwischen Künstler und Publikum, wurde von mehreren jungen Bewohner*innen besucht – einer von ihnen bot, begleitet von Formenti, sogar eine eigene Gesangseinlage.
  • Morgenland: Beim Theatertreffen gab es eine Begegnung mit der Bürgerbühne aus Dresden, die in ihrem Stück „Morgenland“ hiesige Vorstellungen vom Nahen Osten von Neudresdner*innen lustvoll dekonstruieren lässt – der mehrsprachige Abend, der auf den Biografien der Teilnehmer*innen beruhte, bot einen idealen Anknüpfungspunkt zum Teilen eigener Erfahrungen.
  • Frankfurt Babel: Beim Bundeswettbewerb Theatertreffen der Jugend setzt sich die Kooperation in einem gemeinsamen Workshop anlässlich der Aufführung „Frankfurt Babel“ des Jungen Schauspiel Frankfurt fort.

Kooperation UdK Berlin

Die Kooperation mit der Universität der Künste Berlin hat sich als wertvoll erwiesen: Schon im Dezember hatten Studierende und Lehrende des der Fakultät Bildende Kunst einen Linolschnitt-Workshop für Kinder in den Werkstätten der UdK Berlin angeboten. Durch regelmäßige Vernetzung mit der AG Migration, die die Universität der Künste eingerichtet hat, einem Austausch mit dem Weiterbildungsprogramm „Refugee Class“ des Berlin Career College und die Beteiligung der Studierendeninitiative Common Ground können immer wieder Synergien geschaffen werden.

So organisiert die grund_schule der künste der UdK im Rahmen ihres Willkommensklassen-Projektes „K:T:B Raum für mich und meine Bilder“ zusammen mit Mitarbeiterinnen der Berliner Festspiele ein Angebot für Kleinkinder und ihre Familien aus dem Refugium. Der besondere, von Olafur Eliassion gestaltete Raum mit der mehrsprachigen Bilderbuchsammlung bietet eine Begegnungsstätte für Jugendliche, Kleinkinder und ihren Eltern aus dem Refugium, Studierende der UdK und Mitarbeiterinnen der Berliner Festspiele.

Mehr Informationen unter: www.berlin-mondiale.de