Bundeswettbewerbe

Tanztreffen der Jugend – Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die jugendlichen Teilnehmer*innen des Tanztreffens der Jugend. Es untergliedert sich in die Bereiche Praxis mit Intensiv- und Impuls-Workshops, Dialog mit den täglichen Aufführungsgesprächen und widmet sich im Fokus der Choreografin Pina Bausch.

Intensiv-Workshops

Die Teilnehmer*innen nehmen vormittags an fortlaufenden Workshops teil, die aufeinander aufbauen und an deren Ende ein kurzes Showing steht, um auch den anderen Tänzer*innen zu zeigen, wie in den Workshops gearbeitet wurde.

SA 24. bis DI 27.09.2016, 09:30 – 12:00
Showing: MI 28.09.2016, 14:30 – 15:30

Was bewegt mich?

In Anlehnung an die große Pina Bausch-Ausstellung im Martin Gropius Bau wenden wir uns einer besonderen Art der Bewegungsfindung zu. „Was bewegt mich?“ Nicht nur Pina Bausch, auch andere Choreograf*innen, die in der Folkwang-Tradition stehen, haben ihre Tänzer*innen mit Fragen konfrontiert, die erst einmal gar nichts mit Tanz zu tun haben scheinen. Wir befassen uns in diesem Workshop mit diesen Fragen, finden heraus, wie daraus Tanz wird und wie aus den einzelnen kleinen Sequenzen eine Solo-Choreografie entstehen kann. Wir beginnen mit einem kurzen Warm-up und gehen dann weiter in die choreografische Arbeit.

Mit Tomas Bünger - geboren in Bremen, hat, nach seinem Zivildienst in der Schwerstbehindertenbetreuung, an der Hochschule für Musik-und Theater Hannover Klassischen und Modernen Bühnentanz studiert. Von 1999-2012 war er Tänzer beim Tanztheater Bremen unter der Künstlerischen Leitung von Susanne Linke und Urs Dietrich. Er hat mit vielen internationalen Choreografen wie Rodolpho Leonie, Rami Be´er, Emanuel Gat, Ingun Bjørnsgaard, Tero Saarinen, Henrietta Horn und Reinhild Hoffmann gearbeitet und weltweit gastiert. War von 2009-2012 auch Choreografischer Assistent. Heute beschäftigt er sich mit der Weitergabe von Bewegungswissen in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen bis hin zur Inklusion.
Er legt außerdem besonderen Wert auf die Einbindung minderjähriger Flüchtlinge in künstlerische Prozesse mit Jugendlichen. Im Sommer 2013 machte er eine integrative Tanzlehrer-Fortbildung am Mark Morris Dance Center in New York und ist Jury-Mitglied des Tanztreffens der Jugend im Rahmen der Berliner Festspiele. Seit 2014 arbeitet er als Gast-Dozent eng mit dem Goethe-Institut Bangladesh und der Shilpakala Academy in Dhaka zusammen. Er ist Mitbegründer des TanzKollektivBremen.

Urbane Tanzformen im Bühnenkontext

Urbaner Tanz – Tanzarten innerstädtischen Ursprungs, dazu gehört u.a. die Tanzkultur Vouging, Funkstyles Popping, Locking oder Boogaloo, die Hip-Hop-Tanzkultur BBoying oder die Clubtanzkultur Housedance. Die Kulturpraxis urbaner Tänze ist sehr stark musikalisch geprägt, interaktiv sowie improvisatorisch und kompetitiv. Sie wird vorwiegend innerhalb der selbst aktiven Mitglieder praktiziert. Gemeinsam mit dem urbanen Tanzkollektiv nutrospektif erörtern die Teilnehmer*innen, wie urbaner Tanz für die Bühne funktionieren kann. Der Intensivworkshop zeigt, wie Dekontextualisierung von Bewegungsmaterial aus urbanen Tanzkulturen entsteht oder wie Ausgangspunkte für die Recherche von Bewegungsmaterial oder für szenische Inhalte gefunden werden können. Die Workshopleiterinnen zeigen einige ihrer Herangehensweisen auf, um urbane Tanztechniken in ihrer musikalischen Ursprungspraxis zu abstrahieren und vermitteln den Teilnehmer*innen, welche Perspektiven sie auf urbanes Bewegungsmaterial und urbane Tanzkulturpraktiken (Freestyling und Battleing) einnehmen können, um diese szenisch darzustellen.

Mit Daniela Rodriguez Romero – nach Abschluss ihres sportwissenschaftlichen Studiums an der Deutschen Sporthochschule Köln im Jahr 2009 widmete sich Daniela Rodriguez Romero dem Tanz für junges Publikum. In der mehrjährigen Zusammenarbeit mit Guido Markowitz entstehen choreografische Arbeiten, die u.a. an der Götheburger Oper, am tanzhaus nrw, am Saarländischen Staatstheater und am Schauspielhaus Bochum produziert werden. Die von ihr inszenierten und vom Bistum Trier/Dekanat Saarbrücken produzierten Stücke „Grenzerde“, „P.O.S.T.14“ und „Fara Voce – ohne Stimme“, legen den Fokus auf die internationale und interkulturelle Begegnung von jungen Tänzer*innen innerhalb Europas. Neben ihrer choreografischen Tätigkeit ist sie Lehrkraft am Institut für Tanz- und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln. Das dort von ihr entwickelte Lehrkonzept Urbaner Tanz in Schulen zielt auf die Ausbildung einer fachlichen, methodischen und didaktischen Lehrkompetenz im Lehramt ab. 2015 wurde sie dafür mit dem Lehrpreis der Deutschen Sporthochschule ausgezeichnet. Als Gründerin von LADIES DANCE – einer Genderinitiative im urbanen Tanz – widmet sie sich seit 2006 besonders der Bestärkung von urbanen Tänzerinnen. Seit 2012 gehört sie zum urbanen Tanzkollektiv nutrospektif. Ihr Fundament in urbanen Tanzkulturen wie Locking, Popping und Boogaloo erwarb sie im Selbststudium, mit dem sie 2001 begann. Wichtige Grundlagen erhielt sie durch eine didaktische Ausbildung durch Nils Storm Robitzky 2008, eine Weiterbildung durch Pioniere wie Original Skeeter Rabbit, Richie Rich, Anthony Thomas und Popping Pete aus den USA folgte.

und Bahar Gökten – ist Tänzerin und Choreografin. Ausgehend von ihrem Fundament in Breaking, Popping u.a. urbanen Tanzstilen erschließt sie Bewegung aus einer Vielzahl von Ansätzen. Erfahrung sammelte sie auf verschiedenen Bühnen, u.a. am Staatstheater Stuttgart, am Théâtre de Suresnes, an der Deutschen Oper am Rhein und am tanzhaus nrw. Sie arbeitete u. a. mit Nasser Martin-Gousset, Neco Çelik, Nina Kurzeja und Magali Sander-Fett. Ihr 2011 mit Daniela Rodriguez Romero choreografiertes Solo tourte im Rahmen der von post theater initiierten Produktion „Caffee“. 2012 gründete sie mit fünf weiteren Tänzerinnen das urbane Tanzkollektiv nutrospektif, mit dem sie eigene Choreografien realisiert. Das Kollektiv hat sich zum Ziel gesetzt, den urbanen Tanz im Bühnenkontext weiterzuentwickeln, sichtbar zu machen und den Dialog in der Tanzlandschaft voran zu bringen. Bahar ist Tänzerin der in NRW angesiedelten Kompanie Renegade und Teil der seit 2002 bestehenden Breaking Gruppe Dirty Mamas Crew, mit der sie langjährig international aktiv war.

Contemporary

Im Workshop werden die Teilnehmer*innen an die Grundlagen des modernen Tanzes in Kombination mit Aspekten von zeitgenössischen Streetdance- Techniken (Liquid, Popping, Isolation, Slow-Motion) und Floorwork-Elementen herangeführt. Gearbeitet wird mit dem, was die Teilnehmer*innen an Vorerfahrung mitbringen.

Mit Patrick Eberts – wurde 1992 in Bamberg geboren und nahm seinen ersten Unterricht in Klassischem Ballett, Jazz- und Modern Dance sowie Stepptanz an der Tanzetage Bamberg. Von 2006 bis 2011 besuchte er die Ballettschule des Hamburg Ballett – John Neumeier. 2011 wurde er ans neu gegründete Bundesjugendballett engagiert, eine Compagnie aus acht internationalen Tänzer*innen, die das Ballett auch an ungewöhnliche Orte wie Festivals, Schulen, Seniorenheime, Schwimmbäder und Gefängnisse bringt. Unter der Intendanz von John Neumeier und der Künstlerischen Leitung von Kevin Haigen gastierte er mit der Compagnie an diversen Spielstätten im In- und Ausland. Seit 2013 ist Patrick Eberts als freischaffender Tänzer und Choreograf tätig. Er arbeitet als Hip-Hop-Dozent für Melting Pop und ist Kurator für Tanz für den Salon Kleiner Michel in Hamburg. Seine neueste Choreografie „An Angel’s Path“ für das Bundesjugendballett wurde im Juli 2014 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt. Zusammen mit dem Produzenten Isaac Julien entwarf Patrick das Konzept für einen Film, der im Zusammenspiel mit der Choreografie inszeniert wurde.

Debaixo de Pele – Unter die Haut

Manchmal gehen Dinge unter die Haut. Begebenheiten, die wir mit den Augen nicht sehen, die der Körper jedoch fühlt. Wie oft gehen Dinge „unter deine Haut“? Warum? Oder geht dir nie etwas „unter die Haut“? Manchmal ist es, wie ein Spiel vor Spiegeln und etwas packt deinen Körper. Stell dir vor, du siehst dich mit fremden Augen. Was machst du dann mit deinem Körper? Wie siehst du andere? Wie würdest du dich vor anderen zeigen? In diesem Workshop werden wir Bewegungen entwickeln und erfahren, wie der Körper mit Kraft, Energie und Kontrolle bewegt werden kann. Wir werden eine Vielzahl von Bewegungsformen und Rhythmen erproben. Wir werden Leidenschaft, Kreativität und vor allem Spaß aus dem Workshop mitnehmen.

Mit Ronni Maciel – in Carmo, Brasilien geboren. Er studierte klassisches Ballett, Modern Dance, Tanz-Pädagogik und Choreografie an den Tanzschulen Escola Estadual de Dança Maria Olenewa und Ballet Dalal Achcar in Rio de Janeiro. Seine Karriere begann 2001 am Balé Teatro Guaira in Curitiba, Brasilien. Bis 2005 arbeitete er dort mit nationalen und internationalen Choreograf*innen. Während dieser Zeit baute Ronni Maciel zusätzlich seine Fähigkeiten und Techniken in den Bereichen Latin-Rhythm und Luft-Akrobatik weiter aus. 2005 wurde er von Deborah Colker für das WM-Tanzprojekt Maracana Dance Company der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg eingeladen. 2007 startete das erste gemeinsame Projekt mit Constanza Macras, „Brickland wird bis heute weltweit aufgeführt. Es folgten weitere gemeinsame internationale Tanzprojekte, u.a. „Hell on Earth“ (HAU Hebbel am Ufer, Berlin, 2008), „Oedipus Rex“ (Festspielhaus Hellerau Dresden, 2009), „Megalopolis“ (Schaubühne Berlin, 2010), „Berlin Elsewhere“ (Schaubühne Berlin, 2011) und „Here/After“ (HAU Hebbel am Ufer, Berlin, 2011). Die Zusammenarbeit von Ronni Maciel und Constanza Macras dauert bis heute an. Als Choreograf begann er 2008 als Assistent von Constanza Macras in dem Projekt „Paraíso sem Consolação“ des Goethe-Instituts in São Paulo. Im Januar 2014 choreografierte er das Jugendtanzprojekt „Move in Between“ des Capoeira Angola e.V. an der Berliner Kulturbrauerei und das Stück „Herr der Fliegen“ vom Jugend-Ensemble des Gefängnistheaters aufBruch in der Jugendstraf-anstalt Berlin. Als Trainer gibt er regelmäßig Workshops und Tanzkurse. Seit 2013 arbeitet er regelmäßig mit den Theater-AGs der Voltaireschule Potsdam.

Impuls-Workshops

Um zeitgenössischen Tanz und Grenzüberschreitungen zur Urbanen Tanzkunst drehen sich die Impuls-Workshops.

Waacking

SO 25.09.2016, 13:30 – 16:00

Mit Spaß an Musik und Tanz dreht sich der Impulsworkshop um den urbanen Tanzstil Waacking. Er vermittelt nicht nur wesentliche musikalische und tanztechnische Grundlagen, sondern bietet auch effektive Lernmethoden für das selbständige Üben an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung der tänzerischen Spontaneität und Individualität. Dazu werden Methoden des Freestylens und Musikalität geschult. Beim Waacking stehen der Kontrast zwischen An- und Entspannung der Arme sowie der Aufbau der Kraftausdauer des Schultergürtels im Fokus. Der Workshop vermittelt koordinativ anspruchsvolle Armbewegungen zur Musik, das sichere Auftreten und selbstbewusste Posen.

Mit Yeliz Pazar – ist freischaffende Tänzerin, Choreografin und pädagogische Lehrkraft. Ihre Bühnentätigkeit umfasst choreografisch-künstlerisch sowie tänzerisch-darstellende Tätigkeiten. Als Mitglied von nutrospektif wirkte sie an Tanztheaterstücken wie „c.o.r.e.“, „Columba Livia“ und „Cry|Sis“ mit. Sie tanzte in den Produktionen des Jungen Schauspielhaus Düsseldorf und der Kompanie Renegade. Des Weiteren choreografierte Yeliz Pazar in „Paradise Lost“ amSchauspielhaus Düsseldorf, „Grenzerde“ und „#P.O.S.T.14“ am Dekanat Saarbrücken und „Dialog“ an der Alten Post Neuss. Sie ist fester Bestandteil der Genderinitiative LADIES DANCE, Mitglied der Bam Sistaz Crew und von House of Manuka, einer deutsch-französischen Waacking Crew.
Ihr Stil ist beeinflusst durch verschiedene urbane Tanzformen wie Hip Hop, House, Locking, Popping, Breaking, Waacking und Vogueing, sowie modernen und zeitgenössischen Tanz.

REMAKE: Improvisation

SO 25.09.2016, 13:30 – 16:00

Der Workshop basiert auf Judith Sánchez Ruíz` Versuchen, Tanz und Bewegungen in Abhängigkeit von der unmittelbaren Umgebung oder Raumstruktur zu erfassen und zu transformieren. Es werden tänzerische Methoden benutzt, um neue Arten von Bewegung und Präsentationen zu entdecken, die aufregend, aber auch herausfordernd sind. Es wird sowohl individuell als auch mit Partner*innen oder in der Gruppe gearbeitet.

Mit Judith Sánchez Ruíz – stammt aus Kuba und lebt in Berlin als Regisseurin, Choreografin, Improvisateurin und Tanzlehrerin. Im Alter von 11 Jahren begann sie mit Tanzunterricht an der Nationalen Kunsthochschule Kuba. 2010 gründete sie die JSR Company in New York City, die sich auf die Durchführung von multidisziplinären und ortsspezifischen Produktionen konzentrierte. Judith Sánchez Ruíz hat als Mitglied verschiedener Compagnien und Tanzinstitutionen Stücke erarbeitet sowie weltweit Workshops und Masterclasses unterrichtet. Unter anderem arbeitete sie mit der Trisha Brown Dance Company (2006 – 2009), Sasha Waltz & Guests (2011 – 2014) sowie Edivaldo Ernesto (2012 – 2014). Ihre Arbeiten wurden im Laufe ihrer Karriere im Rahmen zahlreicher internationaler Festivals präsentiert und sie hat mehrfach Förderungen und Auszeichnungen erhalten. Ihre letzten Arbeiten war die Wiederaufnahme von Trisha Browns Meisterstück „Set and Reset“ am Pariser Konservatorium 2015 sowie die Premiere ihres neuen Gruppen-Improvisations-Projekts „Mirror Equation“ im Juni 2016.

Kampf … Tanz … Tanzkampf …

SO 25.09.2016, 13:30 – 16:00

Oft ist der Kampf nicht weit entfernt vom Tanz und umgekehrt. Wir behandeln die Bewegung, im eigenen Rhythmus. Wir springen, wischen, schlagen, ziehen, drücken, treten, weichen, stoßen, rutschen, spüren, fokussieren, meditieren.
Was macht eine Bewegung kämpferisch? Kann die kämpferische Bewegung auch flüssig bzw. weich sein? Wie kann man diese Bewegungsqualität für sich nutzen? Anhand von festgelegten Abläufen, dauernd wechselnden Spielregeln und Improvisationen nutzen wir Aspekte der Kampfkunst für den eigenen Stil. Schweißtreibend-offensiv, aber auch ruhig-meditativ treten wir gegen unseren eigenen Schweinehund an. Denn bekanntlich ist der härteste Kampf, der Kampf gegen sich selbst.

Mit Mukdanin Daniel Phongpachith – begann seine physische Ausbildung mit vier Jahren in Form der koreanischen Kampfkunst Taekwondo, die er bis heute lernt und lehrt. Seitdem nahm er erfolgreich an zahlreichen nationalen und internationalen Turnieren teil. 2009 führte seine Leidenschaft für Bewegung und Kunst zur Aufnahme an der Folkwang Universität in Essen, wo er ein vierjähriges Physical-Theatre-Studium absolvierte. Sein Abschlussstück „Manhood“ wurde mit dem Folkwangpreis ausgezeichnet. Mukdanin Phongpachith war bereits während des Studiums als Workshopleiter im Bereich Physical Theatre und Martial Arts Theatre tätig. Mit verschiedenen freien Projekten reiste er u.a. nach China, Äthiopien, Portugal und in die Türkei. Seit seinem Abschluss an der Folkwang Universität der Künste beschäftigt er sich mit der Verbindung/Synthese von darstellender und kämpferischer Kunst/Tanz, Theater und Kampfkunst auf der Bühne. Dieser Recherche konnte er sich während einer dreimonatigen Weiterbildung im Teatro Físico in Olmué, Chile unter Elìas Cohen weiter widmen. Zuletzt war Mukdanin Phongpachith, aka Muk, im Theater Basel als Tänzer im Musical „Jesus Christ Superstar“ (Regie: Tom Ryser, Choreographie: Lillian Stillwell) zu sehen.

Selbsttherapie für Tänzer*innen

SO 25. & DI 27.09.2016, 13:30 – 16:00

Der Körper ist das Instrument der Tänzer*innen. Im Fokus des Workshops steht die regelmäßige Selbsttherapie durch verschiedene Instrumente oder Methoden. Massagerollen, Stäbe, Bälle und Nadelrollen: Material wird mitgebracht, sodass die Teilnehmer*innen selbst lernen, von Kopf bis Fuß ihren gesamten Körper zu behandeln. Spezielle Techniken, die auf häufige Verletzungen von Tänzer*innen zielen, werden erlernt. Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien geben anschaulich einen Einblick in Therapieeffekte der einzelnen Geräte. Darüber hinaus wird es um Muskel-Faszien-Strukturen, Selbsttherapeutische Methoden, das Erlernen einfacher Griffe aus der Physiotherapie und spezifische Übungen für den gesamten Körper gehen.

Mit Sophie Manuela Lindner – Jahrgang 1988, ist studierte Physiothera¬peutin, Fachhochschule Salzburg. In Frankfurt vertiefte sie ihr Wissen durch das Zam – Zertifikat für Tanzmedizin. In Barcelona absolvierte sie das Master¬studium für Sportphysiotherapie, in Stuttgart die Ausbildung in myofaszialer Osteopathie. Seit 2014 Physiotherapeutin im Center für Integrative Therapie in Stuttgart; seit 2016 bei Ben Burgess Sportphysiotherapie in Stuttgart. Mitarbeiterin des CIT Research Teams (Forschung über Faszien, Schmerz, Stress und Selbsttherapie) in Stuttgart. Lindner besuchte acht Jahre lang das Musische Gymnasium Salzburg, in dem sie Tanzunterricht in den Bereichen Ballett, Modern Dance, Contemporary, Jazz und Tanztheater erhielt. Seit 2002 nahm sie an zahlreichen Wettbewerben im urbanen Tanzbereich teil: Hip Hop, Locking, Popping, Newstyle und House. 2007 kam Lindner in Madrid mit der Welt des Breakdance intensiv in Kontakt. Seither nimmt sie an zahlreichen Battles teil und ist auf internationaler Bühne sehr erfolgreich. Seit 2012 widmet Sophie Manuela Lindner sich speziell der Tanzmedizin. Momentan betreut sie diverse Projekte mit dem Schwerpunkt Prävention von tanzspezifischen Verletzungen im urbanen Tanz. 2014 gründete Linder URBAN DANCE HEALTH. Das Konzept von URBAN DANCE HEALTH ist physiotherapeutisches Wissen übertragen auf den urbanen Tanz. Als lang erfahrene Tänzerin und Physiotherapeutin weiß sie, wie wichtig der eigene funktionsfähige Körper ist.

BATTLE KULTUR

DI 27.09.2016, 13:30 – 16:00

Im Battle beim Breaking (auch bekannt als Breakdance ) geht es darum, den Gegner „alt“ aussehen zu lassen. Diese Situation symbolischen Kampfes wollen wir uns gemeinsam einmal näher anschauen. Dazu beschäftigen wir uns mit verschiedenen Techniken und Basics. Themen wie Gesten, Angriffe und sogenannte Burns dienen uns als Leitfaden, um verschiedene Ansätze beim Battle zu verstehen. Die Teilnehmenden bringen jeweils „3 Kampfgesten“ mit.
Das heißt ihr sucht aus Filmen, Cartoons interessante Bewegungen aus, mit denen wir im Workshop arbeiten. Die Kreativität aller ist gefragt und mit euren Ideen entwickeln wir eine neue Choreografie. Spaß und spielerischer Umgang eröffnen so eine neue Perspektive auf die Battle Kultur des Breaking.

Mit Kadir „Amigo“ Memis – geboren 1974 in Bilecik, Türkei. 1984 begann seine tänzerische Karriere auf dem Berliner Pflaster mit den heute international bekannten Flying Steps, dessen Gründungsmitglied er ist. 1994 und 2000 gewannen die Flying Steps den Weltmeistertitel im größten internationalen Breakdance-Battle, dem B.O.T.Y (Battle of the Year) in Deutschland. Es folgten zahlreiche Titel aus renommierten nationalen und internationalen Battles. Vom Hip Hop kommend, in verschiedene Richtungen wachsend, entwickelt er mittlerweile eigene, neue Wege. Mit Konzepten, die z.B. den von ihm begründeten Stil ZEY’BrEaK präsentieren oder in Stücken wie Triple Destan, HÜZÜN oder Sha’irlie – this is not a Chaplin, verbindet er Tradition und Moderne auf großen Bühnen. Seine Projekte sind Ausgangspunkte und Erweiterung transkultureller und künstlerisch hybrider Perspektiven, manchmal auch mystischer Faszinationen, denen es räumlich und tänzerisch zu begegnen gilt.
Als Initiator erfolgreicher Projekte wie: Funkin’ Stylez, ein der größten, internationalen HipHop Battles, arbeitet er mittlerweile in und mit bekannten Dance-Companies, mit Künstler*innen unterschiedlicher Richtungen und mit renommierten Kulturhäusern zusammen.

Hip-House-Modern? - Movement

DI 27.09.2016, 13:30 – 16:00

Hip Hop, House, Modern Dance, Tanztheater, zeitgenössisch, Jazz....

Es gibt sehr viele Bezeichnungen für Tanzstile in der Tanzwelt, aber was genau steckt eigentlich dahinter? Woran erkennt man die Stile und: Kann man sie überhaupt noch unterscheiden? Wer dieser Frage tänzerisch auf den Grund gehen möchte und Spaß am Erfinden von Bewegung und Ausprobieren von unterschiedlichen Bewegungsqualitäten hat, findet in diesem Workshop ausreichend Inspiration. Expressivität, Dynamik, Rhythmus und Humor sind Kennzeichen des Unterrichtes.

Mit Nadja Raszewski – arbeitet seit Jahrzehnten als Choreografin, interdisziplinär, innen und außen, mit Profis, mit Laien und in den unterschiedlichsten Kontexten. Sie hat sich in den vielen Jahren ihres künstlerischen Schaffens zur Expertin in der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Gruppenzusammenstellungen entwickelt und erforscht in ihren Projekten vor allem, wie Kommunikation über Bewegung funktionieren kann. Dafür setzt sie Bewegungen aus unterschiedlichsten zeitgenössischen Stilen ein. Ihre jüngsten Projekte „sense x“ mit taubblinden Tänzer*innen und „moving bars“ mit Insassen der Jugendstrafanstalt Berlin haben diese Arbeit vertieft.

Voguing

DI 27.09.2016, 13:30 – 16:00

Voguing – ein Tanzstil, der in den 1960er Jahren in der New Yorker homo- und transsexuellen Ballroom-Szene entwickelt wurde. Inspiriert von dem Modemagazin „Vogue“ und bekannt geworden durch den gleichnamigen Song von Madonna verbindet die Tanzkultur Bewegungsabläufe aus dem Breakdance, Popping und den Martial Arts mit der Attitude der Supermodels der 80er Jahre. Im Workshop werden grundlegende Ideen des Runways vermittelt sowie ein selbstbewusstes Auftreten und das Posen/Laufen auf High Heels, ähnlich wie auf den Laufstegen der High Fashion Designer. Die tänzerische Form des Voguing zeichnet sich durch seine Präzision beim Kreieren von komplexen Winkeln sowie Illusionen der Arme aus.

Mit Georgina Philp aka Leo Melody – absolvierte 2008 ihre Tanzausbildung an der Fontys Academy und arbeitet seither mit Künstler*innen wie Lena Meyer-Landrut, Jan Delay und Madcon. In Deutschland als Botschafterin des Voguings bekannt, schaffte sie es 2013 mit ihrem individuellen Style bis ins Halbfinale von „Got To Dance“ und unterrichtet u.a. im tanzhaus nrw sowie bei internationalen Tanz-Festivals. Seit 2012 organisiert sie unter dem Namen Berlin Voguing Out diverse Events und gründete The House of Melody.

Nice to meet you!

SA 24.09.2016, 13:30 – 16:00

Vier Workshops für die Gruppen, in denen die Teilnehmer*innen die Aufführungsgespräche führen. Sie sollen einen Rahmen schaffen, in dem alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit haben, sich besser kennenzulernen. Im Vordergrund soll die Freude am gemeinsamen Bewegen stehen. Durch Improvisation und verschiedene Bewegungsübungen werden innerhalb der zwei Stunden unterschiedliche Dynamiken, Zustände und Beziehungen erreicht. Durch Spiel, Spaß, geleitete Improvisation und Musik wird Tanz erkundet sowie ein Gefühl für den Raum und die Gruppe gefunden.

Aufführungsgespräche

SA 24., SO 25., MO 26., MI 28. & DO 29.09.2016, 17:30
FR 30.09.2016, 10:30
Rangfoyer

Die Aufführungsgespräche zu den Produktionen sind neben den Aufführungen und dem Workshop-Programm wichtiges Element des intensiven inhaltlichen Austauschs der Gruppen untereinander. In kleineren Gesprächsrunden haben die jungen Tänzer*innen Gelegenheit, ihre persönlichen Reflexionen und Kritiken anzubringen und auszutauschen. Es eröffnet sich ein konzentrierter Raum, in dem die inhaltliche und künstlerische Auseinandersetzung der Beteiligten der jeweiligen Produktion gemeinsam mit allen jugendlichen Teilnehmer*innen besprochen wird.

Die Aufführungsgespräche und Nice to meet you! werden angeleitet von

Sophie Camille Brunner – geboren 1988 in Basel, lebt, arbeitet und studiert in Berlin. Auf der Suche nach Tanz, Bewegung und Spiel kehrt sie der schweizerischen Schokoladenfabrik den Rücken und schlägt sich von nun an durch das Dickicht der Großstadt. Fasziniert von den Techniken der Modern-Dance-Avantgardisten Martha Graham, Merce Cunningham und Jose Limon erarbeitet sie erste eigene Tanzproduktionen und begegnet der englischen Choreografin und Community-Dance-Artist Jo Parkes. Zusammen mit ihr erobert sie seither tanzend den städtischen Raum: ein Duett mit einer Seniorin an der Bernauer Straße, ein Orangensolo im Podewil oder eine Rubensfantasie in der Gemäldegalerie – immer am Vorhersehbaren und Gewohnten vorbei. Im Moment arbeitet sie fest im Künstlerteam von TanzZeit Berlin und unterrichtet in diesem Rahmen an unterschiedlichen Schulen. Darüber hinaus hat sie an Projekten der Jugendcompanie Evoke mitgewirkt und setzte sich von 2013 bis 2016 im Studium am Hochschulübergreifenden Zentrum für Tanz auf einer theoretischen Ebene mit Tanz und Performance auseinander.

und Lisa Gaden – Freischaffende Tänzerin und Choreografin in Berlin. Bühnentanzausbildung in der Hauptstadt, anschließendes Studium in zeitgenössischem Tanz am Anton Bruckner Konservatorium in Linz und an der staatlichen Theaterschule Kopenhagen. Auftritte u.a. in den Sophiensælen beim 100° Festival mit dem WG-Stück „von Gewicht“ (Fusion von Tanz, Text, Livevideo und -sound) und im Rahmen des Social Muscle Club. Seit 2012 Arbeit an „Read Ink“ – einem Konglomerat aus Performance, Ausstellung und Livemusik (Premiere im RADIALSYSTEM, weitere Aufführungen im Ackerstadtpalast und in der Galerie im Körnerpark). Momentan studiert sie Tanz- und Theaterwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin und macht eine Weiterbildung in TCM (traditionell chinesischer Medizin).

und Josefin Pohlmann – geboren in Ecuador, vor fünf Jahren zum Studium nach Berlin gezogen. Derzeit Studium der Theaterwissenschaft und Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin. Fini begann schon in Ecuador zu tanzen. Während ihres bisherigen Aufenthalts in Deutschland arbeitete sie an verschiedenen Tanz- und Performanceprojekten mit. Bei dieser Arbeit ging es meistens um unterschiedliche Körperlichkeiten und eine inklusive Praxis im Tanz. Da sie einen transkulturellen Werdegang hat, interessiert sie die Arbeit mit dem Körper in verschiedenen Kontexten sowie das Arbeiten in einem transkulturellen und interdisziplinären Feld, mit einem besonderen Fokus auf Tanz, Theater und Anthropologie. Sowohl die Theorie als auch die Praxis und gerade die Vernetzung dieser Felder scheinen ihr besonders interessant. In ihrem Verständnis eröffnet dies unterschiedliche Perspektiven auf Bewegung und Gedanken.

und Christina Wüstenhagen – geboren 1989, lebt und arbeitet als freischaffende Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin in Berlin. Studierte bis 2016 Tanz, Kontext und Choreografie am HZT und engagiert sich als Vorstand in den Vereinen SuB Kultur und Dreitausend, mit denen sie verschiedene Tanz- und Kulturprojekte in Kooperation mit Schulen, Theatern und Institutionen leitet. 2012 gründet sie mit befreundeten Tänzer*innen das Kollektiv Tangente Company. 2014 initiierte sie auf einer Brachfläche in Berlin-Köpenick das KATAPULT Festival, zu dem sie eine Workshopwoche für junge Erwachsene in den Genres Tanz, Theater und Performance leitete. 2015 arbeitete sie als Choreografin für das Maxim Gorki Theater in dem intergenerativen Projekt „Gender und Ich“. Unter der künstlerischen Leitung von Nadja Raszewski arbeitet Christina international als Tänzerin und choreografische Assistentin in Community-Dance-Projekten, u.a. für das deutsch-niederländische Projekt „First Encounter“ – einer Begegnung zwischen Frauen mit Taubblindheit und Tänzerinnen der Tangente Company, sowie für die Jugend Tanzprojekte „UNG 2016“ in Norwegen im Auftrag des Sogn og Fjordane Teater.

Der Fokus im Campus-Programm widmet sich der Tanzvermittlung, in dem das Augenmerk auf eine/n bedeutende/n Choreograf*in gelegt wird. In diesem Jahr ist es die Choreografin Pina Bausch anlässlich der Ausstellung „Pina Bausch und das Tanztheater“ im Berliner Martin Gropius Bau vom 16. September 2016 bis 9. Januar 2017.

„Mich interessiert nicht, wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt.“ Pina Bausch

Pina Bausch (1940–2009) gilt als Pionierin des modernen Tanztheaters und als eine der einflussreichsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von ihrem 2007 im Rahmen der Kyoto-Preis-Verleihung gehaltenen Workshop-Vortrag ermöglicht die Ausstellung Einblicke in die Arbeit von Pina Bausch. Im Mittelpunkt steht nicht nur das Werk in Form der auf die Bühne gebrachten Stücke. In den Fokus gerückt werden vielmehr vor allem die Grundlagen ihrer Arbeit, ihre Vorgehensweise, die wesentlichen Aspekte und die Menschen, die sie auf diesem (Arbeits-)Weg begleitet haben.

Nähere Informationen in Kürze.

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Tanztreffen der Jugend

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