Bundeswettbewerbe

Tanztreffen der Jugend – Forum

Das Forum des Tanztreffens der Jugend richtet sich sowohl an Tänzer*innen, Tanzpädagogen*innen, Choreografen*innen als auch an tanzerfahrene Theatermacher*innen und Studierende. Es untergliedert sich in Praxis, Dialog und Fokus. Die Praxis-Workshops sind Rechercheräume und Inspirationsquelle zur Entwicklung choreografischen Materials. Ein Theorieworkshop fokussiert auf die Bedeutung der dramaturgischen Arbeit und beschäftigt sich mit Stückkonzepten. Dialog beinhaltet die Aufführungsgespräche des Festivals, die jeweils am Tag nach der Präsentation stattfinden. Der Fokus „Tanzgespräche“ thematisiert, wie wir als Tanzschaffende und/oder -kenner*innen mit jungen Menschen über Tanz reden und welche „Auswirkungen“ dies hat. Der Besuch der eingeladenen Produktionen des Tanztreffens der Jugend ist Bestandteil des Forums. Das Forum findet zum Teil in englischer Sprache statt.
Konzept und Leitung Forum: Martina Kessel

Martina Kessel studierte Tanzpädagogik an den Akademien in Rotterdam und Essen und absolvierte im Anschluss ein Studium der Ethnologie, Islamwissenschaft und Pädagogik an der Universität Köln. Es folgten Anstellungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Göttingen und Köln. Von 2003 bis 2013 war sie Projektleiterin von Take-off: Junger Tanz am tanzhaus nrw, wo sie den Bereich Tanz für junges Publikum aufgebaut hat. Aktuell ist sie Projektleiterin von ChanceTanz, einem Projekt des Bundesverband Tanz in Schulen e.V. im Rahmen des Programms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Für alle Forums-Veranstaltungen ist eine Anmeldung notwendig.
Weitere Informationen zu Tickets für die Aufführungen finden Sie auf dem Anmeldeformular [PDF, 52 KB] .

Praxis

Die diesjährigen Praxis-Workshops stellen die Herangehensweisen dreier unterschiedlicher internationaler Künstler*innen bzw. Kompanien bei deren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Fokus. Sowohl die Generierung von Bewegungsmaterial als auch diverse choreografische Ansätze bilden Themen der Workshops.

Der Choreograf Ugo Dehaes lässt uns Teil haben an unterschiedlichen choreografischen Prinzipien, die er in seiner Arbeit mit jungen Menschen und Laien nutzt und zeigt, wie Sinn und Bedeutung aus reiner Physikalität erwachsen können.

Seppe Baeyens stellt uns seine Herangehensweise und Vorliebe für intergenerationale Arbeiten vor und nimmt insbesondere die Frage nach der Ko-Autorenschaft junger Darsteller*innen in den Fokus.

Jonnie Riordan bringt uns die von der britischen Kompanie Frantic Assembly entwickelten Methoden zur Generierung von Bewegung näher. Darüber hinaus fokussiert er auf Möglichkeiten zur Entwicklung von Bühnenpräsenz und zeigt diesbezüglich Techniken auf, die anwendungsorientiert vermittelt werden.

In zwei Sessions widmen sich Moos van den Broek und Mieke Versyp der Bedeutung der Dramaturgie in Tanzproduktionen und diskutieren mit den Teilnehmenden anhand von Stückkonzepten.

Alle Praxis-Workshops werden in englischer Sprache gehalten.

Praxis Workshop I

Jugendliche Tänzer*innen als Ko-Autor*innen im zeitgenössischen Tanz
Mit Seppe Baeyens
Dieser Workshop wird zweimal angeboten!
SA 24.09.2016, 09:30 – 12:00
SO 25.09.2016, 09:30 – 12:00 und 13:30 – 16:00
oder
DI 27.09.2016, 09:30 – 12:00 und 13:30 – 16:00
MI 28.09.2016, 09:30 – 12:00
Ort: Uferstudios Berlin Wedding

In seiner künstlerischen Arbeit interessiert sich Seppe Baeyens seit jeher für die Entwicklung von Tanzproduktionen mit nicht-professionellen Tänzer*innen. Insbesondere der intergenerationale Ansatz ist kennzeichnend für seine Arbeit. In Produktionen mit Laien kommt für ihn die menschliche, verwundbare und unvollkommene Seite des Tanzes zum Tragen, eine Qualität, die ihn in seiner künstlerischen Arbeit besonders reizt.
Doch mit welchen körperlichen und emotionalen Stärken und Herausforderungen hat man es bei der Arbeit mit jugendlichen Tänzer*innen zu tun? Und mit welchen Mitteln gelingt es, sie zu Ko-Autor*innen der Produktion zu machen, die selbstbewusst den Bühnenraum gestalten und Bewegung sinngebend einsetzen? Wie wirkt jedoch andersherum der Bühnenraum auf die jungen Darsteller*innen?
Seppe Baeyens stellt uns seine Arbeitsweise vor, die von konkreten Aufgabenstellungen und Improvisationsansätzen ausgeht und das Ziel verfolgt, Konzentration zu wecken, Begegnungen zu initiieren, Kontakt herzustellen, Blicke bewusst einzusetzen und sowohl Individuen als auch Gruppen zur Geltung kommen zu lassen. Ein besonderes Augenmerk legt er in seiner Arbeit stets auf die Beziehungen und die Aufmerksamkeit der jugendlichen Darsteller*innen für- und untereinander.

Seppe Baeyens (BE). Der Tänzer und Choreograf ist seit 2011 mit der Kompanie Ultima Vez und ihrer Arbeit für Kinder und Jugendliche verbunden. 2015 kreierte er hier die abendfüllende Produktion „Tonar“. Er tanzte in Produktionen für Ultima Vez, Kabinet K und der Kopergietery in Gent, wo er u.a. die Produktion „The (Im)possible Friendship of Stef and Augustijn“ entwickelt hat, in der sich ein Tänzer und ein 7-jähriger Junge die Bühne teilen. Die generationsübergreifende Arbeit ist kennzeichnend für Seppe Baeyens. Für „Tonar“ stellte er eine Gruppe aus vier Kindern, zwei Jugendlichen, drei professionellen Tänzer*innen, einem Musiker und einem 91-jährigen männlichen Performer zusammen.
Derzeit bereitet er u.a. im Rahmen einer Recherche sein nächstes Stück vor, das wiederum generationsübergreifend angelegt ist und im Februar 2018 im Krokusfestival in Hasselt Premiere haben wird.

Praxis Workshop II

Devising process – Frantic Assembly
Mit Jonnie Riordan
SA 24.09.2016, 09:30 – 12:00
SO 25.09.2016, 09:30 – 12:00 und 13:30 – 16:00
Ort: Uferstudios Berlin Wedding

Mit Jonnie Riordan haben wir erneut einen Vertreter der britischen Kompanie Frantic Assembly zu Gast, die sich auf die Arbeit für ein junges und neues Publikum spezialisiert hat. Neben ihren Produktionen für junge Menschen erarbeiten sie auch regelmäßig Tanzproduktionen mit Jugendlichen. Für diese Produktionen, aber auch für die vielfältigen Arbeiten, die Frantic Assembly im Kontext genreübergreifender Stückentwicklungen macht, hat die Kompanie Methoden entwickelt, die sich bewährt haben, um sowohl kreatives Potential als auch darstellerische Bühnenpräsenz bei Professionellen, Laien, Studierenden und Lehrer*innen zu entwickeln bzw. zu stärken.
Während des zweitägigen Workshops wird uns Jonnie Riordan mit einer Anzahl solcher Methoden bekannt machen, die die Teilnehmenden dann sogleich im eigenen Tun erfahren werden. Der Workshop bietet entsprechend einen anwendungsorientierten Einblick in die Methoden zur Entwicklung kreativer Prozesse und liefert den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, mit einem Angebot neuer Techniken in ihr praktisches Feld zurückzukehren.

Jonnie Riordan (UK) ist „creative practitioner” bei Frantic Assembly und „Associate Director” der Gruppe ThickSkin.
Als Jugendlicher nahm er selbst am Ignition-Programm von Frantic Assembly teil. Hier werden talentierte männliche Jugendliche aus ganz Großbritannien gesucht, mit denen eine Tanzproduktion erarbeitet wird. Im Anschluss an dieses Projekt blieb er Frantic verbunden und hat die letzten Jahre die Ignition-Produktionen mitgeleitet. Jonnie arbeitet als Darsteller und Choreograf. Für Frantic Assembly hat er bereits in mehreren Produktionen auf der Bühne gestanden. Derzeit ist er als Regieassistent für die neue Produktion „Things I know to be True” von Frantic Assembly tätig, die ab kommendem Herbst durch Großbritannien tourt.
www.franticassembly.co.uk

Praxis Workshop III

Choreographic Principles
Mit Ugo Dehaes
DI 27.09.2016, 09:30 – 12:00 und 13:30 – 16:00
MI 28.09.2016, 09:30 – 12:00
Ort: Uferstudios Berlin Wedding

Der in Brüssel lebende Choreograf Ugo Dehaes stellt in diesem Workshop unterschiedliche choreografische Prinzipien vor, die er im Laufe der letzten 15 Jahre nutzte, um sowohl mit Professionellen als auch mit Kindern, Jugendlichen und Amateur*innen Tanzproduktionen zu kreieren.
Seine Ausgangspunkte sind vielfältig und beinhalten sowohl die Erarbeitung choreografischen Materials auf der Basis von Kontakt (-improvisation), als auch das Entwickeln von Bewegung über Bilder und Erinnerungen bis hin zur Generierung von Bewegung und Struktur, wie sie sich beispielsweise aus dem Atmen der Darsteller*innen ergibt.
Nach einigen einführenden Übungen in die unterschiedlichen Ansätze sind die Teilnehmer*innen eingeladen, mit den Vorgaben zu experimentieren und ihre eigenen choreografischen Ideen zu entwickeln.
Ugo Dehaes stellt in dem Workshop dar, wie er in seiner Arbeit aus einfachen Ideen komplexe Gebilde entstehen lässt, wie Inspiration in Bewegung mündet und wie durch rein körperliche Aufgabenstellungen Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit auf der Bühne entstehen kann.

Ugo Dehaes (BE) studierte Tanz und Choreografie bei P.A.R.T.S in Brüssel und startete seine Karriere als Tänzer bei Meg Stuart/Damaged Goods. Im Jahr 2000 gründete er mit anderen die Kompanie kwaad bloed (böses Blut) und begann, eigene Arbeiten zu kreieren, die europaweit touren. Er arbeitet sowohl mit als auch für Erwachsene und junge Menschen. Seit 2015 erhält die Kompanie strukturelle Förderung durch die flämische Regierung.
www.kwaadbloed.com

Praxis Workshop IV

Dramaturgie und Stückkonzepte
Mit Moos van den Broek & Mieke Versyp
MO 26.09.2016, 09:30 – 12:00 und 13:30 – 16:00
Ort: Uferstudios Berlin Wedding

Wie fordern wir uns bei der Entwicklung von Tanzproduktionen mit gewagten zeitgenössischen Konzepten selbst heraus? Welchen Herausforderungen begegnen wir im Kontext der interdisziplinären Praxis? Wie stimmen wir unsere individuellen künstlerischen Ambitionen mit dem Input der Tänzer*innen und einem gesamten Team ab? Bei der Erarbeitung eines Tanzstückes sehen wir uns mit vielfältigen Fragen konfrontiert.
Der Workshop mit den internationalen Dramaturginnen Moos van den Broek und Mieke Versyp fokussiert auf die Herausforderungen der Stückentwicklung im Kontext der Dramaturgie und Konzeptentwicklung.
Nach einer einleitenden Session zum Begriff „Dramaturgie“ am Vormittag beschäftigen wir uns am Nachmittag mit den „Herausforderungen“ unterschiedlicher Stückkonzepte. Jeder Prozess zur Realisierung einer Stückidee ist einzigartig. Über diesen Prozess und die praktische Arbeit zu reflektieren ist unentbehrlich, um eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln bzw. weiterzuentwickeln.
Zugespitzt geht es in dem Workshop um die Frage, wie man ein Setting kreiert, in dem sowohl die jungen Tänzer*innen / Performer*innen als auch man selbst als Künstler*in wachsen und lebendig sein kann.
Alle Teilnehmenden senden im Vorfeld ein Stückkonzept ein, das vorgestellt und gemeinsam diskutiert wird.

Moos van den Broek (NL) ist Dramaturgin und Journalistin. Sie arbeitete für viele (inter-)nationale Theater, Festivals, Kompanien und Künstler*innen, u.a. für Het Lab Utrecht, Kopergiertery (Gent), Theater Frascati (Amsterdam), Imaginate (Edinburgh), tanzhaus nrw (Düsseldorf), Tanzhaus Zürich und K3 (Hamburg). Derzeit ist sie Hausdramaturgin von DOX (Utrecht) und als freiberufliche Dramaturgin u.a. für The 100 Hands und das internationale artistslab des Festivals Julidans tätig. Des Weiteren schreibt sie für die niederländische Fachzeitschrift „TM“ (Theatermaker) und veröffentlicht Tanzkritiken.

Mieke Versyp (BE) studierte Philosophie an der Universität Gent und war mehrere Jahre als Theater- und Tanzkritikerin tätig. Von 1996 bis 2011 war sie Haus- und Produktionsdramaturgin in der Kopergietery in Gent. Seit 2013 ist sie Hausdramaturgin von Laika in Antwerpen. Als freiberufliche Dramaturgin ist sie u.a. für Studio ORKA, Ontroerend Goed, Larf, die Kopergiertery und kabinet k tätig. Sie begleitet regelmäßig Master-Student*innen und junge Macher*innen bei ihren ersten Stücken. Daneben ist sie selbst auch als Performerin aktiv und schreibt Bücher, vorrangig für Kinder und Jugendliche.

Teilnahmevoraussetzung: Die Teilnehmer*innen werden gebeten, bis spätestens 9.9.2016 ein ein- bis zweiseitiges Stückkonzept in englischer Sprache einzureichen. Es soll Angaben enthalten zu: Thema des geplanten Stückes, spezielle Untersuchungsfragen, Ausgangspunkte für die körperliche Arbeit, Ideen zur Arbeitsweise, Fragen oder Aspekte bezüglich des Hauptthemas, Überlegungen hinsichtlich der Teilnehmer*innengruppe, eigene Erfahrungen mit Thema/Teilnehmer*innengruppe, kurzer CV der Choreografen*innen und des künstlerischen Teams, Profil der Teilnehmer-/Performer*innen. Die Konzepte bitte senden an:

Fokus

„Tanzgespräche“
Diskussion
SA 24.09.2016, 14:30 – 16:00
Ort: Haus der Berliner Festspiele

Wie wichtig ist die Sprache in der Vermittlung von Tanz und bei der Erarbeitung von Tanzproduktionen mit Jugendlichen? Welche Bedeutung hat sie im Kontext von gemeinsamen Aufführungsbesuchen und wie trägt sie zu einer Wissens- und Diskurskultur im Tanz bei? Gemeinsam mit Vertretern aus Theatern, mit Tanzvermittlern und weiteren geladenen Experten*innen möchten wir im Rahmen des Tanztreffens der Jugend unsere Diskussion „Reden über Tanz“ fortsetzen. Der Diskurs ist u.a. ein Wegbereiter für den kollegialen Austausch der Aufführungsgespräche.

Dialog

Aufführungsgespräche
SA 24. SO 25., MO 26. & DO 29.09.2016 jeweils 17:30 – 18:30, FR 30.09.2019, 10:30 – 11:30
Ort: Haus der Berliner Festspiele
mit Jo Parkes

Täglich wird die am Vorabend gezeigte Produktion im Rahmen des Aufführungsgespräches unter ästhetischen, inhaltlichen und formalen Aspekten diskutiert. Dabei sind Mitglieder der Jury, die jeweiligen Choreografen*innen und Regisseure*innen und interessierte Forumsteilnehmer*innen.

Jo Parkes (D/UK) ist Tanz-/Videokünstlerin. Unter dem Namen Mobile Dance leitet sie seit 17 Jahren innovative und partizipative Tanzprojekte mit professionellen und nicht-professionellen Performer*innen in internationalen Projekten. Als „documentary dance maker” kombiniert sie in ihren Projekten Tanz und das Erzählen von Geschichten. Ein Ziel von Mobile Dance ist es, zeitgenössischen Tanz an Menschen zu vermitteln, die normalerweise diese Tanzform nicht kennenlernen würden. Jo Parkes hat zahlreiche Projekte mit Schulen realisiert, bietet regelmäßig Fortbildungen für Künstler*innen und Lehrer*innen an und ist als Workshopleiterin häufig international angefragt. Jo Parkes war von 2007 bis 2011 für die Qualitätssicherung und Prozessbegleitung bei TanzZeit – Zeit für Tanz in Schulen zuständig. Von 2011 bis 2014 war sie Leiterin des Schulbereiches bei TanzZeit, wo sie 40 Tanzkünstler*innen in über 50 Berliner Schulklassen betreut hat. Seit 2014 baut Mobile Dance ein Programm in Flüchtlingsunterkünften auf, was teilweise in Partnerschaft mit den Uferstudios als Teil des Projekts Berlin Mondiale geschieht.

1995 erhielt Jo Parkes ein Fulbright-Stipendium, um ihren Master-Abschluss in Choreografie an der University of California, Los Angeles (UCLA) zu machen. Außerdem erwarb sie einen Abschluss (First Class) in Englisch/Deutsch an der Universität von Oxford. 2009 erhielt Parkes Projekt „Postcards from Berlin“ die Kinder zum Olymp-Auszeichnung. Im Jahr 2002 gewann sie den Bonnie Bird New Choreography Award.

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Tanztreffen der Jugend

Impressionen vom Festival 2015

Tanztreffen der Jugend

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