Bundeswettbewerbe

Theatertreffen der Jugend

Das Theatertreffen der Jugend versteht sich als Schaufenster und wichtiger Impulsgeber für die Theaterarbeit von und mit Jugendlichen und repräsentiert ihr gesamtes Spektrum von Schule bis hin zum Jugendclub am Theater. An dieses Spektrum richtet sich der dem Treffen vorausgehende Wettbewerb. Das Treffen selbst bietet einen einzigartigen Raum für Begegnung und Austausch der teilnehmenden Jugendlichen als auch der Spielleiter*innen.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Der Wettbewerb

Der 1979 gegründete Bundeswettbewerb hat die gesamte Bandbreite jugendlicher Theaterarbeit im Blick: Schulklassen, Theater-AGs an Schulen, freie Gruppen, Jugendclubs an Theatern. Gesucht werden Theatergruppen, die unabhängig davon, ob sie z.B. einen Theatertext, recherchiertes oder biografisches Material als Ausgangspunkt für ihre Inszenierung wählen, eigene Themen finden, Haltungen artikulieren und dafür auf der Bühne eine eigene und geeignete künstlerische Form finden. Einsendeschluss der Bewerbungen, die einen Mitschnitt einer Aufführung oder einen vollständigen Probendurchlauf enthalten müssen, ist jährlich Ende Januar.

Die Auswahl

Eine neunköpfige Jury wählt die Preisträger*innen aus. Eine Fachjury – u.a. bestehend aus Theaterpädagog*innen, Theaterlehrer*innen und zwei ehemaligen Teilnehmer*innen – nominiert aus den eingehenden Bewerbungen rund zwanzig Inszenierungen. Nach Vorstellungsbesuchen der vorausgewählten Stücke und Gesprächen mit den Ensembles werden acht Inszenierungen als Wettbewerbs-Preisträger nach Berlin eingeladen. Im Zentrum steht für die Jury die Frage nach spezifisch jugendlichen Perspektiven und nach der angemessenen Erarbeitung und Umsetzung des jeweiligen Stoffs durch das gesamte Ensemble. Nicht perfekte Schauspielkunst, sondern Persönlichkeit und Haltung der Spieler*innen sind für die Einladung zum Theatertreffen der Jugend ausschlaggebend.

Die Aufführungen

Jeden Tag spielt eins der insgesamt acht ausgewählten Ensembles seine Produktionen vor Publikum im Haus der Berliner Festspiele. Für das Einrichten und die Proben erhält jedes Ensemble einen Tag Zeit und sämtliche Unterstützung durch die Technik der Berliner Festspiele. Alle Aufführungen werden aufgezeichnet.

Das Treffen

Mindestens genauso wichtig wie die öffentlichen Aufführungen, ist der Austausch der Gruppen untereinander. Dafür bietet sich im Campus des Theatertreffens der Jugend vielfach Gelegenheit in verschiedenen Theaterworkshops, Aufführungsgesprächen und Diskussionen und durch ein Patenprinzip. In der von Offenheit und Neugier geprägten Stimmung des Festivals in unserem einladenden Berliner Festspiele Garten bieten sich auch losgelöst vom festen Programm zahlreiche Möglichkeiten, Gespräche über das Schreiben, Spielen und Inszenieren in entspannter Atmosphäre fortzusetzen. Die täglich produzierte Festivalzeitung berichtet vor, auf und hinter der Bühne. Ehemalige Teilnehmer*innen der anderen Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele ergänzen das Rahmenprogramm mit Lesungen und Musik.

Das Forum

Das Forum des Theatertreffens der Jugend richtet sich mit einem umfangreichen Programm an Theaterlehrer*innen und Theaterpädagog*innen. Es beinhaltet verschiedene Impuls- und Intensiv-Workshops und diskursive Formate für Aufführungsgespräche und Themenschwerpunkte. Im Vordergrund des Forums steht der kollegiale Austausch untereinander.

Antigone Akgün, Frankfurt am Main

Geboren 1993 in Frankfurt am Main. Abgeschlossenes Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft und der Klassischen Archäologie – studiert zurzeit noch Griechische Philologie und Philosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Während des Studiums bereits Zusammenarbeiten auf und hinter der Bühne, u.a. mit dem schottischen Künstler*innenduo Rosana Cade und Laurie Brown, sowie mit Martina Droste, Laurent Chétouane und Prodromos Tsinikoris. 2013 Stipendiatin der Ancient Greek Drama School in Epidaurus. Seit 2014 Mitglied des European Network for Research and Documentation of Performances of Ancient Greek Drama. In der Spielzeit 2015/2016 Mitglied des Jungen Schauspiel Frankfurt – mit der Produktion „Frankfurt Babel“ eingeladen zum 37. Theatertreffen der Jugend. Neben dem Studium bereits erste eigene Arbeiten als Performancekünstlerin und als Autorin in verschiedenen Sprachen, welche u.a. vom Freien Deutschen Hochstift, dem hessischen Altphilologenverband und dem internationalen Wettbewerb Certamen Ciceronianum Arpinas ausgezeichnet wurden.

Elizabeth Blonzen, Berlin

Geboren 1968 in Gerolstein/Eifel. 1988-1990 Studium der Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Gesamthochschule Essen und der Ludwig Maximilians-Universität München. 1990-1993 Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule München. Danach zahlreiche Engagements, u.a. Münchner Kammerspiele, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspielhaus Bochum, Residenztheater München, Deutsches Schauspielhaus Hamburg. 2008 erster TV-Film für die ARD. 2012 „Doppelpass“, Kinokurzfilm, der u.a. beim 11mm-Filmfestival in Berlin, beim Filmfestival in Rio de Janeiro und auf diversen anderen Festivals zu sehen war und den Spezialpreis der Jury beim Neiße Filmfestival gewann. Seit 2013 als Gast am Maxim Gorki Theater tätig.

Ilias Botseas, Giesheim

Geboren 1995 in Erbach. Studiert Biochemie und Mathematik an der Goethe-Universität Frankfurt. Von 2013 bis 2014 in der Theater-AG TEGS der Ernst-Göbel-Schule in Höchst im Odenwald als Spieler und seit 2015 als Co-Dramaturg und Spielleitungsassistenz tätig. Seit 2013 Teilnahmen in Planung, Assistenz und Spiel bei schulischen und außerschulischen Preisverleihungen, Seminaren, Theaterfortbildungen und einer Theater-Projektwoche der Ernst-Göbel-Schule mit und durch Eleonora Venado als Leiterin. Von 2014 bis 2016 Einladungen zum Theaterfestival Korbach sowie in der Zwischenauswahl für das Theatertreffen der Jugend in den Jahren 2015 und 2016 im Rahmen der TEGS.

Bassam Ghazi, Köln

Geboren 1974 in Beirut/Libanon. Theaterpädagoge und Regisseur am Schauspiel Köln. Seit 2005 entwickelt er mit dem Import Export Kollektiv und den mix cultured / abled / aged Expert*innen doku-fiktionale Theaterprojekte. Die Akteur*innen betreiben Handel mit Geschichte und Geschichten und pendeln zwischen den Kulturen und Perspektiven: biografisch & dokumentarisch & postmigrantisch & divers & inkludiert. Als Theatermacher war Bassam Ghazi bereits tätig am GRIPS Theater Berlin, COMEDIA Theater Köln, Straßentheater Leon/Nicaragua, Forum Ziviler Friedensdienst Beirut, GIZ Jordanien, Zukunftsakademie NRW und Sommerblut Festival Köln. Lehrtätigkeit an der Universität Köln. Workshops und Fortbildungen zu den Themen Diversität, Inklusion, Migration, Diskriminierung und Rassismus. Mitglied im Bündnis kritischer Kulturpraktiker*innen.

Carmen Grünwald-Waack, Hildesheim

Geboren 1981 in Gießen, Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Universität Hildesheim mit Schwerpunkt Theater. Seit 1995 eigene künstlerische Tätigkeiten und Theaterproduktionen. Theaterpädagogische und -vermittelnde Tätigkeit seit 1996 u.a. bei Theaterprojekten des Bund Deutscher Pfadfinder*innen, bei dem bolivianischen Straßentheaterprojekt Ojo Morado, am Jungen Schauspiel Hannover und beim UnArt-Festival in Dresden und Berlin. Mitbegründung des Hildesheimer Theater- und Performancekollektivs Fräulein Wunder AG 2006. Jungjurorin des Theatertreffens der Jugend 2008 und 2009. Lehrtätigkeit an der Universität Hannover im Studienfach Darstellendes Spiel und an der Universität Hildesheim.

Anne-Kathrin Holz, Schwerin

Geboren 1963 in Güstrow in Mecklenburg, Studium an der Universität Leipzig und in Rostock. Seit 1991 Lehrerin für die Fächer Theater, Deutsch und Geschichte am Goethe-Gymnasium Schwerin, etablierte dort Darstellendes Spiel als Schulfach im Wahlpflichtbereich und als Oberstufen- Grundkurs. Seit 1991 Ensembleleiterin der Theatergruppe TaGGS, Entwicklung und Betreuung jährlicher Schultheaterproduktionen in den Sekundarstufen I und II. Mit diesen mehrfach eingeladen zum Theatertreffen der Jugend und zum Schultheater der Länder. Beim Schultheater der Länder 2013 in Schwerin im Vorbereitungsteam des Festivals und Leitung der Festivalzeitung „off“. Diverse Theater-Workshopleitungen, u.a. für das Geschichtswettbewerb-Preisträger*innentreffen (Körberstiftung).

Sebastian Mauksch, Berlin

Geboren 1971. Arbeitet frei in den Bereichen Theater, Performancekunst und Kulturelle Bildung. Leitung des P14-Jugendtheaters der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz von 2001 bis 2007 mit vielfältigen Inszenierungen und Performanceaktionen, ausgezeichnet mit inter- und nationalen Festivaleinladungen und Etablierung des jugendlich-autonomem Theaterarbeitens. Mitarbeit bei der „Rollenden Road Schau“- ein mobiles Containertheater. Ab 2008 Inszenierungen im Ballhaus Ost von Berlin mit Texten von David Lindemann, Helene Hegemann und Anne Tismer. War Theaterdozent einer Werkstatt für Menschen mit seelischen Leiden und ist Helfer für junge unbegleitete Geflüchtete. Langjährige Zusammenarbeit mit dem Künstler*innenkollektiv Club Real u.a. mit der Projektserie „Bakterien, Sex, Demokratie“ an Berliner Schulen. Für die Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele forscht er performend über die Adoleszenz der Künste.
www.sebastianmauksch.de

Rieke Oberländer, Bremen

Geboren 1982. Studium der Kulturwissen¬schaften und ästhetischen Praxis mit Schwerpunkt Theater an der Universität Hildesheim. Jungjurorin beim Theatertreffen der Jugend 2003 bis 2005 und anschließend bei anderen Jugendtheaterfestivals. 2004 bis 2007 Leiterin des Jugendclubs am Stadttheater Hildesheim. Workshopleiterin für verschiedene Träger. Seit Sommer 2007 Theaterpädagogin und Leiterin der Theaterpädagogik am Theater Bremen, dabei u.a. Workshops für Schulen und Bildungsein¬richtungen, Lehrer*innenfortbildungen und eigene Inszenierungen mit Jugendlichen und Senior*innen. Von 2010 bis 2015 Leiterin des FORUM beim Theatertreffen der Jugend.

Klaus Riedel, Kassel

Geboren 1969, Studienleiter und Lehrer für Deutsch, Politik und Darstellendes Spiel an der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld. Ausbilder in der Lehrer*innenfortbildung für Darstellendes Spiel/Theater; Leitung von Workshops zu den Themen Klassikerinszenierungen, Theatertheorie, Didaktik; Organisation verschiedener Theaterfestivals. Mit mehreren Schultheaterproduktionen eingeladen zum Theatertreffen der Jugend und dem Schultheater der Länder. Lehraufträge an Hochschulen in Hannover und Zürich. Veröffentlichungen bei Klett und Edition Körber-Stiftung; Mitglied der Autor*innengruppe der Schulbuchreihe „Grundkurs Darstellendes Spiel“ und „Bausteine Darstellendes Spiel“, Schroeder-Verlag; Mitglied der Herausgeber*innengruppe der Zeitschrift „Schultheater“.

Undine Unger, Leipzig

Geboren 1995 in Chemnitz. Studiert Musik und Französisch auf Lehramt für Gymnasien an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. 2008–2013 Mitglied des Theaterjugendclubs KarateMilchTiger am Chemnitzer Schauspielhaus. Seit 2011 musikalische Leitung bei diversen Inszenierungen in Chemnitz, Plauen, Leipzig, Weimar und Hannover, überwiegend Arbeit mit Jugendlichen. 2012 musikalische Leitung der Inszenierung „Reiher“ von Simon Stephens, 2013 ausgezeichnet mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin. Seit 2014 Gründungsmitglied sowie musikalische und organisatorische Leitung der Jugendinitiative KarateMilchTiger unplugged. Mehrere Nominierungen und Einladungen zu Theaterfestivals, u.a. Theatertreffen der Jugend, 1. Jugendtheatertreffen der Schweiz, Bundestreffen Jugendclubs an Theatern. 2016 Assistenz bei einer bilingualen Theaterproduktion in Bordeaux, Frankreich.

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Impressionen vom Festival 2016

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