Martin-Gropius-Bau
Ausstellungsplakat „Von Beckmann bis Warhol. Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Sammlung Bayer“
Ausstellungsplakat „Von Beckmann bis Warhol. Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Sammlung Bayer“

Von Beckmann bis Warhol

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts
Die Sammlung Bayer

Die Sammlung Bayer zählt zu den ältesten Firmensammlungen Deutschlands. Als Bildungsmaßnahme für die Mitarbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts initiiert, umfasst sie heute 2.000 Werke. Obgleich die Werkliste keinen systematisch enzyklopädischen Charakter hat, liest sie sich wie das Who is Who des 20. und 21. Jahrhunderts. Arbeiten der großen Expressionisten wie Beckmann, Kirchner, Pechstein befinden sich ebenso darunter wie Grafiken und Gemälde von Pablo Picasso, Sam Francis, Joan Miró, Gerhard Richter, Andy Warhol, Andreas Gursky, Imi Knoebel, jungen Künstlern und ars viva-Preisträgern. Die Ausstellung präsentiert mit über 240 Arbeiten von 89 Künstlerinnen und Künstlern ein Stück Kunst- und Unternehmensgeschichte. Aus Anlass des 150-jährigen Firmen-Jubiläums wird die Sammlung erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Sammlungskonvolut kann grob in vier kunstgeschichtliche Bereiche unterteilt werden. Sie präsentiert den deutschen Expressionismus mit Arbeiten von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff. Die École de Paris umfasst die gesamte in Paris beheimatete Kunstszene Ende des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wird mit Werken der Künstler Georges Braque, Marc Chagall, Joan Miró, Pablo Picasso repräsentiert.

Als Vertreter der Nachkriegs- und informellen Kunst ist Ernst Wilhelm Nay in der Sammlung vertreten. Mit seinen freien und spontanen Zeichnungen und seinen intuitiven Farbsetzungen nimmt der Teilnehmer der documenta 2 und 3 eine Schlüsselposition in der deutschen Nachkriegskunst ein. Den Schwerpunkt bildet die Kunst von den 1970er-Jahren bis zur Gegenwart. Hier öffnet sich die Sammlung für amerikanische Künstler der Westküste wie David Hockney, Sam Francis und Ed Ruscha. Vertreten sind auch Leinwand-Arbeiten der deutschen Künstler Gerhard Richter, Albert Oehlen, Martin Kippenberger, Jan Voss sowie Fotografien von Thomas Ruff, Candida Höfer und großformatige Polaroids von Marina Abramović und Ulvi Ulay.

Den Grundstock der heutigen Sammlung legte Carl Duisberg, der von 1912 bis 1925 den Konzern als Generaldirektor leitete. 1909 beauftragte er Max Liebermann, ihn zu portraitieren. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde gekauft, was gefiel und nicht zu teuer war. Ziel war es nicht, Kunst als Wertanlage zu kaufen und somit Geld befristet zu binden, sondern Mitarbeitern Kunstwerke zur Ausstattung ihrer Büros zur Verfügung zu stellen. Heute werden bestehende Sammlungslücken schrittweise geschlossen und so gesammelt, dass die vorhandenen Positionen verstärkt und neue Akzente gesetzt werden können. Erstmals wird ein Teil der ältesten privaten Kunstsammlungen Deutschlands außerhalb Leverkusens gezeigt.

In der Ausstellung sind Arbeiten folgender Künstler zu sehen:
Marina Abramović, Pierre Alechinsky, Karel Appel, Undine Bandelin, Ernst Barlach, Max Beckmann, Hubert Berke, Georges Braque, William Brauhauser, Werner Büttner, Ernst Caramelle, Marc Chagall, Eduardo Chillida, Roberto Cordone, John Coplans, Guillaume Corneille, Karl Fred Dahmen, Lynn Davis, Jan Dibbets, Otto Dix, Joseph Fassbender, Lyonel Feininger, Günther Förg, Sam Francis, Lee Friedländer, Giovanni da Bologna, Marven Graf, Andreas Gursky, Erich Heckel, Georg Herold, Sebastian Herzau, David Hockney, Candida Höfer, Gerhard Hoehme, Max Kaus, Martin Kippenberger, Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Klimsch, Imi Knoebel, Henning Kürschner, Henri Laurens, Zoe Leonard, Silke Leverkühne, Sol LeWitt, Max Liebermann, Adolf Luther, Gerhard Marcks, Ewald Mataré, Georg Meistermann, Mario Merz, Manolo Millares, Joan Miró, Ernst Mollenhauer, Henry Moore, Otto Mueller, Esther Müller, Michael Morrill, Ernst Wilhelm Nay, Martin Noel, Emil Nolde, Albert Oehlen, Markus Oehlen, Max Pechstein, Pablo Picasso, Otto Piene, Juan Hernández Pijuan, Gerhard Richter, Christian Rohlfs, James Rosenquist, Thomas Ruff, Ed Ruscha, Karl Schmidt-Rottluff, Tomas Schmit, Eva Schön, Werner Scholz, Bernard Schultze, Martin Schuster, Sean Scully, David Shapiro, Beate Slansky, Frank Stella, Antoni Tàpies, Hildegard Tolkmitt, Hann Trier, Ulvi Ulay (Gemeinschaftsarbeit mit M. Abramović), Jan Voss, Andy Warhol, Mario Weinberg, Zao Wou-Ki, Michelle Zalopany.

Veranstalter Eine Ausstellung der Bayer AG in Zusammenarbeit mit dem Martin-Gropius-Bau

Kuratorinnen Rike Zoebelein, Andrea Peters

Marcus Woeller in
Die Welt

22.03.2013

„Konzern Kunterbunt“

Kuratorin Andrea Peters hat sich zum Ziel gesetzt, die heterogenen Bestände der Sammlung thematisch und chronologisch zu ordnen. […] Prunkstücke der Ausstellung sind die beiden großen Scheibenbilder von Ernst Wilhelm Nay, der als einer der wichtigen Stichwortgeber des Informel die malerische Abstraktion in Deutschland etablierte. Die beiden Ölgemälde „Rot im Zentrum“ und „Mit fünf weißen Sternen“ wirken auch deshalb so eindrucksvoll, weil sie mit einigen Bleistiftzeichnungen Nays kombiniert wurden und so sein Spiel zwischen gestischer Farbe und geometrischer Form verdeutlichen.

Birgit Sonnar in
Art Online

22.03.2013

„Wunschkabinett fürs Büro“

Wie an den Jahresringen eines Baumes lassen sich im Gropius-Bau die Phasen des Sammelns bei Bayer, also Stilrichtungen wie Informel oder Zero und zugleich Moden der Kunstförderung, ablesen. […] Kunst im Unternehmen hat bei Bayer eine vorbildhafte demokratische und die Empathie herausfordernde Note.

Ingeborg Ruthe in
Berliner Zeitung

23.03.2013

„Zeigen, was man hat“

Auch wenn die Werkliste sich nicht als museumssystematische Reihung liest, ergibt sich, Wand für Wand, ein nachhaltiger Auftritt innovativer Bildideen der Klassischen und Nachkriegsmoderne, vom Abstrakten Expressionismus zu Informel über Pop-Art bis zur Fotografie und Malerei heute. Ein Who’s Who der westlichen Nachkriegskunst, kein Name fehlt. […] Bei welchem Spitzenmanager Günther Förgs so noch nie öffentlich gezeigte 34-stellige Farbserie „o. T.“ von 1987 hing oder die voluminöse biomorphe Bronze des Engländers Henry Moore gestanden hat, wird unwichtig, sobald man davor steht: Mitten im vierten Saal des Gropius-Baus lädt Moores Meisterwerk „Three Part Object“, 1960, die Atmosphäre und Spannung im Dialog mit abstrakten Gemälden des leidenschaftlichen deutschen Informel-Malers Bernard Schulze und des spanischen Mystikers unter den Abstrakten, Antonio Tàpies, energetisch auf.

Ronja Brier in
Bild

22.03.2013

„Die Champions League der Kunst“

Zum Firmen-Jubiläum hängt die Sensations-Ausstellung „Von Beckmann bis Warhol“ jetzt im Martin-Gropius-Bau. […] Aus 2000 Arbeiten wurde die 240 spektakulärsten ausgewählt. Und das ist eine Weltpremiere!

Andrea Hilgenstock in Tip Magazin

13.03.2013

„Das hängt sonst alles im Büro“

Geprägt wurde die Sammlung nicht durch Kunstsachverstand, sondern durch die Vorlieben einzelner Personen aus Vorstand und Direktorium sowie aus den Abteilungen Kultur, Innenarchitektur, Pharma und Sport. So erklärt sich die Heterogenität des Bestandes, aus dem Kuratorin Andrea Peters eine Auswahl in chronologischer Anordnung für die jetzige Ausstellung traf. […]Beim Rundgang durch die Räume im ersten Obergeschoss sind aber vor allem alte Bekannte und „Big Names“ versammelt, darunter auch Auftragsarbeiten wie die von Andreas Feininger, der vor 50 Jahren zum 100-jährigen Firmenjubiläum seine Kamera im Werk in Leverkusen zückte.

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22. März bis 9. Juni 2013

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Katalog

Von Beckmann bis Warhol

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts
Die Sammlung Bayer

Herausgeber: Bayer AG
€ 39,80 im Buchhandel
ISBN 978-3-86832-138-8
€ 25 an der Museumskasse

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