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MaerzMusik
Mela Meierhans © Diane Eaton
Mela Meierhans

Mela Meierhans „Shiva for Anne“

Musiktheater

Mela Meierhans
Shiva for Anne – Jenseitstrilogie III (2013) UA

Anne Blonstein, Lyrik
Fritz Hauser, Regie
Brigitte Dubach, Licht
Ina Boesch, Dramaturgie
Katja Nestle, Kostüme
Shulamit Bruckstein Çoruh/TASWIR projects, Beratung

Mela Meierhans, Künstlerische Gesamtleitung

Raphael Immoos, Musikalische Leitung

Irina Ungureanu / Rebecca Ockenden, Sopran
Barbara Schingnitz / Leslie Leon, Mezzosopran
Daniel Issa, Tenor
Jan Sauer, Bariton
Robert Koller, Bariton/Sprecher
Tiago Mota, Bass
Alexandre Babel / Rie Watanabe / Michael Weilacher / Daniel Eichholz, Schlagzeug

Nathalie Buchli, Produktionsleitung Kulturist GmbH
Helma Schleif, Produktion Berlin

Seit zehn Jahren beschäftigt sich die in Berlin ansässige Schweizer Komponistin Mela Meierhans mit Totenklagen und Trauerritualen in den Kulturen der monotheistischen Religionen Christentum, Islam und Judentum. Als Grenzgängerin par excellence schuf sie in dieser Zeit ihre „Jenseitstrilogie“. Nach den erfolgreichen Aufführungen der ersten beiden Teile „Tante Hänsi“und „Rithaa“ (MaerzMusik 2006 und 2010) beschließt sie die Trilogie nun mit „Shiva for Anne“, einem Musiktheater über das Trauern und Gedenken in der jüdischen Kultur. Dort heißt es: Drei Tage weinen, sieben Tage klagen, dreißig Tage trauern. Die Schiwa ist die Phase der Trauer, während der die Angehörigen sieben Tage zu Hause sind und Kondolenzbesucher empfangen, sie dient dem Austausch von Erinnerungen.

Die Musik von Mela Meierhans orientiert sich an den sieben Tagen und sechs Nächten der Schiwa, während der viel geredet, gelacht, aber auch geweint wird. Deshalb spielt auch die Stimme – der Gesang und das Sprechen – in der Komposition eine sehr wichtige Rolle. Meierhans wendet auch in dieser Komposition das Verfahren an, das Alphabet auf einzelne Töne zu übertragen. In „Rithaa“ leitete sie die Tonreihen aus dem arabischen Alphabet ab, In Shiva bezieht sie sich auf das hebräische Alphabet. Aus den ersten zwölf Buchstaben des hebräischen Alphabets generiert sie Zwölftonreihen.

Das Libretto für „Shiva“ sollte ursprünglich die britische, in Basel ansässige Dichterin Anne Blonstein schreiben, die jedoch 2011 verstarb. Sie gilt als eine der wichtigen englischsprachigen Poetinnen der Gegenwart. In ihren Gedichten arbeitete sie häufig mit Anleihen aus dem hebräischen Alphabet und setzte sich mit hebräischen Zahlenreihen, Akronymen und rabbinischen Interpretationen auseinander. Gedichte von Anne Blonstein bilden den Grundstein des Librettos, ergänzt durch persönliche Erinnerungen ihrer Freunde. Mit Blonstein verband Mela Meierhans eine langjährige Zusammenarbeit. Das zentrale Motiv des Gedenkens hat also auch eine persönliche Geschichte. „Shiva for Anne“ ist Anne Blonstein gewidmet.

Eine Produktion von Kulturist GmbH in Zusammenarbeit mit Berliner Festspiele / MaerzMusik, Lucerne Festival, oh-r 42 e.V. Berlin und TASWIR projects. Mit Unterstützung von Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, UBS Kulturstiftung, Landis & Gyr Stiftung, Kulturförderung Kanton Luzern und Haus der Kulturen der Welt.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes