Musikfest Berlin

Monteverdi 450

Die drei großen Opern mit Sir John Eliot Gardiner beim Musikfest Berlin 2017

Einziges Gastspiel in Deutschland

„Es sind die Gegensätze, die unser Gemüt bewegen.“

Das Jahr 2017 markiert ein wichtiges Jubiläum: Vor 450 Jahren wurde Claudio Monteverdi geboren, für die Kenner unter seinen Zeitgenossen das „oracolo della musica“. Darüber hinaus gilt Claudio Monteverdi als Mitbegründer der Gattung Oper, da er die knappen Formen des Madrigals in abendfüllende Musikdramen überführte. Sir John Eliot Gardiner widmet sich aus Anlass dieses Jubiläums einmal mehr der großartigen Musik dieses Opernvisionärs und präsentiert alle drei erhaltenen Monteverdi-Opern in einer zusammenhängenden Aufführungsserie.

Mit mehr als 20 namhaften Sängersolist*innen starten John Eliot Gardiner, der Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists zu einer großen europäischen und transatlantischen Tournee. Das einzige Gastspiel in Deutschland erfolgt beim Musikfest Berlin am 2., 3. und 5. September 2017 in der Philharmonie, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Philharmoniker.

„Wir spielen die drei Opern als Zyklus, weil wir das Publikum auf eine Reise mitnehmen möchten – von der Schäferidylle zum höfisch-städtischen Leben, vom Mythos zur politischen Historie, von der Unschuld zur Korruption, von einem Mann, mit dem die Götter ihr Spiel treiben, über einen Helden, der sich nicht von seinen menschlichen Leidenschaften befreien kann, bis zum Doppelporträt eines wahnsinnigen Liebespaares, dessen Ehrgeiz und Lust völlig außer Kontrolle geraten ist. Wer trägt am Ende den Sieg davon? Vielleicht die Musik.“ (John Eliot Gardiner)

Monteverdis innovatives Schaffen ließ ohne Frage die Kunst seiner Vorgänger weit hinter sich und läutete eine neue Epoche der Musikgeschichte ein. Nach wie vor sind die Auswirkungen dieser Revolution spürbar, und bis heute hat seine Musik nichts von ihrer Kraft und Expressivität verloren. Seine Opern stehen auf einer Stufe mit den Werken der bedeutendsten Künstler und Wissenschaftler seiner Zeit wie Galilei, Shakespeare, Caravaggio, Rubens, Tizian oder Tintoretto. Monteverdi verstand es meisterhaft, Emotionen durch Musik auszudrücken, und diese Gabe wurde zur treibenden Kraft in all seinen Opern. „Die gesamte Palette menschlicher Gefühle – so verwirrend, mitreißend, unheimlich und manchmal unkontrollierbar sie auch sein mögen – bildet den Subtext der erhaltenen Musikdramen Monteverdis“, erklärt John Eliot Gardiner. „In der Regel ist er – genau wie sein Zeitgenosse Shakespeare – voller Empathie für seine Figuren, selbst für die eher zwielichtigen Charaktere. Und wie Shakespeare liebte er den Kontrast zwischen erhabener Tragödie und derber Komödiantik.“

Die 1607 uraufgeführte Monteverdi-Oper „L’Orfeo“ gilt als erster großer Erfolg der neuen Gattung an der Wende der Renaissance zum Barock und behandelt den Mythos der gescheiterten Reise des Sängers Orpheus in die Unterwelt zur Errettung seiner Geliebten Eurydike. Für „Il ritorno d’Ulisse in patria“ aus dem Jahr 1641 nutzte der Komponist Homers „Odyssee“ als Grundlage. Und mit der Oper „L’incoronazione di Poppea“, uraufgeführt 1643, behandelte Monteverdi erstmals ein historisches Sujet: die erotische Obsession des Kaisers Nero für die machthungrige Poppea.

Mosaik von Orpheus und Eurydike

L’Orfeo

Claudio Monteverdi
Philharmonie
Sa 02.09.2017, 19:00
Odysseus’ Rückkehr nach Ithaka

Il ritorno d’Ulisse in patria

Claudio Monteverdi
Philharmonie
So 03.09.2017, 19:00
Schule von Fontainebleau, Portrait der Poppea, um 1560

L’incoronazione di Poppea

Claudio Monteverdi
Philharmonie
Di 05.09.2017, 19:00