Theatertreffen

Theatertreffen-Blog: Allgemein

Seit 2009 begleiten ausgewählte junge Kulturjournalist*innen, Fotograf*innen, Videojournalist*innen, Blogger*innen und Radiojournalist*innen das Theatertreffen auf www.theatertreffen-blog.de. Damit fördert das bedeutendste Festival für deutschsprachiges Theater die Online-Kenntnisse des kulturkritischen Nachwuchses, entwickelt neue journalistische Formate für das Netz, macht den Festival-Alltag für alle Interessierten transparenter und zugänglicher und dokumentiert die vielen Facetten des heutigen Theaterbetriebs in Wort, Bild, Text und Ton als multimediales Archiv.

Der Umzug der Festivalzeitung, die von 2005 bis 2008 in Zusammenarbeit mit der „Berliner Zeitung“ entstand, in das Internet vergrößerte die Reichweite und die Transparenz der Festivalberichterstattung: Diskussionen über die zum Festival eingeladenen Produktionen können ort- und zeitunabhängig verfolgt werden, das Publikum hat die Möglichkeit, sich über die Kommentarfunktion kritisch zu beteiligen. Die Ausweitung der Ausschreibung auf nicht nur deutsch-, sondern auch englischsprachige Teilnehmer*innen führte zu einer Internationalisierung der Debatten. Und schließlich führte die Voraussetzung, ein eigenes Blog zu haben, zu Teilnehmer*innen, die bereits aktiv im Netz sind.

Das TT-Blog hat sich als eigenständige digitale Marke entwickelt und wurde als Originalquelle etwa bei Guardian Online, nachtkritik.de oder bei dem feministischen Blog maedchenmannschaft.net verlinkt. Zu den Medienpartnern des TT-Blogs zählten bisher die „Berliner Zeitung“, „EXBERLINER“, 3sat/Kulturzeit, kultiversum.de, „Theater der Zeit“, ZEIT ONLINE und die Bloggerinnen Mary Sherpe von http://stilinberlin.blogspot.com und Johanna von Stülpnagel von http://redenswinger.de/blog. Die Partner unterstützten die Arbeit der Blog-Redaktion personell durch die Freistellung von Redakteur*innen als Mentor*innen, medial durch die Verlinkung, inhaltlich durch eigene Beiträge.

Gefördert wurde das TT-Blog von 2011 bis 2015 von der Rudolf Augstein Stiftung. Seit 2016 wird das TT-Blog von der Stiftung Presse-Haus NRZ gefördert.

Theatertreffen-Blog 2016

Hello from the Other Side

Die achte Auflage des Theatertreffen-Blogs stand im Jahr 2016 unter veränderten Vorzeichen. Durch den Wegfall eines langjährigen Förderers aufgrund einer veränderten Ausrichtung des Förderprogramms sah sich die neue Projektleitung ursprünglich vor der Aufgabe, ein Übergangskonzept zu entwickeln, das den verknappten Mitteln Rechnung tragen sollte. Dankenswerterweise konnte kurz vor Abschluss der Vorbereitungen die Stiftung Presse-Haus NRZ als neuer Hauptförderer des Blogs gewonnen werden, sodass aus den insgesamt rund 80 eingegangenen Bewerbungen schließlich erneut eine sechsköpfige Blog-Redaktion zusammengestellt werden konnte: Fünf Blogger*innen (aus Wien, München und Berlin) wurden dabei ergänzt von einer professionellen Fotografin (München), die mit ihren Bildern dem Erscheinungsbild des Blogs in besonderer Weise eine eigene Handschrift verleihen konnte. Als ständiger Gast war zudem auch in diesem Jahr die Theaterredakteurin der Zeitschrift „EXBERLINER“ für die englischsprachigen Inhalte zuständig.

Ziel der neuen Projektleitung war eine stärker an das klassische Feuilleton angelehnte inhaltliche Ausrichtung und eine schlichtere, für die Nutzung einfachere Gestaltung des Blogs. Hierfür wurde eine grunderneuerte Benutzeroberfläche entworfen, die sich an magazin-ähnlichen Formaten orientierte und eine hohe Flexibilität im Hinblick auf die tägliche Arbeit des digitalen „Blattmachens“ bot.

Im Zentrum der Berichterstattung standen die Hauptveranstaltungen des 53. Theatertreffens: Alle eingeladenen Inszenierungen, sämtliche Produktionen des Stückemarktes und ausgewählte Veranstaltungen der weiteren Sektionen wurden mit eigenen Besprechungen in Text, Bild und Ton kritisch gewürdigt. Die Blogger*innen berichteten darüber hinaus aus nahezu allen Diskussionsveranstaltungen im Camp und ließen ihre Beobachtungen in mehrteilige Essayreihen einfließen. Das besondere Interesse der Blogger*innen galt darin vor allem der Gesamtdramaturgie und dem Selbstverständnis des Festivals, den verbindenden Linien zwischen bildender Kunst und Theater und der Selbstpositionierung des Theaters in der Gesellschaft und den Medien.

Daneben entstanden zahlreiche, vielrezipierte und teils sehr ausführliche Interviews u.a. mit den Regisseurinnen Daniela Löffner und Anna-Sophie Mahler, dem Schriftsteller und Journalisten Dietmar Dath und dem Kritiker und Theatertreffen-Juror Andreas Wilink. Weitere Essays kommentierten außerdem die Architektur und Gestaltung des Festspielhauses oder beim Publikum beliebte Veranstaltungen wie die TT-Party. Die Videoreihe „Hello from the Other Side“ ließ zudem die nach außen oft „unsichtbaren“ Menschen hinter den Kulissen des Theatertreffens zu Wort kommen. Besonders gefreut haben wir uns über die erneute Teilnahme der Schauspielerin Wiebke Puls, die als Gastbloggerin in ihrer Videoserie „Entre nous …“ Schauspielkolleg*innen zum Gespräch bat. Die Interviews, die als „Austausch auf Augenhöhe“ das Spielen vor allem aus der Perspektive des Handwerks beleuchteten, stießen auf großes Interesse und vielfache Resonanz.

Intensiv wurde auf dem Blog auch über den erstmalig ausgetragenen Werkauftrag-Pitch des Stückemarktes diskutiert, für dessen Präsentation und Live-Übertragung das Blog eine Unterseite zur Verfügung stellte. Gastbeiträge und eigene Betrachtungen der Blogger*innen kommentierten die Veranstaltung aus unterschiedlichen Perspektiven.

Mehr als 10.000 Besucher*innen informierten sich auf dem Blog über das 53. Berliner Theatertreffen. Auf Twitter konnten wir zuletzt 922 Follower verzeichnen.

Janis El-Bira
Projektleiter TT-Blog 2016

Zum Theatertreffen-Blog 2016

Theatertreffen-Blog 2015

Labor für Jetztzeitbetrachtung

Das Theatertreffen-Blog fand 2015 zum siebten Mal statt. Auch in diesem Jahr wurde aus über 100 Bewerber*innen das Blog-Orchester für das TT-Blog 2015 ausgewählt: Die angehenden Kulturjournalist*innen und professionellen, jungen Theaterkritiker*innen mit inhaltlich verschiedenem Hintergrund kamen aus Wien, Stuttgart, Berlin, Mainz, Leipzig, Hamburg Portland/Oregon und London. Sie berichteten auf Deutsch und Englisch in Text, Bild, Audio und Video.

Im Zentrum des Blogs stand naturgemäß das Programm des Theatertreffens. Die gegenwärtige gesellschaftliche, kulturelle und politische Debatte wurde jedoch in allerlei Formen aufgegriffen und diskutiert. Es entstanden insgesamt 128 Beiträge. Das TT-Blog beschäftigt sich mit allen Fragen rund um Theater & Netz sowie mit der Zukunft der Theaterkritik. So wurden auch in diesem Jahr neue Formate ausprobiert, unter anderem eine kollektive Whatsapp-Kritik, die in Kooperation mit dem Magazin „Die Deutsche Bühne“ auch ihren Abdruck im Print fand. Es gab mehrstimmige Audio-Diskurse sowie einen eigenen SoundCloud-Kanal, auf dem die ausgewählten Texte zum Nachhören von zwei Schauspieler*innen eingesprochen wurden. Ein besonders schillerndes Beispiel der neuen Kritik-Formate war der „Choose-you-own-adventure“-Ansatz: Die Twine-Kritik. Das TT-Blog schenkte seine besondere inhaltliche Aufmerksamkeit 2015 der Debatte um „Theater & Flüchtlingspolitik“ sowie der Menschenrechtskampagne „My right is your Right“. Neben Videointerviews mit dem Flüchtlingschor aus der eingeladenen Inszenierung von „Die Schutzbefohlenen“ entstand eine durchgehende Videoreihe mit Persönlichkeiten der Theaterszene, die gemeinsam mit Videomentor Özgür Uludag die Frage erörterten: „Was kann, soll und darf Theater?“

Außerdem wurde ausführlich über den Stückmarkt, die Debatte um politisches Schreiben und neue Formen der Autorschaft berichtet. Es gab Interviews und Kritiken zu den Arbeiten der fünf eingeladen Autor*innen des Stückemarkts, Stefan Wipplinger, Alexander Manuiloff, Tom Struyf, Alexandra Badea und Daniel Cremer. Der Urheberrechtskonflikt der Brecht-Erben mit dem Residenztheater München und der „Baal“ Inszenierung von Frank Castorf fand einen besonderen Platz in der Diskussion darüber, was Autorschaft heute bedeutet. Als außergewöhnliches Highlight durfte das TT-Blog dieses Jahr die Schauspielerin Wiebke Puls als Gastautorin der Blogredaktion begrüßen. Vier Tage lang begleitete sie das Blog-Orchester in Redaktionssitzungen und Vorstellungsbesuchen. Ihr Gastbeitrag „Lackmustest“, der sich um das Wesen von Schauspiel und „Biografie als Material“ dreht, wurde vielmals kommentiert und gelobt. Wiebke Puls las ihren Text selbst ein und ihr Beitrag ist Teil der SoundCloud- Audio-Sammlung des TT-Blogs. Die Videokünstlerin Hannah Dörr lieferte auch in diesem Jahr mit „TTin100Sek“ täglich einen Beitrag zum Theatertreffen aus ihrer Sicht.

Bis zu 1.800 Nutzer*innen kamen täglich auf das Theatertreffen-Blog, 635 folgten dem Blog auf Twitter. Die Webseite www.theatertreffen-blog.de erschien auch 2015 im bewährten und optimierten responsiven Kacheldesign, das die verstärkt bildhaften Formate besonders übersichtlich präsentierte. Das Blog wurde zum fünften Mal durch die Rudolf Augstein Stiftung gefördert. Die Medienpartner waren die „Berliner Zeitung“ und der „EXBERLINER“.

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Theatertreffen-Blog 2014

Das Theatertreffen-Blog als „Labor für Jetztzeitbetrachtung“

Das Theatertreffen-Blog fand 2014 zum sechsten Mal statt, erstmalig mit einem sechsköpfigen Blog-Orchester aus einem Grafiker, einem Videokünstler, Schriftsteller, Dramaturg, einer Theaterwissenschaftlerin und einer Kulturjournalistin. Sie kamen aus Berlin, Hamburg, Paris und Wien, berichteten auf Deutsch, Englisch und Französisch, in Text, Bild und Ton. Dabei wurden nicht nur das Programm des Theatertreffens sondern auch gegenwärtige gesellschaftliche und kulturelle Diskurse in Grafiken, Videoclips, Skizzen, Fotos, Audiofiles und Essays beleuchtet. Es entstanden insgesamt 140 Beiträge. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Thema Theater und Netz, das nicht nur im Rahmen der Publikationen auf dem Blog, sondern auch durch den Besuch der gleichnamigen Konferenz der Heinrich Böll Stiftung und ein Tweetup in Kooperation mit dem Magazin „Die Deutsche Bühne“ Ausdruck fand.

Das TT-Blog beschäftigte sich aber nicht nur mit Fragen des Netzes, es berichtete auch über die Vorwürfe des Plagiats und der kolonialen Fortschreibung gegen Alain Platels Inszenierung „tauberbach“ und setzte sich – gemeinsam mit vielen anderen Künstlern – für die Freilassung des Schriftstellers Jörg Albrecht in Abu Dhabi ein. Es gab unkonventionelle Formate wie die Zigarettenkritik, Interviews mit Größen der Netzwelt wie Clara Hitzel und Maike Hank sowie die Garderobengespräche mit den Akteuren aus „Die letzten Zeugen“ vom Wiener Burgtheater. Bereits zum zweiten Mal bot das Blog einen besonderen Einblick in die Arbeit des Internationalen Forums und veröffentlichte jeden Tag einen Bericht der Videokünstlerin Hannah Dörr.

Bis zu 1.000 Nutzer kamen täglich auf das Theatertreffen-Blog, 270 folgten dem Blog auf Twitter. Die Webseite www.theatertreffen-blog.de erschien 2014 in einem neuen, visuelleren Design, das durch eine dynamische Kacheloptik den künstlerischen Hintergrund der Blogger und die verstärkt bildhaften Formate besonders repräsentierte. Unter der neuen Leitung von Bianca Praetorius und mit Eefke Kleimann als redaktioneller Mitarbeiterin wurde das Blog zum vierten Mal durch die Rudolf Augstein Stiftung gefördert. Die Medienpartner waren die Berliner Zeitung und der EXBERLINER.

Zum Theatertreffen-Blog 2014

Theatertreffen-Blog 2013

Erweiterte PR? Lobby-Blog? Oder freie, kritische Masse? Ein Festivalblog muss sich immer zwischen der Einbindung an das veranstaltende Haus und dem eigenen Anspruch der Unabhängigkeit verorten. Das TT-Blog, das 2013 sein fünfjähriges Bestehen feierte und damit auf eine kleine eigene Historie zurückblicken kann, hat immer versucht, diesen Spagat zu benennen, wo es denn ein Spagat war, und sich die eigene Distanz immer wieder neu zu erobern – um auf diese Weise gerade nicht ein klassisches Festivalblog zu sein, sondern eine dreiwöchige Entwicklungs- und Lernredaktion zum digitalen Kulturjournalismus im Akademie-Bereich des Theatertreffens. Jede Generation von TT-Bloggern führte eigenständige inhaltliche Debatten (in den Vorjahren etwa zu postmigrantischem Theater, der Genderdebatte oder einem Regie-Generationenkonflikt), die nicht das Theatertreffen direkt abbildeten, sondern aus den vorhandenen Themen weiterführende Diskussionen ableiteten. 2013 war dies das Hinterfragen von Blackfacing, das in der zum TT eingeladenen Produktion „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ verwendet wurde. Oder ein Abgesang auf Berlin als kreatives Mekka. Oder die Sicht britischer Theatermacher auf die deutschsprachigen Szenen.

Innerhalb des fünfköpfigen Redaktionsteams übernahmen Eva Biringer und Clemens Melzer die deutschsprachige Berichterstattung, Henrike Terheyden entwickelte „Zeichenkritiken“, gezeichnete Annäherungen an Inszenierungen und eine Cartoonserie mit dem Blogmaskottchen Otto. Mai Vendelbo fotografierte beim Festival und an anderen Orten, etwa eine umfassende Bilderserie zu allen Spielstätten von fünfzig Jahren Theatertreffen. Die englischsprachigen Blogposts kamen von Summer Banks, der Theater-Redakteurin des TT-Blog-Partners EXBERLINER. Zum ersten Mal kooperierte das Blog außerdem mit zwei Stipendiatinnen des Internationalen Forums: Die zwei Videokünstlerinnen Rebecca Riedel und Mieke Ulfig präsentierten täglich ihr Videologbuch TTtv auf dem Blog.

Zum Jubliäum schenkten sieben Alumni-Blogger dem TT-Blog Gastbeiträge, die eher grundsätzliche Themen wie den Sinn und Zweck von Festivals oder die Typologie von szenischen Lesungen verhandelten. Vom 3. bis 22. Mai entstanden 120 Beiträge auf Deutsch und Englisch, wurde 130-mal kommentiert, kamen täglich 1.300 Besucher auf die Webseite www.theatertreffen-blog.de. Gestaltet und umgesetzt wurde das Blog von Viktor Nübel. Die Blog-Praktikantin war Eefke Kleimann. Die Projekt- und Redaktionsleitung hatte Nikola Richter inne.

Die Berliner Zeitung, die seit 2005 die damalige tt Festivalzeitung und seit 2009 das Theatertreffen-Blog unterstützt, setzte 2013 ihre langjährige Partnerschaft mit dem Theatertreffen-Blog fort, vertreten von Dirk Pilz (Berliner Zeitung, nachtkritik) als Mentor der Blogger.

Zum dritten Mal förderte die Rudolf Augstein Stiftung das Theatertreffen-Blog.

Zum Theatertreffen-Blog 2013

Theatertreffen-Blog 2012

Es ist vollbracht, es wurde gebloggt. Zum vierten Mal begleiteten junge digitale Kulturkritiker das Theatertreffen und ergänzten die vielen Diskussionen um das Festival mit ihren Sichtweisen. Das Team der sechs ausgewählten Teilnehmer war 2012 so interdisziplinär wie noch nie, mit an Bord waren etwa ein Zeichner, ein filmender Kulturjournalist und eine fotografierende Kritikerin.

Die Nutzerzahlen ließen sich in diesem Jahr erneut steigern: Durchschnittlich 1.200 unique visitors besuchten das TT-Blog täglich während der Festivalzeit, es wurden insgesamt 35.000 Besucher und 355.000 Seitenaufrufe von Mitte Februar bis Ende Mai gezählt. Im Archiv des TT-Blogs befinden sich nun etwa 120 Beiträge mit 150 Kommentaren zum Theatertreffen 2012.

Wieder zeigte das Blog journalistischen Eigensinn: etwa mit Interviews (Gob Squad, Nicolas Stemann, Thomas Oberender), mit einem Besuch beim Ernst-Busch-Basislager im Rahmen der Proteste der Studierenden, einer Reportage über einen Ausflug mit Kulturpolitikern, gezeichneten Kritiken oder mit einer Recherche zum Thema Zeit unter den Teilnehmern des Internationalen Forums. So dient das Blog der Verständigung einer netzaffinen Generation, über die Grenzen des Festspielhauses und -gartens hinaus; gleichzeitig archiviert es die vielen Facetten des Theatertreffens.

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Theatertreffen-Blog 2011

Kritik, Labor, Archiv und Netzwerk – Sieben Teilnehmer aus Deutschland, Israel, Österreich, der Schweiz und den USA wurden für das Theatertreffen-Blog 2011 aus internationalen Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt und erarbeiteten eigene Beiträge auf Deutsch und auf Englisch. Sie nahmen an den regelmäßigen Themenplanungen und Seminaren zu Videojournalismus, Theaterfotografie und Theaterkritik teil, besuchten Aufführungen des Theatertreffens, führten Interviews, entwickelten eigene Formate, etwa die „Guttenberg“-Kritik, die Dialog-Kritik, „Seitenrang links“ oder den „She He Chat“, und lernten die technischen Möglichkeiten der Online-Kulturberichterstattung kennen. In Zusammenarbeit mit Redakteuren der Medienpartner Berliner Zeitung (Dirk Pilz), exberliner (Florian Duijsens) und Kultiversum.de (Sophie Diesselhorst) und unterstützt von den Illustrationen der Zeichnerin Johanna von Stülpnagel berichteten die jungen Kulturblogger knapp drei Wochen live, rund um die Uhr und vielfältig von allen Aspekten eines Festivals. Erstmals förderte die Rudolf Augstein Stiftung 2011 das Theatertreffen-Blog.

Die positive Entwicklung: 2011 wurde das Blog als eigenständiges Medium wahrgenommen. Es trudelten per Mail Interviewangebote von anderen Festivals ein, Blogger baten um Verlinkungsbanner. Die drei etwas heißer auf dem Blog geführten Debatten über die Unterschiede im deutschen und britischen Theater, über den „Luder“-Begriff des Regisseurs Herbert Fritsch und das Interview mit Iris Laufenberg, in dem sie auf ihre Zeit beim Theatertreffen zurückblickt, wurden an den richtigen Stellen verlinkt: beim Guardian Online, bei der Mädchenmannschaft.net und bei nachtkritik.de. Auch eine formale Debatte zur Frage, ob ein „Live-Blog“, den man im deutschsprachigen Raum eher aus der Fußballberichterstattung kennt, auch für Podiumsdiskussionen funktioniert, fehlte nicht. Die Nutzerzahlen waren ähnlich wie im vergangenen Jahr: Mit etwa 1.000 Einzelbesuchern pro Tag erreicht das Blog eine theateraffine Leserschaft im Netz, es waren insgesamt 27.000 Besuche und 150.000 Seitenaufrufe zu zählen.

Das Blog archiviert nun etwa 140 Artikel zum Festival 2011, darunter O-Töne, Fotos, Audio-Bildergalerien, Essays und Publikumsmeinungen, sowie 250 Kommentare. Die Debatte über das zeitgenössische Theater geht weiter, unter dem Twitter-Hashtag #tt11 haben sich die diesjährigen tt-Blogger vernetzt und werden sich weiter austauschen.

Zum Theatertreffen-Blog 2011

Theatertreffen-Blog 2010

Drei Wochen Dauereinsatz von Laptop, Kameras, Rucksäcken und Aufnahmegeräten. Beim Theatertreffen-Blog 2010 hielten acht junge Kulturjournalisten, davon ein englischsprachiger, das Treiben fest, was das deutschsprachige Theater bewegte: Denn es ging beim tt-Bloggen 2010 neben konkreten Debatten über die zum tt10 eingeladenen Inszenierungen auch um viele grundsätzliche Fragen, etwa um das Abdanken der Botho-Strauß-Generation und Großkritiker-Allüren, um die Menschen hinter den Kulissen, um die allgegenwärtige Krise, um die Arbeitsbedingungen der Theaterleute, insbesondere der freien Szene, um Alternativen für die tt-Einladungsliste, und ja, auch um den Sinn und Zweck von Theater – an sich und in der Zukunft. Es entstanden etwa 140 multimediale Beiträge zu den Gastspielen, dem Stückemarkt, dem Internationalen Forum und dem Rahmenprogramm, unterstützt von den Mentoren Dirk Pilz (Berliner Zeitung, nachtkritik) und Stefan Brausshausen (3Sat/kulturzeit). Sophie Diesselhorst (kultiversum) unterstützte die Schlussredaktion, Thomas Aurin erzählte von der Arbeit des Theaterfotografen. Die Userzahlen verdoppelten sich im Vergleich zu 2009: 14.938 Besucher, 23.219 Besuche und 227.828 Seitenaufrufe. Jeder Leser, der auf dieses Blog kam, las also durchschnittlich 9,81 Seiten und erstellte sich somit eine kleine individuelle Theaterzeitung – ohne Lieferzeit, Kioskgang, Altpapierentsorgung.

Zum Theatertreffen-Blog 2010

Theatertreffen-Blog 2009

Das Theatertreffen-Blog ist journalistisch und medial eine Weiterentwicklung der bisherigen tt Festivalzeitung und der bewährten Zusammenarbeit des Theatertreffens mit der Berliner Zeitung. 2009 konnten außerdem ZEIT ONLINE und Theater der Zeit als Kooperationspartner gewonnen werden. Betreut wurden die Nachwuchs-Kulturblogger von den Mentoren Dirk Pilz (Berliner Zeitung, nachtkritik.de), David Hugendick und Rabea Weihser (ZEIT ONLINE). Die Schlussredaktion übernahm Nicole Gronemeyer (Theater der Zeit Verlag). Als Gastmentoren informierten Teresa Bücker (Community Management, Freitag.de) und Kyo Mali Jung (Video-Journalistin, ZDF) über neue Formen des Onlinejournalismus und stärkten im Austausch mit den sieben Blog-Redakteuren die Vernetzung von Theorie und Praxis.

Das Blog enthielt weniger klassische Rezensionen – denn diese sind zu allen eingeladenen Stücken schon zur Genüge vorhanden –, sondern näherte sich auf individuelle, direkte und zeitgemäße Weise dem Festival- und Theaterbetrieb. Damit öffnete sich das Theatertreffen über die Grenzen der Spielorte und der Hauptstadt hinaus.

Zum Theatertreffen-Blog 2009