Frédéric Fisbach
Les Paravents18. + 19. Dezember 2007
Frédéric Fisbach, geboren 1966, ist Absolvent des Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique in Paris. Er begann seine Theaterkarriere 1991 als Schauspieler im Ensemble des Théâtre Gérard Philipe in Saint-Denis. Es folgten Engagements am Théâtre Nanterre-Amandiers, an der Chartreuse Villeneuve-les-Avignon und am Studio-Théâtre in Vitry-sur-Seine, wo er mit Regisseuren wie Jean-Pierre Vincent, Stanislas Nordey, Antoine Caubet und Laurent Sauvage zusammenarbeitete. 1992 debütierte Fisbach am Théâtre Gérard Philipe als Regisseur mit einem Projekt nach eigener Textvorlage: Les Aventures d’Abou et Maimouna dans la lune.
Seit 1996 widmet sich Frédéric Fisbach fast ausschließlich der Regiearbeit und entwickelte eine Handschrift, die im französischen Theater einzigartig ist. Er bezieht unterschiedliche künstlerische Praktiken und Formen in seine Inszenierungen ein und sucht immer wieder außerhalb Europas nach Theatertraditionen, um das westliche Theater zu hinterfragen. Auch das Publikum spielt für Fisbachs Regiearbeit eine entscheidende Rolle: Die Position des Zuschauers wird bereits vor und während der Proben in den Arbeitsprozess einbezogen. Fisbach gründete 1996 seine eigene Compagnie, das Ensemble Atopique. Paul Claudels L’annonce faite à Marie folgten Produktionen wie Un avenir qui commence tout de suit von Vladimir Majakowski und L’île des morts / Le gardien de Tombeau von August Strindberg.
Nach der Auszeichnung mit dem Japan-Preis der Villa Médicis 1999 inszenierte er in Tokio mit japanischen Schauspielern Nous, les héros von Jean-Luc Lagarce sowie zum ersten Mal in Frankreich ein Stück des japanischen Autors Oriza Hirata, „Tokyo Notes“, mit japanischen und französischen Schauspielern. Bei Les Paravents von Jean Genet setzte er 2002 die Einbeziehung japanischer Theaterformen, in diesem Fall des Marionettentheaters, fort. In Zusammenarbeit mit dem Choreografen Bernardo Montet erarbeitete er 2001 erstmals einen klassischen Text, Bérénice von Jean Racine. Zu seinen Arbeiten für die Oper zählen Shadowtime, Forever Valley, Agrippina und Kyrielle du sentiment des choses. Von 2002 bis 2006 leitete Frédéric Fisbach das Studio-Théâtre in Vitry-sur-Seine und ist heute Co-Direktor des neuen Kulturzentrums 104 in Paris.
Im Sommer 2007 war Frédéric Fisbach Artiste associé des Festival d’Avignon.
