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Alvis Hermanis

The Sound of Silence
9. – 13. November 2007

Alvis Hermanis, geboren 1965 in Riga, zählt heute zu den wichtigsten Regisseuren seiner Generation in Europa. Seine Inszenierungen unterscheiden sich in hohem Maße stilistisch und thematisch voneinander, gemeinsam sind ihnen jedoch die Orientierung an der Arbeit des Schauspielers und die ausgeprägte Präzision in der Form und Wahl der Stilmittel. Im April 2007 wurde der Regisseur in Thessaloniki mit dem renommierten Preis „Premio Europa Nuove Realtà Teatrali“ (Premio Europa für neue Theaterrealitäten) ausgezeichnet.

Nach einer Schauspielausbildung am Lettischen Staatskonservatorium spielte Hermanis in den 80er Jahren in Filmen sowie auf der Bühne, darunter Rollen wie Jean in Fräulein Julie von Strindberg und Jago in Shakepeares Othello. Erste eigene Inszenierungen ab 1990. Sein Projekt Like a Calm and Peaceful River is the Home – Coming (1992) nach Steven Soderberghs Film Sex, Lies and Video – eine seiner ersten Arbeiten am Jaunais Rigas Teatris (Neues Rigaer Theater) – wurde von der Kritik als „beste Inszenierung der Spielzeit“ ausgezeichnet. Es folgten Marquise de Sade nach Yukio Mishima (1993), ebenfalls als „beste Inszenierung“ gewürdigt und 1995 zum Baltic House Festival in St. Petersburg eingeladen, Das Bildnis des Dorian Gray nach Oscar Wilde (1994) und Uguns un nakts (Feuer und Nacht) nach dem Stück des lettischen Nationaldichters Rainis, Musik von Janis Medins, an der Lettischen Nationaloper (Großer Musikpreis von Lettland 1996).

Seit 1997 leitet Hermanis das Neue Rigaer Theater, ein auf zeitgenössisches Repertoiretheater ausgerichtetes junges, vitales Haus im Zentrum der lettischen Hauptstadt. Als Inszenierungen folgten dort Arcadia von Tom Stoppard (1998) und Bungee Jumping von Jan Tätte (2000), das auf einer Tournee in Kanada und den USA gezeigt wurde, sowie Die Stadt von Jewgenij Grischkowez (2001). Der Revisor von Nikolaj Gogol (2002), in Lettland wiederum als „beste Inszenierung der Spielzeit“ ausgezeichnet, wurde 2003 im Rahmen des YOUNG DIRECTORS PROJECT bei den Salzburger Festspielen präsentiert und gewann dort den renommierten Young Directors Award. Seit diesem spektakulären Europadebüt wurde diese Inszenierung auf zahlreiche renommierte Festivals weltweit eingeladen, darunter das Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, Carrefour in Montréal und die Wiener Festwochen.

Danach kreierte Hermanis seine Geschichte über Kaspar Hauser und 2003/04 das Doppelprojekt Gara dzive (Langes Leben) und Talak (Nach Gorki), ausgehend von Maxim Gorkis Nachtasyl. Beide Stücke waren im Rahmen der Biennale Neue Stücke aus Europa im Juni 2004 in Frankfurt/Main und Wiesbaden zu sehen. Danach gelangte am Jaunais Rigas Teatris Latviešu stasti (Lettische Geschichten) zur Premiere.

Das Eis. Kollektives Lesen eines Buches mit Hilfe der Imagination nach Sorokins Das Eis am schauspielfrankfurt war Hermanis’ erste Regiearbeit an einem deutschsprachigen Theater (Koproduktion mit RUHRtriennale 2005 und Jaunais Rigas Teatris). 2006 folgten die Inszenierungen Brennende Finsternis von Antonio Buero Vallejo am Schauspielhaus Zürich sowie Sonja von Tatjana Tolstaja (2006) und Latviešu Milestiba (Lettische Liebe) am Jaunais Rigas Teatris. Im März 2007 wurde sein neuestes Stück Väter am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Für März 2008 ist dort die Uraufführug seiner Adaption von Fjodor Dostojewskis Der Idiot geplant.


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