Fabrice Hyber
Les 4 Saisons …23. – 25. November 2007
Der international renommierte Künstler Fabrice Hyber, geboren 1961, verbindet in seinem facettenreichen Werk Zeichnung, Malerei, Plastik, Installation und Video.
Zu seinen jüngsten Arbeiten gehört L’Artère, ein gigantisches, aus zehntausenden Keramikplatten bestehendes Bodenmosaik, das den Kampf gegen AIDS seit Aufkommen der Krankheit zum Thema hat. Es wurde 2005 im Pariser Park de la Villette eingeweiht. Im gleichen Jahr arbeitete er mit dem Choreografen Angelin Preljocaj an Vivaldis Vier Jahreszeiten: In seiner „Chaosgrafie“ bringt er absurde Fabelwesen und ein sich drehendes Mobile mit verschiedenen Objekten – wie von Kinderhand ausgeschnittene Wolken und Sonnen – auf die Bühne.
Hybers „POFs“ – Prototypes d’Objects en Fonctionnement – basieren meist auf profanen Alltagsgegenständen, deren Funktion er spielerisch verändert, um unsere Wahrnehmung zu hinterfragen und neue Gebrauchsformen anzuregen. Die so geschaffenen Objekte präsentiert er in Ausstellungen und Inszenierungen der Öffentlichkeit.
Zu Hybers spektakulärsten Arbeiten zählt Translation, „das größte Seifenstück der Welt“: Das 22 Tonnen schwere Kunstwerk von 1991 wurde sogar ins Guiness Buch der Rekorde aufgenommen. Nachdem Hyber Mitte der 90er Jahre das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris in einen „Hypermarket“ umgestaltete und im Centre Georges Pompidou im Rahmen der Ausstellung „Feminine/Masculine“ einen Kosmetiksalon installierte, vertrat er 1997 Frankreich bei der 47. Biennale in Venedig. Für sein Ton- und TV-Studio wurde er mit dem Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon ausgezeichnet.
Für Hyber stellt sich die Welt als ein vielschichtiges Ganzes mit einer Vielfalt an Möglichkeiten dar und lässt sich nicht auf eine Sichtweise festlegen. Die im steten Wandel begriffene Kunst „nimmt nicht weg, sondern fügt hinzu“, indem sie den Anstoß zu neuen Haltungen gibt. Sie dient in seinen Augen dazu, alle vorhandenen Handlungsmöglichkeiten zu erschließen. Voraussetzung dazu: die Kraft der Übertreibung, die Vielfalt der Entstehungs- und Verbreitungsorte, unabhängig von der Beschaffenheit des Werkes. Hybers Schöpfungen sind Zwischenstufen eines Arbeitsprozesses, in dem das Denken mit all seinen Ausläufern und Windungen als eine Art riesiger Wurzelstock angelegt ist.
Weitere Informationen unter www.preljocaj.org
