Andrea Breth
Verbrechen und Strafe11.–14. Dezember 2008
Andrea Breth, geboren 1952, studierte Literaturwissenschaft in Heidelberg. Nach Regieassistenzen am Heidelberger Theater führten sie erste Inszenierungen ans Bremer Theater, nach Wiesbaden, Hamburg und Berlin-West sowie an die Schauspielakademie und das Theater Neumarkt in Zürich. Von 1983 bis 1985 war Andrea Breth am Theater Freiburg engagiert. Mit Bernarda Albas Haus von García Lorca wurde sie 1985 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, wo seither zahlreiche ihrer Inszenierungen zu sehen waren. Im selben Jahr wählte sie die Kritikerjury in Theater heute zur Regisseurin des Jahres. 1986 wechselte sie für drei Jahre ans Schauspielhaus Bochum, wo sie u. a. mit Greens Süden und Gorkis Die Letzten hervortrat.
Nach Inszenierungen am Wiener Burgtheater (Kleists Der zerbrochne Krug und O’Caseys Das Ende vom Anfang) war sie von 1992 bis 1997 Künstlerische Leiterin der Berliner Schaubühne. Als Regisseurin realisierte sie hier u.a. Der einsame Weg von Schnitzler, Gorkis Nachtasyl, Wampilows Letzter Sommer in Tschulimsk, Ibsens Hedda Gabler, Euripides Orestes, Tschechows Die Möwe und Onkel Wanja, Kleists Die Familie Schroffenstein und Stella von Goethe.
Seit 1999 ist Andrea Breth Hausregisseurin am Burgtheater Wien und erarbeitete hier Edward Bonds Die See, Horváths Der jüngste Tag, Kleists Das Käthchen von Heilbronn, Schillers Maria Stuart, Albees Die Ziege oder Wer ist Sylvia?, Williams’ Die Katze auf dem heißen Blechdach, Tschechows Der Kirschgarten, Lessings Minna von Barnhelm sowie die Uraufführungen von Albert Ostermaiers Letzter Aufruf und Nach den Klippen; ihre Inszenierungen von Emilia Galotti (2002) und Don Carlos, Infant von Spanien (2004) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Bei den Salzburger Festspielen war Andrea Breth erstmals 2002 mit Das weite Land zu Gast, 2007 inszenierte sie hier Tschaikowskis Eugen Onegin.
Als Opernregisseurin trat sie erstmals 2000 mit Orfeo ed Euridice unter Ivor Bolton an der Oper Leipzig hervor. Es folgten Die verkaufte Braut unter Stefan Soltesz in Stuttgart (2003) und Carmen unter Harnoncourt bei der styriarte in Graz (2005). Bei der Ruhrtriennale 2005 inszenierte sie das Projekt Nächte unter Tage.
Andrea Breth ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, darunter des Deutschen Kritikerpreises (1986), des Fritz-Kortner-Preises (1987), des Wiener Theaterpreises Nestroy für „Beste Regie“ (2003) und des Theaterpreises Berlin (2006). Sie ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main und der Akademie der Künste Berlin.
Mit ihrer Bühnenfassung von Dostojewskis Roman Verbrechen und Strafe, die im Sommer 2008 die Salzburger Festspiele eröffnet, kommt Andrea Breth nach Jahren als Regisseurin zurück nach Berlin, ins Haus der Berliner Festspiele.
