Teilnehmer*innen des Internationalen Forums 2024 auf dem Areal von „Radical Playgrounds“ vor dem Gropius Bau.

© Berliner Festspiele, Foto: Fabian Schellhorn

Internationales Forum

Das Internationale Forum ist ein Stipendienprogramm für aufstrebende Künstler*innen der Darstellenden Künste aus der ganzen Welt. Es ist eine Plattform für internationalen Austausch und Nachwuchsförderung, Initialzündung für Kollaborationen, die Suche nach vielfältigen lokalen Perspektiven auf globale Fragen und ein Freiraum für das gemeinsame Entwickeln künstlerischer Ideen. Hier kommen während des Theatertreffens Künstler*innen in Berlin zusammen, um gemeinsam Theater zu schauen, zu denken, zu experimentieren und  Verbindungen zu knüpfen.

Internationales Forum 2026

Im Herbst 2025 bewarben sich auf den Open Call über 800 Künstler*innen aus rund 90 Ländern. Das Internationale Forum 2026 versammelt 34 aufstrebende Theaterschaffende von Alexandria bis Quezon City, von Timișoara bis Langenthal. Für diese Ausgabe zieht das Internationale Forum unter der Leitung von Aljoscha Begrich und Sima Djabar Zadegan in die Floating University, ein Regenwasserrückhaltebecken des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof und ein Lernort, in dem heute Vögel, Insekten, Algen, Schilfgräser und einige wissensdurstige Menschen koexistieren.   

Hier, inmitten der Stadt und doch nicht nur zwischen Menschen, stellt sich die Frage des Zusammenlebens auf ganz neue Weise. In der Regel denken und praktizieren wir Theater in laborhaften Settings aus der menschlichen Perspektive und versuchen von dort Aussagen über die Welt zu treffen. Kann man diesen human gaze innerhalb der Theaterpraxis überwinden? Welche Sprache(n), Bilder, Bewegungen und künstlerischen Strategien werden wir als direkte Nachbar*innen des Ökosystems Floating University finden? Diesen und anderen Fragen widmen sich die Stipendiat*innen gemeinsam in Workshops der Künstler*innen Rolf Abderhalden (Mapa Teatro), Shelley Etkin und Christophe Meierhans.   

Darüber hinaus haben die eingeladenen Stipendiat*innen die Gelegenheit, das Festival zu besuchen und zu reflektieren: in Gesprächen mit den Künstler*innen der zum Theatertreffen eingeladenen Produktionen und Teilnehmenden anderer Programmformate des Festivals, nachts im Theaterfoyer und morgens beim Frühsport. Theater nonstop, zwei Wochen lang – als szenische Forschung ganz ohne Produktionszwang. Und doch werden sich die Welten der Künstler*innen auch im Theatertreffen-Programm zeigen: Bei der Veranstaltung The Forum’s Forum präsentieren die Stipendiat*innen eine spielerische Antwort auf die Frage, wie Theater heute für sie aussieht.

Eindrücke vom Internationalen Forum

60 Jahre Internationales Forum

Jubiläumsprogramm 2025 mit 53 Alumni

Eine Person mit einem Umhang über Kopf und Körper, auf dem die Weltkarte abgebildet ist.

Zoom Out: A Surreal Snapshot of the World

© Created by Grover using DALL-E

Seit nunmehr 60 Jahren bringt das Internationale Forum Theaterschaffende aus der ganzen Welt für zwei Wochen in Berlin zusammen. Innerhalb dieser sechs Dekaden versammelte das Stipendienprogramm des Theatertreffens insgesamt 2.476 Künstler*innen aus 90 Ländern. 2025 feierten wir den Geburtstag des Internationalen Forums mit dem Jubiläumsprogramm „Forum Theatertreffen 1965–2025“, kuratiert von Aljoscha Begrich, Sima Djabar Zadegan und Nora Hertlein-Hull mit Beiträgen von 53 Alumni. Hier erhalten Sie einen Einblick in dieses Jubiläumsprogramm. Willkommen zur Story „60 Jahre Internationales Forum“!

Team

Co-Leitung: Aljoscha Begrich, Sima Djabar Zadegan
Assistenz: Johanna Rolshausen
Tel +49 30 254 89 182
internationales-forum@berlinerfestspiele.de

Geschichte

Das Internationale Forum (IF) besteht seit 1965. Gegründet unter dem Titel „Begegnung junger Bühnenangehöriger“ ist es die älteste kontinuierlich arbeitende Einrichtung ihrer Art. Zu Beginn war es eine Informations- und Diskussionsveranstaltung für junge professionelle Theatermacher*innen aus der Bundesrepublik Deutschland, 1970 konnte der Teilnehmer*innenkreis nach Vereinbarungen mit Institutionen in Österreich und der Schweiz erweitert werden. Durch die 1980 begonnene Kooperation mit dem Goethe-Institut konnten Stipendiat*innen aus der ganzen Welt eingeladen werden.
Ziel des IF ist es bis heute, einen Freiraum für Theatermacher*innen zu schaffen, die am Beginn ihrer Laufbahn stehen: Einen Raum, in dem es Zeit und Möglichkeiten für künstlerischen Austausch, für gemeinsames Arbeiten, spielerisches Ausprobieren und Forschen gibt – frei vom Druck, ein vorzeigbares Produkt abliefern zu müssen. Bis heute prägt das Infragestellen und Infragegestellt-Werden nachhaltig die Arbeits- und Denkweise der beteiligten Künstler*innen. Nicht zufällig entwickelten sich aus dem Internationalen Forum immer wieder einzigartige transnationale und lang währende Arbeitsgemeinschaften.

Mit den internationalen Stipendiat*innen öffnete sich das IF auch inhaltlich und widmete sich verstärkt gesellschaftspolitschen Fragen auf lokaler und globaler Ebene, um Theater als Raum politischer Öffentlichkeit im Spannungsfeld von Kunst, Politik und Gesellschaft zu befragen. Diskurse um Perspektivwechsel, Gleichstellung, strukturelle Machtverhältnisse und Zugang wurden verstärkt im IF verhandelt, da gerade der Austausch zwischen der lokalen Theaterszene mit Kolleg*innen aus Ländern, die im westeuropäischen Kulturbetrieb weniger im Fokus stehen, die pluralistische Weltsicht und die kritische Auseinandersetzung mit anderen Blickweisen und Arbeitsformenförderten, über den Horizont des deutschsprachigen Kulturbetriebs hinaus.

Das Internationale Forum erhielt im Jahr 2000 den Fritz-Kortner-Preis, verliehen von der Zeitschrift Theater heute und gefördert von der Friedrich Stiftung. 2001 vergab das Internationale Theaterinstitut (ITI – Zentrum Deutschland) seinen Preis zum Welttheatertag an das IF und seinen damaligen Leiter Manfred Linke.

2025 wurde das 60. Jubiläum des Internationalen Forums mit dem „Forum Theatertreffen 1965–2025“ gefeiert. Das von Aljoscha Begrich, Sima Djabar Zadegan und Nora Hertlein-Hull kuratierte künstlerische Programm, das ausschließlich aus Beiträgen von Alumni bestand, gab einen Einblick in die Vielfalt des künstlerischen Schaffens der 2.476 Künstler*innen aus 90 Ländern, die bisher am sonst für die Öffentlichkeit unsichtbaren Internationalen Forum teilgenommen hatten.

Leiter*innen

Von 1965 bis 1968 wurde die „Begegnung junger Bühnenangehöriger“ von Joachim Werner Preuß geleitet, in der Zeit von 1969 bis 2005 als „Internationales Forum junger Bühnenangehöriger“ von Manfred Linke. Von 2006 bis 2014 wurde das Internationale Forum geleitet von Uwe Gössel, von 2015 bis 2017 von Daniel Richter und von 2018 bis 2022 von Necati Öziri. 2023 war das Internationale Forum Teil der „10 Treffen“. 2024 übernahmen Aljoscha Begrich und Sima Djabar Zadegan die Leitung.

Stipendiat*innen

Seit 1965 haben über 2500 Theaterschaffende aus 90 Ländern ein Stipendium erhalten.

Dokumentationen

Das Internationale Forum findet in Kooperation mit dem Goethe-Institut, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, dem österreichischen Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport und Kultur | lx - Arts Council Luxembourg statt. Es wird unterstützt durch den Deutschen Bühnenverein. Weitere Förderer sind 2026 die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin, die Behörde für Kultur und Medien Hamburg, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Logo Goethe InstitutLogo Pro Helvetia - Schweizer KulturstiftungLogo Deutscher Bühnenverein, Bundesverband der Theater und Orchester
Logo Intendant:innengruppe im Deutschen BühnenvereinLogo Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und SportLogo Kultur l lx - Arts Council Luxembourg
Logo Niedersächsisches MInisterium für Wissenschaft und Kultur
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