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Les Percussions de Strasbourg

Alles begann im Jahr 1959, als Pierre Boulez eingeladen wurde, sein Werk „Le Visage Nuptial“ in Straßburg zu dirigieren. Um die große Schlagwerk-Besetzung zu gewährleisten, die das Werk verlangt, wurden Musiker der Straßburger Philharmoniker und des ORTF Orchesters zusammengebracht. Diese sechs jungen Musiker – Bernard Balet, Jean Batigne, Lucien Droeller, Jean-Paul Finkbeiner, Claude Ricou und Georges Van Gucht – vereinte der gemeinsame Wille zur Innovation und enge Freundschaft und so beschlossen sie, ein Perkussions-Ensemble zu gründen. Alles musste neu erfunden werden: das Repertoire, die Auswahl der Instrumente… Die Groupe Instrumental à Percussion – heute Les Percussions de Strasbourg – war geboren.

Das erste Konzert fand am 17. Januar 1962 in Gegenwart des französischen Komponisten Serge Nigg am ORTF statt. Rasch inspirierte das Ensemble die Entwicklung eines neuen Repertoires durch Komponisten wie Messiaen, Stockhausen, Serocki, Kabelac, Ohana, Xenakis, Mâche oder Dufourt. Wie Pierre Boulez später sagen sollte: „Das Ensemble brauchte ein Repertoire, aber es machte dieses Repertoire auch notwendig.“ 1967 führten die sechs Perkussionisten im Einvernehmen mit Varèses dessen Werk „Ionization“ auf, das eigentlich für 13 Perkussionisten komponiert worden war. Ihre musikalische Meisterschaft und Leidenschaft verhalf so einem bisher so noch nicht dagewesenen musikalischen Genre zu öffentlicher Anerkennung.

Seitdem treten Les Percussions de Strasbourg weltweit auf allen wichtigen Festivals auf, geben neue Werke in Auftrag und fördern musikalische Innovation. Durch ihre zahlreichen Reisen und den engen Austausch mit Komponisten tragen sie maßgeblich zur Klangrecherche sowie zur Erfindung neuer Instrumente bei, so zum Beispiel des von Xenakis entworfenen „sixxen“.

Im Jahr 2015 wurde Jean Geoffroy künstlerischer Leiter des Ensembles, das sich anschließend vergrößerte und nach und nach die vierte Generation der Percussions de Strasbourg integrierte. Die kontinuierliche Beschäftigung mit Schlüsselwerken der zeitgenössischen Musik und deren Erneuerung durch die Entwicklung neuer Technologien und den Ausbau szenischer Praxis und Ausdrucksformen: Darin liegen für das Ensemble die Herausforderungen in der Erfindung und Erkundung der Welt der Perkussion im 21. Jahrhundert. Les Percussions de Strasbourg haben seit ihrer Gründung mehr als 1.600 Konzerte in 70 Ländern gespielt; ihr Repertoire umfasst mehr als 300 Werke, die eigens für sie komponiert worden sind. Zudem haben sie ein weltweit einzigartiges Instrumentarium mit über 500 Instrumenten entwickelt, mehr als 30 Aufnahmen veröffentlicht und über 30 internationale Preise erhalten.

www.percussionsdestrasbourg.com

Stand: Januar 2017

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