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Nicola Vicentino

Nicola Vicentino

Wie kaum ein anderer Musiker seiner Zeit hat Nicola Vicentino (1511–1576) den Titel eines spekulativen Avantgardisten verdient. Eine Mischung aus praktischen Erfahrungen und theoretischen Überlegungen führte ihn dazu, ein Tonsystem mit verschiedenartig gestimmten Terzen und Halbtönen zu entwerfen und so im 16. Jahrhundert die Mikrotonalität unserer Zeit vorwegzunehmen.

Vicentino wurde 1511 in Vicenza in Venetien geboren, schlug die Laufbahn eines Geistlichen ein und ließ sich zum Priester weihen. Wohl im Laufe der 1530er Jahre trat Vicentino in den Dienst am Hof des Kardinals d’Este in Ferrara ein, anscheinend sowohl als Geistlicher wie als Musiker. Von 1551 an machte er seine Überlegungen in Gestalt einer öffentlichen Disputation in Rom und in einer gelehrten Abhandlung publik. Danach baute er ein Tasteninstrument mit 36 Tasten pro Oktave, auf dem seine Vorstellungen klanglich umsetzbar waren, und bereiste mit seiner Musik italienische und europäische Städte, darunter Paris und München. 1576 wurde Vicentino Opfer der Pestepidemie in Mailand. Seine musikalische Ausnutzung der Chromatik wirkte wegweisend für jüngere Komponisten wie Carlo Gesualdo und Claudio Monteverdi.

Stand: Juni 2017

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