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Wolfgang Amadeus Mozart

Des Wolfgangerl Compositiones, in den ersten 3 Monaten nach seinem 5ten Jahre.
Leopold Mozart werden die Hände ein wenig gezittert haben, als er Anfang 1761 diesen Vermerk unter die ersten beiden Stücke seines Sohnes Wolfgang setzte, muss ihm doch endgültig klar geworden sein, dass dieser Sohn ein Talent besaß, das einzig in der Welt war. Der Vater ging mit diesem Talent sorgsam um, hegte und pflegte es, sah aber auch darauf, es bekannt zu machen. Als Mozart knapp sechs Jahre alt war, wurde die erste Reise an den nahe gelegenen Hof des Kurfürsten in München unternommen, um den kleinen Wolfgang und seine vier Jahre ältere Schwester der höfischen Gesellschaft zu präsentieren – mit durchschlagendem Erfolg. Von nun an nahm die Reisetätigkeit der Mozarts ein immer größeres Ausmaß an. In ganz Europa sorgte das Wunderkind für Erstaunen und Entzücken und spielte vor den höchsten Monarchen seiner Zeit.

Allmählich wurde Mozart älter und wandelte sich vom Wunderkind zum ernst zu nehmenden Komponisten, der auf seinen ausgedehnten Reisen von sich reden machte, etwa als er das berühmte „Miserere“ des Renaissancekomponisten Allegri, das nur in der Sixtinischen Kapelle in Rom gesungen wurde und nicht verbreitet werden durfte, nach dem Besuch des Gottesdienstes aus dem Gedächtnis niederschrieb. Aber allen Anstrengungen und allen großen Erfolgen zum Trotz stellte sich die große Chance nicht ein. Die Hoffnungen auf eine repräsentative Anstellung an einem großen und berühmten Hof in Italien, München oder Wien zerschlugen sich, und so musste sich der junge Mozart mit dem Dienst am Hof des Fürsterzbischofs in Salzburg zufrieden geben, was seinem Ehrgeiz keinesfalls genügte.

Einen künstlerischen Durchbruch brachte der Auftrag zur Komposition der Oper „Idomeneo“ für die Karnevalssaison des Jahres 1781 in München. Auch wenn Mozart vorher schon bedeutende Werke wie die Violinkonzerte oder das sogenannte Jenamy-Klavierkonzert KV 271 geschaffen hatte, fand er doch erst im „Idomeneo“ ganz zu sich selbst. Mit diesem Erfolg im Rücken – der allerdings nur musikalischer und nicht finanzieller Art war – wagte Mozart im Sommer 1781 den entscheidenden, vom Vater argwöhnisch betrachteten Schritt in die künstlerische Unabhängigkeit. Er zog nach Wien und musste sich zunächst in einer Existenzform im Leben der Stadt etablieren, die es vorher nicht gegeben hatte: der eines selbstständigen, also nicht an einen Hof oder einen anderen Auftraggeber gebundenen Musikers.

1782 erhielt Mozart von Kaiser Joseph II. den Auftrag zum Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“, das in Wien begeistert aufgenommen wurde, rasch andernorts gespielt wurde und sich zum größten Bühnenerfolg in Mozarts Leben entwickelte. Die Jahre 1784 bis 1787 lassen sich dann als Zeit großer, unangefochtener Erfolge zusammenfassen, deren Höhepunkt die triumphale Premiere des „Don Giovanni“ am 29. Oktober 1787 in Prag bildete.

Danach folgte eine schwierige Phase in Mozarts Leben. Gewinnbringende Konzerte und Aufträge blieben aus, sodass sich bei Mozart, der ohnehin nie besonders gut mit Geld haushalten konnte, finanzielle Sorgen einstellten. Um seine Ausgaben decken zu können, musste er sich bei seinen Freunden verschulden. Mozart scheint diese Schwierigkeiten aber gemeistert zu haben, jedenfalls wissen wir aus seinem letzten Lebensjahr nicht, dass er Bekannte in nennenswertem Umfang um Geld angegangen hätte. Mit der am 30. September 1791 uraufgeführten „Zauberflöte“ gelang Mozart wieder ein durchschlagender Erfolg, den er voller Genugtuung registrierte. Die Oper stand in Wien in dichter Folge auf dem Spielplan und verbreitete sich rasch im gesamten deutschsprachigen Raum und Europa. Ende November 1791 wurde Mozart plötzlich von einer Krankheit befallen, der er am 5. Dezember erlag. Den Erfolg der „Zauberflöte“ außerhalb Wiens konnte er nicht mehr erleben.

Stand: Juni 2017

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