Bundeswettbewerbe

Tanztreffen der Jugend – Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die jugendlichen Teilnehme*rinnen des Tanztreffens der Jugend. Es untergliedert sich in die Bereiche Praxis mit Intensiv- und Impuls-Workshops, Dialog mit den täglichen Aufführungsgesprächen und widmet sich im Fokus Vermittlung von unterschiedlichen Expertisen im Tanz.

Intensiv-Workshops

Die Teilnehmer*innen nehmen vormittags an fortlaufenden Workshops teil, die aufeinander aufbauen und an deren Ende eine kurze Präsentation steht, um auch den anderen Tänzer*innen zu zeigen, wie in den Workshops gearbeitet wurde.

SA 22. bis DI 25.09.2018, 09:30 – 12:00
Showing: MI 26.09.2018, 14:00 – 15:00

Macht und Perspektive

Wie hängen Macht und Perspektive miteinander zusammen? Unsere Geschichten schreiben sich in unsere Körper ein und unsere Körper werden zu Knotenpunkten von Herrschaftsverhältnissen im gesellschaftlichen Raum: auf der Straße, zuhause in der Familie, auf der Bühne. Der Platz, der diesen Punkten zugewiesen ist, bestimmt die Perspektive, beschneidet sie, bewertet sie. Was ist meine Koordinate in diesem Raum? Der Workshop erforscht Strategien und Techniken, den zugewiesenen Platz des eigenen Körpers zu verlassen, um die Perspektive zu befreien. Was, wenn wir die Knotenpunkte weiter voneinander entfernen, wenden, gleichsetzen? Wer in uns oder was um uns wird plötzlich sichtbar? Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber Lust und Neugier, mit der eigenen Bewegungssprache zu experimentieren. Was bedeutetet eigentlich: „auf Augenhöhe sein“ körperlich? Ist Macht gleich Kraft? Wie bewege ich mich inner- und außerhalb der Gruppe? Wir werden körperliche Modelle finden, um Hierarchien zu brechen und unseren Perspektiven Raum zu geben!

Mit Modjgan Hashemian – geboren 1975, absolvierte ihre Ausbildung als Choreografin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in ihrer Geburtsstadt Berlin. Sie blickt auf eine vielfältige tänzerische und choreografische Vergangenheit zurück, wobei die Auseinandersetzung mit ihren iranischen Wurzeln stets einen integralen Bestandteil ihrer Arbeit bildet. Ihre Tanzstücke basieren auf realen Geschichten und stellen eine Kombination aus dokumentarischen Bausteinen und der Suche nach einer Interpretation dieser Geschichten über die eigene Bewegungssprache dar. Hierbei legt sie den Fokus auf Interdisziplinarität. Seit 2009 präsentiert sie ihre Stücke in Kooperation mit dem Ballhaus Naunynstrasse – darunter „Move in Patterns“, „Don’t Move“, „In Motion“, „Game Over“, „I love I“, „Kick it!“ und „XX-Riots“ – und realisiert Tanzstücke wie „Yeki bud yeki nabud“ und „bodytext“ im Studio Я des Maxim Gorki Theater. Mehrfach wurde Modjgan Hashemian auf Podien zum Thema Tanzverbot im Iran eingeladen. Ihre Arbeiten wurden in tanz- und theaterwissenschaftlichen Kontexten an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, in München und in Hamburg im K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg auf Kampnagel vorgestellt. Außerdem unterrichtet sie und gibt Tanzworkshops, u.a. in Bagdad, Sulaymaniyah (Kurdistan) und Teheran. 2013 begann sie Workshops zum Thema „Deutsch lernen über den Körper“ zu unterrichten. 2014, 2015 und 2016 entstanden unter dem Titel „DER DIE DAS KÖRPER“ Tanzstücke mit Kindern und Jugendlichen.
www.hashemian.biz

Vom Cypher ins Theater: Urbaner Tanz im Bühnenkontext

Tanzkulturen innerstädtischen Ursprungs wie z. B. Breaking, Vogueing, Popping, Locking oder Housedance werden unter dem Begriff urbaner Tanz zusammengefasst. Dieser ist stark musikalisch geprägt, interaktiv und improvisatorisch. Unter dem Motto „Vom Cypher ins Theater“ erfahren die Teilnehmer*innen gemeinsam mit Daniela Rodriguez und Bahar Gökten vom Tanzkollektiv nutrospektif, wie urbaner Tanz innerhalb seiner Kultur praktiziert wird und wie er auf der Bühne funktionieren kann. Dies beinhaltet den Einblick in urbane Tanztechniken, ihre Vermittlungsweisen wie das Lehren und Lernen im Cypher und die Entwicklung von eigenem Bewegungsmaterial durch urbane choreografische Methoden. Welchen Einfluss haben dabei Musik, Raum und Rhythmik? Und wie kann aus urbanen Themen und Ausgangsfragen ein Bühnenstück entstehen? In einem viertägigen Bewegungslabor werden die Teilnehmer*innen spielerisch forschen und in sogenannten Miniprozessen Gelerntes anwenden. Dabei ist immer genug Raum für Reflexion und Fragen. Ganz gleich welcher Tanzstil, hier ist für jede*n etwas dabei, die*der Lust hat, urbane Inspiration zu entdecken und wie bei allen Freestyle-Tänzen ihre*seine eigene Kreativität, Erfahrung und Persönlichkeit mit einzubringen.

Mit Bahar Gökten – geboren in Stuttgart, ist Tänzerin und Choreografin. Ausgehend von einem Fundament aus urbanen Tanzstilen erschließt und entwickelt sie Bewegung aus einer Vielzahl von Ansätzen. Erfahrung sammelte sie auf den Bühnen verschiedener Häuser wie dem Staatstheater Stuttgart, dem Théâtre de Suresnes, der Deutschen Oper am Rhein und dem tanzhaus nrw. Sie arbeitete u. a. mit Nasser Martin-Gousset, Neco Çelik, Nina Kurzeja und Magali Sander Fett. Neben ihrem erziehungswissenschaftlichen Studium initiiert und leitet Bahar Kinder- und Jugendprojekte. Sie ist Tänzerin der in NRW angesiedelten Kompanie Renegade und Teil der seit 2002 bestehenden Breaking-Gruppe Dirty Mamas Crew, mit der sie langjährig international aktiv war. Zusammen mit fünf weiteren Choreografinnen gründete sie 2012 das urbane Tanzkollektiv nutrospektif, mit dem sie eigene Bühnenstücke und interdisziplinäre Improvisationsformate realisiert. Das Kollektiv hat sich zum Ziel gesetzt, den urbanen Tanz im Bühnenkontext sichtbarer zu machen, künstlerische Arbeitsweisen zu erforschen und den Dialog in der Tanzlandschaft voranzubringen. Hierzu gehört auch ein starkes Engagement in der kulturellen Bildung in Form von Konzepten für und mit jungen Menschen.

und Daniela Rodriguez Romero – ist Diplomsportwissenschaftlerin und freischaffende urbane Bühnenchoreografin. Sie ist Gründungsmitglied von nutrospektif, einem Kollektiv urbaner Tanzkünstlerinnen aus Nordrhein-Westfalen. Nach ihrem Studium arbeitet sie als choreografische Assistenz für Guido Markowitz in sechs Jugendproduktionen an staatlichen und städtischen Häusern. 2013 gründet sie mit Heiner Buchen vom Dekanat Saarbrücken, Bistum Trier das internationale Jugendtanzensemble Fara Voce – Ohne Stimme – ein Jugendensemble zur politisch-ästhetischen Bildung für junge Menschen innerhalb der freien jungen Tanzszene. Ihre künstlerisch-choreografische Arbeit ist durch ihre kulturwissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung geleitet. In ihren prozessorientierten Produktionen thematisiert sie urbane Tanzkulturen für den zeitgenössischen Bühnenkontext und entwickelt hierfür eine eigene künstlerische urbane Methodik. Als Regisseurin arbeitet sie vorwiegend konzeptionell. Der interdisziplinäre Ansatz hat für sie einen großen Stellenwert. Seit 2008 inszeniert und entwickelt sie Trainings, Proben und Bühnenformate für Profis und Laien. Seit 2002 lehrt und lernt sie in der urbanen Tanzlandschaft als Tänzerin und Tanzvermittlerin. Nach ihrer akademischen Ausbildung in der kreativen Bewegungspädagogik und einer wissenschaftlichen Vertiefung in der Geschlechterforschung 2009 nimmt sie am Institut für Vermittlungskompetenz in den Sportarten in Köln einen Lehrauftrag an. 2012 lehrt sie ebenfalls am Institut für Tanz und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihre Fachbereiche im Studiengang der Sportwissenschaften sind Kreative Bewegungspädagogik, Urbaner Tanz und die Lehre der kulturwissenschaftlichen Aspekte urbaner Tanzkulturen. Sie entwickelt in dieser Zeit ihr Lehrkonzept Urbane Tanzkultur in Schulen, welches 2015 mit dem Lehrpreis für Dozierende der Deutschen Sporthochschule Köln ausgezeichnet wird. Ihre Vermittlungstätigkeit in der informellen Lehre bündelt sich in Weiterbildung für urbane Tanzvermittlung und in der Gründung der Genderinitiative LADIES DANCE – women for women. In ihrem politischen Aktivismus innerhalb der kulturellen Bildung steht sie für einen dialektischen Zugang von informellen Lehr- und Lernweisen und institutioneller Lehre ein. Deshalb lehrt sie künstlerische Methoden in beiden Bildungskontexten.

Mehr zu nutrospektif: www.nutrospektif.de

„Ich bin eigentlich ganz anders …“

Das Zitat „Ich bin eigentlich ganz anders, nur komme ich so selten dazu“ des Schriftstellers Ödön von Horvàth ist Ausgangspunkt dieses Workshops, der sich mit der Performance auf und außerhalb der Bühne beschäftigt. Wir performen im Alltag die unterschiedlichsten Rollen und inszenieren uns nicht nur auf Facebook und Instagram. Der Tanzraum kann ein Möglichkeitsraum sein, ein Raum, in dem wir behutsam verschiedene Ebenen unserer Persönlichkeit entdecken. Wir nähern uns in diesem Workshop dem Paradoxon, dass wir in der Kunst mehr wir selbst sein können als außerhalb von ihr. Wir machen uns auf die Suche nach uns selbst auf dem Weg zur Bühne.

Mit Tomas Bünger – hat an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Klassischen und Modernen Bühnentanz studiert. Von 1999 bis 2012 war er Tänzer beim Tanztheater Bremen unter der Künstlerischen Leitung von Susanne Linke und Urs Dietrich. Er hat mit vielen internationalen Choreograf*innen wie Emanuel Gat, Ingun Bjørnsgaard und Tero Saarinen gearbeitet und weltweit gastiert. 2009 bis 2012 war er auch Choreografischer Assistent. Heute beschäftigt er sich mit der Weitergabe von Bewegungswissen in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Im Sommer 2013 machte er eine integrative Fortbildung zum Tanzlehrer am Mark Morris Dance Center in New York (Dance for People with Parkinson‘s). Seit 2014 arbeitet er als Gastdozent regelmäßig mit dem Goethe-Institut Bangladesch zusammen. 2015 war er Gastdozent an der Universität der Künste in Buenos Aires (Universidad Nacional de las Artes: UNA). Seit 2017 gibt er Masterclasses für Studierende der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg. 2018 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Bremen am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaften. Er ist Jurymitglied beim Tanztreffen der Jugend und Mitbegründer des TanzKollektivBremen.
www.tanzkollektivbremen.de

Assistenz / Drums: Tahnun Ahmedy – 24 Jahre alt, ist Tänzer und Choreograf und hat kürzlich eine kleine Schule für zeitgenössischen Tanz in Dhaka (Bangladesch) eröffnet. Ausgebildet in klassischem indischen Tanz, östlichem klassischen Tanz (Kathak) und klassischem westlichen Tanz mit anschließender Choreografie-Assistenz. Künstlerresidenzen in Bangalore (2017) und Kolkata (2017). Tätig als Trainer in verschiedenen Tanzformen an unterschiedlichen Tanzschulen in Bangladesch. Stipendiat des Goethe-Instituts.

Spaziergänger*innen – Choreografien des Öffentlichen

Wie können wir durch Tanz und Bewegung den öffentlichen Raum (neu)besetzen und wie lebt der urbane Raum auch im Studio in uns weiter? Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen wollen wir verschiedene Bewegungsmuster untersuchen und verschiedenartige Räume erfinden. Einerseits arbeiten wir mit Bewegungsmaterial aus dem zeitgenössischen Tanz, andererseits werden die vielfältigen Tanzrichtungen der Teilnehmer*innen für die Bewegungsrecherche ausschlaggebend sein. In diesem Workshop arbeiten wir sowohl im Studio als auch in den naheliegenden urbanen Räumen. Wir werden zu driftenden und entwerfenden Körpern. Räume wie Straßen, Plätze, Kreuzungen und Parks werden zu unserer Bühne und zu einem Forschungsraum der Bewegung. Welche Geschichten der Räume, die wir durchlebt haben, können wir durch Tanz und Bewegung erzählen und wie choreografieren wir unseren Alltag?

Mit Josefin Pöhlmann – geboren in Ecuador, vor sieben Jahren zum Studium nach Berlin gezogen. Sie studierte bis 2016 Theaterwissenschaft und Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin. Heute arbeitet sie als Klettertrainerin und Performance-Assistentin. Sie war schon immer von Tanz und Bewegung begeistert. Während ihres bisherigen Aufenthalts in Deutschland wirkte sie bei verschiedenen Tanz- und Performanceprojekten mit. Bei dieser Arbeit ging es meistens um unterschiedliche Körperlichkeiten und eine inklusive Praxis im Tanz. Da sie einen transkulturellen Werdegang hat, interessiert sie die Arbeit mit dem Körper in verschiedenen Kontexten sowie das Arbeiten in einem transkulturellen und interdisziplinären Feld, mit einem besonderen Fokus auf Tanz, Theater und Anthropologie. Sowohl die Theorie als auch die Praxis und gerade die Vernetzung dieser Felder scheinen ihr besonders interessant. In ihrem Verständnis eröffnet dies unterschiedliche Perspektiven auf Bewegung und Gedanken.

Und Lilly Pöhlmann – geboren in Heidelberg und aufgewachsen in Ecuador, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Northern School of Contemporary Dance in Leeds, England (Bachelor) und war Teilnehmerin des SMASH (2016) und des Dance Intensive Programm (2008) in Berlin. Als Tänzerin arbeitete sie u. a. für Leonie Graf, Angus Balbernie, Carlos Guerra Pons und Ben Duke. Momentan assistiert sie bei Mobile Dance, einem Projekt geleitet von Jo Parkes. Sie entwirft eigene Projekte, in denen sie verschiedene Rollen übernimmt, wie die der (Co-)Choreografin, Tänzerin und Tanzvermittlerin. 2016 gründete sie zusammen mit drei weiteren Künstler*innen das Kollektiv Cavadoras. Impuls-Workshops Um zeitgenössischen Tanz und Grenzüberschreitungen zur urbanen Tanzkunst drehen sich die Impuls-Workshops.

Impuls-Workshops

Um zeitgenössischen Tanz und Grenzüberschreitungen zur Urbanen Tanzkunst drehen sich die Impuls-Workshops.

MOVEMENTACTIVISM – Contact Improvisation „Having the choice and making decisions“

SO 23.09.2018, 14:00 – 16:15
DI 25.09.2018, 14:00 – 16:15

In diesem Workshop werden die Teilnehmer*innen eingeladen, ihre Körper(-erfahrungen), Bewegungssprache(n), Improvisationslust und Kreativität in ihrer komplexen Gesamtheit zu entdecken. Contact Improvisation (CI) ist ein improvisierter Tanz, der auf dem physischen Dialog von mindestens zwei bewegten Körpern beruht. Als offene Forschungsreise der kinästhetischen Möglichkeiten der Körper, die sich durch Kontakt bewegen, kann CI sowohl wilde und athletische als auch ruhige und meditative Formen annehmen. Ebenso kann CI als Spiegel genutzt werden, um (verkörperte) soziale Normen und Strukturen wahrzunehmen: Wie aufmerksam nehmen wir non-verbale Signale wahr? Können wir klar unsere Grenzen benennen? Mit welchen Körpern möchten wir tanzen? Bei wem vermuten wir Kraft und Stabilität, bei wem Zerbrechlichkeit? Wer tanzt mit wem, und wie? Mit dem Axis-Syllabus-Kompendium, das sich überwiegend auf Biomechanik, Physik und Anatomie bezieht, versuchen wir, in unserem eigenen Bewegungsvokabular mehr Freiheit zu schaffen, um verschiedenen Körpern und (Trainings-)Erfahrungen die Teilhabe zu ermöglichen. MOVEMENTACTIVISM nutzt nicht nur das Axis-Syllabus-Kompendium, um die verschiedenen Möglichkeiten und Limitationen der Körper zu verstehen, sondern wird immer begleitet (manchmal mehr, manchmal weniger im Fokus) durch den intersektionalen Feminismus und die kritische Sozialtheorie.

Mit Diana Thielen – geboren 1982, ist Tänzerin, Performerin und Bloggerin. Sie erhielt ihre Ausbildung im zeitgenössischen Tanz an der SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance und ist Studentin der Gender Studies und Erziehungswissenschaften in Berlin. Ihre Arbeiten beinhalten interdisziplinäre Perspektiven, die ihr Interesse an Queer-Theory, intersektionalem Feminismus und postkolonialen Studien integrieren. Sie unterrichtet und performt international. Gemeinsam mit der Theatermacherin Alisa Tretau setzt sie sich unter THIELEN_TRETAU seit 2016 in gemeinsamen Performances mit selbstbestimmten Körperbildern, feministischer Verdrehung von Stereotypen und dem spielerischen Einnehmen von im Alltag unzugänglichen Räumen auseinander. Zurzeit performt sie, zusammen mit einer diversen Gruppe von Künstler*innen aus Berlin, in der immersiven Installation „Sitting on a Man’s Head“ (Biennale Berlin 2018) von der nigerianisch-amerikanischen Choreografin Okwui Okpokwasili und wird im Wintersemester 2018/19 am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin als Gastdozentin tätig sein. Der Blog www.movementactivism.com teilt ihre intersektionale Untersuchung und Faszination für den menschlichen Körper in all seiner*ihrer Komplexität: wie wir uns bewegen, wie wir uns präsentieren, wie wir uns sozial positionieren, wie wir uns verändern und uns unseren Herausforderungen anpassen.

Waacking

SO 23.09.2018, 14:00 – 16:15

Mit Spaß an Musik und Tanz dreht sich der Impuls-Workshop um den urbanen Tanzstil Waacking. Er vermittelt nicht nur wesentliche musikalische und tanztechnische Grundlagen, sondern bietet auch effektive Lernmethoden für das selbständige Üben an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung der tänzerischen Spontaneität und Individualität. Dazu werden Methoden des Freestylens und der Musikalität geschult. Beim Waacking stehen der Kontrast zwischen An- und Entspannung der Arme sowie der Aufbau der Kraftausdauer des Schultergürtels im Fokus. Der Workshop vermittelt koordinativ anspruchsvolle Armbewegungen zur Musik, sicheres Auftreten und selbstbewusste Posen.

Mit Yeliz Pazar – freischaffende Tänzerin, Choreografin und pädagogische Lehrkraft. Ihre Bühnentätigkeit umfasst choreografisch-künstlerische sowie tänzerisch-darstellende Tätigkeiten. Als Mitglied von nutrospektif wirkte sie an Tanztheaterstücken wie „c.o.r.e.“, „Columba Livia“ und „Cry|Sis“ mit. Sie tanzte in den Produktionen des Jungen Schauspielhaus Düsseldorf und der Kompanie Renegade. Außerdem choreografierte Yeliz Pazar „Paradise Lost“ am Schauspielhaus Düsseldorf, „Grenzerde“ und „#P.O.S.T.14“ am Dekanat Saarbrücken sowie „Dialog“ am Kulturforum Alte Post. Sie ist fester Bestandteil der Genderinitiative LADIES DANCE, Mitglied der Bam-Sistaz-Crew und von House of Manuka, einer deutsch-französischen Waacking-Crew. Ihr Stil ist beeinflusst durch verschiedene urbane Tanzformen wie Hip-Hop, House, Locking, Popping, Breaking, Waacking und Voguing sowie modernen und zeitgenössischen Tanz.

GAGA

SO 23.09.2018, 14:00 – 16:15

Gaga ist eine Bewegungssprache, die vom israelischen Choreografen Ohad Naharin im Laufe vieler Jahre entwickelt und heute von den Tänzer*innen seiner Batsheva Dance Company beim täglichen Training angewendet wird. Der sich bis heute ständig weiterentwickelnde Ansatz von Gaga bezieht sich auf das Wissen um die heilende, dynamische und sich verändernde Kraft der Bewegung. Gaga ist eine Technik, um Wissen und Selbsterkenntnis durch den eigenen Körper zu erlangen. Gaga bietet einen Rahmen, um den Körper zu entdecken und zu stärken. Flexibilität, Ausdauer und Agilität werden gesteigert, Sinne und Vorstellungskraft gleichzeitig angeregt. Gaga schafft ein Bewusstsein für die eigenen körperlichen Schwächen, aktiviert untrainierte Körperteile, zeigt Verspannungen auf und bietet Möglichkeiten, diese zu lösen. Gaga ermöglicht die Arbeit an Instinkten und verbindet bewusste und unbewusste Bewegungen. Gaga ermöglicht die Erfahrung von wirklicher Freiheit und Freude in einem angenehmen Raum, in bequemer Kleidung, begleitet von Musik, jede*r Tänzer*in mit sich selbst und anderen. Wir werden zusammen mit einer Gaga-Session beginnen. Danach werden wir einige Bewegungsabläufe lernen, den Raum durch diese nutzen und ausprobieren, wie wir das Gelernte der Session auf Bewegungen anwenden können. Am Schluss des Workshops können wir im Gespräch unsere Erfahrungen miteinander teilen, Fragen stellen und in einen Dialog kommen.

Mit Yael Schnell – geboren in Haifa in Israel. Sie tanzte von 1994 bis 2002 in der Batsheva Dance Company von Ohad Naharin. Neben der Arbeit mit ihm kollaborierte sie auch mit Choreograf*innen wie Jiri Kylian, Paul Selwyn Norton, Tero Saarinen, Angelin Preljocaj u. a. Anschließend zog sie nach Berlin, wo sie eigene Stücke entwickelte und u. a. mit Ari Rosenzweig, Jorg Schiebe und Christoph Winkler zusammenarbeitete. 2007 wurde sie Mitglied bei Sasha Waltz & Guests, wo sie seither viele Stücke (mit-)entwickelt und getanzt hat. Parallel zu ihrer Tanzlaufbahn ist Yael zertifizierte Lehrerin für Gaga, der von Ohad Naharin entwickelten Bewegungssprache. Sie hat einen Bachelorabschluss in Soziologie und macht gegenwärtig einen M. A. in Kulturwissenschaften.

Step Bibel (Freestyle and Commercial Fusion)

SO 23.09.2018, 14:00 – 16:15

Im Workshop „Step Bibel“ wird der Fokus auf drei große Themengebiete gerichtet: Hip-Hop- Commercial, Hip-Hop-Freestyle, Hip-Hop-Culture / History. In Hip-Hop-Freestyle werden die Basics beigebracht und individuell weiterentwickelt, in Kombination mit Storytelling und Battle-Mindset. In Hip-Hop-Commercial wird aus den Basics eine Choreografie kreiert und in Hip-Hop-Culture wird kurz auf die Anfänge von Hip-Hop eingegangen, um den geschichtlichen Horizont zu erweitern. Um am Kurs teilzunehmen sind keine Vorkenntnisse nötig. Nur viel Motivation und Mut zum Verlassen der Komfortzone.

Mit Michael Mejeh – „I’m not interested in how people move. But what moves them“ – dieses Zitat von Pina Bausch leitete den Anfang von Michaels Tanzkarriere ein. Seit über sechs Jahren beschäftigt er sich nun mit der Hip-Hop-Kultur und dem Tanz. Ihn inspirieren die verschiedenen Storys der einzelnen Tänzer*innen. Sie lassen ihn wachsen, um sich selbst immer wieder neu zu erfinden. 2008 gründete Michael das Geschwister-Dance- Trio Mejeh Black. 2010 bis 2015 war er Tänzer in der Jugendcompany iMove und Spieler im Jugendclub U21 des Saarländischen Staatstheaters, 2013 war er Halbfinalist in der TV Sendung „Das Supertalent“ und 2015 Halbfinalist der TV Sendung „Got to Dance“ mit Mejeh Black. 2016 wirkte er als Tänzer in der Produktion „morphing lines“ von Nadja Raszewski im Kunsthaus Dahlem mit. 2016 wurde er Mitgründer der Hip-Hop-Bewegung „Armageddon“ in Berlin, 2017 bis 2018 war er Tänzer in der Produktion „B-Boys don’t cry“ von Besim Hoti am Staatstheater Braunschweig. Seit 2017 ist er Leiter der Jugendcompany im Bereich Tanz am Staatstheater Braunschweig, wo er auch choreografiert.

Voguing

DI 25.09.2018, 14:00 – 16:15

Voguing – ein Tanzstil, der in den 1960er-Jahren in der New Yorker homo- und transsexuellen Ballroom-Szene entwickelt wurde. Inspiriert vom Modemagazin Vogue und bekannt geworden durch den gleichnamigen Song von Madonna verbindet die Tanzkultur Bewegungsabläufe aus dem Breakdance, Popping und den Martial Arts mit der Attitude der Supermodels der 1980er-Jahre. Im Workshop werden grundlegende Ideen des Runways vermittelt sowie ein selbstbewusstes Auftreten und das Posen und Laufen auf High Heels, ähnlich wie auf den Laufstegen der High-Fashion-Designer. Die tänzerische Form des Voguing zeichnet sich durch die Präzision der Kreation von komplexen Winkeln sowie Illusionen der Arme aus.

Mit Georgina Philp aka Leo Melody – sie absolvierte 2008 ihre Tanzausbildung an der Fontys Academy for Creative Industries und arbeitet seither mit Künstler*innen wie Lena Meyer- Landrut, Jan Delay und Madcon. In Deutschland als Botschafterin des Voguings bekannt, schaffte sie es 2013 mit ihrem individuellen Style bis ins Halbfinale von „Got to Dance“ und unterrichtet u. a. im tanzhaus nrw sowie bei internationalen Tanzfestivals. Seit 2012 organisiert sie unter dem Namen Berlin Voguing Out diverse Events und gründete The House of Melody.

Contemporary – Partnering

DI 25.09.2018, 14:00 – 16:15

Wir beginnen mit einem Warm-up, um den Körper und Kreislauf in Schwung zu bringen. Dabei bedienen wir uns an den Elementen der Limoné-Technik, falling-recovery und release. Mit kurzen Vertrauensübungen bilden wir die Grundlage für unsere Partnering-Choreografien. Auch kleine akrobatische Hebungen werden Teil des Workshops sein. Ihr braucht keine festen Partner*innen. Nur Mut, Vertrauen, Spaß!

Mit Carmen Scarano – lebt in Stuttgart. Sie absolvierte ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Tanzpädagogin für künstlerischen Tanz und Tanzpädagogik an der Ballettfachschule Ronecker in Stuttgart und an Schulen in Paris, New York und Los Angeles. Als Tanzpädagogin wirkt Carmen seit über 16 Jahren in unterschiedlichsten Projekten mit. Diese reichen von Gewaltprävention für den Elementarbereich, über „Toleranz Lernen“ – ein politisches Bildungskonzept für Schulen bis hin zu tanzpädagogischen Projekten in Strafvollzugsanstalten sowie Lehraufträgen an der Universität Erfurt und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart. Zu ihrer Leidenschaft zählen künstlerische Projekte im Tanztheater. Seit 2013 choreografiert Carmen halbjährlich Stücke zusammen mit dem Theaterhaus Stuttgart. In diesem Rahmen gewann 2017 das Stück „Wenn sie tanzt“ den LAMATHEA – Landesamateurtheaterpreis Baden-Württemberg in der Kategorie Kinder- und Jugendtheater. Mit Projekten wie „Dance for Good“ (Ein Jugendprojekt – für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge und Jugendliche aus Stuttgart am Theaterhaus Stuttgart) setzt sich Carmen Scarano intensiv für die Arbeit mit heterogenen Großgruppen ein. Mit Simone de Picciotto und dem Kunstprojekt „Hit the Beat – In Rhythm we meet. Unity through Cultural Diversity” erarbeitet Carmen seit 2012 jährlich Performing Arts Showcases für die Oberstufenschüler*innen der Waldorf School Windhoek, Namibia.

Carmen engagiert sie sich sehr für inklusive Tanzprojekte. Entstanden sind Choreografien für blinde und sehbehinderte Menschen sowie für Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom und anderen geistigen sowie körperlichen Beeinträchtigungen. Als Choreografin arbeitet Carmen mit professionellen Tänzer*innen und Schauspieler*innen an diversen deutschen Theatern und für Firmenevents. Zusammen mit ihrer Kollegin Luciana Mugei gründete sie 2009 Luca Tanzprojekte. Über Luca Tanzprojekte werden Workshops, Firmenevents und Jugendarbeit realisiert.

www.carmen.dance

Popping

DI 25.09.2018, 14:00 – 16:15

Popping ist eine Technik aus der Welt der urbanen Tänze. Eine schnelle Muskelkontraktion und -entspannung wird in der Hip-Hop-Sprache „hit“ oder „pop“ genannt. Wir werden uns mit den Formen und Möglichkeiten beschäftigen, um diese besser zu verstehen und anzuwenden. Ziel ist der spielerische Umgang von Popping-Übungen mit der Architektur des Körpers. Dabei werden wir Rhythmusgefühl, Isolation und Kontrolle von Muskelgruppen mittels dieser Technik praktizieren. Kern des Workshops ist, dass jede*r Teilnehmer*in selbst neue Bausteine und Muster erfindet. Der Workshop ist offen für alle!

Mit Kadir [amigo] Memis – geboren 1974 in Bilecik, Türkei. 1984 begann seine tänzerische Karriere auf dem Berliner Pflaster mit den heute international bekannten Flying Steps, dessen Gründungsmitglied er ist. 1994 und 2000 gewannen die Flying Steps den Weltmeistertitel im größten internationalen Breakdance-Battle, dem BOTY (Battle of the Year) in Deutschland. Es folgten zahlreiche Titel aus renommierten nationalen und internationalen Battles. Vom Hip-Hop kommend, in verschiedene Richtungen wachsend, entwickelt er mittlerweile eigene, neue Wege. Mit Konzepten, die z. B. den von ihm begründeten Stil ZEY’BrEaK präsentieren oder in Stücken wie „Triple Destan“, „HÜZÜN“ oder „Sha’irlie – this is not a Chaplin“ verbindet er Tradition und Moderne auf großen Bühnen. Seine Projekte sind Ausgangspunkte und Erweiterung transkultureller und künstlerisch hybrider Perspektiven, manchmal auch mystischer Faszinationen, denen es räumlich und tänzerisch zu begegnen gilt. Als Initiator erfolgreicher Projekte wie Funkin’ Stylez, einer der größten, internationalen Hip-Hop-Battles, arbeitet er mittlerweile in und mit bekannten Dance-Companies, mit Künstler*innen unterschiedlicher Richtungen und mit renommierten Kulturhäusern zusammen.

Nice to meet you!

SA 22.09.2018, 14:00 – 16:15

Vier Workshops für die Gruppen, in denen die Teilnehmer*innen die Aufführungsgespräche führen. Sie sollen einen Rahmen schaffen, in dem alle die Möglichkeit haben, sich besser kennenzulernen. Im Vordergrund steht die Freude am gemeinsamen Bewegen. In spielerischen Situationen und durch geleitete Improvisation und Musik wird Tanz erkundet sowie ein Gefühl für den Raum und die Gruppe gefunden. Außerdem wird in den Workshops gemeinsam mit den Teilnehmer*innen erörtert, wie über Tanz gesprochen werden kann und welche Werkzeuge, Übungen und Herangehensweisen hilfreich sind, um ein Aufführungsgespräch zu führen und Tanz zu analysieren.

Aufführungsgespräche

SA 22. bis MI 276.09.2018, 17:30

Die Aufführungsgespräche und Nice to meet you! werden angeleitet von

Sophie Camille Brunner – geboren 1988 in Basel. Lebt, arbeitet und studiert in Berlin. Auf der Suche nach Tanz, Bewegung und Spiel kehrt sie der schweizerischen Schokoladenfabrik den Rücken und schlägt sich von nun an durch das Dickicht der Großstadt. Fasziniert von den Techniken der Modern-Dance-Avantgardisten Martha Graham, Merce Cunningham und José Limón erarbeitet sie erste eigene Tanzproduktionen und begegnet der englischen Choreografin und Community-Dance-Artist Jo Parkes. Zusammen mit ihr erobert sie seither tanzend den städtischen Raum: es entstanden ein Duett mit einer Seniorin an der Bernauer Straße, ein Orangensolo im Podewil oder eine Rubensfantasie in der Gemäldegalerie – immer am Vorhersehbaren und Gewohnten vorbei. Im Moment arbeitet sie fest im Künstler*innenteam von TanzZeit Berlin und unterrichtet in diesem Rahmen an unterschiedlichen Schulen. Darüber hinaus hat sie an Projekten der Jugendcompany Evoke mitgewirkt und setzte sich von 2013 bis 2016 im Studium am Hochschulübergreifenden Zentrum für Tanz auf einer theoretischen Ebene mit Tanz und Performance auseinander.

Lisa Gaden – lebt und arbeitet in Berlin – immer und überall auf leidenschaftlicher Bewegungssuche, -findung und -erfindung. Nach einer dreijährigen Bühnentanzausbildung bei DANCEWORKS Berlin studierte sie zeitgenössischen Tanz an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und an der staatlichen Theaterschule Kopenhagen. Die Tanzpraxis führte sie zum Studium der Theaterwissenschaft an die Freie Universität Berlin, bis sich aus der Schnittmenge von physischen und theoretischen Einflüssen die Begeisterung für die Körpertherapie entwickelte. Infolgedessen absolvierte Lisa eine Ausbildung in traditionell chinesischer Medizin und Faszienarbeit und forscht nun an der Verbindung von Ausdruckstanz und körperlichen Wohlbefinden. Ihre künstlerisch-tänzerische Arbeit basiert überwiegend auf Improvisation mit dem Wunsch, Bereiche des alltäglichen Lebens einzubeziehen und so viele Menschen wie möglich zum freien Bewegen zu animieren.

Josefin Pöhlmann – geboren in Ecuador, vor sieben Jahren zum Studium nach Berlin gezogen. Sie studierte bis 2016 Theaterwissenschaft und Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin. Heute arbeitet sie als Klettertrainerin und Performance-Assistentin. Sie war schon immer von Tanz und Bewegung begeistert. Während ihres bisherigen Aufenthalts in Deutschland wirkte sie bei verschiedenen Tanz- und Performanceprojekten mit. Bei dieser Arbeit ging es meistens um unterschiedliche Körperlichkeiten und eine inklusive Praxis im Tanz. Da sie einen transkulturellen Werdegang hat, interessiert sie die Arbeit mit dem Körper in verschiedenen Kontexten sowie das Arbeiten in einem transkulturellen und interdisziplinären Feld, mit einem besonderen Fokus auf Tanz, Theater und Anthropologie. Sowohl die Theorie als auch die Praxis und gerade die Vernetzung dieser Felder scheinen ihr besonders interessant. In ihrem Verständnis eröffnet dies unterschiedliche Perspektiven auf Bewegung und Gedanken.

Lilly Pöhlmann – geboren in Heidelberg und aufgewachsen in Ecuador, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Northern School of Contemporary Dance in Leeds, England (Bachelor) und war Teilnehmerin des SMASH (2016) und des Dance Intensive Programm (2008) in Berlin. Als Tänzerin arbeitete sie u. a. für Leonie Graf, Angus Balbernie, Carlos Guerra Pons und Ben Duke. Momentan assistiert sie bei Mobile Dance, einem Projekt geleitet von Jo Parkes. Sie entwirft eigene Projekte, in denen sie verschiedene Rollen übernimmt, wie die der (Co-)Choreografin, Tänzerin und Tanzvermittlerin. 2016 gründete sie zusammen mit drei weiteren Künstler*innen das Kollektiv Cavadoras. Impuls-Workshops Um zeitgenössischen Tanz und Grenzüberschreitungen zur urbanen Tanzkunst drehen sich die Impuls-Workshops.

„INVITED“ von Ultima Vez – Performance und Gespräch

DO 27.09.2018, 11:00 – 12:00 Aufführung
DO 27.09.2018, 13:30 – 15:00 Gespräch mit Seppe Baeyens

Der letzte Workshoptag wird in diesem Jahr gemeinsam mit den CAMPUS-Teilnehmer*innen stattfinden. Für diesen Tag wurden Ultima Vez aus Belgien mit ihrer aktuellen Arbeit „INVITED“ in der Leitung von Seppe Baeyens eingeladen.

Optimism Now!

Ein genreübergeifendes Alumniprojekt für frühere Teilnehmer*innen der vier Bundeswettbewerbe.

Viele Menschen haben derzeit das Gefühl, dass die Welt zugrunde geht. Da kommen wir daher und erzählen von unseren persönlichen Highlights, die gleichzeitig auch kollektiv und politisch sein können. Halle Berry bekommt einen Oscar, Barack Obama wird Präsident und Meghan Markle heiratet Prinz Harry … Sind es solche oder ähnliche Momente, die uns Hoffnung geben, dass sich die Welt verändert und vorher Undenkbares möglich wird? Was bedeuten sie für uns ganz persönlich? Wie war es eigentlich vorher?

Im Workshop entwickeln wir Fragen, Fragmente, Utopien und poetische Szenarien, in denen positive politische Momente eine zentrale Rolle spielen. Wir fragen uns, woraus ein gegenwärtiger Optimismus (wenn nicht nur aus apolitischer Naivität) seine Kraft beziehen kann. Welche grundsätzlich kritische Haltung zur Welt braucht es, damit er wirksam werden kann?

Ausgehend von unseren Körpern, in denen sich persönliche und kollektive Erfahrungen versammeln, sampeln wir Bruchstücke aus Popkultur und Politik, vermischen das Alltägliche mit dem Existenziellen und arbeiten mit Elementen aus Theater, Tanz und Performance. Der Workshop ist offen für alle Disziplinen, prozessorientiert und in der Wahl der künstlerischen Mittel frei. Es geht nicht darum, am Ende etwas Fertiges zu präsentieren, sondern in ein kreatives Nachdenken über einen zeitgenössischen Optimismus zu kommen.

Mit Magda Korsinsky – Choreografin, Bildende Künstlerin und Dozentin mit tschechischeritreischem Hintergrund. 1981 in Prag geboren und in Stuttgart aufgewachsen, studierte sie Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin, der École national supérieure des beauxarts de Paris und der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Im Sommer 2012 schloss sie ihr Choreografiestudium am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin ab. Ihre Performances wurden u. a. im Ballhaus Naunynstraße, im Maxim Gorki Theater, in den Sophiensælen und in den Uferstudios gezeigt. Seit 2016 arbeitet sie an ihrem mehrteiligen interdisziplinären Projekt „STRICKEN“, wofür sie die Projektförderung 2017 des Berliner Senats erhalten hat. Die performative Skizze wurde bei den Tanztagen 2017 in den Sophiensælen uraufgeführt, die Installation wurde bei SAVVY Contemporary und im Ballhaus Naunynstraße gezeigt. Für ihre Recherche „Verkörperte Ermächtigung“ erhielt sie 2018 die Initialförderung Fonds Darstellende Künste e.V. Seit 2013 gibt Korsinsky soziokulturelle Workshops z. B. auf dem 1. Heidelberger Kinder und Jugendkongress, an der Akademie der Autodidakten am Ballhaus Naunynstraße, im Robert-Blum-Gymnasium und in der Rütli-Schule in Berlin sowie beim Kulturpädagogischen Dienst Stuttgart.

Und Hieu Hoang – 1986 in Hanoi geboren, studierte Literarisches Schreiben, Theater und Philosophie. Arbeitet als freier Autor, Theatermacher und Performer, meist in kollektiven und kollaborativen Zusammenhängen. Er ist Mitglied des Netzwerks cobratheater.cobra und war in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 Teil der Künstlerischen Leitung für das Projekt „Haus der digitalen Jugend“ im Rahmen des Fonds Doppelpass, das Inhalts- und Formreservoirs des Internets im Theaterraum ästhetisiert und reflektiert hat. Zuletzt entwickelte er mit den Künstlern Henning Fehr und Philipp Rühr die Lecture-Performance „if equal affection cannot be …“, die im Kunstverein Hannover im Rahmen der Ausstellung „Produktion. Made in Germany Drei“ gezeigt wurde. Zusammen mit Olivia Wenzel leitete er das Alumniprojekt im Theatertreffen der Jugend 2018 unter dem Titel „DAS NÄCHSTE LIEBEN“.

Health Check-Up

SA 22. bis DO 27.09.2018, 13:00 – 17:30

Health Check-Up ist eine physiotherapeutische Gesundheitsuntersuchung mit anschließendem Therapieplan. Hier wird eine tanzmedizinische Bewegungsanalyse, Beratung und Behandlung für Tänzer*innen angeboten. Die Tänzer*innen werden nach ihren Problemen individuell behandelt. Um eine langfristige Wirkung auf die Gesundheit der Tänzer*innen zu erzielen, erhalten sie eine Auswahl an Übungen für den Rehabilitationsprozess. Präventive Übungen gegen häufige Tanzverletzungen und Selbsthilfetechniken werden erlernt. Im Akutfall kann auch eine Erstversorgung angeboten und eine Prognose für eine weitere Teilnahme am Tanztreffen der Jugend gegeben werden.

Mit Sophie Manuela Lindner (Sophiela) – ist studierte Sportphysiotherapeutin in der Haid Gesundheits-Werkstatt in Stuttgart, Gründerin von Urban Dance Health (eine Organisation zur Förderung der urbanen Tanzmedizin), wissenschaftliche Mitarbeiterin im CIT Research Institute und seit 2002 urbane Tänzerin. Begonnen hat Sophie Manuela Lindner ursprünglich mit einer Ausbildung in Ballett, Contemporary und Bühnentanz. Sie hat 2002 ihren Tanzschwerpunkt auf den urbanen Tanz gelegt. Seit mehr als zehn Jahren ist sie in der Breaking-Szene aktiv und nimmt international mit ihren Tanzgruppen Skill Sisters aus Stuttgart und M.O.T. Crew aus Salzburg an Battles teil. Als Physiotherapeutin spezialisiert auf Tänzer*innen gibt sie auf internationalen Tanzevents Urban-Dance-Health-Workshops und Health Check-Ups. Gemeinsam mit dem Urban-Dance-Health-Team betreut sie professionelle Tänzer*innen, u. a. Red Bull BC One All Stars, in ihrer Karriere.
www.urbandancehealth.com/sophie

Und Jens Nonnenmann (Jenso) – ist Physiotherapeut und B-Boy. Seit 17 Jahren ist er nun in der Breaking-Szene aktiv und gründete vor elf Jahren die international erfolgreiche Tru Cru. Als Physio- und Myoreflextherapeut spezialisiert auf Tänzer*innen arbeitet Jens in der Haid Gesundheits-Werkstatt in Stuttgart und gibt auf internationalen Tanzevents Urban-Dance- Health-Workshops und Health Check-Ups. Gemeinsam mit dem Urban-Dance-Health-Team betreut er professionelle Tänzer*innen, u. a. Red Bull BC One All Stars, in ihrer Karriere.
www.urbandancehealth.com/jens

Stadttour

MO 24.09.2018, ab 14:00

Raus aus dem Festspielgarten, rein in die Metropole Berlin mit einer Stadttour, bei der man aussteigen und verweilen und einfach später weiterfahren kann.

Das Magische Theater

SA 22. bis DO 27.09.2018, nachmittags, immer wenn die Fahne mit dem Kaninchen weht

Hereinspaziert! Hereinspaziert! Das Magische Theater erwartet dich! Raus aus der äußeren Wirklichkeit – durch die Kaninchenröhre ins Spiegelkabinett – willkommen in deiner inneren Wirklichkeit!
Hier kannst du endlich mit dir über dich reden. Hier kannst du deinen Vergleichsmaßstab ablegen und andere soziale oder biologische Kategorien anlegen. Hier verflüssigen sich deine Vorstellungsbilder. Hier kannst du dich verwandeln, deine Ich-Funktion überprüfen, durch die Matrix von Normen und Machtverhältnissen schwimmen. Hier begegnest du deinen Fremdzuschreibungen. Hier transzendierst du in den Widerstand. Hier ist revolutionäres Design. Hier ist Mut. Hier ist Humor. Dein Verwandlungstriptychon kann im Iglodomzelt gleich neben dem Spiegelkabinett einen kontemplativen Ort finden. In der Rolle und Stimme von Pablo Steppenwolf-Hesse begleitet dich das fantastischpenible Dr. Schaper-Straße-Jugendkunstforscher*innenteam.

Erika Bundesallee ist: Henrike Pilz – in Ostberlin geboren, absolvierte sie ihr Kunststudium 2012 mit Diplom. Meisterschülerin bei Ulrike Grossart an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Ausgezeichnet mit dem Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit von 2013 bis 2015 und dem Robert-Sterl-Preis der Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden. Mitbegründerin von MIKKY BURG, einer Produzentengalerie mit unkommerziellem Kunst-Raum in Dresden 2013. Seit 2015 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Leipzig. Ausstellungen bei Barlach Halle K in Hamburg, Raum2 – Galerie GRÖLLE pass:projects in Wuppertal, Kunsthaus Dresden und lacda – Los Angeles Center for Digital Art. Zusammenarbeiten im Bereich Video-Kunst mit dem Schauspiel Leipzig und dem Täubchental Leipzig. Eine eigens produzierte Film-Arbeit „XXS“ entstand unter dem Pseudonym Heinrich der Löwe.

Alice Parkdeck ist: Antigone Akgün – geboren 1993 in Frankfurt am Main, wo sie aktuell Dramaturgie an der Hessischen Theaterakademie studiert. Davor abgeschlossenes Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft, der Klassischen Archäologie, Philosophie und Griechischen Philologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Während des Studiums bereits erste Zusammenarbeiten auf und hinter der Bühne, u. a. mit dem schottischen Künstlerinnenduo Rosana Cade und Laurie Brown, sowie mit Martina Droste, Laurent Chétouane und Prodromos Tsinikoris. 2012 ausgezeichnet durch den internationalen Altphilologie-Wettbewerb Certamen Ciceronianum Arpinas. 2013 Stipendiatin der Ancient Greek Drama School in Epidaurus. Seit 2014 Mitglied des European Network for Research and Documentation of Performances of Ancient Greek Drama. 2016 als Performerin mit der Produktion „Frankfurt Babel“ (Junges Schauspiel Frankfurt) eingeladen zum 37. Theatertreffen der Jugend. Beim 4. Tanztreffen der Jugend der Berliner Festspiele (2017) Mitarbeit in der Blogredaktion. Aktuell als Performerin beim Performancekollektiv tausend||eins frankfurt tätig.

Dr. Jean-Jaques Schaper-Straße ist: Sebastian Mauksch – geboren 1971. Arbeitet frei in den Bereichen Theater, Performancekunst und Kulturelle Bildung. Leitung des P14-Jugendtheaters der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz von 2001 bis 2007 mit vielfältigen Inszenierungen und Performanceaktionen, ausgezeichnet mit inter- und nationalen Festivaleinladungen und Etablierung der jugendlich-autonomen Theaterarbeit. Mitarbeit bei der „Rollenden Road Schau“ – einem mobilen Containertheater. Ab 2008 Inszenierungen im Ballhaus Ost in Berlin mit Texten von David Lindemann, Helene Hegemann und Anne Tismer. War Theaterdozent einer Werkstatt für Menschen mit seelischen Leiden und ist Helfer für junge unbegleitete Geflüchtete. Langjährige Zusammenarbeit mit dem Künstler*innenkollektiv Club Real u. a. mit der Projektserie „Bakterien, Sex, Demokratie“ an Berliner Schulen. Für die Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele forscht er über die Adoleszenz der Künste.

Bundeswettbewerbe-Blog

Die Redaktion des Blogs rezensiert, interviewt und porträtiert Stücke, Menschen und Geschehen des Tanztreffens der Jugend und setzt sich zusammen aus früheren Teilnehmer* innen des Treffens junger Autor*innen und weiterer Bundeswettbewerbe.
www.bundeswettbewerbe.berlin:

Shaja Aenehsazy – geboren 1996 in Freiburg. Studiert Germanistik und Medienwissenschaften an der Ruhr Universität Bochum. Schreibt, liest, isst. War beim Treffen junger Autor*innen 2015.

Max Deibert – geboren 1994 in Berlin. Lebt derzeit in Leipzig und studiert im vierten Semester Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Verfasste Kolumnen, Glossen, Reportagen für Der Tagesspiegel und bento (SPIEGEL ONLINE). Preisträger des Literaturpreis Prenzlauer Berg 2014 und des Treffen junger Autor*innen 2015. Stipendiat des Literatur Labors Wolfenbüttel 2016. Mitherausgeber der literarischen Anthologie „Tippgemeinschaft 2018“. Seit drei Jahren als Redakteur und Blogger bei den Bundeswettbewerben der Berliner Festspiele tätig.

Ansgar Riedißer – geboren 1998. War Preisträger u. a. beim Treffen junger Autor*innen; beim lyrix – Bundeswettbewerb für junge Lyrik; beim Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg; beim Jugend-Lyrik-Preis der Stadt Stuttgart. Seine Texte wurden mehrfach in Anthologien wie im Jahrbuch der Lyrik 2017 und 2018 veröffentlicht sowie in Übersetzung im finnischen Lyrikmagazin Tuli & Savu.

Anna Evgenivna Zhukovets – geboren am 24. Dezember 1997, 6 PM (EET) in Mariupol (ganz knapp die UdSSR verpasst), getauft: Anna Evgenivna Zhukovets (die Kirche bebte vor Geschrei). Ihre wilden 20er starteten letzte Weihnacht *frenetischer Beifall*. Intensiv, kreativ, extrem – aus dem Leben eines tosenden Taugenichtsdelfins, der drei Kulturreiche bereits beschnuppern durfte: Ukraine, Deutschland, Paris momentan (Münchens Biergartenoasen in Bälde). Wortkomposition, Fotografie, Alchemie, Theater, Klavier, Kafka – ihre Neuroleptika ohne Apothekenbesuch. Kunst therapiert jeden. Schokoladeneclairs, Intuition und l`amour ebenso. Der Steinbock kreiert aus Liebe zum Leben und dem Drang nach permanenter Befreiung und der Verarbeitung unserer verrückten Weltorganisation. Studiert an zwei Universitäten gleichzeitig: Dokumentarfilm- und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film München und Kulturwissenschaften als Fernstudium.

Fotos: Dave Großmann – geboren 1989. Linkshänder. Studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Potsdam. Seit 2014 Herausgeber von KWER – Magazin der Abstraktion. Freiberuflich als Gestalter und Fotograf in Berlin unterwegs. Lebt seine künstlerische Freiheit sowohl als Tänzer als auch im Kollektiv PlusMinus3 aus. Dave ist nicht sein Spitzname.

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