Bundeswettbewerbe

Tanztreffen der Jugend

Das Tanztreffen der Jugend will den aktuellen Entwicklungen und vielfältigen Bemühungen Rechnung tragen, Tanz als eigene Kunstform innerhalb der kulturellen Bildung zu etablieren und Tanz mit jugendlichen Amateur*innen im künstlerischen Kontext zu verorten. Ähnlich wie das Theatertreffen der Jugend soll es zu einem Schaufenster und Impulsgeber für die Arbeit mit Jugendlichen werden und dabei sowohl Ensembles aus Schulen, freie Gruppen bis hin zu institutionell bereits angebundenen Ensembles einbeziehen. Der Austausch zwischen den teilnehmenden Jugendlichen als auch deren pädagogischen-künstlerischen Leiter*innen und Choreograf*innen steht im Mittelpunkt des Treffens.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Der Wettbewerb

Der Bundeswettbewerb richtet sich an jugendliche Ensembles. Schulklassen, Tanz-AGs an Schulen, freie Gruppen oder an freie oder professionelle (Tanz-)Theater angebundene Gruppen können sich bewerben. Es gibt keine thematischen oder formalen Einschränkungen. Mit dem Bewerbungsbogen muss ein vollständiger (Proben-)Durchlauf der Produktion eingereicht werden. Der Wettbewerb wird jährlich im Oktober ausgeschrieben, Einsendeschluss ist jährlich Ende März.

Die Auswahl

Eine Jury wählt die Preisträger-Ensembles aus. Zunächst entscheidet sie anhand der Bewerbungsunterlagen über eine Zwischenauswahl und nach Vorstellungsbesuchen und Gesprächen mit diesen Ensembles über die Endauswahl. Der Preis ist die Einladung zum Tanztreffen der Jugend nach Berlin. Neben künstlerischen, formalen Kriterien ist für eine Auswahl entscheidend, dass die Produktionen in einem engen Dialog zwischen Choreograf*innen / pädagogisch-künstlerischen Leiter*innen und den Jugendlichen entstanden sind, es eine nachvollziehbare inhaltliche Relevanz für Bearbeitung eines Themas mit Jugendlichen gibt und Haltungen und Sichtweisen der Jugendlichen deutlich werden. Die Produktionen sollen sich als Arbeiten von und mit Jugendlichen zeigen.

Die Aufführungen

Jeden Tag des Festivals wird eine der ausgewählten Produktionen vor Publikum im Haus der Berliner Festspiele gezeigt. Für das Einrichten und die Proben erhält jedes Ensemble einen Tag Zeit und sämtliche Unterstützung durch die Technik der Berliner Festspiele. Alle Aufführungen werden aufgezeichnet.

Das Treffen

Mindestens genauso wichtig wie die öffentlichen Aufführungen, ist der Austausch der Gruppen untereinander. Der eigens dafür konzipierte Campus bietet dafür vielfach Gelegenheit in verschiedenen Workshops, Aufführungsgesprächen und Diskussionen. Darüber hinaus wird das Festivalgeschehen auf dem eigens für das Festival eingerichteten Blog kommentiert. Weitere Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele bereichern das Rahmenprogramm mit Texten und Musik.

Das Forum

Das Forum des Tanztreffens der Jugend richtet sich mit einem Austausch-Programm an Pädagog*innen. Es beinhaltet Impuls- und Intensiv-Workshops ebenso wie diskursive Formate für Aufführungsgespräche und/oder Themenschwerpunkte. Im Vordergrund des Forums steht der kollegiale Austausch untereinander.

Tomas Bünger, Bremen

Tomas Bünger hat an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Klassischen und Modernen Bühnentanz studiert. Von 1999 bis 2012 war er Tänzer beim Tanztheater Bremen unter der Künstlerischen Leitung von Susanne Linke und Urs Dietrich. Er hat mit vielen internationalen Choreograf*innen wie Emanuel Gat, Ingun Bjørnsgaard und Tero Saarinen gearbeitet und weltweit gastiert. 2009 bis 2012 war er auch Choreografischer Assistent. Heute beschäftigt er sich mit der Weitergabe von Bewegungswissen in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Im Sommer 2013 machte er eine integrative Fortbildung zum Tanzlehrer am Mark Morris Dance Center in New York (Dance for People with Parkinson‘s). Seit 2014 arbeitet er als Gastdozent regelmäßig mit dem Goethe-Institut Bangladesch zusammen. 2015 war er Gastdozent an der Universität der Künste in Buenos Aires (Universidad Nacional de las Artes: UNA). Seit 2017 gibt er Masterclasses für Studierende der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg. 2018 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Bremen am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaften. Er ist Jurymitglied beim Tanztreffen der Jugend und Mitbegründer des TanzKollektivBremen.
www.tanzkollektivbremen.de

Silke Gerhardt, Schwerin

Lehrerin für Sport, Geografie, Tanz und Theater am Goethe-Gymnasium Schwerin. Sie etablierte Tanz als Unterrichtsfach im musischen Profil der Schule und unterrichtet Kurse Theater / Darstellendes Spiel mit Spezialisierung auf Tanztheater als Wahlpflichtfach 9/10 und im Grundkurs 11/12. Mit Produktionen des von ihr 1991 gegründeten Tanztheaters Lysistrate war sie u.a. zum Schultheater der Länder, dem Theatertreffen der Jugend sowie auf internationale Jugendtheater-Festivals eingeladen. Sie initiiert Tanz- und Theaterprojekte generationsübergreifend und im Rahmen von Inklusion, gibt Workshops zu „Tanz im Schultheater“ in der Lehrer*innenausbildung und -fortbildung. Von 2004-2014 war sie Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Theater in Schulen e.V., 2013 als Projektleiterin für die Organisation und Durchführung des 29. Schultheaters der Länder unter dem Motto „Theater der Bilder“ in Schwerin verantwortlich.

Bahar Gökten, Köln

Geboren in Stuttgart, ist Tänzerin und Choreografin. Ausgehend von einem Fundament aus urbanen Tanzstilen erschließt und entwickelt sie Bewegung aus einer Vielzahl von Ansätzen. Erfahrung sammelte sie auf den Bühnen verschiedener Häuser wie dem Staatstheater Stuttgart, dem Théâtre de Suresnes, der Deutschen Oper am Rhein und dem tanzhaus nrw. Sie arbeitete u. a. mit Nasser Martin-Gousset, Neco Çelik, Nina Kurzeja und Magali Sander Fett. Neben ihrem erziehungswissenschaftlichen Studium initiiert und leitet Bahar Kinder- und Jugendprojekte. Sie ist Tänzerin der in NRW angesiedelten Kompanie Renegade und Teil der seit 2002 bestehenden Breaking-Gruppe Dirty Mamas Crew, mit der sie langjährig international aktiv war. Zusammen mit fünf weiteren Choreografinnen gründete sie 2012 das urbane Tanzkollektiv nutrospektif, mit dem sie eigene Bühnenstücke und interdisziplinäre Improvisationsformate realisiert. Das Kollektiv hat sich zum Ziel gesetzt, den urbanen Tanz im Bühnenkontext sichtbarer zu machen, künstlerische Arbeitsweisen zu erforschen und den Dialog in der Tanzlandschaft voranzubringen. Hierzu gehört auch ein starkes Engagement in der kulturellen Bildung in Form von Konzepten für und mit jungen Menschen.

Modjgan Hashemian, Berlin

Geboren 1975, absolvierte ihre Ausbildung als Choreografin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in ihrer Geburtsstadt Berlin. Sie blickt auf eine vielfältige tänzerische und choreografische Vergangenheit zurück, wobei die Auseinandersetzung mit ihren iranischen Wurzeln stets einen integralen Bestandteil ihrer Arbeit bildet. Ihre Tanzstücke basieren auf realen Geschichten und stellen eine Kombination aus dokumentarischen Bausteinen und der Suche nach einer Interpretation dieser Geschichten über die eigene Bewegungssprache dar. Hierbei legt sie den Fokus auf Interdisziplinarität. Seit 2009 präsentiert sie ihre Stücke in Kooperation mit dem Ballhaus Naunynstrasse – darunter „Move in Patterns“, „Don’t Move“, „In Motion“, „Game Over“, „I love I“, „Kick it!“ und „XX-Riots“ – und realisiert Tanzstücke wie „Yeki bud yeki nabud“ und „bodytext“ im Studio Я des Maxim Gorki Theater. Mehrfach wurde Modjgan Hashemian auf Podien zum Thema Tanzverbot im Iran eingeladen. Ihre Arbeiten wurden in tanz- und theaterwissenschaftlichen Kontexten an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, in München und in Hamburg im K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg auf Kampnagel vorgestellt. Außerdem unterrichtet sie und gibt Tanzworkshops, u.a. in Bagdad, Sulaymaniyah (Kurdistan) und Teheran. 2013 begann sie Workshops zum Thema „Deutsch lernen über den Körper“ zu unterrichten. 2014, 2015 und 2016 entstanden unter dem Titel „DER DIE DAS KÖRPER“ Tanzstücke mit Kindern und Jugendlichen.
www.hashemian.biz

Ulrich Huhn, Berlin

Studierte modernen Bühnentanz an der Rotterdamse Dansacademie, Holland. Er lebte in Amsterdam und arbeitete dort als freischaffender Tänzer. Ende der 90er Jahre war er Ensemblemitglied von Neuer Tanz, Düsseldorf. Seit 2001 lebt er in Berlin und arbeitet wieder als Freiberufler. Noch währenddessen studierte er Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste. Seit 2007 erhält er als Teil des Künstler*innenpools von „TanzZeit – Zeit für Tanz in Schulen“ Dozentenaufträge an Berliner Schulen, vorzugsweise in sozialen Brennpunkten. Seit 2009 arbeitet er kontinuierlich als Dramaturg mit der Berliner Choreografin Hanna Hegenscheidt zusammen.

Martina Kessel, Berlin

Studierte Tanzpädagogik an den Akademien in Rotterdam und Essen und absolvierte im Anschluss ein Studium der Völkerkunde, Islamwissenschaft und Pädagogik an der Universität Köln. Es folgten Anstellungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Göttingen und Köln. Von 2003 bis 2013 war sie Projektleiterin von „Take-off: Junger Tanz“ am tanzhaus nrw, wo sie den Bereich „Tanz für junges Publikum“ aufgebaut hat. Aktuell ist sie Projektleiterin von „ChanceTanz“, einem Projekt des Bundesverband Tanz in Schulen e.V. im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Anthony Mejeh, Saarbrücken

Geboren in Saarbrücken. Verließ das Gymnasium am Schloss mit der Fachhochschulreife und konzentriert sich seitdem sehr intensiv auf seine größte Leidenschaft - das Tanzen. Er trat schon als kleiner Junge tanzend zusammen mit seinen Geschwistern auf. 2010 war er in der Jugendtanzgruppe iMove des Saarländischen Staatstheaters aktiv und beteiligt an drei Produktionen. Dort machte er erste Erfahrungen mit verschiedenen Tanzstilen. Inspiriert wurde der von der Choreografin Daniela Rodriguez, die ihm und der dem Ensemble mehrere urbane Tanzstile näher brachte. Im regulären Training am Theater lernte er das Ballett und zeitgenössischem Tanz kennen. Seit 2015 wechselt er vermehrt in die Rolle des Choreografen und leitet zwei HipHop Kurse in der Tanzschule Euschen Gebhardt, wo er zwei Bühnenauftritte pro Jahr für seine Kurse erarbeitet. 2016 entschloss er sich, an einem internationalen Tanzprojekt des Dekanats in Saarbrücken teilzunehmen, welches in 2017 in Rumänien durchgeführt wurde. Dort entwarf das Ensemble selbst ein Stück, was ebenfalls in 2017 im Rahmen des Perspectives-Festival in Saarbrücken nochmals aufgeführt wurde. Er war bei diesem Projekt choreografischer Assistenz. Im September 2018 wird er eine Jugendtanzgruppe am Staatstheater in Braunschweig leiten und mit den Jugendlichen ein Tanzstück erarbeiten, das im Jahr 2019 zur Aufführung kommt.

Han Nguyen, Düsseldorf

Geboren 1998 in Berlin, war von 2012 bis 2017 Schülerin der ACADEMY – Bühnenkunstschule für Menschen aller Kulturen. 2016 nahm sie mit einer mit Freunden gegründeten Theatergruppe erfolgreich am Performance Wettbewerb UNART teil. Es folgte 2017 eine Zusammenarbeit der Theatergruppe mit dem Theaterkollektiv LUNATIKS. Erste Erfahrungen in Kontaktimprovisation machte sie während der Produktion „#2 Von der Schönheit und Seltsamkeit des Anlehnens“ vom ACADEMY Produktionshaus in Berlin, die von den Choreografinnen und Tänzerinnen Eliane Hutmacher und Susanne Martin geleitet wurde. Die Produktion wurde zum 4. Tanztreffen der Jugend eingeladen. Zur Zeit macht sie ein FSJ Kultur im Jungen Schauspiel am Düsseldorfer Schauspielhaus und betreut das Gemeinschaftsprojekt Café Eden.

Carmen Scarano, Stuttgart

Lebt in Stuttgart. Sie absolvierte ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Tanzpädagogin für künstlerischen Tanz und Tanzpädagogik an der Ballettfachschule Ronecker in Stuttgart und an Schulen in Paris, New York und Los Angeles. Als Tanzpädagogin wirkt Carmen seit über 16 Jahren in unterschiedlichsten Projekten mit. Diese reichen von Gewaltprävention für den Elementarbereich, über „Toleranz Lernen“ – ein politisches Bildungskonzept für Schulen bis hin zu tanzpädagogischen Projekten in Strafvollzugsanstalten sowie Lehraufträgen an der Universität Erfurt und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart. Zu ihrer Leidenschaft zählen künstlerische Projekte im Tanztheater. Seit 2013 choreografiert Carmen halbjährlich Stücke zusammen mit dem Theaterhaus Stuttgart. In diesem Rahmen gewann 2017 das Stück „Wenn sie tanzt“ den LAMATHEA – Landesamateurtheaterpreis Baden-Württemberg in der Kategorie Kinder- und Jugendtheater. Mit Projekten wie „Dance for Good“ (Ein Jugendprojekt – für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge und Jugendliche aus Stuttgart am Theaterhaus Stuttgart) setzt sich Carmen Scarano intensiv für die Arbeit mit heterogenen Großgruppen ein. Mit Simone de Picciotto und dem Kunstprojekt „Hit the Beat – In Rhythm we meet. Unity through Cultural Diversity” erarbeitet Carmen seit 2012 jährlich Performing Arts Showcases für die Oberstufenschüler*innen der Waldorf School Windhoek, Namibia.

Carmen engagiert sie sich sehr für inklusive Tanzprojekte. Entstanden sind Choreografien für blinde und sehbehinderte Menschen sowie für Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom und anderen geistigen sowie körperlichen Beeinträchtigungen. Als Choreografin arbeitet Carmen mit professionellen Tänzer*innen und Schauspieler*innen an diversen deutschen Theatern und für Firmenevents. Zusammen mit ihrer Kollegin Luciana Mugei gründete sie 2009 Luca Tanzprojekte. Über Luca Tanzprojekte werden Workshops, Firmenevents und Jugendarbeit realisiert.

www.carmen.dance

Bundesministerium für Bildung und Forschung (Vorsitz) –
Dr. Irina Ehrhardt, Leiterin des Referats 326 „Kulturelle Bildung“
Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Dr. Birte Werner, Leitung Programmbereich Darstellende Künste
Bundesverband Tanz in Schulen e.V.
Claudia Hanfgarn, Vorstandsvorsitzende
Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ)
Dr. Gerd Taube, Vorsitzender
Dachverband Tanz in Deutschland e.V.
Bea Kießlinger, Vorstand
dance and the Child international Deutschland e.V.
Berry Doddema, Vorstand
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt
Prof. Ingo Diehl, Leiter Masterstudiengang Contemporary Dance Education
nrw landesbuero tanz
Linda Müller, Fachbereichsleitung Tanzvermittlung
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur
Michael Fröhlich, Referat 24 „Kunstförderung“
Tanzplattform Rhein-Main
Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Christoph Peichl, Leiter des Referats 51

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