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Bundeswettbewerbe

Theatertreffen der Jugend 2013

Rückschau auf das Theatertreffen der Jugend 2013

Im Zentrum der Festivalwoche standen die acht eingeladenen Produktionen aus Berlin, Bielefeld, Düsseldorf, Grevenbroich, Heidelberg und Solingen. Mit eigenen Themen und Haltungen und in höchst unterschiedlicher Form befragten die jugendlichen Spieler/-innen in ihren Stücken die Welt im Kleinen wie im Großen. Was ist heute eigentlich Männlichkeit? Wie lebt es sich in parallelen Kulturen und virtuellen Welten? Wie gelingt die Veränderung, wenn sie doch eigentlich unmöglich erscheint? Was bedeutet der Verlust von Heimat für die eigene Zukunft? Kann bloße Empörung uns heute noch zu einer echten Revolution führen? Ist das Liebe, was ich jetzt fühle? Was wird, wenn eine ganze Generation nicht entscheiden kann oder will? Wonach suchen wir, wenn wir rausziehen in die Großstadt?

Über diese Fragen und viele mehr wurde debattiert im Campus-Programm des Festivals: in den Workshops, den Aufführungsgesprächen, in der Festivalzeitung und den vielen Begegnungen der Teilnehmer/-innen im Garten, beim Essen, in kleinen Gruppen irgendwo im Haus der Berliner Festspiele. Und ganz nebenbei wurde natürlich auch gefeiert auf und unter der Bühne, sich selbst und die Zeit, die hier geteilt wurde.

Im Forum-Programm für künstlerische Leiter/-innen von jugendlichen Theatergruppen sowie für Studierende ging es ebenfalls um den gegenseitigen Austausch. In Workshops und Gesprächen wurden theatrale Formen und Inhalte der eingeladenen Produktionen im Hinblick auf die eigene Theaterarbeit befragt und praktisch reflektiert. Darüber hinaus wurden zu verschiedenen Schwerpunkten Impulse für die weitere Theaterarbeit gegeben.

Das Festivalkonzept des Theatertreffens der Jugend, das im Kern darauf setzt, das Miteinander und den Austausch aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander in den Vordergrund zu stellen, erweist sich nach wie vor als richtig. So spielt es für die eingeladenen Produktionen keine Rolle mehr, aus welchem institutionellen Kontext sie kommen, ob sie in Darstellendes-Spiel-Kursen oder Theater-AGs in Schulen, in selbstorganisierten Strukturen aller Art oder in Spielgruppen von freien und/oder Jugend-, Stadt- oder Staatstheatern entstehen. Die Berliner Festspiele wünschen sich, dass diese Festivalkonzeption auch für die Zukunft weiter trägt und möglichst viele Gruppen aus allen Bereichen der Theaterarbeit von und mit Jugendlichen sich weiterhin am Wettbewerb beteiligen.

Christina Schulz
Leiterin der Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele