Bundeswettbewerbe

Theatertreffen der Jugend – Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die Teilnehmer*innen des Theatertreffens der Jugend und ist nicht öffentlich. Es untergliedert sich in die Bereiche Praxis mit verschiedenen Theaterworkshops, Dialog mit den täglichen Aufführungsgesprächen, Fokus mit einem Schwerpunktthema und der täglich erscheinenden Festivalzeitung.

KICK-OFF

Alles nur Theater?!
SA 14.04.2018, 09:30-12:30 Uhr
Konzept: Julia Lemmle, Bahar Meric, André Vollrath
Offen für alle am Festival Beteiligten und Forumsteilnehmer*innen

Du bist mit dabei beim Theatertreffen der Jugend 2018! Fragst Du dich insgeheim auch, was das Theatertreffen der Jugend so wirklich genau ist, was dich erwartet und wer noch dabei ist? Und vor allem: Welche Rolle spielst DU in dem Ganzen?

An diesem Kick-off-Workshop nehmen alle Beteiligten des Theatertreffens der Jugend 2018 teil. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte und den Spirit des Theatertreffens der Jugend.

Denn wir möchten Wege finden, das Theatertreffen der Jugend 2018 gemeinsam so zu gestalten, dass es für alle eine inspirierende, bereichernde, lustige, herausfordernde und wunderbar intensive Zeit werden kann. Dazu gilt es zu klären: Wie möchten wir miteinander umgehen? Wie reden wir miteinander und wie reden wir über Theater? Gibt es das eigentlich, dieses EINE „Theater“ – und warum versteht dann jede Person etwas anderes darunter? Von wem und aus welcher Perspektive wird wie Theater gemacht? Für wen und für wen nicht? Wer wird auf der Bühne wie dargestellt und was hat das für Folgen? Was hat das alles mit Macht und Diskriminierung zu tun?

Beim Kick-off geht es darum, miteinander zu klären, auf welchen Grundlagen wir gemeinsam das Theatertreffen der Jugend gestalten können: indem wir zum Beispiel herausfinden, wie und wann Feedback konstruktiv und passend ist, warum es wichtig ist, zu sagen, was wir wissen und wie wir unser Wissen weitergeben können, um miteinander und voneinander zu lernen.

Wir möchten eine Grundlage schaffen für so ne richtig krass schöne, verrückte, gemeinsame Zeit!

Julia Lemmle ist Kommunikationstrainerin, system. Coach & Performerin. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Empowerment von Frauen* (LGBTQ) und der Begleitung von Veränderungsprozessen. Sie möchte Räume empathischer Kommunikation schaffen, die (stärkeren) Zugang zu Gefühlen und Körperempfindungen ermöglichen, um sexistische und rassistische Strukturen zu hinterfragen und zu verändern.

André Vollrath ist Diversity- und Kommunikationstrainer, Performer, Musiker und Teil der Performancekollektive Fräulein Bernd und meet MIMOSA. In seiner pädagogischen und künstlerischen Arbeit widmet er sich den Themen Herrschaft, strukturelle Diskriminierung (Schwerpunkt: Rassismus/Kritisches Weißsein), lebendige Kommunikation und Verbindung. Wichtig ist ihm der Dialog zwischen intellektuellem und körperlich-emotionalem Wissen.

Bahar Meric lebt und arbeitet als freischaffende Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin in Berlin. Sie arbeitet projektbezogen und genreübergreifend mit Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Laie*n unterschiedlichsten Alters weltweit. Grundlage ihrer Arbeitsweise ist Improvisation und die Verbindung von unterschiedlichen Tanzstilen (zeitgenössischer Tanz, Hip Hop, Ballett). Sie unterrichtet als Dozentin am Berlin Career College der Universität der Künste / TanzTangente im Zertifikatskurs „Creating Dance in Art and Education- Tanzpädagogik und Choreografie“ und leitete u.a. Workshops am Theaterhaus Jena und der TU Berlin. Als Tänzerin war sie an Produktionen u.a. an der Komischen Oper Berlin, Universität Michigan, USA und der Universität Ankara, Türkei beteiligt. Im Bereich der politischen Bildung war sie für das August Bebel Institut zu den Themen Rassismus, Diskriminierung und politische Partizipation tätig. Sie inszenierte u.a. an der Hochschule der Künste Bern, im Haus der Universitäten, Abteilung Kunstgeschichte der Gegenwart des IKG, Bern, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Deutschen Theater Berlin (Coaching), für das Goethe Institut Karachi, Pakistan und war als Choreografin und Schauspielerin an mehreren Kinofilm- und Fernsehproduktionen beteiligt. Seit 2013 ist sie Mitglied des Künstlerkollektivs Tangente Company und Vorstandsmitglied von SuB kultur e.V.

Sowie mit Manjiri Palicha, Patricia Okello, Deniz Utlu und Christina Wüstenhagen

Manjiri Palicha arbeitet als wissenschaftlich-pädagogische Mitarbeiterin bei der Geschäftsstelle Integration der Berliner Volkshochschulen. Die VHS Geschäftsstelle Integration steuert im Auftrag der Berliner Volkshochschulen die überbezirkliche Koordination der Deutschkursangebote für geflüchtete Menschen in Berlin. Manjiri Palicha ist auch langjährige Trainerin für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache. Außerdem hat sie zahlreiche Workshops zu Anti-Diskriminierung und Anti-Rassismus u.a. für die Friedrich-Ebert-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, LesMigraS gegeben. Ihr Fokus liegt hierbei an der Schnittstelle von Migration, Anti-Diskriminierung, Empowerment und Deutsch als Fremd-/Zweitsprache.

Patricia Okello ist Vorstandsvorsitzende des Vereins Der Zeitgeist. ShareITY e.V., der sich für mehr Demokratie einsetzt. Sie ist Projektkoordinatorin und in der Geschäftsführung des Ludwigshafener Dachverband AG der Kulturen. Im Rahmen ihrer haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten werden Projekte im Bereich politische Bildung für junge Erwachsene mit Migrationserfahrung realisiert, ebenso für Menschen mit und ohne Fluchterfahrung. Als eine der Erstunterzeichner*innen des Manifests „Relaunch Europe Bottom-Up“ arbeitet sie in einem transnationalen Bündnis mit weiteren Akteur*innen zusammen, um europäische Lösungen für soziale Herausforderungen zu finden.

Deniz Utlu ist Romanautor. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Paris und lebt in Berlin. Er arbeitet als Kurator für Festivals und thematische Reihen und gründete das Literatur- und Gesellschaftsmagazin freitext in Hannover. Sein erster Roman „Die Ungehaltenen“ kam im Studio des Maxim Gorki Theaters in Berlin auf die Bühne. Er schreibt unter anderem für „Der Tagesspiegel“.

Christina Wüstenhagen geboren 1989, ist freischaffende Tänzerin und staatlich anerkannte Pädagogin. Sie initiiert und leitet verschiedene Tanz- und Kulturprojekte in Kooperation mit Theatern, Museen und Schulen. Ausgehend von ihrem Interesse an Tanz, Medien und dem Erforschen neuer, interaktiver Aufführungsformate, kreiert sie gemeinsam mit den Künstler*innennetzwerken SuB Kultur e.V. und Dreitausend e.V. interdisziplinäre, künstlerische Arbeiten. Gemeinsam mit Berliner Tänzer*innen realisiert sie zeitgenössische Tanzproduktionen und Community-Dance-Projekte in Zusammenarbeit mit der „TanzTangente“ in Berlin.

Workshops
SA 14.04.2018, 13:30-16:00 Uhr
SO 15.04., MO 16.04., MI 18.04.2018
jeweils 09:30-12:00 und 13:30-16:00 Uhr
DO 19.04.2018, 09:30-12:00 Uhr
Workshop-Präsentation: DO 19.04.2018, 13:30-15:00 Uhr

Schau mich an! – ein Schauspiel-Workshop zum Thema Aufmerksamkeit

Ich bin einzigartig! Ich bin besonders! Ich bin außergewöhnlich - anders als alle anderen! Warum merkt das keiner?
Tja … Vielleicht weil die anderen doch toller sind als ich? Schöner, lauter, frecher, glänzender?
Dem leisen Zweifel, der in jeder*jedem von uns wohnt, treten wir in unserem Workshop mit dynamischem Selbstbewusstsein entgegen. Wir wollen herausfinden, wer ihr seid, was euch auszeichnet, was euch ausmacht. Und wie ihr euch sichtbar macht.

Wir erlernen Techniken, mit deren Hilfe wir die Welt davon überzeugen können, uns zu bemerken, uns zuzuhören und auf uns aufmerksam zu machen. Dafür experimentieren wir mit Schauspieltechniken von Susan Batson, Michael Tschechow und Jerzy Grotowski und werden mit Improvisationen, Schauspielübungen und Movements arbeiten.
Wir erlernen miese Tricks, die das Publikum dazu zwingen, uns anzuschauen. Zum Beispiel das Vorspiegeln falscher Tatsachen, um Lacher und Applaus zu erheischen. Natürlich nur für den Notfall. Für den Fall, in dem wir glauben, dass unsere eigenen Mittel, unser Strahlen und unsere Persönlichkeit nicht ausreichen, um uns durchzusetzen.

Aber vielleicht merken wir auch, dass ihr solche Tricks gar nicht benötigt? Weil ihr strahlend schön, mega toll und wirklich interessant seid? Findet es selbst heraus!

Mit Katharina Bellena - wurde in Zabrze (Polen) geboren und wuchs in Mannheim auf. Sie studierte Schauspiel und Performance an der Schauspielschule Mainz, an der Folkwang Universität der Künste in Essen und an der Internationalen Filmschule Köln. Zahlreiche Theaterengagements u.a. an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, am Maxim Gorki Theater, am HAU Hebbel am Ufer, am Schauspiel Köln, am Schauspiel Heidelberg und bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Sie spielt in zahlreichen Fernsehproduktionen, Serien und Kinofilmen. 2012 gründete sie die Filmproduktion CollaboratorsFilms und realisierte mit Elizabeth Blonzen den Film „Doppelpass”. Es folgte „24/7” von Jeanette Wagner. Die Filme wurden zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen und mit Preisen ausgezeichnet. Anstehende Premieren sind die Kinofilme „Hotel Auschwitz” und „Supervising the meaning of Dreams”. Sie unterrichtete an der Filmschauspielschule Berlin szenisches Studium und Performance.

Und Elizabeth Blonzen – geboren 1968 in Gerolstein/Eifel. 1988-1990 Studium der Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Gesamthochschule Essen und der Ludwig Maximilians-Universität München. 1990-1993 Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule München. Danach zahlreiche Engagements, u.a. Münchner Kammerspiele, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspielhaus Bochum, Residenztheater München, Deutsches Schauspielhaus Hamburg. 2008 erster TV-Film für die ARD. 2012 „Doppelpass“, Kinokurzfilm, der u.a. beim 11mm-Filmfestival in Berlin, beim Filmfestival in Rio de Janeiro und auf diversen anderen Festivals zu sehen war und den Spezialpreis der Jury beim Neiße Filmfestival gewann. Seit 2013 als Gast am Maxim Gorki Theater tätig.

Auditorium Exklusiv – (bespielte) Rauminstallation

Ins Theater gehen, auf die Bühne schauen und sich gemütlich im Sessel zurücklehnen? Leise sein im Zuschauerraum, ordentlich gekleidet und angepasst? Nicht heute! Nicht hier! Wir erklären das Haus der Berliner Festspiele zu unserer Bühne, bauen Installationen und zeigen darin unsere Körper. Wir brechen mit Gewohnheiten und Erwartungen und inszenieren uns selbst als Publikum. Wir hinterfragen das Theater, das auf seinen Bühnen von Revolution erzählt und im Foyer exklusiv und hierarchisch ist. Wir brechen Regeln.

Mit Lea Langenfelder - studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Berlin und ist freischaffende Künstlerin und Autorin. Sie konzipiert Inszenierungen, Performances und Installationen, die unter anderem in Berlin, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Heidelberg gezeigt wurden. Seit 2010 ist sie im Mannheimer Künstler*innenkollektiv Theater Performance Kunst RAMPIG tätig. Darüber hinaus arbeitet sie seit 2011 wiederholt mit dem Hamburger Künstler*innenkollektiv HGich.T, ihrem Performanceduo WARTE11, dem Kollektiv Positron und mit der Szenografin Sophie Lichtenberg zusammen und schreibt Texte für Ausstellungen und Theater.

Und Julia Waibel - ist Theaterpädagogin am Jungen Nationaltheater Mannheim und u.a. für die künstlerische Leitung der Jungen Bürgerbühne verantwortlich. Sie studierte Ethnologie an der Universität Leipzig und machte 2014 ihren Abschluss im Studiengang Kultur- und Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Parallel dazu war sie in diverse Theaterprojekte involviert, u.a. in Theaterhaus PLUS am Theaterhaus Stuttgart. Von September 2015 bis Dezember 2016 war Julia Waibel als Theaterpädagogin und Assistentin am Badischen Staatstheater Karlsruhe tätig und im Zuge dessen am Aufbau der Sparte Volkstheater beteiligt.

WAHRnehmung- ein Bewegungsworkshop mit (Körper-)Haltung

In der Bahn, bei der letzten Familienfeier, in der Kneipe, auf der Bühne. Nonverbale Kommunikation begegnet uns überall! Wenn Menschen zusammenkommen, dann reden sie miteinander, sogar, wenn sie nicht sprechen! Der Körper verrät, wer wir sind, was wir wollen, wie wir uns fühlen! Mimik, Gestik und Haltung bestimmen in Sekunden den sogenannten ersten Eindruck. Wir fragen uns: Unterscheidet sich die Wahrnehmung aufgrund von Geschlecht, Aussehen oder Alter? Wie nehmen wir uns selbst und andere wahr? Wie verhalten wir uns? Welchen Erwartungen werden wir gerecht oder eben nicht?

In unserem Workshop nehmen wir unsere eigenen Verhaltensweisen, Popkultur und die Menschen aus unserem Alltag unter die Lupe. Bilder, Redewendungen, YouTube und berühmte Akteur*innen unserer Zeit dienen als Grundlage für unsere Auseinandersetzung. Mit Tanz, Improvisation und Mitteln aus dem performativen Theater versuchen wir, uns der Körpersprache bewusster zu werden und die eigene (Körper-)Haltung zu Gegebenheiten in unserer Gesellschaft zu überdenken.

Mit Bahar Meric - lebt und arbeitet als freischaffende Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin in Berlin. Sie arbeitet projektbezogen und genreübergreifend mit Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Laie*n unterschiedlichsten Alters weltweit. Grundlage ihrer Arbeitsweise ist Improvisation und die Verbindung von unterschiedlichen Tanzstilen (zeitgenössischer Tanz, Hip Hop, Ballett). Sie unterrichtet als Dozentin am Berlin Career College der Universität der Künste / TanzTangente im Zertifikatskurs „Creating Dance in Art and Education- Tanzpädagogik und Choreografie“ und leitete u.a. Workshops am Theaterhaus Jena und der TU Berlin. Als Tänzerin war sie an Produktionen u.a. an der Komischen Oper Berlin, Universität Michigan, USA und der Universität Ankara, Türkei beteiligt. Im Bereich der politischen Bildung war sie für das August Bebel Institut zu den Themen Rassismus, Diskriminierung und politische Partizipation tätig. Sie inszenierte u.a. an der Hochschule der Künste Bern, im Haus der Universitäten, Abteilung Kunstgeschichte der Gegenwart des IKG, Bern, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Deutschen Theater Berlin (Coaching), für das Goethe Institut Karachi, Pakistan und war als Choreografin und Schauspielerin an mehreren Kinofilm- und Fernsehproduktionen beteiligt. Seit 2013 ist sie Mitglied des Künstlerkollektivs Tangente Company und Vorstandsmitglied von SuB kultur e.V.

Und Nima Séne - geboren 1991, arbeitet und lebt in Glasgow als freischaffende Künstlerin. Am Royal Conservatoire of Scotland schloss sie 2016 mit einem First Class B.A. hons den Studiengang Contemporary Performance Practice ab. Ihre Arbeit ist verwurzelt in der kreativen Forschung über Identität, kulturelle Identität, Popkultur, Schwarze Identitäten und die persönliche sowie politische Bedeutung von Belonging/Zugehörigkeit. 2016 erhielt sie mit der Live Art Development Agency den BANNER Award von Artsadmin und präsentierte 2017 ihre Installation „I Belong“ in den Toynbee Studios. Vom National Theatre of Scotland erhielt sie 2017/18 die Starter residency und für Oktober 2018 entwickelt sie ihre erste Solo-Theatershow für das Contact Theatre in Manchester. 2017 wurde sie von der Glasgow School of Art und dem Tänzer*innen-Kollektiv Project X jeweils für einen Artist Talk eingeladen. Nima Séne unterrichtete für das Scottish Youth Theatre im Bereich Tanztheater (2011-2015) und arbeitete beim Africa in Motion Film Festival (Glasgow & Edinburgh 2017). In enger Zusammenarbeit mit der Transmission Gallery in Glasgow, die von Künstler*innen eigenständig betrieben wird, setzt sie sich dafür ein, der Schwarzen Diaspora Schottlands Moderne Kunst, Musik und Performance näher zu bringen. In Berlin pflegt sie ihre Wurzeln in der TanzTangente und ist als Performerin und Tänzerin unter der künstlerischen Leitung von Nadja Raszewski tätig.

Get connected – eine spielerische Forschungsreise

Die gleichen Klamotten, die gleiche Musik, der gleiche Blick auf die Welt: Wann hast du das Gefühl, jemandem nahe zu sein, ihn*sie zu verstehen, wirklich in Kontakt zu kommen? Wann werden aus Menschen dicke Freund*innen, coole Bands, freie Theatergruppen und wann und warum bleiben Beziehungen oberflächlich, kühl, distanziert („Du glotzt immer auf dein Handy, wenn ich mit dir spreche!“)? Und: Was heißt überhaupt „connection“, welche Möglichkeiten bieten Theater und Performance, sich tiefer und echter zu begegnen?

In diesem Workshop begeben wir uns auf eine spielerische Forschungsreise, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Wir untersuchen unsere bisherigen Erfahrungen von Nähe, Kontakt, Entfremdung und Getrenntsein. Und wir erproben und erspüren unterschiedliche Möglichkeiten, durch Sprache, Bewegung, Berührung, Theater und Performance in Verbindung zu treten.

Mit Fräulein Bernd - das sind Julia Lemmle und André Vollrath. Wir entwickeln Performances für politisch-emanzipatorische Konferenzen und Veranstaltungen, um diese lebendiger und lebensnäher zu machen. Denn Politik hat immer auch etwas mit konkreten Menschen und Gefühlen zu tun. Uns macht es Spaß, selbst zu recherchieren, Texte zu schreiben und auf der Bühne zu stehen. Das Spannende dabei ist die Arbeit im Team. Dabei haben wir u.a. gelernt, wie wichtig es ist, dass wir uns bei den Proben wohl fühlen und in einem guten und ehrlichen Kontakt sind. Wenn wir nicht mit Fräulein Bernd unterwegs sind, arbeiten wir als Coach*in und Trainer*in für Kommunikation, Empowerment und Diversity.

Ich in der Welt – Themenfindung und -bearbeitung im literarischen Schreiben

Literarisches Schreiben verbindet uns stärker als andere Formen der Textarbeit mit tiefsitzenden, oft uns selbst gar nicht bekannten Ängsten, Wünschen, Bedürfnissen und Formen des Verlangens. Auch Bilder, die wir uns in unserer Kindheit und im Alltag einverleibt haben, lagern sich auf unserer Sprache, auf unserer Wahrnehmung ab und kommen letztlich in der Darstellung zum Vorschein.

Wie können wir im Schreiben zu unseren innersten Konflikten vordringen und sie in eine Form bringen, die allgemeingültig ist? Was haben unsere ureigenen Ängste und Freuden mit der Welt zu tun, in der wir leben und die uns hervorgebracht hat? Wie kommen wir Bildern auf die Spur, die sich in uns festgesetzt haben, aber gar nicht uns gehören, sondern Stereotype sind, die wir über Familie und Schule, aber auch über Filme und Bücher aufgenommen haben? Was hat das alles mit der Angst vor dem weißen Blatt zu tun und wie überwinden wir diese?

In unserem Workshop schauen wir nach den Texten, die bereits in uns entstehen, ohne dass wir es vielleicht wussten, und üben Techniken ein, um diese Texte aufs Papier zu bringen und an ihnen zu arbeiten. Dazu gehören einfache Schreibübungen sowie die Besprechung von produziertem Text. Schreiben lernen heißt immer auch Lesen lernen – das Lesen von Texten anderer, von sich selbst und von Welt.

Mit Deniz Utlu – ist Romanautor. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Paris und lebt in Berlin. Er arbeitet als Kurator für Festivals und thematische Reihen und gründete das Literatur- und Gesellschaftsmagazin freitext in Hannover. Sein erster Roman „Die Ungehaltenen“ kam im Studio des Maxim Gorki Theaters in Berlin auf die Bühne. Er schreibt unter anderem für „Der Tagesspiegel“.

Anders denken - ein Workshop über Konstruktion

Im Workshop werden wir uns fragen, wie und wie weit es möglich wäre, anders zu denken. Das Problem ist doch eigentlich, dass wir die Welt nicht anders kennen, als so, wie wir sie kennengelernt haben. Die Lösung des Problems ist doch eigentlich, dass wir mehr und mehr von der Welt kennenlernen. Dass wir Dinge, die wir kennen, immer wieder neu kennenlernen. Dass wir Neues dazu lernen. Dass wir Geschichten, die wir erzählen, immer wieder anders erzählen. Im Workshop werden wir den Gedanken zulassen, dass vieles um uns herum konstruiert ist. Konstruktion. Konstruktion von Geschlecht, Konstruktion von Realität, ja sogar Konstruktion von Emotion.

Wir sind ausgelassen, berührt, durcheinander, leidenschaftlich, ekstatisch, eifersüchtig, faul, gelassen, sehnsüchtig, jubelnd, elend, irritiert, kribbelig, lasch, angewidert, geladen, hin- und hergerissen, konzentriert, schwungvoll, unbesorgt, tatkräftig, verliebt oder zuversichtlich. Ist das konstruiert? Wir sind weiblich, männlich, trans, inter oder etwas ganz anderes. Konstruktion! Wir haben langweilige Haarfarben, aufregende Fußnagellackierungen, geheime Tattoos, ungewöhnlich geformte Knie, Muster in Bauchnabeln, Muttermale auf Schulterblättern, tiefe Falten unter jedem Auge, schwabbelige Stellen am Bauch. Wir konstruieren unser Selbstbild. Wir haben schon mal nackt im Winter in einem fast zugefrorenen See gebadet, wir sind noch nie im Leben umgezogen, wir haben Sonnenblumen gepflanzt, wir haben Schuhe mit Schnürsenkeln angezogen, wir haben eine Rolltreppe angefasst und eine Salamischeibe angeschaut. Oder ist das jetzt zu konstruiert?

Diesen Konstruktionen und anderen werden wir uns im Workshop unter Zuhilfenahme performativer Strategien widmen. Wie kann das konkret aussehen?

Wir machen meine Lieblingsübung zum Tausch von Geschlechterrollen. Wir erzählen wahre Begebenheiten aus verschiedenen Perspektiven. Wir schauen uns eine Foto-Love-Story mal aus der Nähe an. Wir analysieren die zum Festival eingeladenen Produktionen und setzen dabei selbstgestaltete Genderbrillen auf. Wir tanzen und singen, wenn uns danach ist. Wir beschäftigen uns mit der Frage, ob man die Gefühle selber haben muss auf der Bühne, damit sie im Publikum entstehen. Und wenn nicht? Dann erfinden wir Dinge, die wir tun können. Dem Publikum soll warm ums Herz werden? Dann stellen wir einen Heizlüfter auf, bieten eine Oberkörpermassage an, leiten eine Yogaübung an, erzählen eine herzerweichende Geschichte oder tun etwas, was ich mir hier alleine noch nicht ausdenken kann, weil es erst mit eurer kreativen Kraft entstehen kann.

Mit Carmen Grünwald-Waack – geboren 1981 in Gießen, Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Universität Hildesheim mit Schwerpunkt Theater. Seit 1995 eigene künstlerische Tätigkeiten und Theaterproduktionen. Theaterpädagogische und -vermittelnde Tätigkeit seit 1996 u.a. bei Theaterprojekten des Bund Deutscher Pfadfinder*innen, bei dem bolivianischen Straßentheaterprojekt Ojo Morado, am Jungen Schauspiel Hannover und beim UnArt-Festival in Dresden und Berlin. Mitbegründung des Hildesheimer Theater- und Performancekollektivs Fräulein Wunder AG 2006. Jungjurorin des Theatertreffens der Jugend 2008 und 2009. Lehrtätigkeit an der Universität Hannover im Studienfach Darstellendes Spiel und an der Universität Hildesheim.

Held*innen des Alltags – Erzähltheater-Workshop

Wir sind die Held*innen unserer eigenen Geschichte. Überall in unserem Alltag steckt das Besondere und Dramatische. Fünf Minuten zu spät und der Weg zum Bus wird zu einer Aufholjagd, wie in einem Actionfilm. Der Blick einer Person, die wir gut finden, kann der Beginn einer romantischen Komödie, einer Liebestragödie oder einfach einer langen Freundschaft mit noch unbekannten dramatischen Höhepunkten sein. Im Workshop erarbeiten wir gemeinsam, wie wir alltägliche Geschichten aus unserem eigenen Leben auf die Bühne bringen können. Wir wollen uns fragen, welche Geschichten und wessen Geschichte zu unseren Sehgewohnheiten gehören, weil wir sie bereits so oft im Theater, im Film oder im Fernsehen gesehen haben. Wir fragen uns: Was hat das eigentlich mit uns zu tun? Häufig haben wir den Eindruck, dass unsere eigenen Erfahrungen und Erlebnisse nicht wichtig genug sind, um als guter Theaterstoff zu taugen. Besonders gilt das für diejenigen von uns, die als Minderheiten betrachtet werden. Dem wollen wir etwas entgegensetzen, indem wir uns selbst ernst nehmen und gleichzeitig unsere eigenen Seherfahrungen und Perspektiven hinterfragen.

Mit biografischem Material der Beteiligten und Gesprächen in der Gruppe werden wir nach szenischen Ansätzen suchen, die Perspektive zu wechseln und solches Theater zu machen, in welchem wir alle unsere Lebensrealität wiederfinden können.

Mit Simone Dede Ayivi - studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. Sie lebt in Berlin, produziert Text und macht Theater. Als Autorin und Regisseurin arbeitete sie unter anderem am Ballhaus Naunynstraße, den Sophiensælen und dem Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main. Journalistische Texte zu den Themen Rassismus und Repräsentation im Kulturbetrieb erschienen z.B. bei Zeit Online und in Der Tagesspiegel. An den Sophiensælen kamen u.a. die Aufführungen „Performing Back“, „First Black Woman in Space“ und „QUEENS“ von und mit ihr auf die Bühne. Mehrere Produktionen erarbeitete sie mit Jugendensembles der akademie der autodidakten am Ballhaus Naunynstraße.

Aufführungsgespräche

täglich 17:00 Uhr, Oberes Foyer
außer:
SO 15.04.2018, 19:00 Uhr
SA 21.04.2018, 10:30 Uhr

Die Aufführungsgespräche zu den Produktionen sind neben den Aufführungen und dem Workshop-Programm ein wichtiges Element des intensiven inhaltlichen Austauschs der Gruppen untereinander. In kleineren Gesprächsgruppen haben die Spieler*innen täglich Gelegenheit, ihre persönlichen Reflexionen und Kritiken zu artikulieren und zu teilen. Es öffnet sich ein Kristallisationsraum, in dem die inhaltliche und künstlerische Arbeit der Spieler*innen der jeweiligen Produktion gemeinsam mit allen jugendlichen Festivalteilnehmer*innen besprochen wird.

Diese Aufführungsgespräche werden von ehemaligen Teilnehmer*innen des Theatertreffens der Jugend angeleitet:

Antigone Akgün – geboren 1993 in Frankfurt am Main. Abgeschlossenes Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft und der Klassischen Archäologie – studiert zurzeit noch Griechische Philologie und Philosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Während des Studiums bereits Zusammenarbeiten auf und hinter der Bühne, u.a. mit dem schottischen Künstler*innenduo Rosana Cade und Laurie Brown, sowie mit Martina Droste, Laurent Chétouane und Prodromos Tsinikoris. 2013 Stipendiatin der Ancient Greek Drama School in Epidaurus. Seit 2014 Mitglied des European Network for Research and Documentation of Performances of Ancient Greek Drama. In der Spielzeit 2015/2016 Mitglied des Jungen Schauspiel Frankfurt – mit der Produktion „Frankfurt Babel“ eingeladen zum 37. Theatertreffen der Jugend. Neben dem Studium bereits erste eigene Arbeiten als Performancekünstlerin und als Autorin in verschiedenen Sprachen, welche u.a. vom Freien Deutschen Hochstift, dem hessischen Altphilologenverband und dem internationalen Wettbewerb Certamen Ciceronianum Arpinas ausgezeichnet wurden.

Ilias Botseas – geboren 1995 in Erbach. Studiert Theaterwissenschaft mit Beifach Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Von 2013 bis 2014 in der Theater-AG TEGS der Ernst-Göbel-Schule in Höchst im Odenwald als Spieler und seit 2015 als Co-Dramaturg und Spielleitungsassistenz tätig. Seit 2013 Teilnahmen in Planung, Assistenz und Spiel bei schulischen und außerschulischen Preisverleihungen, Seminaren, Theaterfortbildungen und einer Theater-Projektwoche der Ernst-Göbel-Schule mit und durch Eleonora Venado als Leiterin. 2014 bei den Hessischen Schultheatertagen mit „Käthchen“. Von 2014 bis 2016 Einladungen zum Theaterfestival Korbach sowie in der Zwischenauswahl für das Theatertreffen der Jugend in den Jahren 2015 und 2016 im Rahmen der TEGS. 2017 Teilnahme am Alumni-Projekt „unantastbar“ des Tanztreffens der Jugend 2017 unter der Leitung von Kadir Amigo Memis und Adrian Figueroa.

Jan Nwattu – geboren 1997 in Minden. Studiert Theaterwissenschaft und Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Er spielte 2013-2017 am Stadttheater Minden und übernahm dort in seinem letzten Jahr einen Bundesfreiwilligendienst in der Theaterpädagogik. Er war als Spieler in „Blick nach vorn“ mit dem Ensemble Wunderbar des Stadttheaters Minden zum Theatertreffen der Jugend und zum Bundestreffen Jugendclubs an Theatern eingeladen und wurde beim Tag der Talente des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet. Momentan arbeitet er in Kooperation mit dem Schauspiel Essen und der Anneliese-Brost-Stiftung an dem Projekt „Schlüsselkompetenzen zur Basisbildung“ in einer Grundschule. Seit März ist Jan in „Das Tierreich“ - einer Produktion der Theaterpartisanen - am Theater Dortmund zu sehen.

Moritz Rüge – geboren 1991 in Krefeld. Halbherzig Physik studiert, um dann doch noch auf Lehramt umzuschwenken. Hat sich in der Schule einfach zu wohl gefühlt. Lernte am KRESCH-Theater in Krefeld sein Handwerk in Schauspielerei und Regie („Parese“ 2009, „Faust“ 2010) und kehrte immer wieder dorthin zurück („Kabale und Liebe“ 2011, „Verwandlung“ 2012, „Testpublikum gesucht“ 2017). Die Konsequenz war, mit anderen von der tristen Welt ermüdeten Ex-KRESCH-Jugendclubber*innen ein Kollektiv zu gründen. Mit „Bartleby - Zur Vermessung des Widerstandes“ (Premiere im KOM'MA Theater im Duisburger Stadtteil Rheinhausen) dann letztes Jahr zum Theatertreffen der Jugend, zum Bundestreffen Jugendclubs an Theatern und zu den TheaterTagen des AGORA Theaters eingeladen. In St. Vith (Belgien) entsteht dieses Jahr im Oktober das nächste Stück „It's a shame“.

Lea Taake – geboren 1999 in Hannover. Abitur 2017. Bereits seit vielen Jahren aktiv als Spielerin und Spielleitungsassistenz in Theater-AGs und freien Gruppen. Seit der Spielzeit 2014/2015 beteiligt in diversen Jugendclubs und Produktionen des Jungen Schauspiel Hannover. Darunter Zusammenarbeiten mit Paul Schwesig und dem Künstlerkollektiv Performing Group. Seit 2013 aktiv in der Moderation und später in der Redaktion bei dem Regionalsender radio leinehertz 106.5, aktuell in der Moderation der Morningshow. Mit der Produktion „Katzelmacher“ eingeladen zum Theatertreffen der Jugend 2017 und Teilnahme am Alumni-Projekt „unantastbar“ des Tanztreffens der Jugend 2017.

Die Redaktion der Festivalzeitung FZ ist das neunte Ensemble beim Theatertreffen. Ein Team aus theaterbegeisterten Preisträger*innen des Treffens junger Autor*innen rezensiert, interviewt und porträtiert - mal humorvoll, mal kritisch. Die FZ und das Blog (www.bundeswettbewerbe.berlin) berichten über das Festivalleben und über die Stücke, lassen aber auch Raum für die Impressionen der Teilnehmer*innen. Die FZ erscheint jeden Tag pünktlich zum Abendessen.

Die Redaktion

Redaktionsleitung
Sebastian Meineck – geboren 1992. Arbeitet als Redakteur für VICE Motherboard in Berlin. Studium in Frankfurt am Main und in München, Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Stationen bei der Frankfurter Rundschau, beim Hessischen Rundfunk (hr2-kultur) und beim Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). Von 2015-2017 im Ressort Netzwelt von SPIEGEL ONLINE. Ausgewählt zum Treffen junger Autor*innen 2006, 2008 und 2010. Schreibt seit 2011 für die Festivalzeitung beim Theatertreffen der Jugend, leitet sie seit 2017.

Luna Ali – geboren 1993 in Syrien. Studium Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Derzeit Master Anthropology an der Universität Leipzig. Nahm 2009 und 2012 am Theatertreffen der Jugend teil. Seit 2012 Kuratorin beim Fuchsbau Festival. 2012 Teilnehmerin am Treffen junger Autoren. Jüngste Teilnehmerin des Dramalabors In.Zukunft II 2014 unter der Leitung von Maxi Obexer. Zusammenarbeit mit andcompany & Co. in Düsseldorf. Sonstiges: Google.

Max Deibert – geboren 1994 in Berlin. Lebt derzeit in Leipzig und studiert im vierten Semester Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Verfasste Kolumnen, Glossen, Reportagen für Der Tagesspiegel und bento (SPIEGEL ONLINE). Preisträger des Literaturpreises Prenzlauer Berg 2014 und des Treffens junger Autor*innen 2015. Stipendiat des Literatur Labors Wolfenbüttel 2016. Mitherausgeber der literarischen Anthologie „Tippgemeinschaft 2018“. Seit drei Jahren als Redakteur und Blogger bei den Bundeswettbewerben der Berliner Festspiele tätig.

Rebecca Heims – 96er Mainzer Jahrgang, trocken, eher Riesling. Zog nach Salzburg, mochte es nicht, zog nach Bochum und blieb. 2017 Preisträgerin beim Treffen junger Autor*innen und Kennenlernen der Berliner Festspiele und damit ein bisschen Berlin besser finden. Aktuell am Lyrik-und-Drama-Verbreiten und Touren durch den deutschsprachigen Raum. Ein wenig auf der Suche nach einem Studium, ein wenig nicht. Bis ich eins gefunden habe, verbleibe ich zwischen Bergbau, Grill und Schauspielhaus und dem Irgendwie-ganz-gut-Finden, was das Leben gerade mit mir macht.

Tong Mao – war 2007 und 2009 zum Treffen junger Autor*innen eingeladen, studierte danach sehr viel Unterschiedliches in Berlin, Taipeh und London und übt nun diverse freiberufliche Tätigkeiten in Berlin aus.

Philipp Neudert – geboren 1997. War Preisträger des Treffens junger Autor*innen in den Jahren 2014 und 2016. Er war Stipendiat des Literatur Labors Wolfenbüttel (2016) und der Bayerischen Akademie des Schreibens (2018). Seine literarische Tätigkeit umfasst erzählende Prosa, Essays, Blogbeiträge und Theaterkritiken. Für die Berliner Festspiele bloggt er über verschiedene Bundeswettbewerbe. Er studiert Philosophy & Economics in Bayreuth. Veröffentlichungen in Anthologien und im Internet kommen vor.

Miriam Pontius – geboren 1994 in Karlsruhe, Bachelor Publizistik in Mainz, nun Neuere deutsche Literatur und Literaturvermittlung in Bamberg. Treffen junger Autor*innen 2014. Videoproduktion für den Blog der Bundeswettbewerbe seit 2015. Kann Nudeln al dente kochen, theoretisch.

Fine Riebner – geboren 1993 in Berlin. Bachelor of Science in Psychologie, derzeit Masterstudium Religion and Culture an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2011 und 2013 ausgewählt für das Treffen junger Autor*innen. 2012 zum Interplay Europe - Festival of Young Playwrights in Madrid eingeladen. 2014 und 2015 als Autorin beim internationalen literaturfestival berlin. Teil der FZ-Redaktion für das Theatertreffen der Jugend seit 2012.

Ansgar Riedißer – geboren 1998. War Preisträger u.a. beim Treffen junger Autor*innen; beim lyrix - Bundeswettbewerb für junge Lyrik; beim Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg; beim Jugend-Lyrik-Preis der Stadt Stuttgart. Seine Texte wurden mehrfach in Anthologien wie im Jahrbuch der Lyrik 2017 und 2018 veröffentlicht sowie in Übersetzung im finnischen Lyrikmagazin Tuli & Savu.

Sophie Stroux – 1995 in München geboren. Sie hat einen Bachelor in Komparatistik, studiert jetzt Kulturpoetik. Den Herbst 2015 verbrachte sie in einem Vogelnest und blickte auf niederländische Schafe oder Möwen, den folgenden Herbst lebte sie in Bibliotheken, um ihre Abschlussarbeit über zeitgenössische deutsche Lyrik zu verfassen. Zwei ihrer Texte wurden bereits auf der Bühne aufgeführt und sie war u.a. zum Treffen junger Autor*innen 2016 eingeladen.

FZ-Layout

Inga Schlagowski – geboren in den Neunzigern. Studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule Hannover. Lebt und arbeitet seit 2015 in Berlin als freiberufliche Grafikdesignerin. Entwickelt und gestaltet experimentelle/abstrakte Konzepte zwischen Kunst und Design.

Madeleine Stöber – ein (DDR-)Kind der Achtziger. Studierte von 2011 bis 2015 Visuelle Kommunikation an der Hochschule Hannover, kommt aber eigentlich aus dem grünen Herzen Deutschlands. Lebt seit 2015 in Berlin, ist dort freiberuflich als Grafikdesignerin tätig und macht seit 2017 ihren Master an der weißensee kunsthochschule berlin.

Fotos

Dave Großmann – geboren 1989. Linkshänder. Studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Potsdam. Seit 2014 Herausgeber von KWER – Magazin der Abstraktion. Freiberuflich als Gestalter und Fotograf in Berlin unterwegs. Lebt seine künstlerische Freiheit sowohl als Tänzer als auch im Kollektiv PlusMinus3 aus. Dave ist nicht sein Spitzname.

DAS NÄCHSTE LIEBEN

Drittes, genreübergreifende Alumni-Projekt für ehemalige Teilnehmer*innen aus allen vier Bundeswettbewerben der Berliner Festspiele
von und mit Olivia Wenzel und Hieu Hoang

„Haters gonna hate“, „Ausländer raus!“, „Todesstrafe für Kinderschänder!“ … öffentlich zu hassen, wird zunehmend salonfähig. Hass, so scheint es, dient in Pop und Politik immer öfter als Grundlage von Debatten und Entscheidungen. Gleichzeitig suggerieren uns Songs, Romane, Serien, Rom-Coms, Werbung usw., dass Liebe ein unkontrollierbares, allumfassendes Gefühl ist. Wir wachsen in der Annahme auf, alle Menschen wüssten intuitiv und ohne eigenes Zutun, was Liebe ist und wie man richtig liebt. Doch wovon sprechen wir, wenn wir von Liebe sprechen? Wen glauben wir, zu lieben und warum? Und wieso gilt Liebe als Privatsache, warum werden Liebe und Politik in getrennten Sphären praktiziert?

Hannah Arendts Idee von Politik als „angewandte Liebe zum Leben“ wirkt heute auf Viele realitätsfern. Im Workshop gehen wir ihrer Aktualisierung dennoch nach. Eine Woche lang erforschen wir mit künstlerischen Mitteln, was es bedeuten kann, Liebe nicht als Gefühl, sondern als Handlung zu begreifen, als politischen Akt des Willens. Wie sähe eine Politik aus, die sich als „angewandte Liebe zum Leben“ begreift? Wie sähe ein gesellschaftliches Lieben jenseits von Kitsch und Stereotypen aus?

Im Workshop entwickeln wir Fragen, Fragmente, Interventionen, Dystopien und poetische Szenarien für Politiken, in denen Liebe eine zentrale Rolle spielt, bzw. für ein Lieben, das Politik als eine Spielart der Liebe versteht. Ausgehend von unseren Körpern als Speichermedien der Liebe, analysieren und sampeln wir Bruchstücke aus Popkultur und Politik und arbeiten mit Elementen aus Literarischem Schreiben, (Lecture-) Performances, Songwriting und Regie. Der Workshop ist offen für alle Disziplinen, prozessorientiert und in der Wahl der künstlerischen Mittel frei. Es geht nicht darum, am Ende etwas Fertiges zu präsentieren, sondern in ein kreatives Nachdenken über Liebe als politische Kraft zu kommen.

Wenn ihr dabei sein wollt, schreibt uns in 5-10 Sätzen, was euch am Thema „DAS NÄCHSTE LIEBEN“ interessiert, und welche Erwartungen ihr an das Projekt habt an:

Schickt uns bitte auch ein paar Angaben zu eurer Person (wer, wann als Teilnehmer*in bei welchem Wettbewerb). Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass ihr nicht älter als 23 Jahre seid und vom 13. bis 20. April 2018 in Berlin am Theatertreffen der Jugend teilnehmen könnt. Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung werden übernommen. Habt ihr Fragen, schreibt uns oder ruft uns an: (030) 254 89 213.

Olivia Wenzel, geboren in Weimar, Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Uni Hildesheim, lebt und arbeitet in Berlin. Sie schreibt Texte für die Bühne und Texte zum stillen Lesen, macht Musik als OTIS FOULIE und ist als Performerin aktiv - zuletzt im Stück "Die Erfindung der Gertraud Stock" mit dem Kollektiv vorschlag:hammer. Olivias Texte fürs Sprechtheater wurden u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater Berlin und am Ballhaus Naunynstraße aufgeführt. Mit Prosatexten war sie u.a. Gast beim internationalen literaturfestival berlin, im Literaturhaus Hamburg und beim letzten PROSANOVA. 2017 war sie außerdem Teilnehmerin des Klagenfurter Literaturkurses beim Ingeborg-Bachmann-Preis und nahm an der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin teil. Neben dem Schreiben gibt sie Workshops, leitet Textwerkstätten mit Kindern und Jugendlichen an, und ist Teil des Netzwerks cobratheater.cobra. 2018 hat ihr Stück „paradies3000“ im Studio Я des Maxim Gorki Theater Premiere, 2019 erscheint ihr Debütroman „Keine Angst, mein Herz“ (AT) im S. Fischer Verlag.

Hieu Hoang, 1986 in Hanoi geboren, studierte Literarisches Schreiben, Theater und Philosophie. Arbeitet als freier Autor, Theatermacher und Performer, meist in kollektiven und kollaborativen Zusammenhängen. Er ist Mitglied des Netzwerks cobratheater.cobra und war in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 Teil der künstlerischen Leitung für das Doppelpass-Projekt „Haus der digitalen Jugend“, das Inhalt- und Formreservoir des Internets im Theaterraum ästhetisiert und reflektiert hat. Zuletzt entwickelte er mit den Künstlern Henning Fehr und Philipp Rühr die Lecture-Performance „if equal affection cannot be …“, die im Kunstverein Hannover im Rahmen der Ausstellung „Produktion. Made in Germany Drei“ gezeigt wurde.

Alltag in der DDR – Ausstellung im Museum in der Kulturbrauerei – Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

DI 17.04.2018

Die Deutsche Demokratische Republik hörte am 3. Oktober 1990 um 00:00 Uhr auf zu existieren. Sie war weder demokratisch, noch war sie eine Republik. Sie war eine Diktatur, in der es keine freien Wahlen, keine Gewaltenteilung und keine Reisefreiheit gab. Millionen Deutsche lebten 40 Jahre lang in der DDR – aber wie? Wie funktionierte dieser Staat, in dem ein Brötchen 40 Jahre lang 5 Pfennig kostete, Bananen aber Mangelware waren? Der den höchsten Fernsehturm in Deutschland baute, aber nicht genug Wohnungen für alle? Der die schönsten Märchenfilme drehte, aber kritische Künstler*innen ausbürgerte?

Stadttour

DI 17.04.2018

Raus aus dem Festspielgarten, rein in die Metropole Berlin: Mit einer Stadttour, bei der man aussteigen und verweilen und einfach später weiterfahren kann. Den ganzen Tag!

Das Magische Theater – Sprich mit deinem verzerrten Spiegelbild

Hereinspaziert! Hereinspaziert! Das Magische Theater erwartet dich. Durch den Kaninchenbau ins Spiegelkabinett und schon bist du raus aus der Realität. Willkommen in der inneren Wirklichkeit! Hier kannst du endlich mir dir über dich reden. Hier verflüssigen sich die Vorstellungsbilder. Hier kannst du deinen Vergleichsmaßstab ablegen. Hier kannst du eine andere soziale wie biologische Kategorie anlegen. Hier kannst du dich verwandeln, deine ICH-Funktion überprüfen, durch die Matrix von Zuschreibungen, Normen und Machtverhältnissen schwimmen. Möglicherweise hast du danach einen Auftrag, eine Erkenntnis, ein Make-up, einen Witz oder zumindest eine audiovisuelle Datenanalyse, also einen Videoclip. In der Rolle des Pablo Hessesteppenwolf begleitet dich das Forscher*innen-Team um Dr. Jean-Jacques Schaper-Straße.

Samstag, 14. April 2018 – Donnerstag, 19. April 2018
nachmittags, also wenn die Fahne mit dem geteilten Kaninchen weht

Science-Slam alias Forschungsresümee: Freitag, 20. April 2018
nachmittags, also wenn die Fahne mit dem geteilten Kaninchen weht

Mit Josephine Fabian – geboren in Thüringen, wuchs in Berlin auf und absolvierte 2009 ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Danach arbeitete sie drei Jahre im Ensemble des Meininger Staatstheaters, wo sie 2012 eine Auszeichnung als beste Nachwuchsschauspielerin erhielt. Sie verbrachte ein Jahr in Australien und Indien, wo sie das Filmemachen lernte und ist seit 2014 in Berlin als freie Schauspielerin und Filmemacherin tätig. Im Moment arbeitet sie an einem dokumentarischen Blog und als Schauspielerin für das Staatsheater Cottbus und ist bei den Bundeswettbewerben der Berliner Festspiele als Performerin und Kamerafrau Leni Meierotto unterwegs auf der Suche nach der unerforschten Jugend.

Und Sebastian Mauksch – geboren 1971. Arbeitet frei in den Bereichen Theater, Performancekunst und Kulturelle Bildung. Leitung des P14-Jugendtheaters der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz von 2001 bis 2007 mit vielfältigen Inszenierungen und Performanceaktionen, ausgezeichnet mit inter- und nationalen Festivaleinladungen und Etablierung des jugendlich-autonomem Theaterarbeitens. Mitarbeit bei der „Rollenden Road Schau“- ein mobiles Containertheater. Ab 2008 Inszenierungen im Ballhaus Ost von Berlin mit Texten von David Lindemann, Helene Hegemann und Anne Tismer. War Theaterdozent einer Werkstatt für Menschen mit seelischen Leiden und ist Helfer für junge unbegleitete Geflüchtete. Langjährige Zusammenarbeit mit dem Künstler*innenkollektiv Club Real u.a. mit der Projektserie „Bakterien, Sex, Demokratie“ an Berliner Schulen. Für die Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele forscht er performend über die Adoleszenz der Künste.
www.sebastianmauksch.de

Und Henrike Pilz – geboren in Ostberlin. Absolvierte ihr Kunststudium von 2007-2012. Diplom und Meisterschule schloss sie bei Ulrike Grossart in der Klasse für „Übergreifendes künstlerisches Arbeiten/Mixed Media“ an der Hochschule für bildende Künste Dresden ab. Das Grundlagenstudium machte sie in der Klasse „Bild Raum Objekt Glas“ an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Während des Meisterschüler*innenstudiums war sie Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Vor dem Studium der Freien Künste studierte sie Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Sie war 2013 Mitbegründerin der Produzent*innengalerie und des Kunst-Raumes MIKKY BURG in Dresden. 2014 erhielt sie den Robert-Sterl-Preis der Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden. Seit 2015 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Leipzig. Ausstellungen bei MIKKY BURG in Dresden, im Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst, in der Barlach Halle K in Hamburg, im LACDA – Los Angeles Center For Digital Art (USA) und im Raum2 des GRÖLLE pass:projects in Wuppertal. Zusammenarbeiten im Bereich Videokunst mit dem Schauspiel Leipzig und dem Täubchenthal in Leipzig. Die eigens produzierte Filmarbeit „XXS“ entstand unter dem Pseudonym Heinrich der Löwe. Als Erika Bundesallee komplettiert sie kunstvoll das Team Dr. Schaper-Straße.

Partner

Theatertreffen der Jugend

Impressionen vom Festival 2018

Theatertreffen der Jugend

Die Chronik

Alle Theaterproduktionen seit 1980