Circus

Die Originale –
Meret Becker

Workshopbeschreibung
Einerseits würde ich gerne den Raum des Kreises auf eine vor allem suchende und sinnliche Weise erforschen und gemeinsam mit Euch herausfinden, wie wir damit spielen können und welche Geschichten sich darin finden lassen. Da der Kreis ja keine Grenzen zu haben scheint, sollte es spannend für uns werden, während unserer gemeinsamen Tage mehr darüber herauszufinden. Andererseits möchte ich eine etwas präzisere kleine Geschichte über den Circus im Kreis erarbeiten. Die offensichtlichste Geschichte die mir einfiel, war die, einen Circus aus dem Nichts aufzubauen. Das ist eine Thematik, an der ich schon seit ein paar Jahren (unter verschiedenen Gesichtspunkten) arbeite und ich denke, der Workshop bietet eine wundervolle Gelegenheit, dafür verschiedenen Kunstformen zu kombinieren. Da ja der Circus bereits Teil des leeren Kreises ist, ist es ein sehr direkter Weg Circuskunst in einer Geschichte zu erzählen.

Meret Becker

Meret Becker

Neben ihrer Arbeit als Filmschauspielerin hat Meret Becker schon immer Musik gemacht. Nach ihrer Karriere in Kabaretts im Berlin der Neunzigerjahre, war und ist sie auf Tournee und im Theater präsent, zuletzt am Berliner Ensemble Berlin unter der Regie von Claus Peymann. Sie spielt verschiedene Instrumente, steppt, singt und ist bewandert in einigen Circusdisziplinen. Im Moment spielt sie die Hauptrolle in der Serie „Tatort“ und tourt mit ihrem Konzert „Le Grand Ordinaire“.
ausführliche Biografie

Weitere Informationen zum Workshop

Ich glaube wirklich, dass das reale Bedürfnis etwas zu tun gleichzeitig auch die Ursache für wundervolle Fehler ist, die ein zentraler und spannender Bestandteil des Menschseins darstellen. Fehler sind ein Schlüssel zum Slapstick (der bereits akrobatische und schauspielerische Fähigkeiten erfordert), Fehler können aber alle Arten von Darbietungen und Künsten bereichern. Das Wichtigste dabei ist jedoch, dass sie die Verbindung zum realen Leben mitsamt seinen komischen und ergreifenden Aspekten herstellen.
Für mich ist Circus etwas, wovon jeder Mensch von Kindesbeinen an ein bestimmtes Bild hat, das aber niemand jemals gefunden hat. Vielleicht hat es sogar auf diese Art und Weise niemals existiert. Es ist vergleichbar mit einem Traum, der eher Sequenzen zeigt oder eine Collage von vagen Bildern und Gefühlen transportiert als eine zusammenhängende Geschichte oder ein klares Bild von etwas.

In meiner Vorstellung zum Beispiel ist er ein alter Circus samt seiner grotesken Rohheit und Anarchie, seiner Anmut und manchmal vergnüglichen Brutalität. Es ist ein pudriger, staubiger Ort, an dem der Clown immer Clown ist und Seiltänzer*innen immer Tutu tragen. Vielleicht ist es für euch etwas ganz anderes. Anhand dieser unterschiedlichen Erinnerungen und Bilder würde ich gerne mit Euch arbeiten.

Für „Die Originale“ haben wir möglicherweise keine Tutus oder Dekorationen (oder nur sehr wenig, wenn wir sie überhaupt brauchen). Wir werden natürlich alle Requisiten verwenden, die gebraucht werden und ich werde ein paar musikalische Installationen vorbereiten, mit oder anhand derer wir arbeiten können. Allerdings finde ich es, gut ökonomisch zu arbeiten (was vor allem für mich hart werden könnte, da ich so kindisch und furchtbar verspielt bin). Was allerdings viel wichtiger als Kostüm und Dekoration ist, sind die Charaktere und ihre Ziele: Das „Warum“ist viel wichtiger als das „Wie“.

Gern würde ich eine Geschichte eines alten Circus mit Hilfe der Offenheit des „cirque nouveau“ erzählen. Hierfür möchte ich alle physischen Aspekte, die uns zur Verfügung stehen, nutzen, mit dem Körper samt seiner Stimme, seiner Präsenz, seiner Vision, seinen Sinnen und seiner Imagination.
Dabei möchte ich gerne mit verschiedenen Rhythmen arbeiten; in eine Situation hinein- und wieder herauszoomen; Bilder nutzen, die das zeigen, was eine Gruppe kreieren kann, um dann den Fokus auf eine einzelne Figur zu richten; den Kontrast von Lärm und Stille, von Vorwärts und Rückwärts nutzen; eine fragile Situation unterbrochen von Härte schaffen und umgekehrt; verschiedene Tempi von Menschen, Timing erproben, all das mit einem sehr wohlwollenden Blick auf jeden einzelnen Charakter und seinem echten Bedürfnis seine Sache zu vollbringen.
Ich glaube, so kann ein manchmal lustiger, manchmal surrealer und auch sehr schöner Blick auf das menschliche Verhalten und Interaktionen geworfen werden. Da ich euch alle nicht kenne, bleibt diese Behauptung noch etwas vage. Aber das ist die Herausforderung und auch eine Chance. Das Risiko dieser Suche mit euch zusammen möchte ich von ganzem Herzen auf mich nehmen!

Bewerbungsmodalitäten

Gewünschte Teilnehmer*innen
Anzahl der Personen: 5

  • 2 Circusartist*innen, darunter am liebsten einen Pole-Act, sonst Luft- oder Seilakrobatik
  • 1 Tänzer*in
  • 1 Musiker*in, am liebsten Violoncello, sonst Akkordeon, Schlagwerk oder Blech
  • 1 offen: Darstellende*r oder Bildende*r Künstler*in, gern auch eine*n Clown*in, Pantomim*in oder Zauberer*in

Der Bewerbung ist bitte beizufügen

  • Bitte versucht einen sehr kurzen Text über die Vorstellung / das Bild von Circus zu schreiben, die/das ihr als Kind (oder in seinem Kern auch jetzt) im Kopf hattet.
    Das könnte die Schilderung einer Nummer oder ein Teil daraus sein (nicht zwingend wahr), ein einzelnes Bild, ein Gefühl, eine Erinnerung / ein Traum.
    Und vielleicht eine lustige/komische oder traurige Geschichte, die Du als Zuschauer*in oder Darsteller*in im Circus/Varieté erlebt hast.

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