Circus

Über Circus

Zelt, Sägespäne, Tiere, Sensationen: Die Klischees zum Zirkus sind vielfältig – und oft nicht mehr zutreffend. Denn schon längst suchen junge Artist*innen nach anderen Formen und Formaten im Bereich der Zirkuskunst. Die Kunstform des zeitgenössischen Circus ist eine von mehreren Ausprägungen dieser Erneuerungsbewegungen – und im Mittelpunkt des Interesses der Programmschiene „Circus“ der Berliner Festspiele.

Entstanden um 1970 in Frankreich, hat sich der zeitgenössische Circus einer neuen Orientierung im Bereich der Zirkuskunst verschrieben: Artistik verbindet sich mit ästhetischen und dramaturgischen Gesamtkonzepten, wodurch theatrale Formate an der Schnittstelle von Circus, Performance, Theater, Tanz, Musik, Bildender Kunst sowie Licht- und Mediendesign entstehen. So bilden sich facettenreiche Narrative, die sich an der spezifischen Ausdrucksform der beteiligten Artist*innen orientieren und das Gegenwärtige der Aufführung in den Mittelpunkt stellen.

Die Berliner Festspiele interessieren sich speziell für genreübergreifende, experimentelle und entgrenzende künstlerische Ansätze. Mit ihren beiden Häusern bieten sie dem zeitgenössischen Circus eine Plattform und ihren Zuschauer*innen die Möglichkeit, diese in Deutschland noch wenig bekannte Kunstform kennenzulernen, zu diskutieren und zu kontextualisieren.

Bisher zu sehen waren 2017 die Gastspiele „Nebula“ von Compagnie du Chaos, „All Genius All Idiot“ von Svalbard Company und „Tipping Point“ von Ockham’s Razor; im April 2018 fand das interdisziplinäre Festival „Die Originale“ statt. Kuratiert wurde das Programm 2017/18 von Johannes Hilliger und Josa Kölbel.