Ana Mendieta, Creek, 1974
Gropius Bau


Ana Mendieta
20. April bis 22. Juli
Philippe Parreno, Anywhen, 2017 (Filmstill)
Gropius Bau


Philippe Parreno
25. Mai bis
5. August
Larry Bell, 6 x 8: An Improvisation, 1994
Gropius Bau


Welt ohne Außen
8. Juni bis 5. August

Liebe Besucher*innen,

Ich freue mich sehr, dieses Grußwort als neue Direktorin des Gropius Bau an Sie zu richten, und empfinde es als eine große Freude, die Leitung des Hauses zu übernehmen. In den vergangenen Jahren hatte ich immer wieder das Glück und die Möglichkeit, gemeinsam mit Künstler*innen neue Ausstellungsformate zu entwickeln, die zum Dialog einladen, inspirieren, verführen und herausfordern. Diese Suche möchte ich nun in Berlin fortsetzen und zusammen mit meinem Team für Publikum und Künstler*innen einen gemeinsamen Ort schaffen, der Lust auf Entdeckungen macht.

Angesichts der bewegten Geschichte des Hauses und der vielfältigen Institutionen, die im Laufe der Zeit hier ansässig waren, verstehen wir den Gropius Bau als offenen Rahmen für den Umgang mit verschiedensten künstlerischen Denkweisen und deren gesellschaftlichen Implikationen. Nun möchten wir in den nächsten Monaten einige architektonische Interventionen vornehmen, um mehr Licht in das Gebäude zu lassen und es dem Denkmalschutz gemäß zu öffnen. Neben den Ausstellungsräumen werden auch das Restaurant und die Buchhandlung modernisiert. Bereits 1981 wurde der Gropius Bau noch im Zustand des Rohbaus wiedereröffnet. Wir möchten an diese unkonventionelle Tradition anschließen und, abgesehen von einer kurzen Schließzeit im März und April, das Gebäude auch während der Umbauten für Sie öffnen und Sie zum Besuch des Programms einladen.

1881 wurde der heute nach seinem Architekten benannte Gropius Bau eröffnet. Im Stil der Renaissance errichtet, beherbergte das Gebäude verschiedene Institutionen und Sammlungen, etwa das Kunstgewerbemuseum und die Kunstgewerbeschule mit ihren zahlreichen Ateliers und Werkstätten. Unter dem Leitspruch „Walking in the Artist’s Mind“ werden wir Ateliers in das Haus zurückholen und Künstler*innen als Mitwirkende ins Zentrum des Ausstellungprogramms rücken. Ich freue mich ganz besonders, dass Wu Tsang uns während des ersten Jahres hier am Gropius Bau begleiten und auf die Entwicklung des Programms und des Hauses Einfluss nehmen wird.

Neben den Ateliers werden wir die Tradition archäologischer Sammlungspräsentationen fortführen und diese mit gegenwärtigen Fragestellungen und Diskursen verknüpfen. Der Gropius Bau ist eine Institution mit einzigartiger Geschichte, die mit ihrer prominenten Lage direkt an der ehemaligen Berliner Mauer dazu prädestiniert ist, wesentliche Themen unserer Zeit durch aktuelle sowie historische künstlerische Positionen aufzugreifen und zu reflektieren.

In diesem Sinne werden wir im Herbst dieses Jahres eine umfassende Werkschau von Lee Bul ausrichten. Als südkoreanische Künstlerin teilt Lee Bul die Erfahrung, in einem geteilten Land zu leben, und wir sind überzeugt, dass sich mit ihrem gleichermaßen erfinderisch-provokanten wie einflussreichen Werk zahlreiche Gedanken um Mauern und Grenzlinien jedweder Art verbinden.

Zunächst möchte ich Sie aber einladen, im April unsere erste Ausstellung zu Ana Mendieta zu besuchen. Wir zeigen Auszüge aus ihrem vielschichtigen Filmwerk, welches nach mehrjähriger Forschungsarbeit aufgearbeitet und digitalisiert wurde. Verbindendes Element ist der immer wiederkehrende Einsatz ihres eigenen Körpers im Dialog mit der Natur – nicht zuletzt um die Trennung zwischen ihr und dem sie umgebenden Land und Boden infrage zu stellen.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die weiteren wunderbaren Ausstellungen bedanken, die dieses Jahr im Gropius Bau zu sehen sein werden, und bin sehr gespannt, was uns hier erwartet. Die Projektreihe Immersion produziert im Gropius Bau eine als Gesamtkunstwerk angelegte Ausstellung von Philippe Parreno, und unter dem Titel „Welt ohne Außen“ werden Tino Sehgal und Thomas Oberender künstlerische Positionen zu immersiven Räumen seit den 1960er Jahren im Gropius Bau versammeln. Die Gastausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ zeigt, dass die überregionale Kommunikation und Vernetzung mit all ihren Auswirkungen von jeher ein fester Bestandteil der Gesellschaft ist und das Leben seit prähistorischer Zeit in unterschiedlichen Facetten grundlegend beeinflusst. Schließlich möchte ich die Gelegenheit nutzen, Gereon Sievernich für seine außerordentliche und bemerkenswerte Arbeit als Direktor dieses Hauses zu danken. Mein Dank gilt außerdem dem Team des Gropius Bau und der Berliner Festspiele, die dieses Haus prägen und geprägt haben. Ich freue mich auf den gemeinsamen Weg.

Stephanie Rosenthal

Aktuell

Covered in Time and History: Die Filme von Ana Mendieta

20. April bis 22. Juli 2018

Ana Mendieta (1948–1985) gehört zu den herausragenden künstlerischen Positionen der 1970er und 1980er Jahre. Die Ausstellung „Covered in Time and History: Die Filme von Ana Mendieta“ macht ihr Filmwerk erstmals in großem Umfang zugänglich. Der Gropius Bau zeigt vom 20. April bis 22. Juli 2018 eine Auswahl von 23 Filmen aus dem vielschichtigen Werk der Künstlerin, welches kürzlich in einer mehrjährigen Forschungsarbeit aufgearbeitet und digitalisiert wurde. Mehr Infos

Demnächst

Philippe Parreno

25. Mai bis 5. August 2018

Das Medium Ausstellung versteht der französische Künstler Philippe Parreno als einen lebendigen Organismus, der durch Licht, Klänge und Bilder in Bewegung versetzt werden kann. Seine inszenierten Räume steuert er durch Algorithmen, die das Verhalten der Objekte im Raum synchronisieren. Mehr Infos

Welt ohne Außen
Immersive Räume seit den 60er Jahren

8. Juni bis 5. August 2018

Ausgehend vom Light and Space Movement der späten 60er Jahre, über Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen wie Dominique Gonzalez-Foerster und Cyprien Gaillard bis hin zum Empathic Journalism in einer Virtual Reality spannt die Ausstellung ein breites Panorama unterschiedlichster immersiver Praktiken, durch die Kategorien wie Betrachter und Werk verschwimmen und Subjekt und Objekt an Distanz verlieren.

Der Gropius Bau wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

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