Gropius Bau
Plakat „NO IT IS ! William Kentridge“
Plakat „NO IT IS ! William Kentridge“. Motiv: William Kentridge: More Sweetly Play the Dance, 2015. Video still

NO IT IS ! William Kentridge

Ausstellungen / Performances / Lectures

Der Südafrikaner William Kentridge (* 1955) gehört zu den international bedeutenden zeitgenössischen Künstlern. Er ist nicht nur bildender Künstler, sondern auch Filmemacher, Regisseur und ein großer Erzähler. Seit mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten bewegt sich sein umfassendes Schaffen durch unterschiedliche künstlerische Disziplinen. Sein interdisziplinäres Gesamtwerk wird erstmals in Berlin von den Berliner Festspielen präsentiert: im Martin-Gropius-Bau (12. Mai bis 21. August 2016) und im Haus der Berliner Festspiele im Rahmen des Festivals Foreign Affairs (5. bis 17. Juli 2016).

Im Mittelpunkt seines Denkens steht die bildnerische Arbeit. Sie ist Ausgangspunkt für die große, von Wulf Herzogenrath kuratierte Ausstellung im Martin-Gropius-Bau. Das Spektrum der hier ausgestellten Werke reicht von den Zeichnungen über die berühmten Georges Méliès gewidmeten Animationsfilme von 2003 und Drawings for Projection (1989 – 2011) bis hin zu dem monumentalen filmischen Fries More Sweetly Play the Dance (2015) und der Rauminstallation The Refusal of Time, die 2012 erstmals auf der documenta zu sehen war. Die beiden im Martin-Gropius-Bau zu begehenden Wunderkammern führen in die Atmosphäre des Studios, an den Ort des Schaffens: Arbeiten aus Kentridges Sammlung, darunter Radierungen von Goya, Dürer und Hopper, sind seine Inspirationsquelle und korrespondieren mit seinen Skizzen, Collagen, Bildern, die im Schaffensprozess verschiedene Medien durchwandern und dabei immer komplexer werden.

Der Ausstellungstitel NO IT IS ! beschwört den Widerspruch der Bilder herauf. Er führt auch über das Museum hinaus zu den Lecture-Performances Six Drawing Lessons (2012), einer autobiografischen, künstlerischen und politischen Erzählung, die Themen des Œuvres von den Anfängen bis heute versammelt und mit ihren Themen beide Spielorte – den Martin-Gropius-Bau und das Haus der Berliner Festspiele – wie eine Klammer verbindet. In den Lectures und den beiden Wunderkammern verdichten sich das Werk und die Arbeitsprozesse seiner Entstehung.

So wie die Performance in das Museum getragen wird (zu sehen sind Paper Music (2014) und A Guided Tour of the Exhibition: For Soprano with Handbag (2016)), kann man weiteren Werken Kentridges beim elftägigen Festival Foreign Affairs begegnen.

William Kentridge studierte zunächst Politikwissenschaften und Afrikanistik und wechselte dann zu den Künsten. Er studierte Kunst, Schauspiel und Theaterwissenschaften in Johannesburg und Paris. Ein zentraler Begriff für die Ausstellung ist ‚Uncertainty’, Unsicherheit – er entlastet die künstlerische Praxis, die sich eben nicht auf ein bestimmtes Medium festlegen lässt und die Bilder ‚auf dem Weg’, das heißt, in ständiger Verwandlung und im Übergang, zeigt. Kentridge wählt Bildthemen, die immer auch die Unsicherheit des Lebens im Zentrum haben. Dies macht sein Werk heute aktueller denn je.

Veranstalter Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau.

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau
wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.
Partner Wall, Alexa, visit Berlin, Yorck-Kinogruppe, Bouvet
Medienpartner Tagesspiegel , Exberliner, Monopol, VBKI, Kulturradio, Radio Teddy

Die im Rahmen von Foreign Affairs präsentierten Arbeiten von William Kentridge werden gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Peter Kümmel in Die Zeit

19.05.2016

„Im Staub Gottes“

Im Grunde ist der Zeichner Kentridge der neugierige erste Leser seiner eigenen Zeichen: Mit jedem Strich rettet er sich aus der Schwermut ins Offene. […] Im Gropius-Bau hat man nun sein Studio, seine Denklandschaft, ansatzweise nachgebaut. Der Besucher hat, indem er durch die Ausstellung geht, das Gefühl, Kentridges Arbeitsplatz hinterrücks, in dessen Abwesenheit, zu durchstöbern.

Andreas Kilb in Frankfurter Allgemeine Zeitung

18.05.2016

„In seinem Atelier ist der Meister ein spielendes Kind“

Kentridges massige Präsenz liegt irgendwo zwischen Chaplin und Charles Laughton, und er handhabt sie so geschickt, dass man seine Auftritte für spontan halten könnte, wenn einen die Tricktechnik nicht eines Besseren belehrte. Wie ein geschickter Unterhalter lässt er jeden, der ihm zuschaut, glauben, er spiele nur für sich und ihn allein.

Gabriela Walde in Berliner Morgenpost

14.05.2016

„Die Welt ist eine Wunderkammer“

Skizzen, Vogel-Skulpturen, undefinierbare Gerätschaften, ein Megafon, Zeitungsausschnitte, ein Lexikon, ein Papiernashorn, Kabel, Stifte, ein verschmutztes Kleidchen, das er gerade vor zwei Tagen arrangiert hat – alles flächendeckend an Wänden und auf weißen Studiotischen ausgebreitet. Und mittendrin sehen wir ihn selbst oder sein Alter Ego […]. Herrlich, welch inspirierendes Tohuwabohu und welche Energie, die aus dieser assoziativen Anordnung verschiedenster Dinge entsteht.

Nicole Kuhn in Der Tagesspiegel

13.05.2016

„Die Welt als Wille und Wunderkammer“

Multiplizität ist Kentridges Element. […] Kentridges Arbeiten erzählen von den Vorwärts- und Rücksprüngen nicht nur seiner Heimat. Flucht, Migration, Diskriminierung sind auch die großen Themen Europas.

Besucherstimmen

In höchstem Maße ist diese Ausstellung inspirierend.

Kentridge hat in eine andere Welt entführt. Toll inszeniert.

Kentridge grandios wie schon lange… lang in Berlin vermisst!! Endlich!

Sehr schöne Ausstellung, gut gemacht (Moritz, 12 Jahre, Stuttgart).

Danke, dass Ihr das möglich gemacht habt!

Danke, for expanding and contracting the world in a way that helps us all to breathe again.

It’s been one of the best installations and exhibitions I’ve ever been to! Thank you very very much.