Martin-Gropius-Bau
Ausstellungsplakat „Meret Oppenheim. Retrospektive“
Ausstellungsplakat „Meret Oppenheim. Retrospektive“

Meret Oppenheim. Retrospektive

kulturnews Award 2013 für die Meret Oppenheim Retrospektive
Die Kulturschaffenden aus den Bereichen Bildende Kunst und Darstellende Kunst sowie Journalisten und Verleger wählten die Ausstellung in der Kategorie Beste Ausstellung 2013 auf den 2. Platz.

Erstmals ist Meret Oppenheim eine große Retrospektive in ihrer Geburtsstadt Berlin gewidmet. Am 6. Oktober dieses Jahres 2013 wäre die berühmte Künstlerin 100 Jahre alt geworden. Der spielerisch-humorvolle Umgang ihrer Werke mit Alltagsmaterialien, die in immer neue Sinnzusammenhänge transferiert werden, ist ein besonderes Charakteristikum ihrer künstlerischen Arbeit. Dies verbindet sie auch mit ihren Künstlerfreunden Max Ernst, Alberto Giacometti, Hans Arp oder Man Ray. Jene Fotografien der Serie „Érotique voilée“ (1934) , in denen Man Ray einst sein Modell Meret Oppenheim inszenierte, gehören heute zu den bedeutendsten Werken des Surrealismus, in dessen Kreisen in Paris die Künstlerin hoch anerkannt war. Noch 1983 war die diskursive Kraft ihres Surrealismus spürbar, als auf dem Waisenhausplatz in Bern unter heftigster öffentlicher Debatte ihr „Oppenheimbrunnen“ eingeweiht wurde, den zu besichtigen dringend empfohlen sei.

Die Rezeption von Meret Oppenheims äußerst vielseitigem, von Experimenten und Umbrüchen, von Metamorphosen und dem „Traumhaften“ geprägtem Schaffen hatte es nicht immer einfach. Auf Einheitlichkeit oder Wiedererkennbarkeit verzichtete die Künstlerin zugunsten einer Experimentierfreudigkeit, mit der sie sich über die Grenzen eines künstlerischen Stils, einer Gattung oder einer linearen Entwicklung hinwegsetzte.

Sprache und Mythen, Spiele und Träume dienten ihr ebenso als Ausgangspunkt wie literarische Vorlagen und die Psychoanalyse C.G. Jungs. „Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie sich nehmen“, resümierte Oppenheim 1975.

Ihre emanzipatorische, nonkonformistische Haltung sowie ihre kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Festschreibungen und zugewiesenen Geschlechterrollen machten sie zu einer zentralen Identifikationsfigur für nachfolgende Generationen von Künstlerinnen.

Die Ausstellung präsentiert das gesamte Spektrum von Meret Oppenheims Oeuvre, das in seiner Unabhängigkeit und Vielgestaltigkeit bis heute wegweisend ist. Der künstlerischen Verfahrensweise Oppenheims folgend, die bestimmte Topoi über lange Zeiträume hinweg immer wieder neu aufgriff und bearbeitete, legt die Schau einen Parcours thematischer Verdichtungen quer durch die Schaffensperioden der Künstlerin: magische Objekte, Traumszenen und Mythen, Darstellungen des Unsichtbaren, Cadavre-exquis und das Spiel als künstlerische Methode, Identitätssuche, Metamorphosen zwischen den Geschlechtern, zwischen Mensch und Tier, Natur und Kultur. Ausgehend von ihren viel beachteten Frühwerken im Umkreis der Surrealisten bis hin zu ihrem weniger bekannten poetischen Spätwerk sind ihre Zeichnungen, Gemälde, Objekte und Collagen ebenso zu sehen wie ihre Dichtung und Traumaufzeichnungen sowie ihre humorvoll-fantastischen Design-, Schmuck- und Kleiderentwürfe. „Jeder Einfall wird geboren mit seiner Form. Man weiß nicht, woher die Einfälle einfallen: sie bringen ihre Form mit sich, so wie Athene behelmt und gepanzert dem Haupt des Zeus entsprungen ist, kommen die Ideen mit ihrem Kleid.“

1982 wurde Meret Oppenheim mit dem Großen Preis der Stadt Berlin geehrt. Im gleichen Jahr nahm sie an der documenta 7 teil. Kurz vor ihrem Tod wurde sie Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Sie starb 1985 in Basel.

Die Retrospektive entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Familie der Künstlerin sowie mit dem Kunstmuseum Bern, in dem sich das Archiv Meret Oppenheim befindet und das mit dem Legat der Künstlerin die bedeutendste Sammlung Meret Oppenheims besitzt.

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Kunstforum Wien erarbeitet.

Veranstalter Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Martin-Gropius-Bau Berlin und des Bank Austria Kunstforum Wien. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia.

Kuratorin Heike Eipeldauer

Partner Wall, BTM – Visit Berlin www.visitberlin.de, Dussmann, Yorck Kino, The Mandala, Lufthansa, KaDeWe

Medienpartner Tagesspiegel, zitty, Exberliner, Aviva-berlin.de, Interview Magazine Germany, rbb radioeins, Radio Teddy

Susanne Mayer in Die Zeit

14.08.2013

„Der Geist ist androgyn“

Für die Retrospektive des großen Werkes von Meret Oppenheim, wie sie von dieser Woche an in Berlin gezeigt wird, gibt es viel Stoff. Nicht zu reden von den Fotografien, Meret Oppenheim als irisierende Silhouette einer jungen Schönheit, hochbelichtet von Man Ray, heute Postkartenmaterial. […] Die Ausstellung zeigt zuletzt in einer Serie von Fotos die Transformation der Meret Oppenheim über die Jahre in eine Imago, schön und herb, weiblich und männlich, die für eine neue Generation avantgardistischer Künstlerinnen bis heute ein Sehnsuchtsbild ist.

Almuth Spiegler in Art (08/2013)

„Der Fluch des Pelzes“

Pop Art, Arte Povera, Nouveau Réalisme, ein bisschen Surrealismus natürlich, Gemälde, Zeichnungen, Schmuck, Möbel, Objekte, Brunnen – bei Meret Oppenheim trifft einen der Pluralismus wie ein Hieb. „Ich kenne keinen Künstler, keine Künstlerin mit einem derart heterogenen Werk“, stellt die Kuratorin […] Heike Eipeldauer fest. […] Oppenheim, das wird in der Berliner Ausstellung klarer denn je, ist einflussreicher, als man bisher dachte.

Charlotte Klonk in Frankfurter Allgemeine Zeitung

23.08.2013

„Tätowierte Frau vor Pelztasse“

Meret Oppenheim [ist] bis heute vor allem als Surrealistenmuse bekannt, verewigt als androgyne Kindfrau in Man Rays Fotoserie „Erotique voilée“ und erinnert an das One-Hit-Wonder der Pelztasse. Wie wenig ihr dies gerecht wird, führt die Jubiläumsausstellung eindringlich vor Augen.

Eve M. Kahn in New York Times

09.08.2013

“Meret Oppenheim´s Works at Martin-Gropius-Bau”

The curators of the retrospective have gathered Oppenheim´s paintings, sketches, sculptures, masks, clothing, furniture and jewelry. Lenders include David Bowie, the Swiss retail tycoon and art dealer Ursula Hauser and the Dutch diamond magnate Sylvio Perlstein. Works from private collections, long unseen by the public, include a 1936 necklace made of brass bones and lips, and a 1939 table perched on bird legs and stamped with imprints of bird feet.

Ulrich Clewing in Weltkunst (08/2013)

„Besuch der Wilden Dame“

Rund 180 Arbeiten aus allen Schaffensphasen von den Anfängen als hochbegabte Schulabbrecherin bis zu ihrem Tod im November 1985 hat Heike Eipeldauer, die Kuratorin der Schau, […] zusammengetragen – und ist dabei auf einige bislang wenig beachtete, aber höchst aufschlussreiche Aspekte gestoßen, unter denen die Kunst Meret Oppenheims heute aktueller als je zuvor erscheint.

Ingeborg Ruthe in Berliner Zeitung

16.08.2013

„Frauen sind keine Engel“

In zehn Räumen des Martin-Gropius-Baus ist jetzt ihr Lebenswerk ausgebreitet, mehr nach poetisch überschriebenen Themen, kaum chronologisch. Das ermöglicht uns Betrachtern, dieses Werk nicht linear, sondern eher in Form von sich ständig berührenden Wellenkreisen zu erleben. […] Jetzt endlich bestätigt sich in einem großen Berliner Museumshaus, dass die Charlottenburgerin zur Moderne weit mehr beigesteuert hat, als nur die abwesende Pelztasse.

Nicola Kuhn in Der Tagesspiegel

16.08.2013

„Die Schamanin“

Ein Heft, ein Brief – das ist der Auftakt einer fulminanten Schau im Martin-Gropius-Bau zum 100. Geburtstag von Meret Oppenheim. […] Wüsste man es nicht besser, dass die 200 Arbeiten der Schau aus einer Hand stammen, würde man lauter verschiedene Künstler am Werk vermuten: Malerinnen, Bildhauerinnen, Schmuck- und Modedesignerinnen, Dichterinnen. Intuitiv wie im Traum zieht es die Künstlerin zu verschiedenen Ufern hin.

Besucherstimmen

Eine wunderbare Ausstellung, ich hatte immer ein Lächeln auf den Lippen – und sehr gut strukturiert.

Manche Dinge haben eine geradezu mystische Präsenz!

Für mich die schönste Meret-Ausstellung, welche ich je gesehen habe! Herzlichen Dank.

Welch mondänes Wesen dieser Frau doch innewohnt! Ein Befreiungsschlag der ganz besonderen Sorte.

Danke für eine wunderbare Ausstellung. So humorvoll und so lebendig!

Tickets & Termine

16. August 2013 bis 6. Januar 2014

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VERANSTALTER Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Martin-Gropius-Bau Berlin und des Bank Austria Kunstforum Wien.

Katalog

Meret Oppenheim. Retrospektive

Erschienen im Hatje Cantz Verlag
Museumsausgabe € 25
Buchhandelsausgabe € 39,80
ISBN 978-3-7757-3510-0