Martin-Gropius-Bau
Rotunde Martin-Gropius-Bau. Foto: Mathias Völzke
Rotunde Martin-Gropius-Bau

Aktuell

Liebe Besucher*innen,

Ich freue mich sehr, dieses Grußwort als neue Direktorin des Martin-Gropius-Bau an Sie zu richten, und empfinde es als eine große Freude, die Leitung des Hauses zu übernehmen. In den vergangenen Jahren hatte ich immer wieder das Glück und die Möglichkeit, gemeinsam mit Künstler*innen neue Ausstellungsformate zu entwickeln, die zum Dialog einladen, inspirieren, verführen und herausfordern. Diese Suche möchte ich nun in Berlin fortsetzen und zusammen mit meinem Team für Publikum und Künstler*innen einen gemeinsamen Ort schaffen, der Lust auf Entdeckungen macht.

Angesichts der bewegten Geschichte des Hauses und der vielfältigen Institutionen, die im Laufe der Zeit hier ansässig waren, verstehen wir den MGB als offenen Rahmen für den Umgang mit verschiedensten künstlerischen Denkweisen und deren gesellschaftlichen Implikationen. Nun möchten wir in den nächsten Monaten einige architektonische Interventionen vornehmen, um mehr Licht in das Gebäude zu lassen und es dem Denkmalschutz gemäß zu öffnen. Neben den Ausstellungsräumen werden auch das Restaurant und die Buchhandlung modernisiert. Bereits 1981 wurde der MGB noch im Zustand des Rohbaus wiedereröffnet. Wir möchten an diese unkonventionelle Tradition anschließen und, abgesehen von einer kurzen Schließzeit im März und April, das Gebäude auch während der Umbauten für Sie öffnen und Sie zum Besuch des Programms einladen.

1881 wurde der heute nach seinem Architekten benannte Martin-Gropius-Bau eröffnet. Im Stil der Renaissance errichtet, beherbergte das Gebäude verschiedene Institutionen und Sammlungen, etwa das Kunstgewerbemuseum und die Kunstgewerbeschule mit ihren zahlreichen Ateliers und Werkstätten. Unter dem Leitspruch „Walking in the Artist’s Mind“ werden wir Ateliers in das Haus zurückholen und Künstler*innen als Mitwirkende ins Zentrum des Ausstellungprogramms rücken. Ich freue mich ganz besonders, dass Wu Tsang uns während des ersten Jahres hier am MGB begleiten und auf die Entwicklung des Programms und des Hauses Einfluss nehmen wird.

Neben den Ateliers werden wir die Tradition archäologischer Sammlungspräsentationen fortführen und diese mit gegenwärtigen Fragestellungen und Diskursen verknüpfen. Der MGB ist eine Institution mit einzigartiger Geschichte, die mit ihrer prominenten Lage direkt an der ehemaligen Berliner Mauer dazu prädestiniert ist, wesentliche Themen unserer Zeit durch aktuelle sowie historische künstlerische Positionen aufzugreifen und zu reflektieren.

In diesem Sinne werden wir im Herbst dieses Jahres eine umfassende Werkschau von Lee Bul ausrichten. Als südkoreanische Künstlerin teilt Lee Bul die Erfahrung, in einem geteilten Land zu leben, und wir sind überzeugt, dass sich mit ihrem gleichermaßen erfinderisch-provokanten wie einflussreichen Werk zahlreiche Gedanken um Mauern und Grenzlinien jedweder Art verbinden.

Zunächst möchte ich Sie aber einladen, im April unsere erste Ausstellung zu Ana Mendieta zu besuchen. Wir zeigen Auszüge aus ihrem vielschichtigen Filmwerk, welches nach mehrjähriger Forschungsarbeit aufgearbeitet und digitalisiert wurde. Verbindendes Element ist der immer wiederkehrende Einsatz ihres eigenen Körpers im Dialog mit der Natur – nicht zuletzt um die Trennung zwischen ihr und dem sie umgebenden Land und Boden infrage zu stellen.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die weiteren wunderbaren Ausstellungen bedanken, die dieses Jahr im MGB zu sehen sein werden, und bin sehr gespannt, was uns hier erwartet. Die Projektreihe Immersion produziert im MGB eine als Gesamtkunstwerk angelegte Ausstellung von Philippe Parreno, und unter dem Titel „Welt ohne Außen“ werden Tino Sehgal und Thomas Oberender künstlerische Positionen zu immersiven Räumen seit den 1960er Jahren im MGB versammeln. Die Gastausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ zeigt, dass die überregionale Kommunikation und Vernetzung mit all ihren Auswirkungen von jeher ein fester Bestandteil der Gesellschaft ist und das Leben seit prähistorischer Zeit in unterschiedlichen Facetten grundlegend beeinflusst. Schließlich möchte ich die Gelegenheit nutzen, Gereon Sievernich für seine außerordentliche und bemerkenswerte Arbeit als Direktor dieses Hauses zu danken. Mein Dank gilt außerdem dem Team des Martin-Gropius-Bau und der Berliner Festspiele, die dieses Haus prägen und geprägt haben. Ich freue mich auf den gemeinsamen Weg.

Stephanie Rosenthal

Informationen für Besucher*innen

Ab 1. Februar 2018 werden die Buchhandlung und das Restaurant für Modernisierungsarbeiten geschlossen. Ein temporärer Verkaufsstand steht Ihnen im zweiten Obergeschoss zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass der Eingang für Besucher*innen vom 5. Februar bis 9. März 2018 auf die Südseite des Martin-Gropius-Bau verlegt wird. Bitte folgen Sie der Ausschilderung.

Vom 15. bis 23. Februar 2018 ist der Zugang zu der Ausstellung „Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500“ nur eingeschränkt möglich, sodass es zu Wartezeiten kommen kann. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Aktuelle Ausstellung

Zwei Astronomen mit Messgeräten (Quadrant)
© Österreichische Nationalbibliothek

Juden, Christen und Muslime
Im Dialog der Wissenschaften 500-1500

Bis 4. März 2018

Unsere heutige wissenschaftliche Welt steht auch auf den Schultern jener jüdischen, christlichen und muslimischen Gelehrten, die im Mittelalter Schriften der Antike übersetzten, zuerst im Nahen Osten ins Arabische und dann in Europa – zu Beginn in Süditalien und Spanien – aus dem Arabischen ins Lateinische. Die Bedeutung des Wissenstransfers in dieser Epoche kann nicht überschätzt werden, auch wenn das nicht der einzige Überlieferungsstrang gewesen ist. So ist etwa die Rezeption der Schriften des Aristoteles im mittelalterlichen Europa im Wesentlichen dieser Übersetzertätigkeit zu verdanken.
Zur Ausstellung

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MI–MO 10:00 – 19:00
DI geschlossen

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