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Immersion
MONDPARSIFAL ALPHA 1–8 © Jan Bauer, Courtesy of Jonathan Meese
MONDPARSIFAL ALPHA 1–8

Jonathan Meese / Bernhard Lang / Simone Young

MONDPARSIFAL BETA 9–23
(VON EINEM, DER AUSZOG DEN „WAGNERIANERN DES GRAUENS“ DAS „GEILSTGRUSELN“ ZU ERZLEHREN…)

Oper von Bernhard Lang nach Richard Wagners „Parsifal“

Libretto von Bernhard Lang nach Richard Wagner
Musikalische Leitung Simone Young
Regie, Bühne und Kostüme Jonathan Meese
Mitarbeit Bühne Jörg Kiefel
Mitarbeit Kostüme Jorge Jara
Licht Lothar Baumgarte
Dramaturgie Henning Nass
Choreografie Rosita Steinhauser
Klangregie, Sound Design Peter Böhm, Florian Bogner
Maske Manou Jacob
Mitarbeit Maske Nadine Leiendecker, Antonia Maar, Romy Stockenhofen, Lisa Streblau sowie Auszubildende der Hasso von Hugo Maskenbildnerschule Berlin

Amphortas / Amfortas Tómas Tómasson
Gurnemantz / Gurnemanz Wolfgang Bankl
Parzefool / Parsifal Daniel Gloger
Clingsore / Klingsor Martin Winkler
Cundry / Kundry Magdalena Anna Hofmann
1. Gralsritter Alexander Kaimbacher
2. Gralsritter Andreas Jankowitsch
2 Knappen Sven Hjörleifsson, Johanna von der Deken
4 Blumenmädchen Manuela Leonhartsberger, Xiaoyi Xu, Melody Wilson, Marie-Pierre Roy

Klangforum Wien
Flöten Vera Fischer
Oboe Markus Deuter
Englischhorn Barbara Gatschelhofer
Klarinetten Bernhard Zachhuber, Richard Haynes, Olivier Vivarés
Fagott Lorelei Dowling
Saxophon Gerald Preinfalk
Horn Christoph Walder, Manuell Egger
Trompete Nenad Markovič
Posaune Mikael Rudolfsson
Tuba Joszef Bazsinka jr.
Schlagwerk Björn Wilker, Lukas Schiske
Synthesizer Joonas Ahonen, Florian Müller, Hsin-Huei Huang
Akkordeon Krassimir Sterev
Violine Annette Bik, Gunde Jäch-Micko, Sophie Schafleitner, Sophie Thorsbro Dan, Annelie Gahl, Sophie Goidinger
Viola Dimitrios Polisoidis, Paolo Fumagalli, Rafal Zalech
Violoncello Benedikt Leitner, Andreas Lindenbaum
Kontrabass Uli Fussenegger
Akustischer Bass Per Mathisen

Arnold Schoenberg Chor

Schon Nietzsche sah in Wagner nicht den Seher einer Zukunft, wie er uns vielleicht erscheinen möchte, sondern den Deuter und Verklärer einer Vergangenheit. So ist die Wagner-Überschreibung „MONDPARSIFAL BETA 9–23 (VON EINEM, DER AUSZOG DEN „WAGNERIANERN DES GRAUENS“ DAS „GEILSTGRUSELN“ ZU ERZLEHREN…)“ auf der Bühne des Festspielhauses, die in der Alpha-Version bei den Wiener Festwochen im Juni Premiere feierte, kein nachschöpferischer Akt, sondern das Aufeinandertreffen mehrerer Künstler. Nachdem ihm die „Parsifal“-Inszenierung auf dem Grünen Hügel in Bayreuth verwehrt blieb, tat sich der bildende Künstler Jonathan Meese mit dem Komponisten Bernhard Lang zusammen, um den Wagner-Mythos in ein weit entferntes Revolutionsjahr der Zukunft zu transportieren und so ein neues Werk entstehen zu lassen. Parsifal, Kundry, Klingsor und andere Protagonist*innen der mythischen Figurenwelt Wagners treffen auf eine von Wagner selbst wie auch von Fancy, Marlon Brando, Zardoz, dem Wicker Man und Barbarella bewohnte Mondbasis. Ein elektrisierter Eagle Transporter schwebt durchs Bild, die Gemeinschaft des Grals wartet immer noch unermüdlich auf dessen Enthüllung. Doch etwas hat sich mittlerweile grundlegend geändert …

Die Komposition von Bernhard Lang hält sich eng an das Libretto und die Struktur der Oper Wagners und schafft gleichzeitig einen neuen Klang- und Bedeutungskosmos jenseits des Bühnenweihfestspiels. Lang zerlegt einige Motive der Wagner-Oper in kleinste Teile, um diese zu einem neuen Ganzen zusammenzusetzen, scheinbar in die Unendlichkeit zu loopen oder um andere Klangwelten zu erweitern. Jonathan Meese, dessen individueller mythologischer Kunstkosmos eng mit Wagner verknüpft ist, hat nicht nur Bühnen- und Kostümbild entworfen, sondern debütiert hier auch als Regisseur einer großen Oper, die er unter Einsatz des Klangforums Wien und des Arnold Schoenberg Chors unter der Leitung von Simone Young auf die Bühne des Festspielhauses bringt. Er kommentiert das Geschehen fortlaufend auf einer eigenen künstlerischen Übertitelspur und gestaltet während der Aufführungen live die Verwandlungsszenen des 1. und 3. Aktes, die den Weg Parsifals in den Tempel der Gralsgemeinschaft zeigen.

Gerahmt werden die Aufführungen durch die exklusive Installation „ERZGRÜNER TOTALSTHÜGEL DE LARGE (EVOLUTIONSPARSIFAL’S MONDRAUM)“, für die Jonathan Meese die Foyers und einige weitere Räume des Festspielhauses als zukünftige Version seines eigenen grünen Hügels inszeniert. Denn: „Nur Kunst zukunftet Freiheit!“

Auftragswerk und Produktion Wiener Festwochen
Koproduktion Berliner Festspiele / Immersion

Deutsch, Englisch, Französisch und Altgriechisch mit deutschen Übertiteln

Dauer: 4 Stunden 15 Minuten, 2 Pausen

Tickets & Termine

Jonathan Meese / Bernhard Lang / Simone Young

Ort:

Haus der Berliner Festspiele

Preis/Kategorie:

€ 20 – 80

Einführung durch den Dramaturgen Henning Nass 1 Stunde vor Vorführungsbeginn

Die Installation ist 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn, in den Pausen und nach der Vorstellung geöffnet.

Termine:

  • So 15.10.2017, 18:00
  • Mo 16.10.2017, 19:00
  • Mi 18.10.2017, 19:00