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Immersion
Lundahl & Seitl: „Unknown Cloud“ © Joakim Olsson
Lundahl & Seitl: „Unknown Cloud“

Lundahl & Seitl

Unknown Cloud on Its Way to Berlin

Von Christer Lundahl & Martina Seitl
Kuratorin Andrea Rostásy
Entwicklung „Caretaker“-App für iOS & Android Nagoon
Visuelle Gestaltung „Caretaker“ Joakim Olsson
Aufnahmen Drohnenkamera, Berlin Thomas Loos
Untertitel „Documentary Interviews with Witnesses“ Bennet Togler
Anthropologin Erika Tanos (Curiosityshop)
Wissenschaftliche Mitarbeit Ronald Jones (RCA, London)
Community Director Anna J Ljungmark (House of Real)
Website-Entwicklung Troels Ljung (workingimage.dk)
Design Nandi Nobell
Co-Autor Alex Bäckström
Projektmanagement Emma Ward
Dramaturgie Rachel Alexander
Projektassistenz Julia Büki

Die von Lundahl & Seitl und ihrem Team entwickelte Smartphone-App „Unknown Cloud Caretaker“ sagt das nächste Erscheinen einer elektromagnetischen Wolke voraus. Die „Unknown Cloud“ bleibt einerseits unsichtbar, wird andererseits aber Dank der modernen Technologie der App „Unknown Cloud Caretaker“ aufspürbar und bringt ihre Zeug*innen in eine subtile Form von Gemeinschaft – sowohl mit anderen Menschen wie auch mit der Umwelt und dem eigenen Körper.

Die „Unknown Cloud“ wird zeitgleich zu ihrem Erscheinen in Berlin auch in Assam (Indien) zu erleben sein. Synchron wird sich eine Erlebnisgemeinschaft aus Zeug*innen der „Unknown Cloud“ in diesen beiden unterschiedlichen Teilen der Welt bilden und verbinden.

Glaube mir: Die Wolke
kann mit deinen Gedanken kommunizieren,
auch wenn du sie nicht sehen kannst.
Sie verleiht dir Fähigkeiten,
die du normalerweise nicht hättest.

CARETAKER
(Textnachricht)

In der Epoche des Anthropozäns haben uns eine gesteigerte Mobilität, fließende Identitäten und personalisierte Nachrichten eine ganze Reihe neuer Ängste beschert. Eine Mischung aus Unsicherheit, Misstrauen und Bedeutungsverlust ist die Plage unserer Informationskultur. Weltbilder sind zersplittert und es ist schwieriger geworden, in großen Gruppen zusammenzuarbeiten. Es fehlen die starken Narrative, die uns durch die Zeiten vereinten. Benedict Anderson beschrieb die Nation einmal als eine „gedachte Gemeinschaft“ – als soziales Konstrukt, denn „auch die Mitglieder der kleinsten Nation werden den größten Teil ihrer Landsleute niemals kennenlernen oder auch nur von ihnen hören. Und doch ist in jeder und jedem von ihnen das Bild ihrer Gemeinschaft lebendig.“ Allerdings haben Nationen feste Grenzen, und die vereinende Kraft des Nationalismus hat immer eine dunkle Seite, denn er funktioniert über Exklusion. Eine radikal neue Vorstellung von Gemeinschaft tut daher Not. Anderson erläutert, dass sich Gemeinschaften nicht durch ihre relative Authentizität voneinander unterscheiden, sondern durch „die Art und Weise, in der sie gedacht werden“.

Stellen Sie sich ein Portal zwischen Ihrer unmittelbaren Umgebung und der Lebenswelt weit entfernt lebender, fremder Menschen vor. Was würde geschehen, wenn irgendwie eine nomadische, potentiell unbegrenzte gedachte Gemeinschaft entstünde, deren gemeinsame fiktive Wirklichkeit auf Dingen beruht, die wir mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können, aber doch allesamt gemeinsam haben? Auf etwas, das uns schon jetzt umgibt, das wir aber bisher nicht erlebt haben, wie zum Beispiel das Gefühl der Erdrotation und der jeweiligen Positionen der Himmelskörper im Sonnensystem? Wenn Nationalismus ein tiefes Gefühl der Zugehörigkeit verursachen kann, kann eine nomadische, gedachte Gemeinschaft das auch? Die moderne Tech-Alchemie macht es möglich, ein Gefühl von Zugehörigkeit zu etwas Größerem auszulösen und Begegnungen zwischen Menschen mit einer hohen emotionalen Erregung aufzuladen, um damit Differenzen in einem traumähnlichen und doch „realen“ Zustand zu überwinden. Wir heißen Sie an der äußersten Grenze des rationalen Wissens willkommen – oder wie es Philosophen seit Aristoteles genannt haben, in der Agnoseologie, der „Theorie der Unerkennbarkeit“.
Erika Tanos

Fragen Sie „Caretaker” auf www.unknowncloud.com, um weitere Informationen zu erhalten.

Um die App „Unknown Cloud Caretaker“ optimieren zu können, freuen sich Lundahl & Seitl und Nagoon über ihr Feedback zur Erfahrung der „Unknown Cloud“ und der Funktionalität der App. Bitte per E-Mail an: .

Teil des Programms Limits of Knowing

Produktion Berliner Festspiele / Immersion

Die allgemeine Entwicklung von „Unknown Cloud“ wird unterstützt von The Swedish Arts Council, Kulturbryggan, Iaspis – The Swedish Arts Grants Committee’s International Programme for Visual and Applied Artists, The Culture Foundation.

Mit Dank an DS Teron und die „Cloud Ambassadors“ in Karbi Anglong & Berlin sowie allen beitragenden Zeug*innen:
Klirni Terangpi, Jirleen Rongpipi, Sabin Rongpipi, Rimbi Rongpipi, Gautam Terang, RUPJILI LEKTHEPI, Sami-Seyed Alledawood, Lajos Büki, Aaron Ehlers, Ilona Marti, Aurelia Kraus, Axel Rühle, Tibor Rostásy, Paul Tengg, Andreas Wolfsteiner, Ulrike Wegner, Nicolas Zoric, Faysal, Hassan, Mehmet, Amna, Iman und Vjosa.

In englischer Sprache

Tickets & Termine

Lundahl & Seitl: Unknown Cloud on Its Way to Berlin

Eintritt frei

Bringen Sie Ihr Smartphone und Kopfhörer mit!

Ort:

Tempelhofer Feld, Eingang Tempelhofer Damm


Termine:

FR 14.07.2017, 21:00
DI 18.07.2017, 21:00
FR 21.07.2017, 21:00
DI 25.07.2017, 21:00
FR 28.07.2017, 21:00

„Unknown Cloud on Its Way to Berlin“ kann nur mit Hilfe der App „Unknown Cloud Caretaker“ erfahren werden. Bitte laden Sie die App „Unknown Cloud Caretaker“ immer am Tag des Events herunter.

Bitte beachten Sie, dass die App „Unknown Cloud Caretaker“ im Entwicklungsstadium ist und informieren Sie sich unter den FAQ zu den genauen Voraussetzungen der Nutzung.

Für Android-Nutzer:
Laden Sie die App „Unknown Cloud Caretaker“ hier herunter.

Für iOS- Nutzer:
Laden Sie die App „Unknown Cloud Caretaker“ hier herunter.

Fragen zu „Unknown Cloud on Its Way to Berlin“? FAQs