Immersion

Programm Immersion 2018

Die Berliner Festspiele setzen ihre Programmreihe Immersion mit einer Konferenz, zwei großen Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau und der künstlerischen Bespielung einer mobilen Dome-Architektur im Berliner Stadtraum fort. Schwerpunkt des Programms 2018 sind die Produktion und Erforschung immersiver Räume.

Immersion ist eine ambivalente Bewegung. Sie steht einerseits für Selbst- oder Medienvergessenheit, ist jedoch andererseits Anlass für Distanznahme und kritische Reflexion. Seit 2016 präsentieren die Berliner Festspiele in der Programmreihe Immersion künstlerische Arbeiten, die oftmals in Grenzbereichen angesiedelt sind – zwischen Theater und Ausstellungshaus, Stadtraum und virtueller Realität, zwischen verschiedenen Künsten und Formaten.

Den Auftakt des Programms 2018 macht die von dem Theater- und Medienwissenschaftler Andreas Wolfsteiner konzipierte Konferenz „INTO WORLDS. Das Handwerk der Entgrenzung“. Vom 19. bis 21. Januar begeben sich Künstler*innen und Wissenschaftler*innen im Lichthof des Martin-Gropius-Bau in einen offenen Austausch mit dem Publikum. Die Konferenz geht den Künsten der Immersion in drei Bereichen nach: in handwerklichen Körpertechniken, spektakulären Unterhaltungsformaten von Jahrmarktsattraktionen bis zur Virtual Reality, sowie spirituellen Mentalpraktiken zwischen religiöser Versenkung und meditativer Selbstoptimierung. Ziel der in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung veranstalteten Konferenz ist es nicht nur, Mechanismen des Eintauchens zu ergründen, zu diskutieren und erfahrbar zu machen, sondern auch die Fähigkeit des Auftauchens zu schulen und das Umschlagen von Freiheit in Kontrolle markierbar zu machen. Mit:, Constance J. Balides, Jussi Holopainen, Norman M. Klein, Isabel Lewis, !Mediengruppe Bitnik, David OReilly, Jon Rafman, Andreas Reckwitz, Dasha Rush, Richard Sennett ,Claire Tolan u. a.

Im Sommer 2018 folgen zwei großangelegte Immersions-Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau. Am 25. Mai eröffnet der international renommierte Künstler Philippe Parreno seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Das Medium Ausstellung versteht Parreno als einen lebendigen Organismus, der durch Licht, Klänge und Bilder in Bewegung versetzt werden kann. Seine inszenierten Räume steuert er durch Algorithmen, die das Verhalten der Objekte im Raum synchronisieren. Die Anwendung von Zufallsmethoden erlaubt der Ausstellung, sich über einen bestimmten Zeitraum zu entwickeln und zu verändern, sodass das Werk zu eigenem Leben erwacht und eine gespenstische Präsenz entwickelt. Es entstehen performative Momente, bei denen die Objekte mehr als die Summe ihrer Teile produzieren – eine Choreografie von Absenz und Präsenz, die das Wissen über die Gleichzeitigkeit der Dinge und deren Kontrolle herausfordert.

Am 8. Juni wird das Programm durch die von Tino Sehgal und Thomas Oberender kuratierte Gruppenausstellung „Welt ohne Außen. Immersive Räume seit den 60er Jahren“ ergänzt. Ausgehend vom Light and Space Movement der späten 60er Jahre, über Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen wie Dominique Gonzalez-Foerster und Cyprien Gaillard bis hin zum Empathic Journalism in einer Virtual Reality spannt die Ausstellung ein breites Panorama unterschiedlichster immersiver Praktiken, durch die Kategorien wie Betrachter und Werk verschwimmen und Subjekt und Objekt an Distanz verlieren. Immersive Arbeiten sind nur in ihrer je eigenen Zeitlichkeit erlebbar – sie brauchen eine Phase der Ankunft, des Ein- und Auftauchens. Die Ausstellung entwickelt dafür eine spezifische Dramaturgie, die auch Aufführungen und Workshops integriert.

Ab Herbst 2018 präsentieren die Berliner Festspiele/Immersion in Kooperation mit dem Planetarium Hamburg in der Programmreihe „The New Infinity“ neue künstlerische Fulldome-Produktionen. Bildende Künstler*innen, Klangkünstler*innen, Filmemacher*innen und Game-Entwickler*innen werden eingeladen, neue Kunstproduktionen für den Kuppelraum zu erarbeiten. Die Ergebnisse sollen in Berlin und Hamburg sowie anschließend weltweit in Planetarien gezeigt werden. Der Öffentlichkeit werden sie erstmals im Herbst 2018 mittels einer mobilen Dome-Architektur im Berliner Stadtraum präsentiert.

Programm Immersion 2018:

INTO WORLDS. Das Handwerk der Entgrenzung
Konferenz
In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung
19. bis 21. Januar 2018
Martin-Gropius-Bau
Tickets sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich.

Philippe Parreno
Ausstellung
25. Mai bis 5. August 2018
Martin-Gropius-Bau

Welt ohne Außen
Immersive Räume seit den 60er Jahren
Ausstellung
8. Juni bis 5. August 2018
Martin-Gropius-Bau

The New Infinity
Herbst 2018
Berliner Stadtraum
Vorverkaufsbeginn: Frühjahr 2018

Das Programm Immersion wurde ermöglicht durch eine Initiative des Deutschen Bundestags und dank der Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Weitere Informationen: www.berlinerfestspiele.de/immersion

Pressekontakt: Svenja Kauer, T +49 30 254 89-267,

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Pressemeldung vom 11.12.2017, Immersion