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Jazzfest Berlin
Archie Shepp, Get The Blessing, Soweto Kinch © Grzegorz Drygala, Tom Barnes, Benjamin Amure
Archie Shepp, Get The Blessing, Soweto Kinch

Archie Shepp Quartet / Get The Blessing / Soweto Kinch

Archie Shepp Quartet
Archie Shepp, tenor sax, soprano sax
Carl Morisset, piano
Darryl Hall, bass
Steve McCraven, drums

Get The Blessing
Jake McMurchie, tenor & baritone sax
Pete Judge, trumpet, flugelhorn
Jim Barr, e-bass
Clive Deamer, drums, vocals

Soweto Kinch
Soweto Kinch, alto & tenor sax, rap
Moses Boyd, drums
Nick Jurd, bass, e-bass

Archie Shepp spielte um 1960 mit Cecil Taylor und Bill Dixon und gehörte wenig später zum engeren Kreis von John Coltrane, bei dem er 1965 auf dem Album „Ascension“ mitwirkte. Sein „Cry“ ging unter die Haut, seine Themen waren oft politisch oder sozial motiviert. Im Laufe der Jahre verschmolz er glühenden Avantgardismus wieder stärker mit traditionellen Elementen aus Blues, Gospel und Spiritual, ohne Kompromisse einzugehen, was seine Spielgesinnung anbelangt.

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Pate stand das Ornette Coleman Quartet, nach dessen Song „The Blessing“ sie sich bei ihrer Gründung 2000 benannt haben. Seitdem hat sich Get The Blessing den Ruf als eine der interessantesten und non-konformistischen Jazz-Formationen Englands erspielt. Ihre Improvisationen sind unvorhersehbar, ihre vielschichtigen Klangwelten hypnotisch, und ihre von Hip-Hop, Dub und Lo-Fi durchtränkten Grooves sind zupackend intensiv. Kein Wunder, denn die Heimatstadt von Get The Blessing ist Bristol, wo Jim Barr und Clive Deamer bereits in den Neunzigern mit der Trip-Hop Legende Portishead die Popwelt aufwirbelten.

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Als Soweto Kinch Ende der neunziger Jahre mit Jazz Jamaica oder Gary Crosby’s Nu Troop (unter anderem beim Jazzfest Berlin 2000) in Deutschland auftauchte, wurde der junge Altsaxofonist aus Großbritannien als fulminanter Nachfahre von Eric Dolphy, Ornette Coleman und dem englischen Jazzpionier Joe Harriott gepriesen. Soweto Kinch genügte es jedoch nicht, sich an der Vergangenheit zu messen, er wollte eigene Wege beschreiten. Mit seiner speziellen Mischung aus frei improvisiertem Jazz, Versatzstücken seiner karibischen Vorfahren und dem gerappten Zoom auf den Alltag in britischen Großstädten eroberte er sich schnell eine weit über die Jazzgemeinde hinausgehende Anhängerschaft. Soziales Engagement gepaart mit multikulturellem Traditionsbewusstsein erklärt bis heute die außerordentliche Dringlichkeit seiner Musik.

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