Archiv
MaerzMusik
Pills or Serenades, © Ali Ghandtschi
Pills or Serenades

Chico Mello „Pills or Serenades“

Musiktheater

Chico Mello
Pills or Serenades
Eine Stimmungsstudie (2013) UA

Tobias Dutschke, Text
Adeline Rosenstein / Yvonne Harder, Regie
Stefan Oppenländer, Bühne/Kostüme
Marie Guillon Le Masne, Kostüme / Assistenz Bühne

Solisten:
Fernanda Farah, Alt
Ruth Rosenfeld, Sopran
Rainer Killius, Bariton/Harmonium
Chico Mello, Tenor/Gitarre

Instrumentalisten/Chor:
Yodfat Miron, Viola
Andrea Neumann, Klavier
Sophie Notte, Violoncello
Jochen Carls, Kontrabass
Tobias Dutschke, Perkussion

Rainer Killius, Korrepetition
Felix Grimm, Technische Leitung / Lichtdesign
Endre Ketzel, Tontechnik
Marie Guillon Le Masne, Assistenz Bühne
ehrliche arbeit – freies Kulturbüro, Produktionsleitung

Das neue Musiktheaterstück des in Berlin lebenden Brasilianers Chico Mello „Pills or Serenades“ ist eine Studie über Stimmungen und das „Stimmung machen“ von Musik, und zugleich ein Spiel mit der Paradoxie des „Zusammenschneidens“: eine Montage von Sprunghaftem und eine Konfrontation verschiedener Atmosphären.
Rezitativisches Material unterschiedlicher Stile und Texturen wird zerschnitten und so wieder neu zusammengesetzt, dass man sich einer launenhaften Stimmungschimäre ausgesetzt fühlt.

Dass Musik das Potenzial hat, Stimmungen zu manipulieren, ist bekannt. „Pills or Serenades“ untersucht zwei miteinander verzahnte Wirkungsebenen: Emotion erfahren – Musik beeinflusst unsere innere Stimmung, Emotion erkennen – eine bestimmte musikalische Erfahrung wird einer inneren Stimmung zugeordnet.
Das Stück ähnelt einer sinnlichen Versuchsanordnung, die ein vergleichendes Hören ermöglicht. Mehrdeutige Textsequenzen werden „vokalgeneriert“ vertont: Jedem Vokal wird ein bestimmter Ton eines Modus bzw. einer Tonleiter zugewiesen. Auf diese Art und Weise bestimmt der Text die Melodieführung und die implizierten Wertungen traditioneller melodischer Wendungen werden neutralisiert. Für den direkten Vergleich werden bestimmte Textsequenzen mehrmals vertont, sodass die Texte mal fröhlich, traurig, ausgeglichen und mal übertrieben erscheinen.
Der Zuschauer ist Beobachter und Miterlebender dieses Wechselbades der Gefühle zwischen natürlicher Anteilnahme und Genuss einer höchst artifiziellen Sprache, der Stimmungen als Artefakte.

Eine Produktion von Chico Mello in Zusammenarbeit mit Berliner Festspiele / MaerzMusik und Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds
Besonderen Dank an: Constanza Macras DorkyPark / Sonia Farah / Martin Kleinschmidt / Elisabeth Pichler / Jenny Rosenstein / Ernst Surberg, Ronny Trocker sowie der unabhängigen Menschenrechtsorganisation augenauf aus der Schweiz