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MaerzMusik
Gene Coleman, © Nick Lerman
Gene Coleman

Portrait Gene Coleman

Film & Musik

Gene Coleman
Spiral Network
für Film und Ensemble mit Stimme, Shō, Koto, Bassklarinette, E-Gitarre, Violincello und Elektronik (2013) UA
Gene Coleman, Regie/Text
nach Konzepten von Buckminster Fuller und John Cage
Nick Lerman, Film/Schnitt

A Page of Madness
Stummfilm von Teinosuke Kinugasa (1926)
mit Musik von Gene Coleman (2013) UA
Auftragswerk von PHACE und Berliner Festspiele / MaerzMusik
Filmkopie aus der Sammlung George Eastman House

Ensemble PHACE Wien:
Naomi Sato, Shō
Naoko Kikuchi, Koto/Stimme
Reinhold Brunner, Bassklarinette
Botakoz Mukasheva, Violine
Rafal Zalech, Viola
Roland Schueler, Violoncello
Burkhard Stangl, E-Gitarre

Simeon Pironkoff, Leitung
Thomas Buckner, Bariton

Seit vielen Jahren konzentriert der Komponist, Bassklarinettist und Regisseur Gene Coleman sein Schaffen auf den weltweiten Beziehungswandel von Kultur und Musik, arbeitet in verschiedenen Genres und Besetzungen und bezieht unterschiedliche Medien mit ein. Komplexe Notationen ebenso wie freie Improvisationen bestimmen seine Werke. Sein besonderes Interesse gilt der Kultur Asiens und der dortigen Tradition der Verknüpfung von Kunstformen. Mit seiner künstlerischen Arbeit erforscht er die Räume zwischen Klang und Vision und versucht, neu über Tradition und gegenwärtige globale Kultur nachzudenken.

Als Preisträger des „Berlin Music Prize“ der American Academy 2013 ist Gene Coleman derzeit in Berlin zu Gast und präsentiert im Rahmen von MaerzMusik zwei neue Werke: seine Musik zu dem japanischen Stummfilm „A Page of Madness“ des Filmemachers Teinosuke Kinugasa und seinen eigenen Film „Spiral Network“. Dieser wird unter der Leitung von Simeon Pironkoff live vom Wiener Ensemble PHACE begleitet. Dabei kommen Stimme, klassische Streichinstrumente und Bassklarinette, aber auch traditionelle japanische Instrumente (Shō und Koto) sowie E-Gitarre und Elektronik zum Einsatz.

Die Idee der Verbindung von Klangfarben aus verschiedenen Kontexten bestimmt auch die Komposition zum Stummfilm „A Page of Madness“, wo er die japanischen Mundorgeln Shō und Koto mit Flöte, Klarinette und Streichtrio kombiniert. Traditionelle werden mit zeitgenössischen Klängen verflochten – der Aufbau zusätzlicher Klangschichten, die Textur und Klangfarbe der Musik verfeinern, erweitert die kraftvolle Bildsprache und den emotionsgeladenen Charakter des Films.

Teinosuke Kinugasa realisierte „A Page of Madness“ im Jahr 1926 in Zusammenarbeit mit dem japanischen Literatur-Nobelpreisträger Yasunari Kawabata. Die Filmkopie war lange verloren, bis Kinugasa selbst eine Kopie in seinem Schuppen fand. „A Page of Madness“ zeigt ein umfassendes Spektrum der frühen avantgardistischen, expressionistischen und surrealistischen Filmtechnik, die kunstvoll eingesetzt wurde, um das Drama einer Familiengeschichte und den Wahnsinn der Patienten in einer psychiatrischen Anstalt nachzuzeichnen – ihre Albträume und Halluzinationen, aber auch ihre anrührende Anmut und innere Klarheit.

Eine Produktion von PHACE in Zusammenarbeit mit Berliner Festspiele / MaerzMusik und The American Academy in Berlin. Mit Unterstützung von Japan Foundation durch Performing Arts Japan Program und Österreichisches Kulturforum Berlin

19:00 Künstlergespräch
Gene Coleman im Gespräch mit Lydia Rilling