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Musikfest Berlin

Das Festival 2012

Rund 36.000 Besucher kamen zu den 25 Veranstaltungen des Musikfest Berlin 2012. Die amerikanische Musik stand im Mittelpunkt des internationalen Orchesterfestivals, das von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker veranstaltet wird. Publikum und Presse waren sich einig, dass es dem Musikfest Berlin 2012 gelungen ist, das Thema in unterschiedlichsten Aspekten eindrucksvoll zu präsentieren.

So schrieb Wolfgang Schreiber in der Süddeutschen Zeitung schon zu Beginn des Festivals: „Programmlogik schließt Programmphantasie nicht aus. Was bedeutet, dass das Musikfest Berlin neben Salzburg, Luzern oder Weimar auch dieses Jahr seinen Rang behauptet. Musiken der amerikanischen Klassik-Matadore Ives, Gershwin, Copland, Barber oder Bernstein werden mit Raritäten der US-Avantgarde konfrontiert: Cage, Feldman und Antheil. Elliott Carter fehlt so wenig wie John Adams … Mit dabei sind die in Armerika heimisch gewordenen Emigranten Varèse, Schönberg, Strawinsky, Eisler.“

Das Mahler Chamber Orchestra eröffnete unter Kent Nagano das Festival. Neben Berlins großen Orchestern waren das London Symphony Orchestra mit Michael Tilson Thomas sowie das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam mit Mariss Jansons in der Philharmonie zu erleben. Erstmals spielte das St. Louis Symphony, das zweitälteste Orchester der USA, unter David Robertson beim Musikfest Berlin. Besondere Akzente setzte die Junge Deutsche Philharmonie, die gemeinsam mit dem Ensemble Modern und Peter Rundel einen Abend ganz im (Stern-)Zeichen von John Cage gestaltete. Das Ensemble Musikfabrik mit Peter Eötvös und Benjamin Kobler stellten den „amerikanischen“ Teil von Karlheinz Stockhausens Hymnen vor.

Als Solisten waren u.a. Pierre-Laurent Aimard, Emanuel Ax, Isabelle Faust, Franz Grundheber, Sergei Leiferkus, Nikolai Lugansky, Robert Orth, Christian Tetzlaff und Sir Willard White zu erleben. Und als Einspringerinnen für erkrankte Kolleginnen konnten Sasha Cooke und Latonia Moore große Erfolge feiern.

Zu Höhepunkten des Musikfest Berlin wurden die konzertanten Aufführungen von drei Opernraritäten in der Philharmonie. Großen Beifall erhielt die Berliner Erstaufführung von John Adams’ Nixon in China, gespielt vom BBC Symphony Orchestra unter der Leitung des Komponisten, sowie das Schönbergsche Opernfragment Moses und Aron mit dem SWR Sinfonieorchester unter Sylvain Cambreling. George Gershwins Porgy and Bess mit den Berliner Philharmonikern und dem Cape Town Opera Voice of the Nation Chorus unter der Leitung von Sir Simon Rattle, eine Koproduktion mit den Berliner Festspielen, zählte zu den eindrucksvollsten Publikumserfolgen im Festival-Finale.