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Musikfest Berlin

Das Festival 2013

Bartók – Janáček – Lutosławski – Britten

20 Spitzenorchester, Chöre, Instrumentalensembles des internationalen Musiklebens, 25 Solisten von Weltrang, Dirigenten wie Mariss Jansons, Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Daniel Barenboim, Daniele Gatti, Manfred Honeck, Alan Gilbert und viele andere mehr haben sich im Rahmen des Musikfest Berlin 2013 zu einem musikalischen Ausnahmeprogramm zusammengefunden.

Vom 31. August bis zum 18. September kamen rund 35.000 Besucher zu den insgesamt 24 Veranstaltungen in der Berliner Philharmonie, in deren Kammermusiksaal und im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Auf dem Programm stand eine Tour d’Horizon durch die musikalische Welt von Komponisten, deren Herkunftsländer politisch als „osteuropäisch“ bezeichnet wurden, geographisch aber Mitteleuropa bilden. Drei Komponisten bildeten das Zentrum des Programms: der tschechische Komponist Leoš Janáček, der aus Ungarn stammende Komponist, Pianist und Musikethnologe Béla Bartók, und der polnische Komponist und Dirigent Witold Lutosławski, dessen 100. Geburtstag die internationale Musikwelt dieses Jahr gedenkt. Ebenfalls vor 100 Jahren wurde Benjamin Britten geboren. Seiner Musik widmete sich das Musikfest Berlin in Verbindung mit den späten Symphonien Dmitri Schostakowitschs. Außerdem gab es Musik von J. S. Bach, von Beethoven, Chopin, Debussy, Dorati, G. F. Haas, Kagel, Ligeti, Mahler, Martinů, Mendelssohn-Bartholdy, Mozart, Mussorgsky, Prokofiew, Ravel, R. Strauss, Verdi und B. A. Zimmermann.

Eröffnet wurde das Musikfest Berlin mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra unter der Leitung von Manfred Honeck mit Anne-Sophie Mutter als Solistin. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt von Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das die Konzerte für Klavier und Orchester von Lutosławski und Bartók spielte. Die Berliner Philharmoniker präsentierten mit Sir Simon Rattle am Pult Janáčeks „Glagolitische Messe“ und Lutosławskis 2. Symphonie. Martha Argerich war die gefeierte Solistin beim Konzert der Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim. Die Dirigenten Teodor Currentzis (Mahler Chamber Orchestra) und Ilan Volkov (Konzerthausorchester) debütierten beim Musikfest Berlin ebenfalls mit Werken von Schostakowitsch, Britten, Lutosławski und Janáček.

Kammermusik in all ihren Schattierungen war neben der Präsentation der großen internationalen und Berliner Orchester ein integraler Bestandteil des Festivals, in dem sich die programmatischen Schwerpunkte fortsetzten. So wurden in einem Streichquartettzyklus mit dem Emerson String Quartet, dem Quatuor Diotima und dem Philharmonia Quartett Berlin die epochemachenden Quartette Béla Bartóks vollständig präsentiert, ebenfalls die beiden Streichquartette Leoš Janáčeks, dessen „Intime Briefe“ in der selten zu hörenden Fassung mit Viola d’amore aufgeführt wurde. Das Chamber Orchestra of Europe präsentierte mit Pierre-Laurent Aimard als Pianist und als dessen Leiter ein Programm, das sich von einer Triobesetzung peu à peu zum vollen Orchesterklang entfaltete.

Ein weiteres besonderes Ereignis war die Präsentation von „Les Noces“, die berühmte, in Musik gesetzte „Bauernhochzeit“ von Igor Strawinsky. Sie erklang beim Musikfest Berlin erstmals in der rekonstruierten und vervollständigten Fassung mit live gespielter Pianola, mit Solisten, Chor, Harmonium und Schlagzeug, aufgeführt vom RIAS Kammerchor und dem Ensemble musikFabrik. Das Musikfest Berlin 2013 endete mit einem Benefizkonzert zugunsten des Human Rights Watch mit András Schiff und Hanno Müller-Brachmann, und schließlich in einem Violin Solo-Recital von Carolin Widmann. Sie begeisterte ihr Publikum mit Bartoks und B.A. Zimmermanns Sonaten für Violine solo , Bachs d-Moll-Partita und G.F. Haas Komposition „de terrae fine“.

Das Musikfest Berlin 2013 wurde veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker.

Winrich Hopp
Künstlerischer Leiter Musikfest Berlin