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Musikfest Berlin
Stadtplan von Jerusalem, Buchmalerei 12. Jh. © Wikimedia Commons
Stadtplan von Jerusalem, Buchmalerei 12. Jh.

The Israel Philharmonic Orchestra

Gastspiel: Israel

Arnold Schönberg [1874–1951]
Kammersymphonie Nr. 1
für 15 Soloinstrumente op. 9 [1906]

Gustav Mahler [1860–1911]
Symphonie Nr. 9 D-Dur [1909]

1. Andante comodo
2. Im Tempo eines gemächlichen Ländlers
3. Rondo-Burleske / Allegro assai
4. Adagio

Die Musik war ihre Rettung. Vor achtzig Jahren ergriff der Geigenvirtuose Bronisław Huberman, politisch ein engagierter Paneuropäer, die Initiative zur Gründung eines Symphonieorchesters im britischen Mandatsgebiet Palästina. Musiker, die angesichts der NS-Verfolgung in Europa nicht mehr bleiben konnten und wollten, fanden dort einen neuen Wirkungsbereich. Die Kriterien waren streng, die Probespiele hart, das Orchester sollte auf internationalem Höchstniveau die Kultur fortführen, welche die NS-Machthaber zu zerstören begannen. Am 26. Dezember 1936 dirigierte Arturo Toscanini das erste Konzert des heutigen Israel Philharmonic Orchestra. Vierzig Jahre arbeitete das „Orchestra of the Exiles“ ohne Chefdirigenten. Die konzeptionelle Arbeit und die Leitung der Konzerte übernahmen international renommierte Dirigenten, die sich dem Orchester verbunden wussten.

1977 wurde Zubin Mehta nach neun Jahren als „Musical Advisor“ zum Musikdirektor berufen, 1981 wurde die Ernennung auf Lebenszeit ausgedehnt. An seinen Mahler-Interpretationen haben sich andere bis heute zu messen, seine frühe Einspielung von Schönbergs Erster Kammersymphonie gilt nach wie vor als Referenzaufnahme. In Mahlers letztem und Schönbergs erstem symphonischem Werk verschränken sich Abschluss und Aufbruch, aus ihnen spricht die Erneuerungskraft einer Tradition, an der jüdisches Wissen, Denken und Gestalten entscheidenden Anteil hat.

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Dauer 2h 10, eine Pause

Einführung 19:00 Uhr