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Musikfest Berlin
Jakobsleiter, Fassade Abteikirche in Bath © Wikimedia Commons
Jakobsleiter, Fassade Abteikirche in Bath

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Erzengel Gabriel

Iannis Xenakis [1922–2001]
Shaar
für großes Streichorchester [1983]

Gustav Mahler [1860–1911]
Kindertotenlieder
für Mezzosopran und Orchester [1901–1904]

Arnold Schönberg [1874–1951]
Die Jakobsleiter (Fragment)
Oratorium für Soli, gemischten Chor und Orchester [1915-1922]

Solostimmen

Kindertotenlieder:
Wiebke Lehmkuhl Alt

Die Jakobsleiter:
Thomas E. Bauer Bariton (Gabriel)
Daniel Behle Tenor (Ein Berufener)
Matthias Wohlbrecht Tenor (Ein Aufrührerischer)
Adrian Eröd Bariton (Ein Ringender)
Boaz Daniel Bariton (Der Auserwählte)
Gerhard Siegel Tenor (Der Mönch)
Edda Moser Sopran (Der Sterbende)
Yeree Suh Sopran (Die Seele)
Alexandra Steiner Sopran (2. Seele)
Chorsolisten:
Anne Bretschneider Sopran
Isabelle Voßkühler Sopran
Christoph Leonhardt Tenor
Holger Marks Tenor

Rundfunkchor Berlin
Anne Kohler Einstudierung
Gijs Leenaars Chefdirigent
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Ingo Metzmacher Leitung

Nimmt man Schönberg beim Wort, so war sein Aufbruch in die Moderne eine Suche nach Gott: „Ich will seit langem ein Oratorium schreiben“ bekannte er schon 1912, „das als Inhalt haben sollte: wie der Mensch von heute, der durch den Materialismus, Sozialismus, Anarchie durchgegangen ist, der Atheist war, aber sich doch ein Restchen alten Glaubens bewahrt hat, schließlich dazu gelangt, Gott zu finden und religiös zu werden. Beten zu lernen!“ Trotz lebenslangen Ringens blieb die „Jakobsleiter“ Fragment – und überlässt damit den Interpreten die spannende Entscheidung, die Geschichte von Jakobs Kampf mit dem Engel als Lebens- oder Glaubenszeugnis zu begreifen. Anders als diese für Soli, Chor und Mahler’sches Riesenorchester begonnene Komposition ist Iannis Xenakis’ „Shaar“ (Torweg), das mit seinem hebräischen Titel auf mythische Vorstellungen einer Kontaktaufnahme mit dem Jenseits anspielt, für großes Streichorchester konzipiert. Mit ungeheuer verdichteten Klängen erzeugt auch er dabei Wirkungen von atemberaubender archaischer Kraft, die unserer Vorstellung von Moderne eine neue Dimension erschließen. Zwischen dem in Musik gefassten Glaubensbekenntnis der „Jakobsleiter“ und der Archaik von „Shaar“ stehen die Kindertotenlieder Gustav Mahlers, die in Musik fassen, was unfassbar bleibt.

Eine gemeinsame Produktion und Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin und des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin
gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Dauer 2h 15, eine Pause

Einführung 18:55 Uhr