Musikfest Berlin

Berliner Orchester 2018

Spitzenorchester aus der Hauptstadt
Berliner Orchester beim Musikfest Berlin 2018

Insgesamt 14 Orchester von internationalem Rang sind beim Musikfest Berlin 2018 zu hören. Allein sieben davon stammen aus Berlin. Die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim eröffnet das Festival am 1. September mit „Rituel“, einem Werk, das Pierre Boulez dem Komponisten Bruno Maderna gewidmet hat, und mit Igor Strawinskys „Sacre du printemps“, das bei seiner Uraufführung für einen Skandal sorgte, heute ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts ist und Bezugspunkt für die nachfolgenden Komponistengeneration.

Daniel Barenboim ist nicht nur ein exzellenter Kenner des Werkes von Pierre Boulez, beide verband auch eine langjährige Freundschaft. So ist der nach ihm benannte Pierre Boulez Saal eines der zahlreichen Vermächtnisse, die aus der engen Künstlerfreundschaft zwischen Daniel Barenboim und Pierre Boulez hervorgegangen sind. Das Saisoneröffnungs-Konzert des Boulez Saals bestreitet das Boulez Ensemble, geleitet von Daniel Barenboim, und setzt mit der Aufführung von Boulez‘ „sur Incises“, einem Werk für 3 Klaviere, 3 Harfen und 3 Schlagzeuger im Musikfest Akzente.

Bernd Alois Zimmermanns Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal und das war Anlass genug, seinem immer noch viel zu selten aufgeführten Œuvre einige Konzerte zu widmen. So führt das Orchester der Deutschen Oper unter seinem Chefdirigenten Donald Runnicles zwei zentrale Orchesterwerke von Bernd Alois Zimmermann auf – „Stille und Umkehr“ und „Photoptosis“ – und stellt sie in einen Kontext mit Richard Wagners Siegfried, von dem es eine konzertante Aufführung des 3. Aufzuges zu hören gibt, mit den Sängern Allison Oakes als Brünnhilde, Judit Kutasi als Erda, Simon O’Neill als Siegfried und Michael Volle als Wotan.

Die Berliner Philharmoniker sind gleich mit zwei Konzertprogrammen beim Musikfest vertreten, mit jeweils unterschiedlichen Dirigenten. Unter der Leitung von George Benjamin, einem aus Großbritannien stammenden Komponisten und Dirigenten, der übrigens bei den Berliner Philharmonikern 2006 sein Dirigenten-Debüt gab, interpretieren sie zwei Werke, an denen auch das ChorWerk Ruhr beteiligt sein wird: Boulez‘ „Cummings ist der Dichter“ und György Ligetis „Clocks and Clouds“. Von Benjamin selbst steht das Orchesterwerk „Palimpsests“ auf dem Programm. Überhaupt wird im Verlauf des Festivals in zwei weiteren Konzerten Benjamins Œuvre dem Berliner Publikum vorgestellt.

Mit François-Xavier Roth am Pult, der zurzeit als Generalmusikdirektor der Stadt Köln sowohl das Gürzenich-Orchester als auch die Oper Köln leitet, beteiligen sich die Philharmoniker am Programmschwerpunkt Bernd Alois Zimmermanns und betten dessen „Konzert für Violine und Orchester“ mit der Geigerin Carolin Widmann in die „Images“ für Orchester von Debussy sowie in Ligetis berühmte Werke „Lontano“ und „Atmosphère“ ein.Mit Philippe prominenten Vertreter der historischen Aufführungspraxis wird das Konzerthausorchester Berlin zusammen mit dem von Herreweghe gegründeten Collegium Vocale und exzellenten, gut aufeinander eingestimmten Solist*innen Antonin Dvořáks „Requiem“ interpretieren.

Nach der Aufführung von „Iwan der Schreckliche“ von Sergej Eisensteins und Sergej Prokofjew und dem fulminanten Gastkonzert des John Wilson Orchestra aus London 2016 widmet sich das Musikfest in diesem Jahr erneut der Verbindung von Film und Live-Musik. Zu den besonderen Ereignissen des Musikfest Berlin gehört deshalb die deutsche Erstaufführung des Stummfilms „J’accuse“ von Abel Gance in einer rekonstruierten und restaurierten Fassung und mit der neukomponierten Musik von Philippe Schoeller durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und der Leitung von Frank Strobel. Die Schola des Rundfunkchors Berlin unter der Leitung von Benjamin Goodson bestreitet eine Late Night mit Werken von Igor Strawinsky, Morton Feldman und John Cage.

Mit der Aufführung von Claude Debussys „Le Martyre de Saint Sébastien“ in Kombination mit Richard Wagners „Parsifal“ (Vorspiel zum 1. Aufzug und Suite aus dem 3. Aufzug, zusammengestellt von Claudio Abbado) bringt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit Robin Ticciati zwei musiktheatrale Werke auf die Konzertbühne, die beide als Spätwerke – Wagner Ende des 19. und Debussy zu Beginn des 20. Jahrhunderts – die Kunst mit der Religion verschränkten.

Igor Strawinsky

Staatskapelle Berlin

Boulez / Strawinsky
Philharmonie
Sa 01.09.2018, 19:00
Lichteinfall

Orchester der Deutschen Oper Berlin

Zimmermann / Wagner
Philharmonie
Mi 05.09.2018, 20:00
Sir George Benjamin

Berliner Philharmoniker

Boulez / Ravel / Ligeti / Benjamin
Philharmonie
SA 08.09.2018, 19:00 & SO 09.09.2018, 20:00
Tür, Spiegelung, Leipzig Bahnhof

Konzerthausorchester Berlin

Dvořák
Philharmonie
Di 11.09.2018, 20:00
Claude Debussy und Igor Strawinsky in Debussys Wohnung in der Avenue du Bois de Bologne

Berliner Philharmoniker

Strawinsky / Zimmermann / Debussy / Ligeti
Philharmonie
DO 13., FR 14.09.2018, 20:00 & SA 15.09.2018, 19:00
Abel Gance, J’accuse, 1918/19, Filmstill

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Abel Gance
Konzerthaus Berlin, Großer Saal
Fr 14.09.2018, 20:00
Die Tänzerin Ida Rubinstein als Saint Sébastien

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Wagner / Debussy
Philharmonie
So 16.09.2018, 20:00