Musikfest Berlin
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Cold

Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam

Gastspiel: Amsterdam

Anton Webern [1883-1945]
Fünf Sätze für Streichquartett op 5,
Fassung für Streichorchester [1909/1929]

Alban Berg [1885-1935]
Fünf Orchesterlieder
für mittlere Stimme und Orchester op. 4 [1912]
nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg

Anton Bruckner [1824-96]
Symphonie Nr. 3 d-Moll [Fassung 1889, Nowak 1959]

Zwei Arten musikalischer (Raum-)Erfahrung werden im Konzertprogramm des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam durchgespielt, die extensive und die intensive. Die extensive drängt in die Weite, und zwar in allen Bereichen des komponierten Werkes: in Klang, Form, Zeit, Gedankenschichtung und Gestaltmetamorphosen. Bruckners Symphonien führen das expansive Erschließen eines musikalischen Raumes mustergültig vor, jede auf ihre Weise. Die Dritte, die „Wagner-Symphonie“, holt dabei in ihrer ersten Fassung am weitesten aus. Sie beschränkt sich nicht auf ihr angestammtes Gebiet. Bruckner widmete sie dem verehrten Musikdramatiker, und er unterstrich dies durch eine Reihe von Zitaten vor allem aus „Tannhäuser”, seiner ersten, überwältigenden Begegnung mit „dem Meister”, wie er ihn nannte, und dessen Tonsprache. Theatralisch Erfundenes holte Bruckner in die reine Instrumentalform, den dramatischen Fingerzeig des Bühnenwerkes verwandelt er in den Stoff einer orchestralen Erörterung. In der späteren Fassung tilgte der Komponist die ausdrücklichen Hinweise auf Wagners Opern, eine „Wagner-Symphonie“ blieb die Dritte dennoch. Die frühe Version bietet den Vorzug kühner Unmittelbarkeit und unverstellter Deutlichkeit, sie gewährt einen Einblick in das Laboratorium Bruckners. In ihren Dimensionen und mit ihrer Kombination von erfundenem mit vorgefundenem Material wirkt sie wie ein Manifest jener „neuen Symphonie“, die Gustav Mahler und sein früh verstorbener Freund Hans Rott auf ihre Fahnen schrieben. Die intensive Erfahrung sucht dagegen nach Mitteln und Wegen, die Vision des großen Raumes in eine Art Magnetkern zu bannen. Weberns kurze Streicherstücke sind Meisterwerke solcher Verdichtung, bei der eine Geste einen ganzen Gedankenkomplex vertritt. Alban Berg durchkreuzt mit seinem „Altenberg-Liedern” das Pathos des Erhabenen, ohne vom Kunstanspruch etwas zurückzunehmen. Alban Bergs „Altenberg-Lieder” bannen die Passionen und Ekstasen von Wagners Musikdramen in epigrammatische Kürze, in eine Romantik unter Hochdruck.

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Einführung 19:00 Uhr

Tickets & Termine

Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam

Ort:

Philharmonie

Preis/Kategorie:

€ 15 - 90 / Wahlabo

Termine:

  • Di 04.09.2018, 20:00