Musikfest Berlin

Das Festival 2018

Rituale, Zeremonien, Aktionen und Symphonien

Vom 31. August bis 18. September 2018 startet das Berliner Konzertleben mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit 18/19, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker. An 19 Tagen werden in der Philharmonie und deren Kammermusiksaal, im Großen Sendesaal des rbb, im Konzerthaus Berlin, im Pierre Boulez Saal und in der St. Matthäus-Kirche 27 Veranstaltungen mit über 65 Werken von rund 25 Komponisten präsentiert, aufgeführt von 22 Instrumental- und Vokalensembles und über 30 Solist*innen des internationalen Musiklebens.

Aus den Niederlanden kommen das Rotterdam Philharmonic Orchestra mit seinem Chefdirigenten Yannick Nézet-Séguin und das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam mit Daniele Gatti. Außerdem gastieren die Münchner Philharmoniker mit ihrem Maestro Valery Gergiev und aus Übersee das Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons, das mit den Chören des Gewandhauses die 3. Symphonie von Gustav Mahler nach Berlin bringt.

Nach einem Vorabend mit den Préludes pour piano von Claude Debussy, aufgeführt von Alexander Melnikov, eröffnet die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim das Musikfest Berlin 2018 mit der Aufführung Pierre Boulez’ Rituel – eine imaginäre, vom Klang des Gamelanorchesters inspirierte musikalische Zeremonie.

Dem rituell-zeremoniellen Zug des Eröffnungskonzertes korrespondiert das Finale des Musikfest Berlin. Zu Gast in der Philharmonie Berlin ist erstmals das Orchester der Lucerne Festival Academy: 2003 von Pierre Boulez gegründet, kommen zur Lucerne Festival Zeit über 100 junge Musiker*innen aus aller Welt zusammen, um die Meilensteine der Orchesterliteratur des 20. und 21. Jahrhunderts unter Leitung der besten Mentoren in einer mehrwöchigen Arbeitsphase einzustudieren und schließlich auf den Konzertbühnen des internationalen Musiklebens zu präsentieren. Dieses Jahr widmet sich das Academy Orchester unter der Leitung von Peter Eötvös der abendfüllenden Gebetszeremonie INORI – Anbetungen für zwei Tänzermimen und großes Orchester von Karlheinz Stockhausen, eine musikalische Feier der Schöpfung.

Auch bei Valery Gergiev und seinen Münchner Philharmonikern wird die Konzertbühne zur Szene: Eine „ekklesiastische Aktion“ nannte Bernd Alois Zimmermann seine Kantate Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne – das letzte Werk, das der Komponist fertig stellen sollte, bevor er seinem Leben das Ende setzte. Texte aus dem Buch Prediger des Alten Testaments treffen auf die Rede des Großinquisitors aus Dostojewskis Roman Die Brüder Karamasow. Bernd Alois Zimmermanns Geburtstag jährt sich 2018 zum 100. Mal. Das Musikfest Berlin widmet seiner immer noch viel zu selten aufgeführten Musik eine Reihe an Konzerten, an denen sich neben den Münchner Philharmonikern auch das Rotterdam Philharmonic Orchestra, die Berliner Philharmoniker und das Orchester der Deutschen Oper Berlin beteiligen.

Von den drei Komponistennamen Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Bernd Alois Zimmermann aus entfaltet sich das Festivalprogramm facettenreich hin zur Musik von Claude Debussy und Igor Strawinsky, von Richard Wagner, Anton Bruckner und Gustav Mahler, von Anton Webern und György Ligeti, schließlich zu dem Œuvre von George Benjamin, dem sich die Berliner Philharmoniker und das Mahler Chamber Orchestra widmen.

Das Ensemble Modern Orchestra, zu dem sich das Ensemble Modern mit seinen zahlreichen Akademisten und Gästen von Zeit zu Zeit ausbaut, gastiert beim Musikfest Berlin mit einem Programm, das eines der großen, auf den internationalen Konzertbühnen kaum aufgeführten Ausnahmewerke des späten 20. Jahrhunderts präsentiert: passage/paysage von Mathias Spahlinger. „passage/paysage, so Enno Poppe, der Dirigent des EMO-Gastspiels, „ist ein Jahrhundertwerk, und es hat sich herausgestellt, dass es unter den jüngeren Komponisten kaum einen gibt, dem dieses Stück nicht den Schweiß auf die Stirn und den Schauer über den Rücken getrieben hat. Wir hatten mit diesem Stück unseren Sacre du printemps, ein Stück, das die bisherigen Gesetze außer Kraft setzte und durch etwas ersetzte, was wir noch nicht verstehen konnten.“

Neben rituellen und zeremonielle Formen, Aktionen und Szenen, die der Oper und dem Mysterienspiel entstammen, Symphonien, Kammermusik, elektronischer Musik präsentiert das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in einer gemeinsamen Initiative mit dem Musikfest Berlin die restaurierte Fassung des Stummfilms J’accuse von Abel Gance mit der 2015 neu entstandenen Musik von Philippe Schoeller – einhundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, einhundert Jahre nach der Entstehung des großen Films von Abel Gance.

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