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Shanghai Kunqu Opera Company

Die vier Träume aus Linchuan © Shanghai Kunqu Opera Company

„Die vier Träume aus Linchuan“

1. & 2. Dezember 2018

Mit dem Dramenzyklus „Die vier Träume aus Linchuan“ bringen die Berliner Festspiele vier Klassiker der Kun-Oper und damit eine der ältesten Formen der traditionellen chinesischen Bühnenkunst nach Deutschland. Die Stücke „Der Traum von Handan“, „Die purpurne Haarspange“, „Der Traum unter dem Südzweig“ und das berühmte „Der Pfingstrosen-Pavillon“, die Tang Xianzu (1550–1616) zu Zeiten der Ming-Dynastie schrieb, sind zum 40. Jubiläum der renommierten Shanghai Kunqu Opera Company mit 30 Darsteller*innen und 25 Musiker*innen erstmals gemeinsam an einem Wochenende als Zyklus zu erleben. Sie zeichnen sich durch traditionelle Rollen, raffinierte Masken, poetische Sprache, stilisierte Kampfkunst und den Dialog mit der Live-Musik aus. Begleitet wird dieses einmalige Gastspiel von Gesprächen über die Tradition und Avantgarde der Kun-Oper.

Zur gleichen Zeit, als Shakespeare in England einige seiner berühmtesten Dramen verfasste, schrieb Tang Xianzu vier Stücke, die unter dem Namen „Die vier Träume aus Linchuan“ in einem Dramenzyklus zusammengefasst werden und sofort enorme Popularität erlangten. Im Zentrum der Stücke steht jeweils ein Traum, der das Verlangen und die Ambitionen der Charaktere zeigt, aber auch Ängste und Gefahren sichtbar macht. Dabei verraten die Werke nicht nur viel über ihre Entstehungszeit – Tang Xianzu untersucht die Sehnsüchte, die hinter den strengen sozialen und politischen Einschränkungen des feudalen Systems seiner Zeit schlummern –, sondern beschäftigen sich auch mit universellen Themen wie dem Streben nach Freiheit und Liebe, dem Transzendenten, dem Ehrgeiz und der Frage, wie wir zusammenleben sollten.

Zuschauer*innen können in diesen Stücken zentrale Elemente entdecken, die auch in Homers „Odyssee“, Virgils „Orpheus und Eurydike“, Dantes „Göttliche Komödie“ oder in Shakespeares „Sommernachtstraum“ eine wichtige Rolle spielen.

Die Kunqu oder Kun-Oper entstand in der späten Yuan-Dynastie (1279–1368) und entwickelte sich während der Ming-Dynastie (1368–1649) in der Region um die Stadt Kunshan, in der Nähe von Suzhou und Shanghai. Sie wurzelt in der chinesischen Volkskultur und beeinflusste viele weitere Opernformen, wie die Sichuan- oder die Peking-Oper. Kunqu gilt deswegen als die Urform aller China-Opern und wurde 2001 in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen.

Klar definierte Rollenarten (wie die junge weibliche oder männliche Hauptrolle oder die des alten Mannes), Masken und Kostüme, Farben, Bewegungen und Musik – bis hin zur kleinsten Geste hat alles seine traditionelle Bedeutung. Neben Tanzelementen, die an Text und Gesang gekoppelt sind und die Stücke durchziehen, sind auch virtuose rhythmische Motive und die musikalische Begleitung durch die Bambusflöte charakteristisch, wobei die Musiker*innen mit bestimmten „Qupai“ – szenisch und thematisch definierten Kompositionsgrundmustern – spontan auf das Bühnengeschehen reagieren. Dabei stehen stets die Schauspieler*innen im Fokus der Inszenierung und es übernimmt meist eine*r der bekannten Kunqu-Spieler*innen die Regie, wodurch ein starkes, physisches Theater der Spieler*innen entsteht. Trotz der Strenge in der Definition der traditionellen Elemente ist die Kun-Oper eine dynamische Kunstform, die sich aufgrund der mündlichen Überlieferung stets in Veränderung befindet und noch heute in einen Dialog mit kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen tritt.

Shanghai Kunqu Opera Company: „Der Traum von Handan“

Der Traum von Handan

Shanghai Kunqu Opera Company
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
Sa 01.12.2018, 14:00
Shanghai Kunqu Opera Company: „Die purpurne Haarspange“

Die purpurne Haarspange

Shanghai Kunqu Opera Company
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
Sa 01.12.2018, 19:30
Shanghai Kunqu Opera Company: „Der Traum unter dem Südzweig“

Der Traum unter dem Südzweig

Shanghai Kunqu Opera Company
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
So 02.12.2018, 14:00
Shanghai Kunqu Opera Company: „Der Pfingstrosen-Pavillon“

Der Pfingstrosen-Pavillon

Shanghai Kunqu Opera Company
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
So 02.12.2018, 19:30

„Will it survive? Rescuing Kunqu Opera“
Ein Video über die Rettung der Kunqu Oper

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Die vier Träume aus Linchuan


Preis/Kategorie:
€ 15 - 35

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Einführungen und Gespräche

Zum Gastspiel der Kunqu Opera Company gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm.

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