Archiv
Theatertreffen
Magdalena Fertacz
Magdalena Fertacz

Stückemarkt – Szenische Lesung V

Śmierć Kalibana – Kalibans Tod
von Magdalena Fertacz
Aus dem Polnischen von Andreas Volk

Szenische Einrichtung Dominic Friedel
Dramaturgie Andrea Koschwitz

Mit:
Para Kiala, Sven Lehmann, Maximilian Löwenstein, Abak Safaei-Rad, Katharina Schmalenberg, Max Simonischek, Gunnar Teuber

Die Jagd nach Talenten nimmt in unserer Spektakelkultur einen zentralen Platz ein. In Kalibans Tod schreibt eine Hilfsorganisation unter Slumbewohnern einen Wettbewerb aus. Gleichzeitig macht sich ein Künstler auf die Suche nach einem todkranken Patienten, der auf ein Spenderherz wartet. Die beiden Gewinner, „Der Schwarze“ und „Der gewöhnliche Mensch“ werden als lebendes Kunstwerk in einer Galerie ausgestellt. Das Experiment wird zum Medienspektakel, die Kunstelite ist hingerissen.
Triefend vor schwarzem Humor thematisiert die Autorin unsere Haltung gegenüber Immigranten. Das Stück stellt Fragen über unsere Wahrnehmung von Immigranten, über die Grenzen der Integration und über unsere Auffassung von menschlicher Würde. Kalibans Tod konfrontiert uns mit unserem eigenen voreingenommenen Blick. Das Stück eckt an, geht regelmäßig zu weit, irritiert und hat Mumm. Es lässt den Zuschauer verstört zurück – er muss seine Vorstellungen von politischer Korrektheit und gutem Geschmack nach der Lektüre des Textes einzeln wieder aufsammeln.
Dries Verhoeven

Magdalena Fertacz wurde 1975 in Warschau geboren, wo sie an der Journalistischen Fakultät der Universität sowie an der Hochschule für Kommunikation und Soziale Medien studierte. 2005 schrieb sie ihr erstes Stück Kurz; ihr zweites Drama Absynt wurde in verschiedenen Ländern gespielt. Fertacz Texte sind bisher in 12 Sprachen übersetzt worden. Sie erhielt u.a. den Preis des Kulturministeriums und für ihr Stück Trash Story den Gdingener Dramatikerpreis. Sie schreibt auch Prosa, Lieder, Erzählungen und Drehbücher und arbeitet als Innenarchitektin.