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Theatertreffen
Warten auf Godot © Arno Declair
Warten auf Godot. Samuel Finzi, Wolfram Koch

Warten auf Godot

von Samuel Beckett
Deutsch von Elmar Tophoven

Ruhrfestspiele Recklinghausen / Deutsches Theater, Berlin

Regie Ivan Panteleev
Bühne und Kostüme Mark Lammert
Licht Robert Grauel
Sounddesign Martin Person
Dramaturgie Claus Caesar

Estragon Wolfram Koch
Wladimir Samuel Finzi
Lucky Andreas Döhler
Pozzo Christian Grashof
Ein Junge Andreas Döhler

Ein Scheinwerfer huscht über eine helle Stoffbahn auf Mark Lammerts Bühne, die sich zusammenzieht wie zum Nabel der Welt, um zu verschwinden in einem Trichterschlund, darin zwei Männer stehen. Wladimir und Estragon (Samuel Finzi, Wolfram Koch) starren aus dem Kraterloch, als seien sie auf einem fremden Planeten gelandet. In dem von schwarzen Vorhängen begrenzten Sperrbezirk und Freiraum puren Spiels ist nur die Vorstellung real. Zwei Habenichtse, die weder Schuh noch Hut, Rübe noch Radieschen vorweisen können. Kein Requisit, an das sie sich halten könnten. Aus dem Ur-Loch steigen auch Pozzo und Lucky (Christian Grashof, Andreas Döhler), ebenso entblößt von Utensilien: kein Strick, keine Peitsche, kein Koffer, rein gar nichts. In Ivan Panteleevs Inszenierung von Becketts „Warten auf Godot“ liegt wie bei einem Palimpsest eine zweite Schrift unter der offen lesbaren – die von Dimiter Gotscheff, dem die Aufführung gewidmet wurde. Bei Panteleev und seinen Akteuren ist alles Entertainment und ein Running Gag im Lauf über die abschüssigen Trichter-Wandungen. Finzi und Koch sind Meister der Selbst-Nachstellung, Fantasten der Gegenwart und doch Träger verborgener Geschichte, Virtuosen der Verabredung, Bescheidwisser im Jetzt der Ewigkeit und Versiegler der Zeit.

www.ruhrfestspiele.de | www.deutschestheater.de

Mit englischen Übertiteln

Dauer 2h 20, keine Pause

Premiere Recklinghausen 5. Juni 2014
Premiere Berlin 28. September 2014

Publikumsgespräch am 9. Mai im Anschluss an die Vorstellung

12. Mai, im Anschluss an die Vorstellung
„Warten auf Godot. Proben auf der Gegenschräge“
Ein Film von Aleko Gotscheff