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Theatertreffen
Trailer zu „Stolpersteine Staatstheater“ © Badisches Staatstheater Karlsruhe
Stolpersteine Staatstheater. [Videotrailer]

Stolpersteine Staatstheater

Dokumentartheater von Hans-Werner Kroesinger
Textfassung Regine Dura

Badisches Staatstheater Karlsruhe

Regie Hans-Werner Kroesinger
Bühne, Kostüme und Video Rob Moonen
Musik Daniel Dorsch
Künstlerische Mitarbeit Regine Dura
Dramaturgie Annalena Schott
Theaterpädagogik Verena Lany

Mit
Veronika Bachfischer
Antonia Mohr
Jonathan Bruckmeier
Gunnar Schmidt

Der Regisseur Hans-Werner Kroesinger und die Dramaturgin Regine Dura haben aus Personalakten des Staatstheaters Karlsruhe rekonstruiert, wie antisemitische Diskriminierung und die Entlassung linker und liberaler Theaterkünstler*innen nach 1933 im Detail funktioniert hat. Schauspieler*innen lesen an einem großen Arbeitstisch, an dem sie zusammen mit den Zuschauer*innen sitzen, Akten, Zeitungsberichte, Memoiren, Zeitzeugen-Interviews. Sie wechseln dabei immer wieder für kurze Passagen ins Spiel. Man erfährt wie in Karlsruhe jüdische Schauspieler*innen, eine jüdische Souffleuse und der Intendant entlassen, verhaftet, ins Exil oder den Suizid getrieben wurden. Die einzelnen Künstler*innen werden nicht auf ihren Opfer-Status reduziert, es entstehen knappe, dichte Porträts. Das bürokratische Prozedere, das den sozialen Ausschluss und die Vorbereitung des Völkermords juristisch im Detail regelt, die Legitimation durch Verfahren, die noch in den Hetzartikeln des lokalen NS-Blatts die Diskriminierung gerne durch Nennung der entsprechenden Paragrafen rechtsstaatlich kaschiert, die höflichen, formal stets korrekten Briefe eines Oberregierungsrats, die der jüdischen Souffleuse die Rechtmäßigkeit ihrer Entlassung bescheinigen, machen die Inszenierung zu einem Lehrstück über das wertfreie Funktionieren staatlicher Bürokratie.

www.staatstheater.karlsruhe.de

Mit englischen Übertiteln

Dauer 1h 50, keine Pause

Uraufführung Badisches Staatstheater Karlsruhe: 21. Juni 2015

Publikumsgespräch am 18. Mai im Anschluss an die zweite Vorstellung