Theatertreffen

Stückemarkt: Auswahl 2018

Die Jury des Stückemarkts hat die Auswahl für den Stückemarkt des 55. Theatertreffens 2018 bekannt gegeben.

In einem offenen, europaweiten Wettbewerb suchte der Stückemarkt des Theatertreffens nach neuen Theaterstücken und Projekten, die sich im doppelten Sinne mit einer „Geteilten Welt“ auseinandersetzen.

20 Arbeiten wurden in der Abschlussdiskussion berücksichtigt.

Das Stückemarkt-Team und die Stückemarkt-Jury gratuliert den eingeladenen Autor*innen!

Maya Arad Yasur
„Amsterdam“
Israel/Niederlande – Text

Maya Arad Yasurs Protagonistin, eine schwangere israelische Geigerin, begibt sich in „Amsterdam“ auf die Spur einer Gasrechnung aus dem Jahr 1944, die eines Morgens vor ihrer Tür liegt. Im Verlauf der nächsten 24 Stunden wird sie sich nach und nach der Bedeutung ihrer Herkunft und ihres Geschlechts in einer zunehmend xenophoben, misogynen Umgebung bewusst. Erzählt wird die Geschichte von mehreren Stimmen, die verschiedene Perspektiven auf das Geschehen werfen.

Leon Engler
„Die Benennung der Tiere“
Österreich – Text

Leon Engler erzählt in „Die Benennung der Tiere“ die surreale Geschichte des Wurstsortenprüfers Alexander, der nach einem unglücklichen Sturz – verursacht durch ein Leberwurstbrot – auf den Gleisen eines Metrotunnels landet. Die zu Hilfe eilenden Menschen können den voluminösen Mann nicht aus seiner misslichen Lage befreien und so wird Alexander, der „gestrandete Wal“, für die Vorbeigehenden zum göttlichen Symbol der Erlösung.

Li Lorian
„Exodus“
Israel/Deutschland – Projekt

Li Lorian zeigt mit „Exodus“ eine Skype-Lecture Performance für ein geteiltes Publikum (in Berlin und Jerusalem) und verwebt mit spielerischen Mitteln Geschichten über Flucht und Vertreibung, biographische Dokumente, die Suche nach Heimat und aktuelle Migrationsgeschichten.

Old Masters
„Fresque“
Schweiz – Projekt

In „Fresque“ begegnen sich zwei Performer*innen in einer installativen Anordnung. Sprache als Mittel der Herstellung von Empathie erscheint dabei zunehmend fragwürdig und wird schließlich angesichts des sich entwickelnden Eigenlebens des Objekts auf der Bühne gänzlich ad absurdum geführt. Ein Versuch, in der Stille zwischen den Wörtern menschliche Beziehungen und den Raum, in dem sie stattfinden, greifbar zu machen.

Turbo Pascal
„Böse Häuser“
Deutschland – Projekt

In der immersiven Performance „Böse Häuser“ entwickelt Turbo Pascal ein interaktives Gedankenexperiment, in dem es um das Umdenken, die Konfrontation mit dem radikal Andersdenken(den) und das Aufsuchen der eigenen bösen Gedankengebäude geht. Turbo Pascal regen dazu an, andere Perspektiven und Blickwinkel einzunehmen und festgefahrene Denkmuster zu überprüfen.

Olivia Wenzel
„1 yottabyte leben“
Deutschland – Text

In „1 yottabyte leben“ reflektiert Olivia Wenzel darüber, wie das Surfen in digitalen Räumen unsere analogen Realitäten beeinflusst und was mit sozialen Beziehungen passiert, wenn wir uns primär digital begegnen. Sie fragt danach, was in Zeiten des allumfassenden Internets mit existentiellen menschlichen Bedürfnissen wie Anonymität, Intimsphäre und Körperlichkeit passiert und mit unserem politischen Bewusstsein.

Theatertreffen

Stücke in der Diskussion

Alle Stücke, über die die diesjährige Stückemarkt-Jury debattiert hat.

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