Theatertreffen

Theatertreffen-Blog: Jubiläum 2018

(K)eine Ewigkeit her – Das Theatertreffen-Blog begeht sein 10-jähriges Jubiläum

Das Theatertreffen-Blog der Berliner Festspiele feierte 2018 sein zehnjähriges Bestehen in digitaler Fassung. Damit zählt das „TT-Blog“ zu den ältesten Festivalblogs im deutschsprachigen Raum. In diesen zehn Jahren hat das Blog einer Vielzahl inzwischen renommierter Journalist*innen die Möglichkeit gegeben, sich unter Realbedingungen an den verschiedensten Formaten kulturjournalistischer Berichterstattung zu erproben – von Interviews, Kommentaren, Essays und Porträts bis hin zur klassischen Vollkritik. Heute arbeiten viele „Ehemalige“ des TT-Blogs als feste oder freie Mitarbeiter*innen für Leitmedien wie die Süddeutsche Zeitung, den SPIEGEL, Die Zeit, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Deutschlandfunk Kultur oder nachtkritik.de.

Dieses besondere Netzwerk ließ für 2018 die Idee entstehen, eine einmalige Jubiläumsausgabe zu entwerfen, die ausschließlich von den Ehemaligen der vergangenen Jahrgänge gestaltet werden sollte. Das offene Bewerbungsverfahren, das die vorherigen Ausgaben prägte, wurde hierfür ausnahmsweise ausgesetzt. Entstanden sind schließlich 25 Beiträge von insgesamt 19 Autor*innen. Reflektiert wurden dabei u.a. die Rolle von Frauen am Theater am Beispiel des Berichts einer Regie-Studierenden an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ (Theresa Thomasberger), der Verlauf und die Konsequenzen der so genannten „Blackfacing“-Debatte (Elena Philipp), das Problem des strukturellen Sexismus (Anne Peter), immersive Strategien in der aktuellen Theaterästhetik (Katharina Alsen) oder das vieldiskutierte Verhältnis von „Provinz“ und „Metropole“ in der Theatertreffen-Auswahl (Theresa Luise Gindlstrasser).

Daneben stand selbstverständlich auch eine Auseinandersetzung mit der 2018er-Festivalausgabe: Besprochen wurde die Auswahl des Stückemarkts (Marlene Knobloch) ebenso wie die transnationale Plattform „Shifting Perspectives“ (Valerie Göhring). Darüber hinaus analysierte Falk Rößler das Verhältnisses von Original und Kopie am Theater anhand zweier Münchner Inszenierungen von Josef Bierbichlers Roman „Mittelreich“, Xaver von Cranach befragte den Stand des politischen Theaters entlang der Schaubühnen-Inszenierung „Rückkehr nach Reims“ und Eva Marburg schrieb über „Theater als Krankheit“ anhand der Romanadaption „Die Welt im Rücken“ vom Wiener Burgtheater. Die renommierte Fotografin Judith Buss, Mitglied der TT-Blog-Redaktion 2016, fotografierte für das Blog die (leeren) Bühnen der eingeladenen Produktionen. An die Stelle der klassischen Kritiken zur 10er-Auswahl in Textform rückte als neues Format eine fünfteilige Podcast-Reihe, in der mit wechselnden Gästen kritisch über die eingeladenen Inszenierungen gesprochen wurde.Schon vor Veröffentlichung der ersten Artikel konnten Leser*innen auf einer Sonderseite des Blogs unter der Überschrift „Was war an ‚deinem‘ Theatertreffen-Jahrgang eigentlich bemerkenswert?“ persönliche Erinnerungen zahlreicher Ehemaliger des TT-Blogs lesen.

Insgesamt informierten sich über 7.000 Besucher*innen auf den Seiten des TT-Blogs über das 55. Berliner Theatertreffen. Auf dem Twitter-Kanal des Blogs (@TT_Blog18) konnten zuletzt 1.296 Follower verzeichnet werden.

Janis El-Bira
Projektleiter TT-Blog 2018


Das TT-Blog wird seit 2016 von der Stiftung Presse-Haus NRZ gefördert. Wir danken der Stiftung für die großzügige Unterstützung.